Jahrestagungen

Seit 2006  veranstaltet die Gesellschaft für Comicforschung e.V.  jährlich eine große Wissenschaftstagung an wechselnden Standorten unter einem bestimmten Thema. Hier finden Sie die gesammelten Calls for Paper, die ausführlichen Programmankündigungen, sowie die Tagungsberichte.

September 2018:
Zwischenräume – Geschlecht, Diversität und Identität im Comic (Köln)
Call for Papers
Infos zu Anfahrt & Unterbringung

Dezember 2017:
Der Comic und das Populäre (Bonn)
Call for Papers
Programm & Anmeldung
Tagungsbericht

November 2016:
Comics in der Schule – Schule im Comic (Essen)
Call for Papers
Programm & Anmeldung
Tagungsbericht

September 2015:
Geschichte im Comic – Geschichte des Comics (Frankfurt/Main)
Call for Papers
Programm & Anmeldung
Tagungsband

September 2014:
Grenzen ziehen, Grenzen überschreiten (Berlin)
Call for Papers
Programm
Tagungsbericht
Tagungsband

November 2013:
Comics und Naturwissenschaft (Erlangen)
Call for Papers
Programm
Tagungsbericht

September 2012:
Comics und Politik (Freiburg i.B.)
Call for Papers
Programm
Tagungsband
Medienecho

November 2011:
Reportagecomics.  Dokumentarische Comics. Comicbiographien (Passau)
CfP und Programm
Tagungsbericht
Tagungsband

November 2010:
Bilder des Comics – Visualität, Sequenzialität, Medialität (Gießen)
Programm
Bilddokumentation
Online-Publikation

November 2009:
Erzählen im Comic (Köln)
Programm
Alle Abstracts
Tagungsband

November 2008:
Der Comic als Gegenstand der Kultur- und Sozialwissenschaften (Koblenz)
Programm
Tagungsbericht

November 2007:
Comicforschung als interdisziplinäre Aufgabe (Koblenz)
Programm

November 2006:
Forschungsberichte zu Struktur und Geschichte der Comics in Deutschland (Koblenz)
Programm
Tagungsband

Comixene-Tagungsbericht: ComFor-Jahrestagung 2017

Termin:
01.12.2017 - 03.12.2017

Im Dezember 2017 fand an der Universität Bonn die 12. Jahrestagung der Gesellschaft für Comicforschung (ComFor) statt. Comicforscher_innen aus der ganzen Welt versammelten sich, um über das Thema „Der Comic und das Populäre“ zu diskutieren.  Tillmann Courth hat einen Tagungsbericht verfasst, der nun im Fachmagazin Comixene erschienen ist und den er auf seinem eigenen Blog bewirbt. Der vollständige Bericht ist – gemeinsam mit einem Interview mit unserem 1. Vorsitzenden, Stephan Packard – frei als Pdf verfügbar.

Zum Tagungsbericht

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CFP COMFOR TAGUNG 2018: „Zwischenräume – Geschlecht, Diversität und Identität im Comic“

Termin:
17.09.2018 - 19.09.2018

Stichtag: 1. April 2018
Zwischenräume – Geschlecht, Diversität und Identität im Comic

  1. Wissenschaftstagung der Gesellschaft für Comicforschung (ComFor), 17. bis 19. September 2018, Universität zu Köln

Illustration: Aisha Franz 2018

Der Comic ist über Dekaden hinweg als populärkulturelles Massenphänomen wahrgenommen worden, das (geschlechter-)stereotype Darstellungen manifestiert und damit gesellschaftlich fest- und fortschreibt. So gehört etwa das Bild des besonders hilflosen, passiven, dafür aber umso attraktiveren weiblichen Opfers genauso zum Repertoire des Darstellungskanons wie die Repräsentation eines strahlenden, weißen, heterosexuellen, muskulösen Helden, dessen Hauptaufgabe darin besteht, die Welt und ihre Bewohner*innen vor unsäglichem Unheil zu bewahren. In diesem Sinne scheint sich der Comic also nicht zwingend von anderen (massen-)medialen Formen zu unterscheiden, die im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit eine Tendenz zur Verallgemeinerung und zum Klischee aufweisen. Auch die Reaktionen auf die weltweiten Anti-Comic-Kampagnen der 1950er-Jahre und die damit einhergehende Selbstzensur vieler Comicverlage verweisen aus historischer Perspektive exemplarisch auf heteronormative und oftmals xenophobe Tendenzen der massenmedialen Comic-Kultur, die sich lange in der Demographie ihrer Produzent*innen widerspiegelten. Als populäres und oftmals marginalisiertes Medium ist der Comic jedoch nie in dieser Rolle als (reaktionärer) Stabilisator aufgegangen. Vielmehr verfügt das Medium über eine gesellschaftspolitische Dimension, die Comic-Schaffende seit jeher dazu veranlasst hat, Zwischenräume kreativ zu nutzen, um (gesellschaftliche) Normen zu hinterfragen und zu unterlaufen.

Comics sind bildliche und zugleich ‚sequenzielle Kunst’: Es handelt sich um ein visuelles Medium, welches sich genauso durch die statische Abfolge von Bildern wie durch die Leerstellen zwischen diesen Bildern definiert. Die sequenziellen Bilder des Comics folgen also nicht ‚nahtlos’ aufeinander, sondern sind durch eine Ansammlung von Lücken gleichzeitig voneinander getrennt und miteinander verbunden. Diese ‚Zwischenräume’ können als Verweis auf einen Ort des ‚Nicht-Gezeigten’ inszeniert oder interpretiert werden, welcher einer endgültigen, in sich geschlossenen ‚Wahrheit’ entsagt und die Möglichkeit alternativer Weltsichten eröffnet, die jenseits des gesellschaftlichen Status Quo angesiedelt sind. Gleichzeitig bezieht sich der Titelbegriff der geplanten Tagung ‚Zwischenräume’ aber auch auf die Hybridität und Uneindeutigkeit des Bild und Text kombinierenden Mediums Comic: Als ‚Zwischen-Medium’ stellt der Comic eine grenzüberschreitende Form dar, die sich gängigen, auf hierarchischen und hegemonialen Strukturen basierenden Klassifizierungen sowie Ausschlussmechanismen widersetzt und dabei das (produktive) Potenzial besitzt, als ‚natürlich’ geltende binäre Oppositionen – wie z.B. Subjekt/Objekt, Natur/Kultur, Mann/Frau, echt/unecht, gut/schlecht, normal/anormal, weiß/schwarz oder heterosexuell/homosexuell – ins Wanken zu bringen. Unter gewissen Umständen besitzt der Comic also das Potenzial, rigide Dichotomien aufzubrechen, und eröffnet somit einen Raum für die Darstellung von ‚Zwischentönen’ – von Brüchen, Differenzen und Vielfalt.

Im Rahmen der 13. Wissenschaftstagung der Gesellschaft für Comicforschung wird diesem produktiven Potenzial des Mediums nachgegangen und es sollen somit verschiedene Formen der Zwischenräume und -töne im Comic, aber auch in seiner Produktion und Rezeption sichtbar gemacht werden. Im Vordergrund der sowohl international als auch interdisziplinären Tagungsbeiträge wird dabei die Frage stehen, wie Geschlecht, Identität und Diversität in der sequenziellen Kunst dargestellt und verhandelt werden. Indem queer-feministische und intersektionale Perspektiven sowie Ansätze der Disability Studies mit aktuellen Ansätzen der interdisziplinären Comicforschung verbunden werden, soll das diskursive Ineinandergreifen und Zusammenwirken gesellschaftlich konstruierter identitäts- und differenzstiftender Kategorien wie Geschlecht, Sexualität, Alter, Klasse, Nationalität, Dis/Ability, Religion oder Ethnizität in den Fokus der Veranstaltung rücken. Die 13. Jahrestagung der Gesellschaft für Comicforschung soll so dazu beitragen, Ausschließungen, Machtstrukturen sowie (hetero-)normative Zuweisungen im Medium Comic aufzuspüren und ihre gesellschaftspolitische sowie mediale Form der (Re-)Produktion einer differenzierten Betrachtung sowie kritischen Analyse zu unterziehen.

Die Beiträge können sich dabei unter anderem an Fragestellungen und Aspekten aus den folgenden Bereichen orientieren:

  • Genderkonstruktionen im Comic
  • Zusammenspiel von Gender und Genre im Comic
  • Identitätsentwürfe und ihre (De-)Konstruktionen im Comic
  • Perspektiven der Intersektionalitätsforschung auf Comics
  • (Re-)Produktion und Konstitution von Differenz- und Machtverhältnissen im Comic
  • Ausprägungen heteronormativer Zuweisungen im Comic
  • Hegemoniale Ausgrenzungsverfahren im Comic
  • Queerness und Comics
  • Historische Dimensionen von Identität(en) im Comic
  • Diversität und Normierungsprozesse im Comic
  • Die Kategorien race, class und ethnische Stereotype im Comic
  • Comics und Postcolonial Studies
  • Körper(bilder) im Comic
  • Repräsentation von Dis/Ability im Comic
  • Wechselspiel von Comic, Gesundheit und Körperlichkeit im Feld der graphic medicine
  • Ökonomien der Differenz: Geschlecht, Identität und Diversität auf dem (internationalen) Comicmarkt
  • Zwischenräume, Zentren, Peripherien: Transnationalität und Diversität von Comicwelten

Themenoffenes Forum:

Die Gesellschaft für Comicforschung verfolgt über die spezifischen Tagungsthemen hinaus das Ziel, die Zusammenarbeit und den Austausch in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Comics zu stärken. Zusätzlich zur Tagung über Zwischenräume – Geschlecht, Diversität und Identität im Comic soll daher 2018 in Köln wieder ein thematisch offenes Forum stattfinden, in dem angedachte und laufende Forschungsprojekte aller Art vorgestellt und gemeinsam konstruktiv diskutiert werden können. Das Format richtet sich an Studierende/Promovierende/Forscher*innen in allen Projektphasen und -formen.

Einreichung und Kontakt:

Abstracts (max. 300 Wörter plus Kurzvita) werden als PDF- und Word-Datei bis zum 1. April 2018 erbeten und sind zu senden an: comfortagung2018@gmail.com

Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Die Tagungsbeiträge sind auf eine Länge von max. 20 Minuten plus Diskussion angelegt. Vorträge im Rahmen des themenoffenen Forums sollen 15 Minuten plus Diskussion nicht überschreiten.

Eine Publikation ausgewählter Beiträge ist geplant.

Für die Einreichung eines Beitrags ist die Mitgliedschaft in der Gesellschaft für Comicforschung nicht erforderlich. Die Teilnahme von Nicht-ComFor-Mitgliedern ist herzlich willkommen!

 Organisation:

Véronique Sina (Universität zu Köln, Institut für Medienkultur und Theater)
Nina Heindl (Universität zu Köln, Kunsthistorisches Institut)
Christine Gundermann (Universität zu Köln, Historisches Institut)

Infos zu Anfahrt & Unterbringung

Programm der 12. ComFor-Jahrestagung in Bonn: „Der Comic und das Populäre“

Termin:
01.12.2017 - 03.12.2017

Vom 1. bis 3. Dezember 2017 findet in Bonn die alljährliche ComFor-Tagung – diesmal zum Thema „Der Comic und das Populäre“ – statt. Organisiert wird die internationale Wissenschaftskonferenz von Joachim Trinkwitz und Rolf Lohse. Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an comicforschung@uni-bonn.de. Die Teilnahmegebühr beträgt 30 € für Gäste (für ComFor-Mitglieder 20 € und für Studierende 10 €). Sie ist zu überweisen an:

Universitätskasse Bonn
Sparkasse KölnBonn
IBAN: DE08 3705 0198 0000 0576 95
BIC: COLSDE 33
Wichtig: als Verwendungszweck unbedingt angeben:
61 117 / 282 11 / PN 73125016

Kurzbeschreibung:

„Das gegenwärtig immer noch zwiegespaltene Verhältnis zum Comic und seiner Popularität – als leicht zugängliche Unterhaltungslektüre begeisterter Fangemeinden auf der einen Seite und Graphic Novel mit bildungskulturellen Ambitionen auf der anderen – ist selten in den Fokus der wissenschaftlichen Auseinandersetzung getreten. Dazu gehören Fragen von Inklusion und Exklusion in unterschiedlichen Zielpublika durch Zensur-, Kanonisierungs- und Legitimierungsbestrebungen, identitäre Praktiken von Fanszenen und damit verbundene ideologische Aspekte sowie Wandlungen des Autorbegriffs und der ästhetischen Formsprache des Mediums.
Präludiert durch ein themenoffenes Werkstattforum, in dem laufende Forschungsprojekte präsentiert werden, werden diese zentralen Fragen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterschiedlicher Fachgebiete diskutiert.“

Zum vollständigen Programm

Tagungsbericht „ComFor Jahrestagung 2016: Comics in der Schule“

Universität Duisburg-Essen, 16. – 19. November 2016

Zur Programmübersicht

Ein Gastbeitrag von Jan-Niklas Meier (Universität Bielefeld)

Die Lektüre von Comics hat in den letzten Jahren einen Paradigmenwechsel erfahren: Wurden sie einst im Rahmen medienkritischer Debatten als Schmutz- und Schundliteratur bezeichnet und nur von Jugendlichen oder Anhängern von Subkulturen konsumiert, stoßen sie mittlerweile auf ein breites gesellschaftliches Interesse. Auch im akademischen Diskurs rückt das Medium zusehends in den Fokus, dennoch fällt besonders im Feld der geisteswissenschaftlich-fachspezifischen und allgemeinen Didaktiken auf, dass bisher nur vereinzelte Beiträge zum Thema Comics existieren. Vor diesem Hintergrund stellte die Tagung „Comics in der Schule“, die vom 16. bis 19. November 2016 an der Universität Duisburg-Essen stattfand und von Ulrike Preußer, Markus Engelns, Felix Giesa und Clemens Kammler organisiert wurde, die Frage nach dem Stellenwert von Comics im didaktischen Kontext und nahm eine Bündelung der unterschiedlichen Ansätze vor. Da die Teilnehmer*innen aus unterschiedlichen akademischen Bereichen kamen, wurde zunächst eine referenzfähige Grundlage zu den medialen Strukturen und Rezeptionsweisen von Comics erarbeitet, um sich anschließend über konkrete Projekte und Erfahrungen im Umgang mit Comics austauschen zu können. Weiterlesen: Vollständiger Tagungsbericht

PROGRAMM DER 11. COMFOR-JAHRESTAGUNG an der Universität Duisburg-Essen

ComFor-Jahrestagung 2016 ComFor-Jahrestagung 2016

Internationale Tagung: „Comics in der Schule“
11. Jahrestagung der Gesellschaft für Comicforschung

Direkt zu Homepage & Anmeldung

Wann? 16. bis 19. November 2016
Wo? Glaspavillon der Universität Duisburg-Essen (R12 S00 H12)
Wer? Studierende, Forschende, Lehrende, Interessierte
Organisation: Clemens Kammler (Essen) | Ulrike Preußer (Bielefeld) | Markus Engelns (Essen) | Felix Giesa (Köln)

Comics erhalten in den letzten Jahren ein breites gesellschaftliches Interesse. Neben einer erstarkenden akademischen Auseinandersetzung mit Comics rückt der Gegenstand zusehends auch in den Fokus der geisteswissenschaftlich fachspezifischen und allgemeinen Didaktiken. Der Grund dafür ist nicht ausschließlich in der innovativen Forschung oder der derzeit breiten Kommerzialisierung von comicspezifischen Themen und Motiven in Internet, Film und Fernsehen zu finden. Vielmehr erfahren SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern, aber auch BildungspolitikerInnen wie auch AkademikerInnen Comics als eigenständige, kreative und subversive mediale Gegenstände, deren besondere Ausdrucksformen Gratifikationen für eine erfolgreiche Teilnahme am gesellschaftlichen Leben bieten. Comics zu lesen heißt eben nicht mehr, Massenzeichenware zu konsumieren, sondern sich auf der Ebene der Individuation, der Enkulturation und der Sozialisation (Kategorien nach Abraham/Kepser 2009) eines Menschen zu bilden.

Die Tagung mit dem Thema »Comics in der Schule« will geisteswissenschaftliche StudentInnen, ComicforscherInnen und DidaktikerInnen zusammenbringen, um gemeinsam Comics aus didaktischer Perspektive als mediale Strukturen, als Rezeptions- und auch als Unterrichtsgegenstände zu betrachten. Das Ziel ist es dabei, ein breites Fundament für eine zukünftige schul- und ausbildungsspezifische Arbeit mit Comics zu ermöglichen und grundlegend zu erfragen, welchen Stellenwert die Comicdidaktik als eigener Bereich oder im Rahmen etwa der Medienkompetenz haben könnte. Dazu sollen Theorien und Modelle der Comicforschung wie auch der Fachdidaktiken an ausgewählten primärliterarischen Beispielen erläutert und zur Diskussion gestellt werden.

Weiterlesen: Vollständiges Programm

CfP ComFor Jahrestagung 2016: Comics in der Schule – Schule im Comic

Termin:
16.11.2016 - 19.11.2016
11. Wissenschaftstagung der Gesellschaft für Comicforschung (ComFor)

Comics erhalten in den letzten Jahren ein breites gesellschaftliches Interesse. Neben einer erstarkenden akademischen Auseinandersetzung mit Comics rückt der Gegenstand zusehends auch in den Fokus der geisteswissenschaftlich fachspezifischen und allgemeinen Didaktiken. Der Grund dafür ist nicht ausschließlich in der innovativen Forschung oder der derzeit breiten Kommerzialisierung von comicspezifischen Themen und Motiven in Internet, Film und Fernsehen zu finden. Vielmehr erfahren SchülerInnen, LehrerInnen, Eltern, aber auch BildungspolitikerInnen und AkademikerInnen Comics als eigenständige, kreative und subversive mediale Gegenstände, deren besondere Ausdrucksformen Gratifikationen für eine erfolgreiche Teilnahme am gesellschaftlichen Leben bieten. Comics zu lesen heißt eben nicht mehr, Massenzeichenware zu konsumieren, sondern sich auf der Ebene der Individuation, der Enkulturation und der Sozialisation (Kategorien nach Abraham/Kepser 2009) eines Menschen zu bilden.

Die Tagung mit dem Doppelthema »Comics in der Schule – Schule im Comic« will geisteswissenschaftliche ComicforscherInnen und DidaktikerInnen zusammenbringen, um gemeinsam Comics aus didaktischer Perspektive als mediale Strukturen, als Rezeptions- und auch als Unterrichtsgegenstände zu betrachten. Das Ziel ist es dabei, ein breites Fundament für eine zukünftige schul- und ausbildungsspezifische Arbeit mit Comics zu ermöglichen und grundlegend zu erfragen, welchen Stellenwert die Comicdidaktik als eigener Bereich oder im Rahmen etwa der Medienkompetenz haben könnte. Dazu sollen Theorien und Modelle der Comicforschung wie auch der Fachdidaktiken zum Aspekt »Comics in der Schule« an ausgewählten primärliterarischen Beispielen zum Thema »Schule im Comic« erläutert und zur Diskussion gestellt werden. Diese Dopplung erlaubt es, anhand eines eingegrenzten Spektrums an Beispielen den Blick auf wesentliche Arbeitsbereiche der Comicforschung und Fachdidaktiken zu fokussieren.

Zu den folgenden Themenbereichen erbitten wir daher Abstracts im Umfang von maximal 300 Wörtern für einen Vortrag bis zu 20 Minuten zum 1. April 2016:

  • Exemplarisches Lernen am Gegenstand Comic (z. B. Literaturadaptionen, Biografien, etc.)
  • Motivationale, kognitive, emotionale Aspekte des Einsatzes von Comics in der Schule (z. B. kognitive Grundvoraussetzungen zur Comicanalyse, Wirkungsfragen, Milieustudien, Aspekte der Lese- und Mediensozialisation, etc.)
  • Bildungsziele mit und durch Comics umsetzen (z. B. Lesekompetenzen mit Comics schulen, literarästhetische Lernprozesse anbahnen, Erwerb und Ausbau von Medienkompetenz)
  • Fachdidaktische theoretische Ansätze zu Comics (z. B. literarische Gespräche, handlungs- und produktionsorientierter Unterricht mit Comics, historische Analysen von Comics, kunstdidaktischer Umgang mit Comics, etc.)
  • Methoden und Modelle der geisteswissenschaftlichen Fachdidaktiken in Bezug auf Comics (z. B. comicspezifische Methoden der Unterichtsforschung und Unterrichtsdurchführung)
  • Unterrichtspraxis & -vorhaben (z. B. Stunden- und Reihenplanungen, Reflexion bereits gehaltener Stunden, comicspezifische Einzelprojekte, etc.)
  • Inklusiver Unterricht mit Comics (z.B. Comics als Differenzierungsangebote im Deutschunterricht, Comics als Teil eines Medienverbundsystems, aus dem die SuS frei wählen können, Vereinfachungsmöglichkeiten komplexer Comics)

Zudem veranstalten wir ein Werkstatt- und Nachwuchspanel, in dem laufende Projekte zu unserem Tagungsthema wie auch aus anderen Bereichen der Comicforschung und Comicdidaktik untergebracht werden, die sich noch in Planung, in der Durchführung oder auch in der Endphase befinden und ein produktives Feedback zu ausgewählten Fragestellungen erhalten wollen. Studentische Projekte sind besonders willkommen.

Eine Übernahme von Reise- und Unterbringungskosten ist leider nicht möglich.

Kontakt:

In Kooperation mit Felix Giesa (Universität zu Köln).

PROGRAMM DER 10. COMFOR-JAHRESTAGUNG IN Frankfurt/M.

ComFor-Jahrestagung 2015_klein

1. Frankfurter Symposion zur Comic-Forschung:
“Geschichte im Comic – Geschichte des Comic”

Direkt zur Anmeldung

Wie die Titelschlagworte andeuten, soll sich die Tagung in ihren Beiträgen und Diskussionen mit Comics und Graphischer Literatur in doppelter Perspektive befassen. Zum einen wird es um die historischen Themen und Stoffe von der Antike bis in die Zeitgeschichte gehen, die in internationalem Umfang auch in Werken der ‚sequential art’ behandelt werden und auf großes Interesse bei einem breiten Publikum stoßen. Die globale Verbreitung von Geschichtsbildern und Geschichtsnarrationen gewinnt in den spezifischen Erzählformen des Comics häufig eine besondere Brisanz und befördert den grenzüberschreitenden Austausch zwischen Regionen und Kulturen weltweit. Als wesentlicher Teil eines internationalen Archivs der Erinnerungskultur hat der Comic einen nicht zu übersehenden Stellenwert gewonnen und gerät ins Blickfeld der Forschung sowohl als Zeugnis und Quelle als auch als Darstellung und Deutung von historischem Geschehen.

Zum anderen soll eine Historisierung des Phänomens Comic selbst betrieben und seine zeitgenössischen Spielarten wie auch seine Leserschaft(en) betrachtet und in ihrer internationalen Entwicklung und Ausformung untersucht werden. Es scheint vor dem Hintergrund der Fokussierung auf Historie und Historisches durch die Bildgeschichte in besonderer Weise angebracht, nach den wesentlichen Entwicklungslinien der Gattung und deren Voraussetzungen zu fragen: dies nicht zuletzt deshalb, weil die Debatten um neue oder als neuartig wahrgenommene Strömungen wie Manga und Graphic Novel, um Serialität, Werkcharakter und Medienkultur, um Comic und Bilderbuch, um Comics in traditionellen wie in den Neuen Medien u.v.a. die Frage nach dem Wesen der Graphischen Literatur aufwerfen

Zum vollständigen Programm und zur Anmeldung

CfP: Geschichte im Comic – Geschichte des Comic

Termin:
04.09.2015 - 06.09.2015
10. Wissenschaftstagung der Gesellschaft für Comicforschung (ComFor)

Update: (Ab sofort auch auf Englisch)

Wie die Titelschlagworte andeuten, soll sich die Tagung in ihren Beiträgen und Diskussionen mit Comics und Graphischer Literatur in doppelter Perspektive befassen. Zum einen wird es um die historischen Themen und Stoffe von der Antike bis in die
Zeitgeschichte gehen, die in internationalem Umfang auch in Werken der sequential art behandelt werden und auf großes Interesse bei einem breiten Publikum stoßen. Die globale Verbreitung von Geschichtsbildern und Geschichtsnarrationen gewinnt in den spezifischen Erzählformen des Comics häufig eine besondere Brisanz und befördert den grenzüberschreitenden Austausch zwischen Regionen und Kulturen weltweit. Als wesentlicher Teil eines internationalen Archivs der Erinnerungskultur hat der Comic einen nicht zu übersehenden Stellenwert gewonnen und gerät ins Blickfeld der Forschung sowohl als Zeugnis und Quelle als auch als Darstellung und Deutung von historischem Geschehen. Dass sich daraus eine Reihe von interdisziplinären Anknüpfungspunkten für die Literatur-, Kunst-, Medien- und Kulturwissenschaften insbesondere mit der Geschichtswissenschaft ergeben, liegt auf der Hand.

Zum anderen und einher gehend damit sollen eine Historisierung des Phänomens Comic selbst betrieben und seine zeitgenössischen Spielarten wie auch seine Leserschaft(en) betrachtet und in ihrer internationalen Entwicklung und Ausformung untersucht werden. Es scheint vor dem Hintergrund der Fokussierung auf Historie und Historisches durch die Bildgeschichte in besonderer Weise angebracht, nach den wesentlichen Entwicklungslinien der Gattung und deren Voraussetzungen zu fragen: dies nicht zuletzt deshalb, weil die Debatten um neue oder als neuartig wahrgenommene Strömungen wie Manga und Graphic Novel, um Serialität, Werkcharakter und Medienkultur, um Comic und Bilderbuch, um Comics in traditionellen wie in den Neuen Medien u.v.a. die Frage nach dem Wesen der Graphischen Literatur aufwerfen. Weiterlesen: Mögliche Themenblöcke

Tagungsbericht: 9. ComFor-Jahrestagung in Berlin

Termin:
25.09.2014 - 28.09.2014

9. Jahrestagung zum Thema “Grenzen ziehen, Grenzen überschreiten” an der Humboldt-Universität zu Berlin

Tagungsbericht von Nina Heindl, Laura Oehme und Lukas R.A. Wilde
Fotos von Jeff Thoss und Laura Oehme

Zum Programm

Vom 25.–28. September 2014 trafen sich deutsche und internationale Comicforscher_innen zur 9. Jahrestagung der Gesellschaft für Comicforschung in Berlin und diskutierten zum Thema „Grenzen ziehen, Grenzen überschreiten“.

comfortagung2014_01Dank sieben thematischen Panels mit insgesamt 22 Vorträgen, zwei Werkstatt-Panels, zwei Abendvorträgen, einer Podiumsdiskussion und gleich zwei Ausstellungen waren die vier Konferenztage bis zum Anschlag gefüllt. Das Gesamtprogramm umfasste sage und schreibe 38 Stunden (davon 25,5 Stunden allein für Vorträge und Diskussionen) und hatte mit 42 Sprecher_innen aus den unterschiedlichsten Disziplinen für alle der zahlreichen Zuhörer_innen etwas zu bieten. Was die Aufteilung zwischen Geschlechtern angeht, so muss sich die ComFor mit über 45 Prozent weiblichen Vortragenden offensichtlich keine Gedanken über eine “Frauenquote” machen, denn vor allem im Nachwuchsbereich setzen Frauen derzeit die meisten Impulse. Zudem war die ComFor-Tagung diesmal so international aufgestellt wie nie zuvor, denn von den insgesamt 33 Vorträgen bzw. Präsentationen wurden rund 40 Prozent auf Englisch gehalten und blieben so auch den vielen renommierten Comicforscher_innen aus dem Ausland zugänglich.

Donnerstag, der 25. September 2014

ABENDVORTRAG SABIN

Roger Sabin (London) eröffnete die Tagung mit einer weiten historischen Betrachtung, welche viele der kommenden Themen bereits anschneiden sollte: „Crossing Boundaries of Taste in the 19th Century: Satire versus Slapstick; Pictures versus Text; and What It Might Be ‚Acceptable‘ for the Working Class to Enjoy”. Anhand der gegen Ende des 19. Jahrhunderts öffentlich geführten, emotionalen Debatten um neu aufkommende “Comics” (wie die enorm populäre Serie Ally Sloper’s Half Holiday) lassen sich bereits die meisten Ängste und Hoffnungen ausmachen, die die Wahrnehmung des Mediums auch im 20. Jahrhundert bestimmen sollten: Neben der Sorge um steigenden Analphabetismus und Jugendkriminalität, sowie um die moralische und geistige Verwahrlosung der Leserschaft, entwickelte sich am Comic auch die Hoffnung nach einer neuen Vernakularsprache. Diese stünde näher am “authentischen Empfinden der Volkstraditionen” als die bürgerliche Kultur, argumentierte etwa die Kritikerin Elizabeth Pennell („die Begründerin der soziologischen Comic Tradition“). Da sich in dieser Zeit, so Sabins Zusammenfassung, die Frage nach ‚Leisure Time‘ für die Arbeiterklasse erstmalig stellte, ging es bei dieser Diskussion um nichts weniger als darum, erstmalig Populärkultur zu definieren – „with Comics right at the center of the discussion.“

Weiterlesen: Zum ganzen Tagungsbericht