Vorträge & Tagungen

Events in der Sommerpause

Die Redaktion der Gesellschaft für Comicforschung verabschiedet sich in die Sommerpause. Daher wird es bis zum Montag, den 25. September, keine regelmäßigen Updates geben. Hinweise auf neue Ausstellungen und aktuelle Calls for Paper lassen sich aber weiterhin hier finden.

Zudem möchten wir auch noch auf einige unmittelbar anstehenden Events hinweisen: Noch bis zum 5. August findet in Siegen die Summer School „Transnational Graphic Narratives“ statt, die von den ComFor-Mitgliedern Daniel Stein und Lukas Etter veranstaltet wird. Vom 30. August bis zum 8. September findet in Köln im Rahmen des Summer Institute Cologne [sic!] 2017 ein englischsprachiges Seminar zum Thema „Visual Narration: Seeing Is Believing: Evidentiality in Visual Narration“ statt. Dieses wird gemeinsam organisiert und abgehalten von Patrick Noonan (Northwestern University) und dem ComFor-Vorsitzenden Stephan Packard (Universität Freiburg/Universität Köln).

Die Redaktion bedankt sich bei allen Leser_innen und wünscht eine schöne Sommerzeit!

Workshop „Framing Comics“ in Hamburg

Termin:
27.10.2017 - 28.10.2017

Im Oktober findet in Hamburg ein Workshop zum Thema „Framing Comics | Comics rahmen 1900/2000“ statt. Dabei handelt es sich um eine Kooperation der Forschungsprojekte „Medienästhetische Strategien des Rahmens und Übersetzens von Graphic Novels“ (Forschungsverbundes „Übersetzen und Rahmen. Praktiken medialer Transformationen (FÜR)“) und „Rahmungsexperimente. Bildergeschichten um 1900 in deutschen humoristisch-satirischen Blättern und als US-Zeitungscomics“ (DFG-Forschergruppe „Journalliteratur. Formatbedingungen, visuelles Design, Rezeptionskulturen“). Während Roger Sabin einen Keynote-Vortrag halten wird, sind weitere Vortragende u.a. Christian A. Bachmann, Sebastian Bartosch, Astrid Böger,  Wolfgang Hallet, Christina Meyer, Johannes C.P. Schmid, Monika Schmitz-Emans, Jeff Thoss und Andreas Veits. Das genaue Programm wird bald auf der Website veröffentlicht.

Veranstaltertext:

„Rahmen und Rahmungen bilden medienübergreifend basale Voraussetzungen der Bedeutungskonstitution. Der Comic beinhaltet diese jedoch nicht nur als implizite Wissensbestände oder metaphorisch als materielle Container – Rahmen bilden das Kernstück des Mediums. Als Abgrenzung des Einzelbildes machen Panelrahmen sequenzielles Erzählen überhaupt erst möglich. Das Comicpanel wird durch das Seitenlayout gerahmt, die Seite ihrerseits durch ihr Transfermedium. Innerhalb des Panels grenzen geometrische Konstellationen einzelne Areale ab und auch Zeichenstil und Bildperspektive rahmen das Gezeigte. Weiter rahmen Comic-Medien wie Zeitschrift, Zeitung, Heft oder Buch ihre Inhalte materiell, paratextuell, seriell sowie (typo-)graphisch. Diese miteinander verschränkten auch medialer Ebenen der wechselseitigen Rahmungen schaffen so eine dynamische Bedeutungskonstitution, die mit Wissensbeständen über Genre und Medium als Deutungsrahmen interagieren.

Der Workshop setzt sich zum Ziel, die verschiedenen Rahmungsfragen von Comic-Medien zu vernetzen und Expert*innen miteinander ins Gespräch zu bringen. Den inhaltlichen Rahmen bildet hierbei ein Fokus auf Zeitungscomics um 1900 sowie Comicbücher um 2000. Neben den speziellen medialen Voraussetzungen beider Medienrahmen sollen die kulturellen Besonderheiten beider Epochen als kontextuelle Rahmungen erörtert werden.“

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Humboldt-Kolleg Krakau: „Autobiografie in der Literatur und den Künsten“

Termin:
19.10.2017 - 22.07.2017


Das Humboldt-Kolleg fördert und unterstützt Wissenschaftskooperationen zwischen exzellenten deutschen und ausländischen Forscherinnen und Forschern. Für den Zeitraum nach der Sommerpause, von 19.-22. Oktober 2017, kann man sich schon einmal das Kolleg „Autobiografie in der Literatur und den Künsten“ vormerken, das im polnischen Krakau unter der Leitung von Jadwiga Kita-Huber und ComFor-Mitglied Kalina Kupczyńska (Mitherausgeberin von Comic in Polen – Polen im Comic) stattfinden wird. Nicht überraschend hat die Tagung auch einen erkennbaren Comic-Fokus und eine rege Beteiligung vieler ComFor-Mitglieder. Unter den Vorträgen zum Thema Autobiografie finden sich auch die folgenden Beiträge:

Oliver Ruf (Furtwangen):
Visual Storytelling und Digital Design: Autobiographie-Theorie und medienästhetische Praxis von Web-Comics

Marie Schröer (Potsdam):
Arty/fiziell authentisch? Autobiografische Performance im Comic

Nina Heindl (Köln):
„Jimmy Corrigan has my grandfather’s hair, Charlie Brown’s eyes and my self-doubt“. Autobiografische und autofiktionale Aspekte in Chris Wares Comics

Ole Frahm (Frankfurt/Main):
Parodien des Selbst. Zur Performativität in autobiographischen Comics seit 1972

Bernd Dolle-Weinkauff (Frankfurt a.M.):
Autofiktion als Geschichtsschreibung? Historisches und autobio-grafisches Erzählen im Comic

Kalina Kupczyńska (Łódź):
Literarische Autobiografie versus Comic-Autobiografie: Zur Poetik der Comic-Autobiografie

Veronique Sina (Bochum):
Constructing the Gendered Jewish Self – Geschlecht und Identität in den autobiografischen Comics von Aline Kominsky Crumb

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Vortrag FU Berlin: „Disability in Post-Soviet Russian Comics“

Termin:
10.07.2017 16–18 Uhr

Heute Abend wird Prof. José Alaniz (University of Washington, Seattle) einen Vortrag an der FU Berlin abhalten, welcher von dem PathoGraphics-Forschungsteam organisiert wurde:
„Elephants and DJs: Disability in Post-Soviet Russian Comics“

Nachdem wir bereits vergangenen Donnerstag einen Hinweis auf eine Veranstaltung veröffentlicht haben, die am gleichen Tag stattfand, eine kurze Bemerkung – und eine Bitte! Vielleicht ist es etwas unwahrscheinlich, dass eine/r unserer LeserInnen derart kurzfristig Zeit findet, um sich durch einen unserer Posts zu einer Veranstaltung am gleichen Tag einfinden zu können. Wir hoffen, dass die Veröffentlichung mindestens aus dokumentarischen Zwecken dennoch einen gewissen Sinn hat, um sich etwa über Suchfunktionen, Kalender oder die Rückschau nach Kategorien (linke Spalte) einen Überblick darüber zu verschaffen, wie lebendig und vielfältig die Comicforschung geworden ist. Nichtsdestotrotz würde die Redaktion natürlich liebend gerne sehr viel frühzeitiger auf derlei Veranstaltungen hinweisen, damit entsprechende Posts auch den Zweck erfüllen können, interessiertes Publikum tatsächlich dafür zu gewinnen. Dafür aber müssen wir – so trivial dies auch klingen mag – davon wissen! Wenn Sie also einen comicforschungsrelevanten Vortrag halten oder von einem solchen erfahren haben, so möchten wir noch einmal herzlich dazu aufrufen, nicht nur über soziale Netzwerke dafür zu werben, sondern auch eine kurze, formlose Mail an Redaktion@comicforschung.de zu senden. Bitte keine falsche Scheu und Bescheidenheit, jeder Hinweis ist willkommen! Dies macht nicht unsere Recherche über entsprechende Mailinglisten, Verteiler und Gruppen ersetzbar, erleichtert aber einfach enorm die Arbeit und macht unsere Hinweise schneller und sinnvoller. Daher: vielen Dank im Voraus für jede Benachrichtigung!

Veranstaltertext:
„With Russian readers’ increasing acceptance of comics – for decades derogated as a “foreign” and half-literate medium – the amount of graphic narrative work by marginalized groups has grown as well, in particular since Putin’s 2012 return to the presidency. The accessibility (especially for the young), visceral impact and easy dissemination of comics (especially through the internet) has made them an attractive vehicle for voices and imagery otherwise occluded in contemporary life. This talk discusses comics by or about the disabled – themselves a population too long ignored by mainstream Russia. How do young artists like Tayana Faskhutdinova, Lyonya Rodin, Roman Sokolov and Ner-Tamin (Yulia Nikitina) represent the disabled body as site of contention and human dignity? How do their visions coincide with and complicate the rhetoric of disability rights movements in Russia? How do the visual-verbal strategies of comic art communicate the experiences of lives too often lived in the shadows? Finally, how does the 2017 publication of and national press devoted to Vladimir Rudak and Lena Uzhinova’s graphic novel I Am an Elephant signal a new phase in disability representation in Russia?“

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Vortrag Frankfurt M.: „Comic und Museum“

Wir hatten bereits am 22. Juni in Zusammenhang mit der Mathieu-Ausstellung im Museum für Angewandte Kunst (Frankfurt/M.) kurz darauf hingewiesen: Wer heute Abend in Rhein-Main unterwegs ist und noch nach einem Abendprogramm sucht, hat Gelegenheit auf einen spannenden Vortrag, zu dem wir nun auch einige genauere Infos nachreichen können. Neben dem Verleger, Publizist und Dozent Christian A. Bachmann wird auch Alexandra Hentschel, ComFor-Redaktionsmitglied und Leiterin des ersten deutschen Comicmuseums, zum Thema  „Comic und Museum“ sprechen.

Veranstaltertext:
„Ob als Schauplatz bei Tim und Struppi oder in Comic-Ausstellungen wie Kartografie der Träume: Comic und Museum eint eine lange Geschichte. Der Verleger und Literaturwissenschaftler Dr. Christian A. Bachmann und Dr. Alexandra Hentschel, Leiterin des ersten deutschen Comicmuseums, beleuchten diese besondere Beziehung.“

Eintritt 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro

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Vortrag „Disability in Post-Soviet Russian Comics“ in Berlin

Termin:
10.07.2017

Am Montag, den 10. Juli 2017 lädt die Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien der Freien Universität Berlin zu einem Vortrag  von José Alaniz (University of Washington, Seattle). Der Vortrag „Elephants and DJs: Disability in Post-Soviet Russian Comics“ ist eine Veranstaltung im Rahmen des interdisziplinären Forschungsprojekts „PathoGraphics“. Im Oktober 2017 veranstaltet die Forscher_innengruppe außerdem eine Konferenz zum Thema „Stories of Illness / Disability in Literature and Comics“.

Kurzbeschreibung:

„With Russian readers‘ increasing acceptance of comics – for decades derogated as a „foreign“ and half-literate medium – the amount of graphic narrative work by marginalized groups has grown as well, in particular since Putin’s 2012 return to the presidency. The accessibility (especially for the young), visceral impact and easy dissemination of comics (especially through the internet) has made them an attractive vehicle for voices and imagery otherwise occluded in contemporary life. This talk discusses comics by or about the disabled – themselves a population too long ignored by mainstream Russia. How do young artists like Tayana Faskhutdinova, Lyonya Rodin, Roman Sokolov and Ner-Tamin (Yulia Nikitina) represent the disabled body as site of contention and human dignity? How do their visions coincide with and complicate the rhetoric of disability rights movements in Russia? How do the visual-verbal strategies of comic art communicate the experiences of lives too often lived in the shadows? Finally, how does the 2017 publication of and national press devoted to Vladimir Rudak and Lena Uzhinova’s graphic novel „I Am an Elephant“ signal a new phase in disability representation in Russia?“

Comics auf der GfM-Jahrestagung 2017 in Erlangen

Termin:
04.10.2017 - 07.10.2017

Im Oktober findet in Erlangen die Jahrestagung 2017 der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) – unter dem Motto „Zugänge“ – statt. Dank der GfM-eigenen AG Comicforschung, der diverse ComFor-Mitglieder angehören, weißt das Programm auch dieses Jahr wieder einige Programmpunkte mit Comic-Bezug auf.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

15:00 – 16:30 Uhr: Panel der AG Comicforschung „Zu- und Übergänge des Comics“ (Organisation/Moderation: Véronique Sina)

„Die mehrfache Adressierung, alternative Situierung und multimodale Zugänglichkeit des Comics hat sich immer wieder für die besondere Behandlung von Transversalität angeboten: Kulturelle, sprachliche und mediale Grenzen werden dann einerseits ebenso deutlich inszeniert wie andererseits kompensierend vermittelt. Das verzerrte Bild einer fremden Kultur wird zum Beispiel im Cartoon in seiner ganzen Verfremdung und vor dem Horizont seiner Subjektivität ausgestellt; zugleich aber wird etwa zur fremden Schriftsprache in einer Sprechblase durch die beigegebene Bildsequenz ein alternativer Zugang geboten.

Dazu tragen die mehrfachen Publika des Comics bei, der populär orientiert aber in Selbst- und Fremdzuschreibungen kulturell marginal verfährt und schon deshalb stets mit mehreren divergierenden Rezeptionen rechnet. Nicht weniger hat die transmediale Übersetzung aus traditionellen und in weitere moderne Formen an Übergängen und Vermittlungsleistungen Anteil; ebenso die transmediale Verknüpfung des Comics mit seiner regen Begleitkommunikation in Fankreisen, zumal in digitalen Archiven und Foren.“

  • Maxim Nopper (Freiburg) – „Persepolis – Eine Geschichte von Übergängen: Transversalität und Liminalität“
  • Stephan Packard (Freiburg) – „‚Das Panel war nicht für mich bestimmt.‘ Mehrfachadressierungen im populären Comic“
  • Peter Vignold (Bochum) – „Aufbruch ins Silver Age – Das Marvel Cinematic Universe als Zugang zum Wandel in der Produktionspraxis zeitgenössischer Comicfilme“

Donnerstag, 5. Oktober 2017

9:00 – 11:00 Uhr: Vortrag von Andreas Veits (Hamburg), „Zur Repräsentation von Subjektivität im Comic: Konventionen, Innovationen, Irritationen“ in Stephan Packards Panel „Inter/Subjektive Zugänge. Über mediale Strategien der Vermittlung von Subjektivität“

14:30 – 16:00 Uhr: Vortrag von Miriam Piegsa (Passau), „Selbstbilder nach MAUS: Comics kultursemiotisch betrachtet“

16:30 – 18:30 Uhr: Workshop der AG Comicforschung und AG Animation „Interdisziplinäre Zugänge der Animations- und Comicforschung“ (Organisation/Teilnehmer_innen: Lukas Wilde, Oliver Moisich, Jörn Ahrens, Véronique Sina, Franziska Bork Petersen, Anja Ellenberger, Daniele Martella)

„Animation und Comic verbindet eine langjährige sowie anhaltende Beziehung der wechselseitigen Adaption und Inspiration. So sind beide Medien nicht nur durch ihre historische Korrelation miteinander verbunden. Auch ihre Materialität, Ästhetik sowie Medialität lassen zahlreiche Parallelen und Schnittstellen erkennen. Doch wie gehen Animations- und Comicforscher_innen aus unterschiedlichen Disziplinen mit ihren jeweiligen Untersuchungsgegenständen um? Welche analytischen Zugänge stehen ihnen zur Verfügung und wie lassen sich die Medien Comic und Animation mit ihnen betrachten?

Der gemeinsam von der AG Animation und AG Comicforschung ausgerichtete Workshop möchte diesen Fragen nachgehen und damit die interdisziplinäre Vernetzung und Kooperation beider Forschungsfelder ausbauen und festigen. Im Rahmen von sechs kurzen Impulsvorträgen sollen verschiedene analytische Zugänge zu Animation und Comics aus primär nicht-medienwissenschaftlichen Disziplinen vorgestellt und gemeinsam mit dem Plenum anhand von konkreten Beispielen diskutiert werden. Im Zentrum des Workshops steht damit sowohl der gemeinsame, interdisziplinäre Austausch als auch die zentrale Frage, welchen Erkenntnisgewinn der Rückgriff auf benachbarte Ansätze der Kunstgeschichte, der Tanz- und Musikwissenschaft, der Digital Humanities, der Gewaltforschung oder der Disability Studies ermöglicht und wie sich diese analytischen Zugänge in traditionelle Paradigmen medienwissenschaftlicher Forschung integrieren bzw. mit ihnen kombinieren lassen.“

Freitag, 6. Oktober 2017
9:00 – 11:00 Uhr: Treffen der AG-Comicforschung

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Zum vollständigen Programm

Vortrag „Zur Bedeutung des Traums im Comic“ in Frankfurt

Im Rahmen der Ausstellung „Kartografie der Träume – Die Kunst des Marc-Antoine Mathieu“ wird Andreas Platthaus (Leitender Redakteur für Literatur und Literarisches Leben, Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) am heutigen Abend in Frankfurt einen Vortrag „Zur Bedeutung des Traums im Comic“ halten. Am Samstag findet außerdem noch ein Familien-Workshop unter dem Motto „Begehbare Comics“ statt und in den folgenden Wochen noch zwei weitere Vorträge (siehe unten). Die Publikation zur Ausstellung ist im Christian A. Bachmann Verlag erhältlich.

Veranstaltertext:

Der Bereich des Traumes steht auch im Comic für Projektionen von Ängsten, Wünschen und Visionen. Wie kein Zweiter entwirft der französische Comic-Schöpfer Marc-Antoine Mathieu (alp-)traumartige Welten, in denen er Realität und Fiktion, Träumen und Wachen kunstvoll ineinander verschachtelt.

Der Journalist Andreas Platthaus spürt der Motivgeschichte und den Darstellungsformen des Traumes im Comic nach. Dabei stellt er zahlreiche Beispiele vor, vom US-Comic-Pionier Winsor McKay (1871-1934) und seinem stilprägenden „Little Nemo in Slumberland“ bis zu den jüngsten Werken Marc-Antoine Mathieus.“

Weitere Vorträge:

6. Juli 2017: Christian A. Bachmann, „Comic und Museum“

20. Juli 2017: Rolf Lohse, „Wirbel – Endlosschleifen – Verschiebungen“

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Vortrag im Museum Starnberg: „Kaleidoskopischer Seelenspiegel“

Termin:
29.06.2017 19 Uhr

Dietrich Grünewald, ehemaliger Vorsitzender der ComFor, wird am 29. Juni 2017 im Museum Starnberger See einen Bildervortrag zum Thema der komischen Figur in der Bildergeschichte halten: „Kaleidoskopischer Seelenspiegel: Hanswurst, Kasper, Donald Duck & Co, Ein Reigen komischer Figuren“

Besucheranmeldungen und weitere Informationen bitte ausschließlich über das Museum:
www.museum-starnberger-see.de
Eintritt 10€, ermäßigt 8 €

Zum Hintergrund des Vortrags erläutert Dietrich Grünewald:
„1737 sucht die Prinzipalin Friederike Caroline Neuber gemeinsam mit dem Leipziger Gelehrten Johann Christoph Gottsched den Hanswurst von der Bühne zu verbannen. Es ist ihnen nicht wirklich gelungen – in Rollenvariationen wie Harlekin, Clown oder Kasper in der Zirkusarena, auf der Theater- und Puppenbühne, vielgestaltet im gezeichneten Bildwitz und der Bildgeschichte hat sich die lustige, die komische Figur bis heute behauptet. Lessing, Gottscheds Kontrahent in Sachen Komödie, hat sich für den Hanswurst ausgesprochen und während Theodor Adorno gegen Micky Maus als herausragende Exponentin der Kulturindustrie wettert und gar ein apokalyptisches Potential ausmacht, lobt Walter Benjamin ihre progressiven Kräfte und spricht ihr eine Art heilsamer Ventilfunktion zu. Joachim Ringelnatz lobt den Humor als den „Knopf, der verhindert, dass einem der Kragen platzt“ – und genau diese Funktion hat die komische Figur, der Hanswurst, der Kasper, die Riege der komischen Comicfiguren, immer wieder übernommen. Mal derb und laut kritisch-satirisch, mal leiser und schmunzelnd, mal inhaltlich bedeutsam, mal schlicht unterhaltend witzig, mal lacht das Publikum mit der Figur, mal über sie. Ihre Komik zeigt sich schon im Erscheinungsbild, das übertreibend von der Norm abweicht, in der komisch wirkenden Pose, der Sprache, im Tun. Erwachsene bringt sie zum Lachen wie Kinder; und in der Rolle des komischen Kindes kann sie als weiser Narr oder freche Göre agieren, uns im Lachen aus dem belasteten Alltag helfen zum Luftholen, neue Kraft geben oder uns zum kritischen Nachdenken anstiften. Einzeln tritt sie auf oder als komisch kontrastives Paar, im Comic zeigt sie sich in unzähligen Masken, auch in witziger Tiergestalt, die nichts vom kritisch-verweisenden Potential der alten Fabel verloren hat. In einem bunten Reigen vielfältiger Beispiele, historischer wie aktueller Art, soll in diesem Vortrag der komischen Figur und ihrem Wirkungspotential unterhaltsam nachgespürt werden.“

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Panel der AG Comicforschung auf der NECS-Tagung in Paris

Termin:
28.06.2017 - 01.07.2017

Unter dem Titel „Cartoon Bodies and Graphic Sensuality“ wird die AG Comicforschung am Samstag, den 1. Juli 2017 ein englischsprachiges Panel auf der Jahrestagung des European Network for Cinema and Media Studies (NECS) veranstalten. Das allgemeine Thema der internationalen Konferenz in diesem Jahr lautet „Sensibility and the Senses. Media, Bodies, Practices“ Das Panel ist nicht nur mit AG-Mitgliedern, sondern gleichzeitig auch ausschließlich mit ComFor-Mitgliedern besetzt; moderiert wird es von Erwin Feyersinger (Tübingen).

Panel-Beschreibung (gekürzt):

„This panel combines four approaches to re-examine this idiosyncratic graphic sensuality: Ranging from the ambiguously emancipatory and racist traditions of physiognomically deformed bodies in the early 20th century, through their redrawing in the genre-defining art of underground comix and the political implications of their mutual naturalization and denaturalization in mainstream comics, to the yet innovative re-distribution of depicted and elicited agency in digital comics, these contributions are posed to focus the discussion of this aesthetic ambivalence and promise through four concrete analyses.“

Panel-Vorträge:

  • Lukas R.A. Wilde (Tübingen), „Interfacing (Digital) Comics: The Distribution and Negotiation of Agency and Control“
  • Markus Engelns (Duisburg-Essen), „Seeing Fragmented Bodies – Towards an Inherent Political Quality of Comic Books“
  • Stephan Packard (Freiburg/Köln), „‚Striking Our Time in Its Face‘: The Implausibly Denied Aggression of Caricature in Cartoons Focused Through Karl Kraus’ Battles with the Genre“
  • Véronique Sina (Tübingen), „‚If only I’d had a nose job‘ – Representations of the Gendered Jewish Body in the Works of Aline Kominsky Crumb“

Zur AG-Website mit ausführlichen Abstracts

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