Vorträge & Tagungen

Vortrag „Zur Bedeutung des Traums im Comic“ in Frankfurt

Im Rahmen der Ausstellung „Kartografie der Träume – Die Kunst des Marc-Antoine Mathieu“ wird Andreas Platthaus (Leitender Redakteur für Literatur und Literarisches Leben, Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) am heutigen Abend in Frankfurt einen Vortrag „Zur Bedeutung des Traums im Comic“ halten. Am Samstag findet außerdem noch ein Familien-Workshop unter dem Motto „Begehbare Comics“ statt und in den folgenden Wochen noch zwei weitere Vorträge (siehe unten). Die Publikation zur Ausstellung ist im Christian A. Bachmann Verlag erhältlich.

Veranstaltertext:

Der Bereich des Traumes steht auch im Comic für Projektionen von Ängsten, Wünschen und Visionen. Wie kein Zweiter entwirft der französische Comic-Schöpfer Marc-Antoine Mathieu (alp-)traumartige Welten, in denen er Realität und Fiktion, Träumen und Wachen kunstvoll ineinander verschachtelt.

Der Journalist Andreas Platthaus spürt der Motivgeschichte und den Darstellungsformen des Traumes im Comic nach. Dabei stellt er zahlreiche Beispiele vor, vom US-Comic-Pionier Winsor McKay (1871-1934) und seinem stilprägenden „Little Nemo in Slumberland“ bis zu den jüngsten Werken Marc-Antoine Mathieus.“

Weitere Vorträge:

6. Juli 2017: Christian A. Bachmann, „Comic und Museum“

20. Juli 2017: Rolf Lohse, „Wirbel – Endlosschleifen – Verschiebungen“

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Vortrag im Museum Starnberg: „Kaleidoskopischer Seelenspiegel“

Termin:
29.06.2017 19 Uhr

Dietrich Grünewald, ehemaliger Vorsitzender der ComFor, wird am 29. Juni 2017 im Museum Starnberger See einen Bildervortrag zum Thema der komischen Figur in der Bildergeschichte halten: „Kaleidoskopischer Seelenspiegel: Hanswurst, Kasper, Donald Duck & Co, Ein Reigen komischer Figuren“

Besucheranmeldungen und weitere Informationen bitte ausschließlich über das Museum:
www.museum-starnberger-see.de
Eintritt 10€, ermäßigt 8 €

Zum Hintergrund des Vortrags erläutert Dietrich Grünewald:
„1737 sucht die Prinzipalin Friederike Caroline Neuber gemeinsam mit dem Leipziger Gelehrten Johann Christoph Gottsched den Hanswurst von der Bühne zu verbannen. Es ist ihnen nicht wirklich gelungen – in Rollenvariationen wie Harlekin, Clown oder Kasper in der Zirkusarena, auf der Theater- und Puppenbühne, vielgestaltet im gezeichneten Bildwitz und der Bildgeschichte hat sich die lustige, die komische Figur bis heute behauptet. Lessing, Gottscheds Kontrahent in Sachen Komödie, hat sich für den Hanswurst ausgesprochen und während Theodor Adorno gegen Micky Maus als herausragende Exponentin der Kulturindustrie wettert und gar ein apokalyptisches Potential ausmacht, lobt Walter Benjamin ihre progressiven Kräfte und spricht ihr eine Art heilsamer Ventilfunktion zu. Joachim Ringelnatz lobt den Humor als den „Knopf, der verhindert, dass einem der Kragen platzt“ – und genau diese Funktion hat die komische Figur, der Hanswurst, der Kasper, die Riege der komischen Comicfiguren, immer wieder übernommen. Mal derb und laut kritisch-satirisch, mal leiser und schmunzelnd, mal inhaltlich bedeutsam, mal schlicht unterhaltend witzig, mal lacht das Publikum mit der Figur, mal über sie. Ihre Komik zeigt sich schon im Erscheinungsbild, das übertreibend von der Norm abweicht, in der komisch wirkenden Pose, der Sprache, im Tun. Erwachsene bringt sie zum Lachen wie Kinder; und in der Rolle des komischen Kindes kann sie als weiser Narr oder freche Göre agieren, uns im Lachen aus dem belasteten Alltag helfen zum Luftholen, neue Kraft geben oder uns zum kritischen Nachdenken anstiften. Einzeln tritt sie auf oder als komisch kontrastives Paar, im Comic zeigt sie sich in unzähligen Masken, auch in witziger Tiergestalt, die nichts vom kritisch-verweisenden Potential der alten Fabel verloren hat. In einem bunten Reigen vielfältiger Beispiele, historischer wie aktueller Art, soll in diesem Vortrag der komischen Figur und ihrem Wirkungspotential unterhaltsam nachgespürt werden.“

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Panel der AG Comicforschung auf der NECS-Tagung in Paris

Termin:
28.06.2017 - 01.07.2017

Unter dem Titel „Cartoon Bodies and Graphic Sensuality“ wird die AG Comicforschung am Samstag, den 1. Juli 2017 ein englischsprachiges Panel auf der Jahrestagung des European Network for Cinema and Media Studies (NECS) veranstalten. Das allgemeine Thema der internationalen Konferenz in diesem Jahr lautet „Sensibility and the Senses. Media, Bodies, Practices“ Das Panel ist nicht nur mit AG-Mitgliedern, sondern gleichzeitig auch ausschließlich mit ComFor-Mitgliedern besetzt; moderiert wird es von Erwin Feyersinger (Tübingen).

Panel-Beschreibung (gekürzt):

„This panel combines four approaches to re-examine this idiosyncratic graphic sensuality: Ranging from the ambiguously emancipatory and racist traditions of physiognomically deformed bodies in the early 20th century, through their redrawing in the genre-defining art of underground comix and the political implications of their mutual naturalization and denaturalization in mainstream comics, to the yet innovative re-distribution of depicted and elicited agency in digital comics, these contributions are posed to focus the discussion of this aesthetic ambivalence and promise through four concrete analyses.“

Panel-Vorträge:

  • Lukas R.A. Wilde (Tübingen), „Interfacing (Digital) Comics: The Distribution and Negotiation of Agency and Control“
  • Markus Engelns (Duisburg-Essen), „Seeing Fragmented Bodies – Towards an Inherent Political Quality of Comic Books“
  • Stephan Packard (Freiburg/Köln), „‚Striking Our Time in Its Face‘: The Implausibly Denied Aggression of Caricature in Cartoons Focused Through Karl Kraus’ Battles with the Genre“
  • Véronique Sina (Tübingen), „‚If only I’d had a nose job‘ – Representations of the Gendered Jewish Body in the Works of Aline Kominsky Crumb“

Zur AG-Website mit ausführlichen Abstracts

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Comic-Panel auf der DGAVL-Jahrestagung „Schrift und Graphisches im Vergleich“

Termin:
06.06.2017 - 09.04.2017

Vom 06. bis 09. Juni 2017 findet an der Ruhr-Uni in Bochum die XVII. Tagung der DGAVL (Deutsche Gesellschaft für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft) statt. Ausgerichtet von Monika Schmitz-Emans und Linda Simonis fragt die Tagung unter dem Titel „Schrift und Graphisches im Vergleich“ nach den theoretischen Potentialen des Konzepts von „Graphismus“:

„Das Thema der Schrift und Schriftlichkeit hat im Fahrwasser der Arbeiten Jacques Derridas, Jack Goodys, Walter Ongs und Roland Barthes’ verstärkte Aufmerksamkeit erfahren und ist inzwischen zu einem nunmehr klassischen Gegenstand philologischer und kulturwissenschaftlicher Forschung geworden. Nachdem diese Thematik in ihren unterschiedlichen Erscheinungsformen und Facetten mithin schon seit geraumer Zeit in unterschiedlichen disziplinären Kontexten diskutiert werden, verzeichnet sie in jüngster Zeit – nicht zuletzt vor der Folie medienanalytischer und wissenstheoretischer Forschungen (Bruno Latour, Gaston Bachelard, Hans-Jörg Rheinberger, Sibylle Krämer) – eine erneute Konjunktur. Das besondere, bis heute anhaltende Interesse dieser Problematik hat vor allem damit zu tun, dass sich mit ihrer Erforschung eine Reihe von systematischen Gesichtspunkten und Fragestellungen verbinden, die für unser Verständnis von Sprache und Literatur, ja von Kultur überhaupt grundlegend sind.“

Unter den zahlreichen Sektionen ist auch ein Comic-Panel vertreten (8. Juni, 11.30–13.00), das von Christian A. Bachmann unter dem Titel „Graphie im Comic“  moderiert wird.

Lukas R.A. Wilde (Tübingen):
„Graphische Intermedi(alität)en: Zum ‚Basismedium‘ der gezogenen Linie in Comic, Manga und Graphic Novel“

Maria Weilandt (Potsdam):
„‚… filling the emptiness … with writing‘: Unterschiedliche Ebenen von Schreiben und Schrift(lichkeit) in Craig Thompsons Habibi

Mara Stuhlfauth-Trabert (Düsseldorf):
„Das Reich der Schriftlichkeit – Überlegungen zu Shaun Tans The Arrival und Craig Thompsons Habibi

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Tagung „Comic/verfilmung und Religion“ in Graz

Termin:
24.05.2017 - 27.05.2017

Ende Mai findet an der Universität Graz die Tagung „Comic/verfilmung und Religion“ statt. Veranstaltet wird die Konferenz im Rahmen der internationalen Forschungsgruppe „Film und Theologie“. Am Freitag, den 26. Mai 2017, werden u.a. auch die ComFor-Mitglieder Barbara Eder und Martin Frenzel Vorträge halten.

Programm:

Donnerstag, 25. Mai 2017

  • 9:30 Uhr – Christian Wessely (Graz), „Geschichte und hermeneutische Spezifika der Comicverfilmung“
  • 11:00 Uhr – Gerwin van der Pol (Amsterdam): „Cultural and socio-psychological aspects of comic movie adaptations“
  • 13:30 Uhr – Freek Bakker (Utrecht), „Hanuman. Veränderungen im Hinduismus im Spiegel der Comicverfilmung“
  • 15:00 Uhr – Kathrin Trattner (Graz), „‚Für die sind wir fanatische Spinner‘. Bilder des Islam und Dekonstruktion von Orientalismen in Persepolis
  • 16:00 Uhr – Frank Stern (Wien), „Visualisierungen des Jüdischen im Comic“
  • 17:00 Uhr – Lisa Kienzl (Graz), „Antagonisten, Antihelden und die Suche nach Gott. Inszenierte Ambivalenz in Preacher

Freitag, 26. Mai 2017

  • 9:00 Uhr – Franz Winter (Graz), „Godzilla ist immer: Apokalypsen in der japanischen Manga- und Anime-Tradition“
  • 10:00 Uhr – Martin Frenzel (Darmstadt), „Die Shoah im Comic. Von Calvos „Die Bestie ist tot“ und Harvey Kurtzmans „Master Race“ bis Art Spiegelmans „Maus“. Über Erinnerungskultur durch grafisches Erzählen“
  • 11:15 Uhr – Barbara Eder (Wien), „Weltverlorenheit – Metaphysische (Re-)Volte und gnostisches Exil in Graphic Novels“
  • 16:00 Uhr – Panels
    • Gerold Wallner (Wien), „Die Religion der gallischen Kelten und ihre Darstellung durch René Goscinny“
    • Peter Häcker (Bielefeld), „Religiöse Bilder in Batman vs. Superman
    • Christian Romanek (Wien), „Comics und religiöse Bildungsarbeit“
    • Rainer Gottschalg (Salzburg), „Digitalisierung und „Post-Schöpfung“ in Ghost in the Shell (1995). Der japanische Animationsfilm: ein (theologisch-)anthropologischer Diskursort“
  • 17:00 Uhr – Präsentationen: Arbeitsprojekte an den Projektstandorten

Samstag, 27. Mai 2017

  • 9:00 Uhr – Theresia Heimerl (Graz), „Superheldinnen, weibliche Schurken und andere Frauen. Weibliche Geschlechter-stereotype und ihr subversives Potential in Comic-Verfilmungen“
  • 10:30 Uhr – Fabian Löckener (Münster), „Männliche (Super-)Heldenfiguren“
  • 11:30 Uhr – Patrick Bahners (München), „Das Paradigma des Antihelden“
  • 12:30 Uhr – Zusammenschau und Ende der Tagung

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Comic-Beiträge bei „Holocaust“-Vortragsreihe in Bochum

Termin:
09.05.2017 - 12.09.2017

Die ComFor-Mitglieder Dr. Véronique Sina (Medienwissenschaft) und Nina Heindl (Kunstgeschiche) organisieren in Bochum zwischen dem 9. Mai und dem 12. September eine Vortragsreihe zu den Darstellungsmöglichkeiten und Grenzen des „Holocaust in Kunst, Kultur und Medien“. Zwei der geplanten Vorträge haben einen expliziten Comic-Bezug:

  • Dr. Jörn Wendland, „Comics im KZ? Narrative Bildserien von Häftlingen und Überlebenden der NS-Zwangslager“ am Dienstag, den 13. Juni 2017
  • Dr. Véronique Sina, „Dokumente des Unvorstellbaren. Fotografien des Sonderkommandos und ihre Reproduktion in Comic, Film und Fernsehen“ am Dienstag, den 8. August 2017

Veranstaltertext:

„Die Verfolgung und systematische Ermordung von Millionen Menschen in der Zeit des Nationasozialismus ist nur schwer in Worte und Bilder zu fassen. Bis heute gibt es in den Medien und Künsten sehr unterschiedliche Formen, wie der Holocaust thematisiert wird.  Alle wollen die Menschen dazu anregen, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und sie aufzuarbeiten.

Aus unterschiedlichen fachlichen Blickwinkeln nehmen die Referenten bei dieser Vortragsreihe sowohl historische als auch zeitgenössische Repräsentationen und Berichte des Holocaust in den Blick. Unter anderem stellen sie dar, unter welchen spezifischen Bedingungen sie jeweils entstanden und rezipiert wurden. Die Besucherinnen und Besucher der Vortragsreihe sollen so angeregt werden, sich selbst eine Meinung über die Darstellungsmöglichkeiten und Grenzen des Holocaust in Kunst, Kultur und Medien zu bilden.“

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ITFS-Symposium: „Sound in animation, comics and illustration“

Termin:
03.05.2017 10h-16.15h - 03.05.2017

Wie bereits in den Vorjahren wird im Rahmen des diesjährigen 24. Internationalen Trickfilmfestivals Stuttgart (ITFS) erneut ein eintägiges Symposium stattfinden, für das internationale Experten aus Praxis, Lehre und Forschung ins Literaturhaus Stuttgart eingeladen wurden. Die Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Society of Animation Studies (SAS), der School of Art, Design and Media an der Nanyang Technological University Singapore, dem Institut für Medienwissenschaft an der Eberhard Karls Universität Tübingen, der AG Animation und dem Literaturhaus Stuttgart und wird moderiert von Prof. Hannes Rall (Singapre) und Prof. Dr. Susanne Marschall (Tübingen). Mit den Beiträgen von Uwe Zimmermann, dem ComFor-Mitglied Thomas Raich sowie Raphael Zähringer sind Comics diesmal sogar in der überwiegenden Zahl der Vorträge das Thema.

Veranstaltertext:

„Das Tagessymposium ‚Sound in animation, comics and illustration‘ lädt im Rahmen des diesjährigen Internationalen Trickfilmfestivals (ITFS) interdisziplinäre internationale Experten aus Praxis, Lehre und Forschung nach Stuttgart ins Literaturhaus ein. Behandelt werden Themen wie ‚Filmmusik für Animation‘, ‚transkulturelle Zusammenarbeit für Animations-Soundtracks‘, ‚Soundwords in Comics‘ und ‚Sounddesign-Anwendungen in interaktiven Comics‘.
Eintritt: 15,- Euro (Tageskasse / frei mit Akkreditierung oder Festivalpass ITFS)“

Programm:

10.00-11.00: KEYNOTE Daniel Kothenschulte:
Filmmusic for Animation

11.30-12.30 Prof. Florian Käppler:
East meets West-A Transcultural Soundtrack Collaboration

14.30-15.00 Uwe Zimmermann:
Responsive Comic

15.15-15.45 Thomas Raich:
Sound expanding in space. Soundword-experiments in Frank Miller’s The Dark Knight Returns (1986)

15.45-16.15 Raphael Zähringer:
Beyond Onomatopoeia: Sounds, Words, and Metafiction in Hunt Emerson’s The Rime of the Ancient Mariner

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Vortrag „Zur Materialität von Comics“ in Berlin

Im Rahmen der Berliner Wissenswerkstatt „Die Materialität von Schriftlichkeit“ wird Christian A. Bachmann (Bochum) am 13. Juni 2017 einen Vortrag zum Thema „Jenseits der Schriftlichkeit: Zur Materialität von Comics“ halten. Die von der Staatsbibliothek zu Berlin und dem Arbeitskreis Materialität der Literatur organisierte Vortragsreihe findet seit 2014 statt und setzt auf den Dialog zwischen Bibliothek und Forschung.

Abstract:

„Mit Comics verbindet mancher noch heute Heftchenliteratur für Kinder, bebilderte Wegwerfprodukte mit Sprechblasen, deren Wert nicht über das „bloß“ Unterhaltsame hinausgeht. Längst hat sich jedoch die Erkenntnis durchgesetzt, dass Comics und „Graphic Novels“ nicht nur Spiegel ihrer Zeit sind, sondern auch einen wichtigen Beitrag zu zentralen Diskursen leisten. Entstanden im ausgehenden 19. Jahrhundert entwickeln sich die Comics erst in den 1980er Jahren zu einer „Kunstform“, die diesen Anspruch auch selbst erhebt. In Abgrenzung zu Produktionen für ein Massenpublikum treten Künstlerinnen und Künstler hervor, die auch gegenüber ihren materiellen Trägermedien nicht gleichgültig sind, sondern sie in ihre gestalterische Arbeit einbeziehen, womit sie Comics schaffen, die man in der Nähe von Künstlerbüchern verortet hat. Der Vortrag stellt einige ihrer Werke vor, zeichnet ihre Metamedialität nach und beleuchtet, welche Rolle ihre Materialität dabei spielt.“

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Vortrag Bochum: „Die Sprache des Comics – Eine Einführung in die Welt der sequenziellen Kunst“

Termin:
03.04.2017 18:00

Veranstaltertext:
„Der Comic hatte es lange Zeit schwer: Kritiker und Kritikerinnen verurteilten ihn als Schundliteratur und unterstellten ihm, die Jugend zu gefährden. Erst in den 1960er- und 70er-Jahren stieg die Akzeptanz für die Bildergeschichten.

Einer, der den Weg des Comics im deutschsprachigen Raum ebnete, war der 1917 geborene Verleger Rolf Kauka. Er schuf unter anderem Fix und Foxi und wurde als deutscher Walt Disney bezeichnet.

Die Veranstaltung gibt einen Einblick in die Welt der sequenziellen Kunst und in ihre wissenschaftliche Betrachtung. In einer Mischung aus Vortrag und Workshop werden verschiedene Comicformen wie Manga, Bande Dessinée und Graphic Novel thematisiert und ihre formal-ästhetischen Merkmale exemplarisch analysiert.“

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Wissensforum „Drawing Illness. Graphic Memoir and the Art of Getting Better“

Termin:
20.04.2017

Am 20. April findet im Hamburger Comicladen Strips & Stories das englischsprachige Wissensforum „Drawing Illness. Graphic Memoir and the Art of Getting Better“ statt. Zwei Vorträge von Katie Green (Comic-Autorin) und Lukas Etter (Siegen) und eine anschließende Podiumsdiskussion befassen sich mit dem beliebten Genre des „Graphic Memoir“. Die Veranstaltung wird im Rahmen des Forschungsverbundes „Übersetzen und Rahmen. Praktiken medialer Transformationen“ der Universität Hamburg organisiert.

Veranstaltertext:

„In den letzten Jahrzehnten hat sich das Graphic Memoir als eins der erfolgreichsten Genres alternativer grafischer Literatur herausgebildet. Diese Werke stellen echte Erfahrung dar, die von Krieg und Verfolgung bis zu Flucht und Diskriminierung reichen. Im Graphic Illness Writing als weiterem wichtigen Subgenre berichten Autor*innen über ihre Erlebnisse mit physischen und psychischen Erkrankungen. Die Comicform erweist sich hierbei als besonders geeignet, um besonders emotionale Erfahrungen persönlicher Krisen und Traumata darzustellen. Die Abstraktion des Cartoon-Zeichenstils, sowie die von den Leser*innen zu füllenden Lücken zwischen den Panels erlauben es Autor*innen Erlebnisse dazustellen, die sich anderen Medien entziehen.

In ihrem aktuellen Graphic Memoir Lighter than my Shadow (2013) berichtet die britische Autorin Katie Green über Essstörungen und Missbrauch in ihrer Jugend. Diese „Reise in das schwarze Herz einer tabuisierten Krankheit“ ist aber auch eine Geschichte der Genesung, des Erwachsenwerdens und des Selbstausdrucks durch Kunst. Der Zeichenprozess selbst wird für die Autorin zum Weg, ihre Erfahrungen aufzuarbeiten und darstellbar zu machen. Schlussendlich ist das Zeichnen ihre Rettung. Dieser Workshop will untersuchen, wie gekritzelte Linien komplexe emotionale Vorgänge ausdrücken und Comicpanels dort Krankheitserlebnisse rahmen, einfassen und ausdrücken können, wo Worte versagen.“

Programm:

  • Katie Green, „Drawing Shadows“
  • Lukas Etter, „Lines, Curls, Scribbles: Individual Drawing and Individual Style“
  • Podiumsdiskussion mit Katie Green (Autorin von Lighter than my Shadow), Lukas Etter (Universität Siegen), Christina Maria Koch (Universität Marburg) und Johannes C. P. Schmid (Universität Hamburg); Moderation: Astrid Böger (Universität Hamburg, Arbeitsstelle für Graphische Literatur)

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