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Frohe Ostern!


… wünscht die ComFor-Webredaktion mit einem gezeichneten Gruß unseres Vorsitzenden Prof. Dietrich Grünewald.

Für tot erklärt zum 20. Geburtstag – Ein Nachruf zum "Lexikon der Comics"

Das „Lexikon der Comics“ war als umfangreiche Loseblattsammlung in der deutschsprachigen Comicforschung eine singuläre Einrichtung. Nach zwanzig Jahren ist das Lexikon im vergangenen Jahr eingestellt worden. René Mounajed hat lange Jahre am Lexikon mitgearbeitet und hat auf Einladung der Redaktion einen sehr persönlichen Nachruf verfasst.

Das „Lexikon der Comics,“ hrsg. von Marcus Czerwionka im Corian-Verlag, ist Geschichte: Nach der 76. Ergänzungslieferung erklärten sowohl der Herausgeber als auch der Verlagschef Heinrich Wimmer das „Aus“ eines Standardwerkes der Comic-Forschung in Deutschland.
Dabei war es genau das, was es immer sein wollte: Das Lexikon der Comics fungierte einerseits als Nachschlagewerk für Experten und Laien, andererseits aber sollte und wollte es weitergeschrieben werden, animierte durch seine bloße Existenz zur Weitergabe des eigenen, nicht selten gerade durch das Schreiben erst entwickelten Expertenwissens. Weiterlesen

Detournement oder unverschämte Reduktion? Ole Frahm über "Katz"

Die  französische Produktion Katz, die Art Spiegelmans MAUS antwortet, ist spätestens durch den gegenwärtigen Rechtsstreit mit Rechteinhabern, in dessen Zug der größte Teil der Auflage voraussichtlich vernichtet wird, Gegenstand öffentlicher Diskussion geworden. Ole Frahm (Genealogie des Holocaust. Art Spiegelmans MAUS – A Survivor’s Tale. München 2006) hat Katz auf Einladung der Redaktion aus seiner Sicht kommentiert:

Druckfassung (pdf)

Abb. 1. Masken bei Spiegelman

Abb. 1. Masken bei Spiegelman

Katz heißt ein französischer Comic, wie Katz’s Delicatessen im East Village New York. Doch in dem Comic geht es nicht um ein Pastrami Sandwich, sondern um die Aneignung des künstlerischen Werkes, nämlich MAUS – A Survivor’s Tale von Art Spiegelman. Katz ist mit MAUS nahezu identisch – nur die Köpfe der Figuren sind neu gezeichnet. Die Figuren in MAUS sind Chimären, menschliche Körper mit Tierköpfen. Mit diesen Figuren zeichnet Art Spiegelman die Geschichte, die ihm sein Vater Vladek vom Überleben in Auschwitz und Dachau erzählt. Die Juden tragen Maus-, die Deutschen Katzen-, die Polen Schweine- und die Amerikaner Hundeköpfe. Diese entpuppen sich als Masken. (Abb. 1) Vladek gibt sich während der deutschen Besatzung als Pole aus, was durch eine Schweinemaske dargestellt wird. Für den Leser ist das dünne Band der Maske sichtbar, für die polnischen Eltern, deren Kinder Vladek einen Juden gerufen haben, nicht. Ist das Mausgesicht Vladeks seine wahre Identität? MAUS macht darüber keine Aussagen. Es zeigt, wie die Konturen der Tiermasken zwischen Identifikation und Identifizierung entstehen, zwischen Selbstwahrnehmung und gesetzlichem Zwang. Weiterlesen

Tagung „Comic in Schule und Bildungsarbeit“ in Leipzig

Vom 17. Februar bis 13. Mai 2012 zeigt das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig die Ausstellung „Dig, Dag, Digedag. DDR-Comic ‚Mosaik‘“. Online können Fotos zur Ausstellung vom „Comicstammtisch Leipzig“ wie auch Informationen des Museums gefunden werden: „Die Ausstellung widmet sich der in der DDR legendär gewordenen Zeitschrift in all ihren Facetten. Die präsentierten Werke entfalten ihre Faszination vor einem breiten Hintergrund: So wird die Entstehungsgeschichte der Digedags ebenso beleuchtet wie ihr scheinbar plötzliches Ende. Die Besucher erfahren mehr über die politischen Rahmenbedingungen des Comics in der DDR und lernen die Arbeit der Grafiker, Zeichner und Texter um Johannes Hegenbarth kennen. Der Produktions- und Herstellungsprozess des ‚Mosaik‘ ist ebenso Thema wie der ‚Nachruhm‘ bei den Fans, der bis heute anhält. Audiovisuelle Medien laden zu vertiefender Information ein, interaktive Elemente bieten unterhaltsame Überraschungen.“ Das museumsmagazin Nr. 1/2012 der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland macht die Ausstellung in größerem Rahmen zum Titelthema und hält ebenfalls online Artikel und ein Interview mit Johannes Hegenbarth bereit.

Im Rahmen des Begleitprogramms findet vor Ort am 20. März 2012 die Tagung „Die Digedags, Asterix und Tim & Struppi erklären uns die Welt. Comic in Schule und Bildungsarbeit“ statt. Weiterlesen