Comic-Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2019

Mit diesem Post wünscht die ComFor-Onlineredaktion allen einen guten Start in ein spannendes Sommersemester! Wie im vergangenen Wintersemester sammeln und archivieren wir alle comicrelevanten Lehrveranstaltungen im deutschsprachigen Raum. Wir danken allen unseren Mitgliedern und Interessierten für Hinweise auf die folgenden Lehrveranstaltungen. Sie sind alphabetisch nach ihrem jeweiligen Ausrichtungsort angeordnet. Wir ergänzen sie laufend. Es lohnt sich also immer wieder vorbeizuschauen! Wenn Sie noch einen Kurshinweis ergänzt sehen möchten, schreiben Sie bitte eine E-Mail mit allen relevanten Daten an die Webredaktion: redaktion@comicgesellschaft.de.

 

Universität/Hochschule Universität Augsburg
Name der/des Dozierenden Anke Marie Bock
Titel der Lehrveranstaltung Notions of Evil in Comics and Graphic Novels
Art der Lehrveranstaltung Übung
Fachliche Anbindung New English Literatures and Cultural Studies
Kursbeschreibung Popular Culture deals in its own way with the depiction of bad or evil characters or deeds. Especially comics, mangas and graphic novels stand out since they consist of textual and visual (but not moving) parts of narration. This course will provide you with the necessary tools for analyzing the medium of sequential art as well as basic theories of concepts of evil personified by specific villains. The focus lies primarily on practical approaches and the analysis of certain characters in popular works including „The Walking Dead“, „The Fantastic Four“, „The Dark Knight Returns“ and „Deathnote“.

 

Universität/Hochschule Freie Universität Berlin
Name der/des Dozierenden Irmela Marei Krüger-Fürhoff, Ulrike Schneider
Titel der Lehrveranstaltung Überleben/Survivre. Traumareflexionen in aktueller Literatur und anderen Medien
Art der Lehrveranstaltung Hauptseminar
Fachliche Anbindung Germanistik, Angewandte Literaturwissenschaft/Gegenwartliteratur, Romanistik, Deutsch-Französische Literatur- und Kulturstudien
Kursbeschreibung Blickt man auf die Gegenwartsliteratur und -kunst, so fällt auf, dass zahlreiche literarische Texte, Filme und Comics insbesondere angesichts aktueller Attentate – wie 9/11 (New York 2001), Charlie Hebdo oder Bataclan (beide Paris 2015) – mit je medienspezifischen Mitteln nach Möglichkeiten der Darstellung und Reflexion von Traumata suchen. Im Seminar wollen wir Beispiele hierzu vor allem aus dem deutschen und französischen Sprachraum sowie theoretische Ansätze verschiedener Länder diskutieren. Psychologie und Psychoanalyse verstehen unter einem Trauma eine extreme Erfahrung psychischer, physischer oder sexueller Gewalt, die nicht angemessen verarbeitet werden kann und u.a. Erinnerungslücken, Flashbacks und körperliche Symptome auslöst. Spätestens seit den 1990er Jahren beschäftigt sich die kultur- und literaturwissenschaftliche Forschung intensiv mit diesem Phänomen, vor allem im Kontext der Shoah, wobei immer wieder darstellungstheoretische, ethische und erkenntnistheoretische Fragen der (Nicht ) Repräsentierbarkeit und (Un ) Vergleichbarkeit von Traumata diskutiert werden. Im Seminar wird ein deutlicher Schwerpunkt auf der Analyse unterschiedlicher, medial gebundener Darstellungsmodi und der Reflexion der grundsätzlichen Frage von Darstellbarkeit liegen. Die meisten Werke sind in Übersetzungen erhältlich; französische, deutsche und englische Lesefähigkeiten werden jedoch vorausgesetzt. U.a. werden gelesen: Anne Duden, „Übergang“ (1982); Ulrich Peltzer, „Bryant Park“ (2002); Luz: „Catharsis“ (2015) / „Katharsis“; Catherine Meurisse, „La légèrté“ (2016) / „Die Leichtigkeit“; Frederika Amalia Finkelstein, „Survivre“ (2017) / „Überleben“; weitere Texte werden zu Semesterbeginn festgelegt und teils auch in Auszügen behandelt.

 

Universität/Hochschule Universität Bonn
Name der/des Dozierenden Rolf Lohse
Titel der Lehrveranstaltung Imaginationsort Louvre
Art der Lehrveranstaltung Seminar
Fachliche Anbindung Romanistik, Vergleichende Literaturwissenachaften
Kursbeschreibung Seit 2005 publiziert der Louvre – ein Ort mit eigener Geschichte und Geschichten und mit einem unüberschaubaren Reichtum von Kunstschätzen – Comicbände namhafter Autoren und Zeichner. Es handelt sich nicht nur um eine Marketingmaßnahme, sondern auch um eine interessante Reflexion eines der ersten großen Kunstmuseen in der Kunst des Comics. Es sind bislang vierzehn sehr unterschiedliche Arbeiten von durchweg sehr hoher künstlerischer Qualität entstanden. Das Seminar vermittelt einen Einstieg in Analyse dieser Kunstform unter Berücksichtigung wichtiger comic-theoretischer Ansätze. Die Arbeit im Seminar zielt auf die Wahrnehmung der von bedeutenden Comic-Künstlern gestalteten Geschichten, die ebenso phantasiereich wie unterhaltsam mit dieser Institution verwoben sind.

 

Universität/Hochschule Universität Bremen
Name der/des Dozierenden Alexander Press
Titel der Lehrveranstaltung Gemeinsam einsam? Aktuelle Graphic Novels zum Topos Familie
Art der Lehrveranstaltung Seminar
Fachliche Anbindung Kunst- und Filmwissenschaften
Kursbeschreibung Zahlreiche Auto-/Biographien und Erzählungen die zum Themenkomplex der Familie arbeiten, lassen sich seit Beginn der Nobilitierung des Comics beobachten. Es finden sich Interviews mit den Eltern, Meditationen über Verstorbene, Rebellionen gegen überkommene Strukturen, Erprobungen neuer Konzepte, leidenschaftliche und leidvolle Versuche eigene Familien aufzubauen und/oder zusammenzuhalten.
Aufgrund der stetig wachsenden Anerkennung des Comics als (narrative) Kunstform, ist es notwendig, entsprechende wissenschaftliche Kompetenzen im Umgang mit diesem Medienhybrid und seinen Produktions- und Rezeptionskontexten zu erlernen. Zu Beginn des Seminars werden grundlegende Begriffe/Konzepte eingeführt und aktuelle Entwicklungen der Comicforschung vorgestellt. Mit jeweils individuellen Fragestellungen werden diese dann auf die im Seminar behandelten »Graphic Novels« angewandt.
Im Rahmen des Seminars besuchen wir eine Lesung der Künstlerin Barbara Yelin und haben einen Ortstermin mit Gregor Straube, der in seinem Projektraum 404 schwerpunktmäßig abstrakte Comics ausstellt. Weiterhin wollen wir die Motivationen nachvollziehen, warum Comickünstler_innen solche privaten und zugleich politischen Themen als Comicnarration aufbereiten. (Dieses Seminar begleitet thematisch das vom Institut veranstaltete 24. Internationale Bremer Symposium zum Film „Familienbilder – Lebensgemeinschaften und Kino“.)

 

Universität/Hochschule Goethe Universität Frankfurt
Name der/des Dozierenden Felix Giesa
Titel der Lehrveranstaltung Comics für Kinder
Art der Lehrveranstaltung Hauptseminar
Fachliche Anbindung Germanistik, Institut für Jugendbuchforschung
Kursbeschreibung Wurden Comics von der Literaturdidaktik bis in die 1970er Jahre hinein als „Schmutz und Schund“ abgetan, hat es heute gelegentlich den Anschein, als wären Comics, insbesondere unter der Bezeichnung ‚Graphic Novel‘ das Non plus ultra für junge Leserinnen und Leser.
In diesem Seminar sollen Sie die Geschichte und Entwicklung von Comics für junge Leserinnen und Leser erarbeiten und sich ein theoretisches Verständnis von Comics aneignen. Anhand einiger Lektüren von zeitgenössischen Comics sollen deren Funktionsweisen und Qualitäten insbesondere in Hinblick auf ihre Adressatengruppe analysiert und bewertet werden.

 

Universität/Hochschule Universität Koblenz-Landau
Name der/des Dozierenden Marie Schröer
Titel der Lehrveranstaltung Bande dessinée et autobiographie
Art der Lehrveranstaltung BA-Seminar
Fachliche Anbindung Französisch Literaturwissenschaft/ Literaturdidaktik
Kursbeschreibung L’hybridité de la bande dessinée reliant texte et image ainsi que plusieurs niveaux temporels et narratifs la prédestine à servir d’écran pour la quête identitaire d’autobiographes postmodernistes – narrateurs hybrides et polysémantiques. L’autoportrait dans le roman graphique de nos jours joue le jeu d’un Je instable qui se réinvente de case en case et de planche en planche et qui met en scène ainsi des personnalités multiples. Nous allons lire et analyser des textes scientifiques sur la théorie de la bande dessinée ainsi que deux bandes dessinées autobiographiques et quelques extraits. Nous discuterons également la question comment utiliser la BD autobiographique en cours de FLE.

 

Universität/Hochschule Universität zu Köln
Name der/des Dozierenden Véronique Sina, Dennis Göttel
Titel der Lehrveranstaltung Antisemitismus und visuelle Medien
Art der Lehrveranstaltung Seminar
Fachliche Anbindung Medienkulturwissenschaft
Kursbeschreibung „If the Jew did not exist, the anti-Semite would invent him.” (Jean-Paul Sartre)
Antisemitismus hat verschiedene Spielarten, er fußt auf diversen religiösen, ökonomischen und politischen Ideologien, die christliche, völkische, faschistische, liberal-konservative, islamische, sozialistische, anti-kapitalistische, anti-zionistische und verschwörungstheoretische Couleur haben können. In Verbindung mit differenz- und identitätslogischen Strukturkategorien, wie etwa ‚Rasse’, Klasse, Sexualität und Gender, hat Antisemitismus zudem auch immer etwas mit der diskursiven Wirkungsmacht symbolischer Grenzlinien, mit binären Gegensatzpaaren, Machtbeziehungen, Ausschlussmechanismen und Hierarchisierungsstrukturen zu tun.
Das Seminar wird zum einen verschiedene theoretische Positionen zum Antisemitismus lesen und diskutieren, um einen Überblick über Deutungsmuster zu geben. Zum anderen wird es einen Fokus auf antisemitische Darstellungen in visuellen Medien vom 19. Jahrhundert bis in die Jetztzeit geben. Anhand von Karikaturen, Zeichnungen, Fotografien, (Animations-)Filmen, Serien, Comics, Games und Comedy-Performances werden wiederkehrende Motive untersucht und sowohl das Spannungsfeld von explizitem und implizitem (strukturellem) Antisemitismus als auch das Phänomen des so genannten ‚jüdischen Selbsthass’ und dessen Implikationen für die Konstitution jüdischer Identität(en) in den Blick genommen.

 

Universität/Hochschule Universität zu Köln
Name der/des Dozierenden Frederik von Reumont
Titel der Lehrveranstaltung Geographische Themen mit Comics unterrichten
Art der Lehrveranstaltung Mittelseminar
Fachliche Anbindung Geographiedidaktik
Kursbeschreibung Die Studierenden erstellen selbständig Comics für den Einsatz im Geographieunterricht. Dabei lernen sie geographische Themenkomplexe didaktisch zu reduzieren und für die SchülerInnen der Sekundarstufe I aufzubereiten. Sie reflektieren Bild-Text-Kombinationen im Allgemeinen und die spezifischen Möglichkeiten des Medium Comic als Lern-/Lehrmittel im Geographieunterricht im Besonderen. Ein besonderes Augenmerk wird der Darstellung von geographischem Raum gelten.

 

Universität/Hochschule Philipps-Universität Marburg
Name der/des Dozierenden Christina Maria Koch
Titel der Lehrveranstaltung Illness and Narrative
Art der Lehrveranstaltung Proseminar
Fachliche Anbindung Amerikanistik
Kursbeschreibung Severe illness is not only a practical disruption of life, but also a disruption of meaning. Sufferers often need to communicate their experiences to medical professionals, caregivers, employers, or their friends and family. Processes of diagnosis and treatment require doctors, nurses, and patients to co-create narratives of illness and (new) narratives of the self. They tap into existing cultural understandings of health and illness, e.g., appropriate illness behavior, gender roles, or disease stigma, and they make reference to culturally specific constraints such as the cost burden of healthcare in the United States. Some sufferers or healthcare workers extend this search for meaning and become autobiographers, and these narratives will be at the center of this class. We will read brief excerpts of classic U.S.-American examples of literature and medicine (Alcott and Williams) and reflections on cancer by writer, scholar and activist Audre Lorde, and we will get to know how comics can tell personal stories of illness. Secondary literature will include texts by scholars in literature and medicine, narratology and autobiography studies, and comics theory.

 

Universität/Hochschule LMU München
Name der/des Dozierenden Helmut Kronthaler
Titel der Lehrveranstaltung Comics, eine Einführung in ihre Geschichte, Ästhetik und Erforschung
Art der Lehrveranstaltung Proseminar
Fachliche Anbindung Buchwissenschaft
Kursbeschreibung Das Seminar gibt einen Überblick über die historische Entwicklung der Comics und ihre aktuellen Ausprägungen. Neben verschiedenen Publikationsformen (z.B. in der Zeitung, als Heft, Album oder Buch und im Internet) werden Herstellungsprozesse und Vertriebswege erläutert. Wir beschäftigen uns kritisch mit Begriffen wie Medium und Genre, mit der Rezeption von Comics durch Leser, Sammler und Fankultur sowie mit spezifischen Ausprägungen im Mainstream und in der Subkultur, im Underground oder in der Independent-Szene und betrachten Comics als transmediales Phänomen (z.B. Film, Fernsehserien, Computerspiele). Länder- bzw. kulturspezifische Charakteristika und Begriffe (z.B. Bande dessinée, Fumetti oder Manga) werden internationalen und transnationalen Entwicklungen gegenübergestellt. Zudem diskutieren wir verschiedene Ansätze älterer und aktueller wissenschaftlicher Comicforschung. Gegen Ende des Seminars werden schließlich einzelne Comics von Alan Moore gelesen und erläutert.

 

Universität/Hochschule Universität Siegen
Name der/des Dozierenden Lukas Etter
Titel der Lehrveranstaltung Gender Studies and Dis/Ability Studies: Theoretical Approaches to Graphic Narrative
Fachliche Anbindung Anglistik/Amerikanistik

 

Universität/Hochschule Bergische Universität Wupperal
Name der/des Dozierenden Bastian Haase
Titel der Lehrveranstaltung „Comics machen“. Didaktische und methodische Überlegungen aus gestalterischer Perspektive
Art der Lehrveranstaltung Seminar
Fachliche Anbindung Kunstpädagogik
Kursbeschreibung Ziel des Seminars ist es, der Frage nachzugehen, welches Wissen und Können die gelungene Gestaltung eines Comics erfordert. Dazu sollen erzählende Bildsequenzen rezipiert und selbst gestaltet sowie aus didaktischer Perspektive reflektiert werden, um jenem verborgenen Wissen und Können auf die Spur zu kommen. Die gegenwärtige Forschung betrachtet den Comic zwar aus ganz unterschiedlichen Perspektiven, u.a. aus bildwissenschaftlicher, kognitionswissenschaftlicher, literaturwissenschaftlicher oder auch semiotischer Sicht. Für die Kunstpädagogik lassen diese Forschungswege jedoch meist nur bedingt Rückschlüsse zu, wird die Perspektive des gestaltenden Produzenten doch weitgehend vernachlässigt – und die Frage nach Wissen und Können des ‚Machers‘ damit gar nicht erst gestellt.

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