Neues aus der ComFor

Publikationshinweis: „Comicanalyse. Eine Einführung“

Unter tatkräftiger Beteiligung von ComFor-Mitgliedern hat die Comicanalyse nun auch Einzug in das Programm des Metzler Verlages gefunden: Gemeinsam verfasst von den ComFor-Mitgliedern und -Vorständen Stephan Packard, Véronique Sina und Lukas R.A. Wilde sowie von Andreas Rauscher, Jan-Noël Thon und Janina Wildfeuer erschien kürzlich der AG-Comicforschungs-Band Comicanalyse. Eine Einführung. Nachdem bereits die eBook-Version veröffentlicht worden ist, ist der Band nun auch als Printversion erschienen.

S. Packard, A. Rauscher, V. Sina, J.-N. Thon, L.R.A. Wilde, J. Wildfeuer

Comicanalyse. Eine Einführung.

228 S., Softcover
J.B. Metzler.

ISBN 978-3-476-04774-8

 

 

 

Verlagsankündigung

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Comics in all ihren vielfältigen Formen hat sich in den vergangenen Jahren auch in Deutschland zu einem lebhaften interdisziplinären Forschungsfeld entwickelt, dem zudem ein steigendes Interesse an der Comicanalyse in universitären Lehrveranstaltungen gefolgt ist. Die vorliegende Einführung verbindet vor diesem Hintergrund einen kompakten Überblick über einschlägige Theorien, Begriffe und Methoden mit einer Vielzahl konkreter Beispiele, um die Produktivität einer Auswahl zentraler Ansätze zur semiotischen, multimodalen, narratologischen, genretheoretischen, intersektionalen und interkulturellen Comicanalyse zu demonstrieren.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten gibt es auf der Verlagsseite.

Vortrag „Comic Studies und Gender“ in Basel

Véronique Sina, 2. Vorsitzende der ComFor, wird am 25. 11. im Rahmen der Ringvorlesung „Einführung in die Geschlechterforschung“ an der Universität Basel einen Vortrag zu „Comic Studies und Gender“ halten.

Organisiert wird die interdisziplinäre Veranstaltung von Frank Luck, inhaltlich geht es um die Vermittlung von Kenntnissen der Grundlagen der Geschlechterforschung in unterschiedlichen Fächern und um die Diskussion etwa folgender Fragen: Wie wird in unterschiedlichen Disziplinen Geschlecht verstanden? Auf welche Weise werden Geschlechterverhältnisse erforscht?

Link zur Veranstaltung

Publikationshinweis: „Geschichte und Mythos in Comics und Graphic Novels“

Vor Kurzem ist der Band „Geschichte und Mythos in Comics und Graphic Novels“ im Ch. A. Bachmann Verlag erschienen. Grundlage war eine gleichnamige Tagung, die von 27. bis 30. April 2016 an der Universität Leipzig stattfand und von der nun als Herausgeberin fungierenden Kunsthistorikerin und Literaturwissenschaftlerin Tanja Zimmermann co-organisiert wurde. Mit Beiträgen von u. a. Jörn Ahrens, Bernd Dolle-Weinkauff, Nina Heindl, Heike Elisabeth Jüngst, Kalina Kupczynska, Renata Makarska und Véronique Sina kann sich die ComFor-Beteiligung ebenfalls sehen lassen.

Geschichte und Mythos in Comics und Graphic Novels
Bildnarrative Bd. 6
Tanja Zimmermann (Hg.in)
Broschur, 476 Seiten, mit zahlreichen farbigen Abbildungen
ISBN 978-3-96234-017-9
€ 36,00 (zzgl. Versandkosten)

Zum Inhaltsverzeichnis auf der Verlagsseite

Verlagsankündigung:
„Durch die parodistisch-karnevaleske Transposition von Historie können Comics und Graphic Novels Geschichtsnarrative erzählerisch vergegenwärtigen, kritisch hinterfragen oder gar mythisch rekonfigurieren. Ihre imaginär-fiktionale Bildsprache kann Unsichtbares sichtbar machen, ihr Verknüpfungsmechanismus alternative Geschichtsverläufe aufweisen. Die Nähe zur Geschichte wird daher weniger durch ›wahr‹ oder ›falsch‹ der erzählten Ereignisse, sondern durch verschiedene Stufen medial erzeugter Plausibilität und Beglaubigung erfasst. So bieten sie sich als Experimentierfeld für die Verarbeitung der Vergangenheit, auf dem Geschichte und Mythos in verschieden Kon­stellationen zueinander treten können.“

ComFor-Tagungsband: „Comics & Naturwissenschaften“

Die Redaktion freut sich im Namen aller Mitglieder, eine Ankündigung in eigener Sache machen zu können: Der aus den Beiträgen zur Comfor-Jahrestagung „Comics und Naturwissenschaften“ entstandene Sammelband ist nun im Berliner Christian A. Bachmann Verlag  erschienen. Herausgegeben von Clemens Heydenreich vereint der Band wieder eine Vielzahl von Beiträgen – diesmal zum titelgebenden Thema Comics und Naturwissenschaften.

 

 

 

 

 

 

 

 

Comics & Naturwissenschaften

Clemens Heydenreich (Hg.)

Christian A. Bachmann Verlag
Broschur, 244 Seiten mit teils farbigen Abbildungen
ISBN 978-3-941030-47-3
€ 29,90

Comic & Naturwissenschaften: Ein Themenpaar, das an das Klischee des ›Verrückten Professors‹ denken lässt, der humorigen Labor-Slapstick erlebt oder Horrorgestalten züchtet, um sie auf Superhelden zu hetzen. Topische Figurationen des Forschens und Wissens, von Daniel Düsentrieb über Faust bis Dr. Mabuse, zählen zum Kernbestand von Erzählgenres, die auch und gerade im Comic seit jeher blühen. Doch wurden in jüngerer Zeit auch einzelnen historischen Figuren komplexe und hochinformierte Comic-Biografien gewidmet. Manche Graphic Novels philosophieren über mathematische Rätsel, oder sie erzählen von physikalischen Experimenten. Sachcomics handeln vom Urknall ebenso wie von der Evolution der Arten. Umgekehrt informieren comicspezifische Genre-Stoffe zuweilen selbst den populärwissenschaftlichen Diskurs.
Der vorliegende Band geht diesen Phänomenen exemplarisch nach und setzt dazu Schwerpunkte bei Verzahnungen von szientistischen Diskursen und Comicgenres, der Wissenschaftskommunikation in Comics sowie den Naturwissenschaften und ihren Motiven im Comic.

Zur Verlagsseite mit Bestellmöglichkeit

Inhalt:

Bernd FLESSNER
Fabbing, Drohnen, Wunschmaschinen
Comic als Archiv historischer Prognostik

Markus OPPOLZER
Shaun Tans Utopien
Eine gattungstheoretische Annäherung

Laura OEHME
»The End is Nigh«
Risikotechnologien und Alieninvasionen in Alan Moores Watchmen (1986/87) und Ben Templesmiths Singularity 7 (2004)

Joachim TRINKWITZ
Die vierte Dimension
Wissensdiskurse und Imagination in Alan Moores
und Eddie Campbells From Hell

Markus ENGELNS
Der Gott aus der Petrischale
Zur Dekonstruktion moderner Gesellschaften durch die experimentelle Vermittlung von Kultur und Natur in Superheldencomics

Heike Elisabeth JÜNGST
Die Vermittlung naturwissenschaftlicher Fakten im Sachcomic

Reinhold LEINFELDER und Alexandra HAMANN
Das WBGU-Transformations-Gutachten als Sachcomic – ein neuer Wissenstransferansatz für komplexe Zukunftsthemen?

Dirk VANDERBEKE
Erzähltes Wissen/Gezeichnetes Wissen
Wie sich Comics den Naturwissenschaften annähern

Rolf LOHSE
Die Darstellung von Wissenschaft in der jüngeren französischen Bande dessinée

Guido WEISSHAHN
Die Immigration des atomaren Superhelden

Marie SCHRÖER
»Laboratoire sur le ›Moi‹«
Zur naturwissenschaftlichen Metaphorik im Journal
von Fabrice Neaud

Lukas R.A. WILDE
Hypothese und Evidenz
Die komische Inszenierung wissenschaftlicher Darstellungen als junges (Web-)Comic-Subgenre

Publikationshinweis: „Loriot und die Zeichenkunst der Ironie“ von Dietrich Grünewald

Dietrich Grünewald ist und bleibt umtriebig: Erst Ende 2018 entdeckte und veröffentlichte Grünewald Friedrich Schillers Avanturen des neuen Telemach und machte so Schillers frühe Humorzeichnungen der Öffentlichkeit (wieder) zugänglich. In seiner neuesten Publikation widmet sich der Wegbereiter der deutschen Comicforschung dagegen einem der wichtigsten deutschen Humoristen: kürzlich erschien bei Ch. A. Bachmann „Loriot und die Zeichenkunst der Ironie“. Grünewald, Gründungsmitglied und langjähriger erster Vorsitzender der ComFor, setzt sich in diesem Band mit den humoristischen Zeichnungen Victor von Bülows auseinander und verortet sie in der Geschichte der humoristischen Zeichenkunst.

 

Loriot und die Zeichenkunst der Ironie
Dietrich Grünewald
Gebunden,
176 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen
ISBN 978-3-96234-023-0
€ 16,00 (zzgl. Versandkosten)

Zur Verlagsseite

 

Verlagsankündigung:

„Es ist seine Vielseitigkeit, die Loriot zu einer deutschen Humor-Institution werden ließ. Doch vor allem anderen ist Victor von Bülow Zeichner. Als Zeichner der komischen Kunst erzählt er in Einzelbildern und in kleinen Bildfolgen humorvolle Geschichten, die uns Lachen oder Schmunzeln lassen. Es ist eine großartige Leistung, wenn das gelingt. Und doch sind viele seiner komischen Zeichnungen mehr als Konsumware. Schaut man genauer hin, erkennt man, dass sie unsere alltäglichen Sorgen und Probleme spiegeln, kleine, große, oft solche, die sich nicht einfach weglachen lassen. Loriots Komik bewirkt, dass wir achtsam mit dem Erzählten umgehen, denn sie erweist sich als Ironie, oft als satirische Kritik, die irritiert, uns innehalten und nachdenken lässt.
Dieses Buch ist keine Loriot-Biografie und auch kein Loriot-Album. Loriot wird hier als Zeichner vorgestellt, seine Bildgeschichten im Vergleich mit der Historie der komischen Zeichenkunst – wissenschaftlich fundiert und doch unterhaltsam – befragt und analysiert. Das Ziel: Leserinnen und Lesern, Betrachterinnen und Betrachtern einen geschärften Blick geben, der es erlaubt, Loriots ironische Zeichenkunst intensiver und reflektiert zu genießen.“

 

Publikationshinweis: ImageTexT Sonderausgabe „Graphic Realities“

In der Online Zeitschrift ImageTexT – Interdisciplinary Comics Studies ist kürzlich eine Sonderausgabe zum Thema „Graphic Realities: Comics as Documentary, History, and Journalism“ erschienen. Herausgegeben wurde diese von Laura Schlichting und Johannes C. P. Schmid, beide Mitglieder der ComFor sowie der AG Comicforschung. Inhaltlich ist diese Ausgabe aus der gleichnamigen Tagung hervorgegangen, die im Februar 2018 an der Universität Gießen stattfand. Die Beitragenden beschäftigen sich auf vielfältige und kreative Weise damit, wie das Medium Comic zur Vermittlung und Darstellung von Erfahrungen und Realitäten genutzt wurde und wird.

Aus der Einleitung der Herausgeber_innen:
„While comics have traditionally been associated with fictional, especially funny and/or fantastic stories, they have in recent decades become a major vehicle for non-fiction, as well. In particular, graphic memoir or autobiography constitutes a popular genre and has received widespread scholarly attention. As an especially personal and subjective form, drawing comics appears particularly suited to represent one’s own life and experiences. However, with the pioneering work of Joe Sacco, comics has also been fruitfully employed to materialize the experiences of others, often from marginalized groups. Yet, as this special issue shows, graphic narrative forms a long-standing tradition of addressing ‘realities’ that precedes the current format of the graphic reportage. Comics have been analyzed and theorized as works of documentary, history, and journalism. These forms of graphic non-fiction have been discussed especially with regard to the graphic narrative book, but also as contributions to serial news publications, and as webcomics. […] The articles collected here address a variety of issues concerning both theories and practices of graphic non-fiction, discussing the history of the form, as well as particular examples of its culturally-situated employment. What all articles have in common is their interest in the capacity of graphic narrative to represent realities as well as the possibilities and limitations that this endeavor entails.“

Zur Sonderausgabe (open access): Imagetext 11.1 (2019)

Inhalt:

Verkündung der Preisträgerin des ersten Martin Schüwer-Publikationspreises 2019

Aus gegebenem Anlass melden wir uns eine Woche eher als geplant aus der Sommerpause zurück. Zu Jahresbeginn 2019 hat die Gesellschaft für Comicforschung (ComFor) und die AG Comicforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) zum ersten Mal den Martin Schüwer-Publikationspreis für herausragende Comicforschung ausgelobt. Mit insgesamt 14 Einreichungen (Selbst‐ und Fremdbewerbungen) lässt sich bereits jetzt von großem Interesse an dem Preis sprechen. Aus all diesen hervorragenden Aufsätzen aus dem Bereich der interdisziplinären Comicforschung ist ein Beitrag ganz besonders hervorgestochen: der Aufsatz “The ‘Affected Scholar’. Reading Raina Telgemeier’s Ghosts as a Disability Scholar and Cystic Fibrosis-Patient” von Dorothee Schneider, der ersten Preisträgerin des Martin Schüwer-Publikationspreises für herausragende Comicforschung!

Dorothee Schneider, die vor 14 Tagen geheiratet hat und jetzt Dorothee Marx heißt, ist Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Englischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. In ihrem Aufsatz, der im November 2018 im Kieler e-Journal für Comicforschung CLOSURE erschienen ist, untersucht Dorothee Marx, mit welchen medienspezifischen Strategien der 2016 publizierte Comic „Ghosts“ die weitestgehend unsichtbare Mukoviszidose-Erkrankung der Protagonistin visualisiert. Dabei kombiniert sie gewinnbringend eine narratologische Analyse des Comics mit der Perspektive der Disability Studies, die es ihr ermöglicht, über bestehende Forschungsansätze hinaus zu gehen, indem sie die Rolle persönlicher Krankheitserfahrungen in der kulturwissenschaftlichen Forschung thematisiert, reflektiert und verhandelt.

In ihrem beeindruckenden Aufsatz bringt Dorothee Marx, die selbst an Mukoviszidose erkrankt ist, ihre eigenen Erfahrungen als Patientin in die wissenschaftliche Analyse des Comics ein und lotet dabei aus, inwieweit eine akademisch fundierte Analyse von autoethnographischer Erfahrung profitieren kann. Damit macht die Autorin nicht nur den Ansatz der Disability Studies für die interdisziplinäre Comicforschung anschlussfähig. Mit ihrem hervorragenden Beitrag und der genauso fundierten wie detaillierten und sensiblen Lektüre des Comics bricht Dorothee Marx mit der Tabuisierung von ‚Behinderung’ in der Wissenschaft und gibt – wie sie selbst formuliert – Mukoviszidosekranken stellvertretend eine mögliche Stimme.

Wir gratulieren Dorothee Marx sehr herzlich zu diesem wunderbaren Beitrag und freuen uns, sie mit dem Martin Schüwer-Publikationspreis für herausragende Comicforschung auszeichnen zu dürfen!

Neben der Preisträgerin hat die Jury eine Shortlist von zwei weiteren Arbeiten benannt, die wir besonders lobend erwähnen wollen: Den Aufsatz „Opazität und Transparenz: Überlegungen zum poietischen Potenzial in Chris Wares Comics und Animationen“ von Nina Eckhoff-Heindl sowie den Beitrag „Visible Hand? Subjectivity and Its Stylstic Markers in Graphic Narratives” von Lukas Etter.

Nina Eckhoff-Heindl ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität zu Köln und MSCA-Fellow im Programm „a.r.t.e.s. EUmanities“ der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne. Ihr Beitrag ist 2018 in dem von Hans-Joachim Backe, Julia Eckel, Erwin Feyersinger,
Véronique Sina und Jan-Noël Thon herausgegebenen Sammelband Ästhetik des Gemachten. Interdisziplinäre Beiträge zur Animations- und Comicforschung bei De Gruyter erschienen. Eckhoff-Heindls innovativer Aufsatz verknüpft brillant Fragen und Phänomene der Comic- und Animationsforschung und stellt sie in eine kunstwissenschaftlich erweiterte (‚poietische‘) Perspektive. Der Autorin gelingt es überzeugend, die Arbeiten des US-amerikanischen Comickünstlers Chris Ware medienübergreifend zu analysieren und dabei den Aspekt der Materialität in den Blick zu nehmen.

Lukas Etter ist Postdoc und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Anglistik der Universität Siegen. Sein Beitrag ist 2017 in dem von Maike Sarah Reinerth und Jan-Noël Thon herausgegebenen Band Subjectivity across Media: Interdisciplinary and Transmedial Perspectives im Routledge Verlag veröffentlicht worden. Der Aufsatz fokussiert die suggerierte Subjektivität von Comickünstler_innen und verfolgt damit nicht nur ein wichtiges Desiderat der noch jungen Comicforschung, sondern verdeutlicht damit auch die vielfältigen interdisziplinären Anschlussmöglichkeiten, die sich für die Comicforschung in der Auseinandersetzung mit Fragen von Stil und Autor_innenschaft ergeben. Mit Theorien und Methoden der (hier: amerikanistischen) Literatur- und Kulturwissenschaft identifiziert Etter an der suggerierten Subjektivität der Autor_innen zwei einander entgegen laufende Tendenzen: einerseits die explizite Unmittelbarkeit und Materialität der Linie auf dem Blatt Papier, andererseits die zielvolle Planung und Anordnung des Seitenganzen. Seine Überlegungen schließen dabei nicht nur an den Namensgeber des Preises, Martin Schüwer und seine Arbeiten, an, sondern entwickelt diese auch in beeindruckender Weise weiter.

Wir gratulieren Nina Ekchoff-Heindl und Lukas Etter ganz herzlich zu ihren beiden hervorragenden Beiträgen zur interdisziplinären Comicforschung! Die Preisverleihung wird im Rahmen der 14. Wissenschaftstagung der Gesellschaft für Comicforschung (ComFor), am 9. November 2019 um 18:00 Uhr in Schwarzenbach an der Saale stattfinden. Im Anschluss an die Preisverleihung wird Dorothee Marx einen Preisvortrag mit dem Titel „Approaching Ghosts – Creating affected scholarship“ halten. -> Weiter zum Tagungsprogramm

Die Jury des Martin-Schüwer-Preises 2019:
Stephan Packard
Véronique Sina
Lukas R.A. Wilde

Tagung „Die internationale und intermediale Thomas Bernhard-Rezeption“ in Düsseldorf

Organisiert von den ComFor-Mitgliedern Florian Trabert und Robin-M. Aust findet vom 25.09 bis 27.09.2019 eine Tagung zur Thomas Bernhard-Rezeption statt. Die Tagung im Düsseldorfer Goethe-Museum versammelt nicht nur Beiträge zum literarischen Weiterwirken des Österreichischen Autors auf dem Tagungsprogramm. So finden sich neben anderen intermedialen Verarbeitungen von Bernhards Leben und Werk auch zwei Vorträge zu Comics: Monika Schmitz-Emans trägt zu Nicolas Mahlers Bernhard-Comics vor; ComFor-Mitglied Elisabeth Klar und Lukas Kummer berichten über Kummers Graphic Novel-Adaptionen von Bernhards autobiographischen Bänden ‚Die Ursache‘ und ‚Der Keller‘.

Veranstaltungstext:

2019 wird sich der Tod von Thomas Bernhard zum dreißigsten Mal jähren. Dieses Gedenkjahr soll den Anlass bieten, die künstlerische Nachwirkung von Bernhards Leben und Werk umfassend zu untersuchen. Diese ist bereits zu Bernhards Lebzeiten, erst recht aber in den drei Jahrzehnten seit seinem Tod, zu einem gleichermaßen internationalen wie intermedialen Phänomen geworden. In seinem Roman Korrektur (1975) lässt Bernhard die Figur Roithammer klagen: »unsere Idee wird aufgegriffen und schamlos ausgenützt, das beobachten wir immer wieder, wie eine Idee aufgegriffen und schamlos ausgenützt wird dann von Hunderten von Nachmachern« (Bernhard, Thomas: Korrektur, Frankfurt a.M. 1988, S.212). Bezogen auf die Rezeption des österreichischen Autors scheint diese Tirade nicht einmal eine Bernhard-typische Übertreibung darzustellen, wenngleich sie das produktive Moment der vielfältigen Rezeptionsphänomene unterschlägt. […] Der ›Kontinent Bernhard‹, den ein 1995 von Wolfram Bayer herausgegebener Sammelband vermessen hatte,  ist in den letzten Jahrzehnten zu einem Bernhard-Universum expandiert, dessen genauere Kartierung noch weitgehend ein Forschungsdesiderat darstellt (Vgl. Wolfram Bayer: Kontinent Bernhard. Zur Thomas Bernhard-Rezeption in Europa, Wien u.a. 1995). […] Auf dem Tagungsprogramm vertreten sind Beiträge zu u.a. Bernhards Person und seinem Werk in der Literatur, aber auch in anderen Künsten und Medien wie dem Theater, dem Hörspiel, der Musik, dem Film, der bildenden Kunst und dem Comic.

Weitere Informationen finden sich auf der Veranstaltungsseite.

Erinnerung: Martin Schüwer-Publikationspreis 2019

Zum erstem Mal verleihen die Gesellschaft für Comicforschung (ComFor) und die AG Comicforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) 2019 den Martin Schüwer-Publikationspreis für herausragende Comicforschung. Der Preis ist nach dem 2013 viel zu früh verstorbenen Anglisten und Comicforscher Martin Schüwer benannt und fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs: Mit der Auszeichnung herausragender Veröffentlichungen aus dem Bereich der interdisziplinären Comicforschung soll der Publikationspreis zur nachhaltigen Sichtbarmachung, Förderung und Vermittlung comicbezogener Forschungsarbeit beitragen.

Noch bis zum 31.03.2019 können Beiträge eingereicht werden.

Weitere Informationen gibt es hier.

 

Die ComFor-Redaktion stellt sich vor

Wenngleich nach außen hin der Redaktionsbetrieb auf der ComFor-Website seinen gewohnten Gang nimmt, hat sich in den letzten Monaten hinter den Kulissen einiges geändert: Da Laura Oehme und Lukas R. A. Wilde sich nach vielen produktiven Jahren aus der Arbeit der Online-Redaktion zurückziehen möchten, um sich neuen Aufgaben zu stellen, wurden seit der ComFor-Mitgliederversammlung im September 2018 drei neue Redaktionsmitglieder eingearbeitet: Robin-M. Aust, Katharina Serles und Natalie Veith sind ab sofort für die regelmäßigen Meldungen zur Comicforschung zuständig. Doch auch erfahrene Kolleginnen bleiben der Redaktion erhalten: Alexandra Hentschel und Julia Ingold informieren weiterhin über Ausstellungen und Calls for Papers.

Mit diesem Post bedankt sich die Redaktion herzlich bei Laura Oehme und Lukas R. A. Wilde für ihre großartige Arbeit in den vergangenen Jahren: für eine Vielzahl an Posts, Kolumnen, Publikations- und Veranstaltungshinweisen mit denen sie den Leser_innen einen Überblick über das ständig wachsende Feld der Comicforschung vermittelt haben.

Die aktuellen Redaktionsmitglieder stellen sich vor:

Robin-M. Aust:

Ich habe an der HHU Düsseldorf Germanistik und Philosophie studiert und mich gewissermaßen auf diesem Wege der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Comics angenähert: 2012 habe ich erst meine Bachelorarbeit zu Walter Moers Zamonien-Romanen verfasst; 2015 folgte dann die Mitwirkung an der Tagung ›Graphisches Erzählen‹ sowie die Masterarbeit zu Nicolas Mahlers Literaturcomics. Seitdem promoviere ich zwar zur Thomas Bernhard-Rezeption in der Gegenwartsliteratur und entferne mich somit erst einmal wieder fachlich vom Comic – Comics sind aber immer wieder zentraler Bestandteil in meinen Lehrveranstaltungen, die ich seit 2016 am Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft (Abt. II) in Düsseldorf gebe. Privat lese ich gerne – Berufskrankheit? – Literaturadaptionen, aber auch alles andere, was mir grad an Neuerscheinungen in die Finger kommt, je skurriler, desto besser.

Alexandra HentschelAlexandra Hentschel:

Ich bin seit Februar 2013 Museumsleiterin des Erika-Fuchs-Hauses | Museum für Comic und Sprachkunst. Zum Comic bin ich als Quereinsteigerin gekommen. Ursprünglich bin ich Kulturwissenschaftlerin (Studium in Göttingen, Paris und Hamburg mit Zusatzqualifikation Museumsmanagement), promoviert habe ich über bürgerschaftliches Engagement im Museum. Zuletzt war ich in Hamburg am Kindermuseum und als Dozentin für Museumsmanagement/Museumsgeschichte tätig. Als Museumsleiterin eines Comicmuseums finde ich es faszinierend, wo nun überall Comicausstellungen gezeigt werden, weshalb ich gern diesen Bereich übernehme.

Julia IngoldJulia Ingold:

Ich habe Französisch, Kunst­geschichte und Germanistik in Hamburg, Paris und Kiel studiert. Meine Bachelor­arbeit ver­fasste ich zum Thema Zeichentheorie und Poetik in Craig Thompsons »Habibi«. Im Wintersemester 2015/16 lehrte ich als Gastdozentin am Department of German der University of Mumbai. Nun promoviere ich über Else Lasker-Schüler am Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien in Kiel, wo ich seit dem Wintersemester 2016/17 an der Lehre beteiligt bin. Ich wohne aber die meiste Zeit in Fürth und lehre ab dem Sommersemester 2017 auch an der FAU Erlangen-Nürnberg. Ich freue mich, Sie und euch ab jetzt über Comic-CfPs auf dem Laufenden zu halten!

Katharina Serles:

Derzeit bin ich Lehrende an der Universität Wien, wo ich auch Deutsche Philologie, Anglistik und Kunstgeschichte studierte und als Universitätsassistentin tätig war. Zur Comicforschung kam ich über den ‚Umweg‘ der Bildwissenschaften und als wissenschaftliche Mitarbeiterin für die FWF-Projekte Kunst im Text und Das Bildzitat; als künstlerische Mitarbeiterin an der Hochschule für Bildende Künste Dresden schärfte sich mein Blick für Raum- und Körperdarstellungen in Comics; und mittlerweile hat mich die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Comics etwa nach Atlanta, Krakau und Toronto gebracht. Ob nun im Rahmen von Dissertation, Vorträgen oder Seminaren – mein Fokus (geprägt von den Visual Culture und Gender Studies) liegt auf Comics aus dem deutschen Sprachraum, Kunstzitaten,  ‚Visualitäten von Geschlecht‘ und _ dem Gutter.

Natalie Veith:

Ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für England- und Amerikastudien der Universität Frankfurt und arbeite aktuell im Rahmen eines Forschungsprojektes an einer Dissertation zu neo-viktorianischen Comics. Entsprechend liegt mein Schwerpunkt in der Comicforschung erstrangig (jedoch nicht ausschließlich) bei britischen Comics. Mein akademisches Interesse an Comics habe ich bereits während meines Studiums der Anglistik und Germanistik in Frankfurt am Main und Cardiff entwickelt und meine Magisterarbeit 2013 zum Thema Counter-Narratives in the Works of Alan Moore verfasst. Ich werde mich mit meinen Co-Redakteur_innen Robin-M. Aust und Katharina Serles um die wöchentlichen Posts kümmern, insbesondere um den Publikationsmonitor.