Comicgesellschaft

Vortrag „Comic Studies und Gender“ in Basel

Véronique Sina, 2. Vorsitzende der ComFor, wird am 25. 11. im Rahmen der Ringvorlesung „Einführung in die Geschlechterforschung“ an der Universität Basel einen Vortrag zu „Comic Studies und Gender“ halten.

Organisiert wird die interdisziplinäre Veranstaltung von Frank Luck, inhaltlich geht es um die Vermittlung von Kenntnissen der Grundlagen der Geschlechterforschung in unterschiedlichen Fächern und um die Diskussion etwa folgender Fragen: Wie wird in unterschiedlichen Disziplinen Geschlecht verstanden? Auf welche Weise werden Geschlechterverhältnisse erforscht?

Link zur Veranstaltung

Publikationshinweis: „Geschichte und Mythos in Comics und Graphic Novels“

Vor Kurzem ist der Band „Geschichte und Mythos in Comics und Graphic Novels“ im Ch. A. Bachmann Verlag erschienen. Grundlage war eine gleichnamige Tagung, die von 27. bis 30. April 2016 an der Universität Leipzig stattfand und von der nun als Herausgeberin fungierenden Kunsthistorikerin und Literaturwissenschaftlerin Tanja Zimmermann co-organisiert wurde. Mit Beiträgen von u. a. Jörn Ahrens, Bernd Dolle-Weinkauff, Nina Heindl, Heike Elisabeth Jüngst, Kalina Kupczynska, Renata Makarska und Véronique Sina kann sich die ComFor-Beteiligung ebenfalls sehen lassen.

Geschichte und Mythos in Comics und Graphic Novels
Bildnarrative Bd. 6
Tanja Zimmermann (Hg.in)
Broschur, 476 Seiten, mit zahlreichen farbigen Abbildungen
ISBN 978-3-96234-017-9
€ 36,00 (zzgl. Versandkosten)

Zum Inhaltsverzeichnis auf der Verlagsseite

Verlagsankündigung:
„Durch die parodistisch-karnevaleske Transposition von Historie können Comics und Graphic Novels Geschichtsnarrative erzählerisch vergegenwärtigen, kritisch hinterfragen oder gar mythisch rekonfigurieren. Ihre imaginär-fiktionale Bildsprache kann Unsichtbares sichtbar machen, ihr Verknüpfungsmechanismus alternative Geschichtsverläufe aufweisen. Die Nähe zur Geschichte wird daher weniger durch ›wahr‹ oder ›falsch‹ der erzählten Ereignisse, sondern durch verschiedene Stufen medial erzeugter Plausibilität und Beglaubigung erfasst. So bieten sie sich als Experimentierfeld für die Verarbeitung der Vergangenheit, auf dem Geschichte und Mythos in verschieden Kon­stellationen zueinander treten können.“

ComFor-Tagungsband: „Comics & Naturwissenschaften“

Die Redaktion freut sich im Namen aller Mitglieder, eine Ankündigung in eigener Sache machen zu können: Der aus den Beiträgen zur Comfor-Jahrestagung „Comics und Naturwissenschaften“ entstandene Sammelband ist nun im Berliner Christian A. Bachmann Verlag  erschienen. Herausgegeben von Clemens Heydenreich vereint der Band wieder eine Vielzahl von Beiträgen – diesmal zum titelgebenden Thema Comics und Naturwissenschaften.

 

 

 

 

 

 

 

 

Comics & Naturwissenschaften

Clemens Heydenreich (Hg.)

Christian A. Bachmann Verlag
Broschur, 244 Seiten mit teils farbigen Abbildungen
ISBN 978-3-941030-47-3
€ 29,90

Comic & Naturwissenschaften: Ein Themenpaar, das an das Klischee des ›Verrückten Professors‹ denken lässt, der humorigen Labor-Slapstick erlebt oder Horrorgestalten züchtet, um sie auf Superhelden zu hetzen. Topische Figurationen des Forschens und Wissens, von Daniel Düsentrieb über Faust bis Dr. Mabuse, zählen zum Kernbestand von Erzählgenres, die auch und gerade im Comic seit jeher blühen. Doch wurden in jüngerer Zeit auch einzelnen historischen Figuren komplexe und hochinformierte Comic-Biografien gewidmet. Manche Graphic Novels philosophieren über mathematische Rätsel, oder sie erzählen von physikalischen Experimenten. Sachcomics handeln vom Urknall ebenso wie von der Evolution der Arten. Umgekehrt informieren comicspezifische Genre-Stoffe zuweilen selbst den populärwissenschaftlichen Diskurs.
Der vorliegende Band geht diesen Phänomenen exemplarisch nach und setzt dazu Schwerpunkte bei Verzahnungen von szientistischen Diskursen und Comicgenres, der Wissenschaftskommunikation in Comics sowie den Naturwissenschaften und ihren Motiven im Comic.

Zur Verlagsseite mit Bestellmöglichkeit

Inhalt:

Bernd FLESSNER
Fabbing, Drohnen, Wunschmaschinen
Comic als Archiv historischer Prognostik

Markus OPPOLZER
Shaun Tans Utopien
Eine gattungstheoretische Annäherung

Laura OEHME
»The End is Nigh«
Risikotechnologien und Alieninvasionen in Alan Moores Watchmen (1986/87) und Ben Templesmiths Singularity 7 (2004)

Joachim TRINKWITZ
Die vierte Dimension
Wissensdiskurse und Imagination in Alan Moores
und Eddie Campbells From Hell

Markus ENGELNS
Der Gott aus der Petrischale
Zur Dekonstruktion moderner Gesellschaften durch die experimentelle Vermittlung von Kultur und Natur in Superheldencomics

Heike Elisabeth JÜNGST
Die Vermittlung naturwissenschaftlicher Fakten im Sachcomic

Reinhold LEINFELDER und Alexandra HAMANN
Das WBGU-Transformations-Gutachten als Sachcomic – ein neuer Wissenstransferansatz für komplexe Zukunftsthemen?

Dirk VANDERBEKE
Erzähltes Wissen/Gezeichnetes Wissen
Wie sich Comics den Naturwissenschaften annähern

Rolf LOHSE
Die Darstellung von Wissenschaft in der jüngeren französischen Bande dessinée

Guido WEISSHAHN
Die Immigration des atomaren Superhelden

Marie SCHRÖER
»Laboratoire sur le ›Moi‹«
Zur naturwissenschaftlichen Metaphorik im Journal
von Fabrice Neaud

Lukas R.A. WILDE
Hypothese und Evidenz
Die komische Inszenierung wissenschaftlicher Darstellungen als junges (Web-)Comic-Subgenre

ComFor-Jahrestagung in Schwarzenbach a. d. Saale

In schnellen Schritten rückt der November näher und damit die wieder heiß ersehnte ComFor-Jahrestagung. Sie findet dieses Jahr in Schwarzenbach a. d. Saale statt und widmet sich – unter dem Titel „Übersetzung, Lokalisierung, Imitation und Adaption“ – unterschiedlichsten Aspekten der Comickomparatistik.

Christian Bachmann, Juliane Blank, Alexandra Hentschel und Stephan Packard zeichnen dankenswerterweise für die Organisation verantwortlich.

Neben 17 internationalen Vorträgen und 3 Keynotes, wird es außerdem 2 offene Foren für die Vorstellung neuer Forschungsprojekte geben, das erste Treffen der neu konstituierten AG Diversity, die feierliche Verleihung des 1. Martin-Schüwer-Publikationspreises, sowie natürlich eine einleitende Mitgliederversammlung. Das vollständige Programm ist hier nachzulesen; der Folder dazu ist hier herunterzuladen.

Wichtig! Die Anmeldung ist noch bis 27. 10. offen. Interessierte sind dringend gebeten, sich bis dahin zu registrieren und ihre Zimmer zu buchen. Die entsprechenden Informationen dazu gibt es hier:

Comic-Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2019/20

Die Vorlesungszeit beginnt und damit auch die vielen spannenden Lehrveranstaltungen über Comics, die wir seit einiger Zeit auf unserer Website dokumentieren. Wie im vergangenen Sommersemester sammeln und archivieren wir alle comicrelevanten Lehrveranstaltungen im deutschsprachigen Raum. Wir danken allen unseren Mitgliedern und Interessierten für Hinweise auf die folgenden Lehrveranstaltungen. Sie sind alphabetisch nach ihrem jeweiligen Ausrichtungsort angeordnet. Wir ergänzen sie laufend. Es lohnt sich also immer wieder vorbeizuschauen! Wenn Sie noch einen Kurshinweis ergänzen möchten, schreiben Sie bitte eine E-Mail mit allen relevanten Daten an die Webredaktion: redaktion@comicgesellschaft.de. Wir wünschen ein erfolgreiches Wintersemster!

Hier weiterlesen: Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2018/19

Publikationshinweis: „Loriot und die Zeichenkunst der Ironie“ von Dietrich Grünewald

Dietrich Grünewald ist und bleibt umtriebig: Erst Ende 2018 entdeckte und veröffentlichte Grünewald Friedrich Schillers Avanturen des neuen Telemach und machte so Schillers frühe Humorzeichnungen der Öffentlichkeit (wieder) zugänglich. In seiner neuesten Publikation widmet sich der Wegbereiter der deutschen Comicforschung dagegen einem der wichtigsten deutschen Humoristen: kürzlich erschien bei Ch. A. Bachmann „Loriot und die Zeichenkunst der Ironie“. Grünewald, Gründungsmitglied und langjähriger erster Vorsitzender der ComFor, setzt sich in diesem Band mit den humoristischen Zeichnungen Victor von Bülows auseinander und verortet sie in der Geschichte der humoristischen Zeichenkunst.

 

Loriot und die Zeichenkunst der Ironie
Dietrich Grünewald
Gebunden,
176 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen
ISBN 978-3-96234-023-0
€ 16,00 (zzgl. Versandkosten)

Zur Verlagsseite

 

Verlagsankündigung:

„Es ist seine Vielseitigkeit, die Loriot zu einer deutschen Humor-Institution werden ließ. Doch vor allem anderen ist Victor von Bülow Zeichner. Als Zeichner der komischen Kunst erzählt er in Einzelbildern und in kleinen Bildfolgen humorvolle Geschichten, die uns Lachen oder Schmunzeln lassen. Es ist eine großartige Leistung, wenn das gelingt. Und doch sind viele seiner komischen Zeichnungen mehr als Konsumware. Schaut man genauer hin, erkennt man, dass sie unsere alltäglichen Sorgen und Probleme spiegeln, kleine, große, oft solche, die sich nicht einfach weglachen lassen. Loriots Komik bewirkt, dass wir achtsam mit dem Erzählten umgehen, denn sie erweist sich als Ironie, oft als satirische Kritik, die irritiert, uns innehalten und nachdenken lässt.
Dieses Buch ist keine Loriot-Biografie und auch kein Loriot-Album. Loriot wird hier als Zeichner vorgestellt, seine Bildgeschichten im Vergleich mit der Historie der komischen Zeichenkunst – wissenschaftlich fundiert und doch unterhaltsam – befragt und analysiert. Das Ziel: Leserinnen und Lesern, Betrachterinnen und Betrachtern einen geschärften Blick geben, der es erlaubt, Loriots ironische Zeichenkunst intensiver und reflektiert zu genießen.“

 

Publikationshinweis: ImageTexT Sonderausgabe „Graphic Realities“

In der Online Zeitschrift ImageTexT – Interdisciplinary Comics Studies ist kürzlich eine Sonderausgabe zum Thema „Graphic Realities: Comics as Documentary, History, and Journalism“ erschienen. Herausgegeben wurde diese von Laura Schlichting und Johannes C. P. Schmid, beide Mitglieder der ComFor sowie der AG Comicforschung. Inhaltlich ist diese Ausgabe aus der gleichnamigen Tagung hervorgegangen, die im Februar 2018 an der Universität Gießen stattfand. Die Beitragenden beschäftigen sich auf vielfältige und kreative Weise damit, wie das Medium Comic zur Vermittlung und Darstellung von Erfahrungen und Realitäten genutzt wurde und wird.

Aus der Einleitung der Herausgeber_innen:
„While comics have traditionally been associated with fictional, especially funny and/or fantastic stories, they have in recent decades become a major vehicle for non-fiction, as well. In particular, graphic memoir or autobiography constitutes a popular genre and has received widespread scholarly attention. As an especially personal and subjective form, drawing comics appears particularly suited to represent one’s own life and experiences. However, with the pioneering work of Joe Sacco, comics has also been fruitfully employed to materialize the experiences of others, often from marginalized groups. Yet, as this special issue shows, graphic narrative forms a long-standing tradition of addressing ‘realities’ that precedes the current format of the graphic reportage. Comics have been analyzed and theorized as works of documentary, history, and journalism. These forms of graphic non-fiction have been discussed especially with regard to the graphic narrative book, but also as contributions to serial news publications, and as webcomics. […] The articles collected here address a variety of issues concerning both theories and practices of graphic non-fiction, discussing the history of the form, as well as particular examples of its culturally-situated employment. What all articles have in common is their interest in the capacity of graphic narrative to represent realities as well as the possibilities and limitations that this endeavor entails.“

Zur Sonderausgabe (open access): Imagetext 11.1 (2019)

Inhalt:

Verkündung der Preisträgerin des ersten Martin Schüwer-Publikationspreises 2019

Aus gegebenem Anlass melden wir uns eine Woche eher als geplant aus der Sommerpause zurück. Zu Jahresbeginn 2019 hat die Gesellschaft für Comicforschung (ComFor) und die AG Comicforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) zum ersten Mal den Martin Schüwer-Publikationspreis für herausragende Comicforschung ausgelobt. Mit insgesamt 14 Einreichungen (Selbst‐ und Fremdbewerbungen) lässt sich bereits jetzt von großem Interesse an dem Preis sprechen. Aus all diesen hervorragenden Aufsätzen aus dem Bereich der interdisziplinären Comicforschung ist ein Beitrag ganz besonders hervorgestochen: der Aufsatz “The ‘Affected Scholar’. Reading Raina Telgemeier’s Ghosts as a Disability Scholar and Cystic Fibrosis-Patient” von Dorothee Schneider, der ersten Preisträgerin des Martin Schüwer-Publikationspreises für herausragende Comicforschung!

Dorothee Schneider, die vor 14 Tagen geheiratet hat und jetzt Dorothee Marx heißt, ist Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Englischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. In ihrem Aufsatz, der im November 2018 im Kieler e-Journal für Comicforschung CLOSURE erschienen ist, untersucht Dorothee Marx, mit welchen medienspezifischen Strategien der 2016 publizierte Comic „Ghosts“ die weitestgehend unsichtbare Mukoviszidose-Erkrankung der Protagonistin visualisiert. Dabei kombiniert sie gewinnbringend eine narratologische Analyse des Comics mit der Perspektive der Disability Studies, die es ihr ermöglicht, über bestehende Forschungsansätze hinaus zu gehen, indem sie die Rolle persönlicher Krankheitserfahrungen in der kulturwissenschaftlichen Forschung thematisiert, reflektiert und verhandelt.

In ihrem beeindruckenden Aufsatz bringt Dorothee Marx, die selbst an Mukoviszidose erkrankt ist, ihre eigenen Erfahrungen als Patientin in die wissenschaftliche Analyse des Comics ein und lotet dabei aus, inwieweit eine akademisch fundierte Analyse von autoethnographischer Erfahrung profitieren kann. Damit macht die Autorin nicht nur den Ansatz der Disability Studies für die interdisziplinäre Comicforschung anschlussfähig. Mit ihrem hervorragenden Beitrag und der genauso fundierten wie detaillierten und sensiblen Lektüre des Comics bricht Dorothee Marx mit der Tabuisierung von ‚Behinderung’ in der Wissenschaft und gibt – wie sie selbst formuliert – Mukoviszidosekranken stellvertretend eine mögliche Stimme.

Wir gratulieren Dorothee Marx sehr herzlich zu diesem wunderbaren Beitrag und freuen uns, sie mit dem Martin Schüwer-Publikationspreis für herausragende Comicforschung auszeichnen zu dürfen!

Neben der Preisträgerin hat die Jury eine Shortlist von zwei weiteren Arbeiten benannt, die wir besonders lobend erwähnen wollen: Den Aufsatz „Opazität und Transparenz: Überlegungen zum poietischen Potenzial in Chris Wares Comics und Animationen“ von Nina Eckhoff-Heindl sowie den Beitrag „Visible Hand? Subjectivity and Its Stylstic Markers in Graphic Narratives” von Lukas Etter.

Nina Eckhoff-Heindl ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität zu Köln und MSCA-Fellow im Programm „a.r.t.e.s. EUmanities“ der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne. Ihr Beitrag ist 2018 in dem von Hans-Joachim Backe, Julia Eckel, Erwin Feyersinger,
Véronique Sina und Jan-Noël Thon herausgegebenen Sammelband Ästhetik des Gemachten. Interdisziplinäre Beiträge zur Animations- und Comicforschung bei De Gruyter erschienen. Eckhoff-Heindls innovativer Aufsatz verknüpft brillant Fragen und Phänomene der Comic- und Animationsforschung und stellt sie in eine kunstwissenschaftlich erweiterte (‚poietische‘) Perspektive. Der Autorin gelingt es überzeugend, die Arbeiten des US-amerikanischen Comickünstlers Chris Ware medienübergreifend zu analysieren und dabei den Aspekt der Materialität in den Blick zu nehmen.

Lukas Etter ist Postdoc und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Anglistik der Universität Siegen. Sein Beitrag ist 2017 in dem von Maike Sarah Reinerth und Jan-Noël Thon herausgegebenen Band Subjectivity across Media: Interdisciplinary and Transmedial Perspectives im Routledge Verlag veröffentlicht worden. Der Aufsatz fokussiert die suggerierte Subjektivität von Comickünstler_innen und verfolgt damit nicht nur ein wichtiges Desiderat der noch jungen Comicforschung, sondern verdeutlicht damit auch die vielfältigen interdisziplinären Anschlussmöglichkeiten, die sich für die Comicforschung in der Auseinandersetzung mit Fragen von Stil und Autor_innenschaft ergeben. Mit Theorien und Methoden der (hier: amerikanistischen) Literatur- und Kulturwissenschaft identifiziert Etter an der suggerierten Subjektivität der Autor_innen zwei einander entgegen laufende Tendenzen: einerseits die explizite Unmittelbarkeit und Materialität der Linie auf dem Blatt Papier, andererseits die zielvolle Planung und Anordnung des Seitenganzen. Seine Überlegungen schließen dabei nicht nur an den Namensgeber des Preises, Martin Schüwer und seine Arbeiten, an, sondern entwickelt diese auch in beeindruckender Weise weiter.

Wir gratulieren Nina Ekchoff-Heindl und Lukas Etter ganz herzlich zu ihren beiden hervorragenden Beiträgen zur interdisziplinären Comicforschung! Die Preisverleihung wird im Rahmen der 14. Wissenschaftstagung der Gesellschaft für Comicforschung (ComFor), am 9. November 2019 um 18:00 Uhr in Schwarzenbach an der Saale stattfinden. Im Anschluss an die Preisverleihung wird Dorothee Marx einen Preisvortrag mit dem Titel „Approaching Ghosts – Creating affected scholarship“ halten. -> Weiter zum Tagungsprogramm

Die Jury des Martin-Schüwer-Preises 2019:
Stephan Packard
Véronique Sina
Lukas R.A. Wilde

Sommerpause und Initiative für mehr Diversität in der Comicforschung

Die Redaktion der Gesellschaft für Comicforschung geht in die Sommerpause. Daher wird es bis zum 30. September 2019 keine wöchentlichen Updates geben. Hinweise bezüglich neuer Ausstellungen und aktuelle Calls for Papers lassen sich aber weiterhin auf der Website finden.

Bevor wir uns verabschieden, möchten wir noch auf eine neue Arbeitsgruppe der ComFor hinweisen, die auf Initiative von ComFor-Vorstandsmitglied Véronique Sina kürzlich ins Leben gerufen wurde: die AG Diversity.

Das Ziel der AG Diversity ist, sowohl innerhalb als auch außerhalb unseres Vereins zur gendergerechten Sichtbarkeit, Förderung und Vernetzung non-hegemonialer, queer-feministischer Comicforschung und -forscher_innen beizutragen. Die Initiative versteht sich als eine Reaktion auf einen in der Comicforschung vorliegenden Mangel an Diversität der sich sowohl in Forschungsansätzen und Text-Kanon als auch in der Gruppe der Forschenden und deren öffentlicher Repräsentation und Vernetzung widerspiegelt. Um diesen exkludierenden Repräsentationsverhältnissen entgegenzuwirken, sucht die AG Diversity eine inklusivere Forschungs- und Diskussionskultur aufzubauen und neue Impulse in der Forschung zu verankern.

Die letzte Jahrestagung der ComFor zu Themen der intersektionalen Gender- und Diversity Studies hat die große Notwendigkeit und das starke Interesse an queer-feministischen Fragestellungen und Perspektivierungen innerhalb der Comicforschung gezeigt. Sie hat dabei aber auch zugleich auf das vorhandene Desiderat und die Leerstellen hingewiesen, die es im Rahmen einer kritisch-reflexiven und interdisziplinären Auseinandersetzung mit dem Comic zu erforschen und bearbeiten gilt.

Mit der Gründung der AG Diversity geht die ComFor einen wichtigen Schritt um diese Lücke zu schließen sowie ein klares Zeichen gegen jede Form von Diskriminierung und Ausgrenzung zu setzen.

Aktuell befindet sich die AG noch weitestgehend in der Planungsphase. Im Rahmen der diesjährigen ComFor Jahrestagung in Schwarzenbach an der Saale ist jedoch am 10.11.2019 ein erstes konstituierendes Treffen geplant, bei welchem die genaue Form der Arbeit der AG festgelegt und aktiv angegangen werden soll.

Nähere Informationen und Kontakt zur AG gibt es per Email an: AGDiversity@comicgesellschaft.de

Jetzt wünschen wir all unseren Leser_innen allerdings erstmal einen schönen Sommer und freuen uns darauf, ab Herbst wieder mit regelmäßigen Meldungen zur Comicforschung aufzuwarten.

Herzlich,

Robin-Martin Aust, Katharina Serles und Natalie Veith

für die ComFor Web-Redaktion

Programm der Comfor-Jahrestagung 2019: „Aspekte der Comickomparatistik“

14. Wissenschaftstagung der Gesellschaft für Comicforschung (ComFor):

 

Übersetzung, Lokalisierung, Imitation und Adaption: Aspekte der Comickomparatistik

 

 

Programm

D| Vortrag oder Panel auf Deutsch

E| Talk or Panel in English

Freitag | Friday
11.30 am D| Mitgliederversammlung der Gesellschaft für Comicforschung (ComFor)
1.00 pm Mittagspause | Lunch Break (Snacks)
Offenes Forum I | Open Forum I
1.30 pm D| Lukas Etter:

»It’s a relief« Aline Kominsky-Crumbs spielerische Imitation und Subversion von Stildiskursen

2.00 pm D| Marie Müller:

Prudhommes Adaption von Struths Museum Photographs

2.30 pm E| Jennifer Neidhardt:

»I knew there was something in the closet«: Marvel’s Spider-Man and Queer Identity

3.00 pm Pause | Break
Offenes Forum II | Open Forum II
3.15 pm E| Katharina Serles and Marina Rauchenbacher:

Visualities of Gender in German-language Comics

3.45 pm E| Jeff Thoss, Ian Hague, Ian Horton, and Sylvia Kesper-Biermann:

Lost in Translation: Connecting English-language and German-language Comics Studies

4.15 pm E| Ivan Petrovic:

Translating Comics between Cultures and within Languages: The Case of Yugoslavian Comics in German-Speaking Countries

4.45 pm Pause | Break
5.00 pm Begrüßung | Commencement
D| Panel I: Comic-Übersetzung und ihre populäre Vermittlung
5.15 pm Alexandra Hentschel (Schwarzenbach):

Das einzige Museum für Comic-Übersetzung

5.45 pm Nassrin Sadeghi (Dortmund):

comic+cartoon. Pläne zum neuen Schauraum für Comic-Kunst in Dortmund

6.15 pm Pause | Break
E| Keynote I: Practice in Translation
6.30 pm David Zane Mairowitz (Berlin): KafKa in KomiKs
8.00 pm Abendessen | Dinner (Buffet)

 

Samstag | Saturday
E| Keynote II: International Perspectives on Comics Translation
9.00 am Federico Zanettin (Perugia):

New Methods in Examining Comics in Translation

10.15 am Pause | Break
E| Panel II: Translation and Localisation
10.30 am Laura Antola (Turku):

»If the other Nordic countries wish to publish rubbish, they can go ahead!« Transnational strategies for adapting the Marvel Universe in Finland

11.15 am Romain Becker (Lyon):

»Just according to keikaku (keikaku means plan)«:How fans translate (or don’t)

12.00 noon Pause | Break
12.15 pm Keren Zdafee (Tel Aviv):

Egyptianizing Mickey and Minnie? On cultural transfers and the domestication of Western imagery in the Egyptian satirical press of the 1930s

1.00 pm Lynn L. Wolff (Michigan):

Translation, Modification, Visualization: Comparative Aspects of Nora Krug’s Heimat

1.45 pm Mittagspause | Lunch Break
E| Panel III: Intermedia Adaptation
3.00 pm Olga Kopylova (Sendai):

Lines and Layers, Look and Feel: Transformations of style in manga-to-anime adaptations

3.45 pm Elisabeth Krieber (Salzburg):

Adapting the Queer Autographic Self: Fun Home from the Comics Page to the Broadway Stage

4.30 pm Pause | Break
4.45 pm Marina Rauchenbacher (Wien):

Who (and where) is Alice? Anke Feuchtenberger’s Adaptation of Lewis Carroll’s Alice

5.30 pm Pause | Break
6.00 pm Preisverleihung & Preisvortrag | Award & Special Keynote

Martin-Schüwer-Publikationspreis für herausragende Comicforschung | Martin Schüwer Publication Award for Excellence in Comics Studies

7.00 pm Conference Dinner

 

Sonntag | Sunday
D| Keynote III: Kulturwissenschaftliche Translatologie
9.00 am Natalie Mälzer (Hildesheim):

Comic-Übersetzungen und Adaptionen als kulturelle Praxis

10.15 am Pause | Break
D| Panel IV: Noch einmal: Vergleichen 
10.30 am Jörn Ahrens (Gießen):

Die Erfindung des Comic in Deutschland. Frühe Perspektiven der Comicforschung

11.15 am Ole Frahm (Frankfurt am Main):

Phantom. Phantomias.

12.00 noon Pause | Break
D| Panel V: Übersetzungen und Lokalisierungen 
12.15 pm Christine Hermann (Wien):

Die vielen Namen von Suske und Wiske. Ein flämischer Abenteuercomic in deutscher Übersetzung

1.00 pm Yun-Jou Chen (Taiwan/Mainz):

»Popalania, the perfect country« Neue Überlegungen zu dem Fall der Popeye-Übersetzung (1967-1968) in Taiwan

1.45 pm Mittagspause | Lunch Break

& Treffen der AG Diversity | Meeting of the Committee for Diversity

3.00 Dietrich Grünewald (Koblenz/Reiskirchen):

Die Kunst der Adaption – Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray

3.45 pm Linda-Rabea Heyden (Jena/Berlin):

Klassikeradaption im Comic funktional und medial, am Beispiel von Goethes Faust

4.30 pm Pause | Break
D| Panel VI: Intermediale Adaptionen
4.45 pm Markus Oppolzer (Salzburg):

Nachgezeichnete Leben:Die Künstlerbiografie am Beispiel Vincent van Goghs

5.30 pm Véronique Sina (Köln):

Queering Comic and Film: Coming out und coming of age in Le Bleu est une couleur chaude (2010) und LA VIE D’ADÈLE (2013)

6.15 pm Abschlussdiskussion | Conclusion
~7.00 pm Abreise | Departure

 

Ausrichtung | Organisers:

Christian Bachmann, Juliane Blank, Alexandra Hentschel und Stephan Packard

Siehe auch:
Anmeldung
Anfahrt
Unterkunft