Ankündigungen & Berichte

Poster-Austellung „Comics & Disability Studies“ in Köln

Termin:
18.06.2018 16:00 Uhr

Im Rahmen der Themenwoche „Diversity“ an der Universität zu Köln findet am Montag, den 18. Juni eine von Véronique Sina organisierte Poster-Ausstellung zum Thema „Comics & Disability Studies“ statt. Passend zur Themenwoche hält Sina am Mittwoch den 20. Juni außerdem einen Vortrag zum Thema „Comics und Intersektionalitätsforschung. Über das Ineinandergreifen differenz- und identitätsstiftender Kategorien in der sequenziellen Kunst“ im Rahmen der bereits angekündigten Kölner Ringvorlesung „Aktuelle Perspektiven der Comicforschung“.

Beschreibung (Poster-Ausstellung):

„Die im Rahmen der Auftaktveranstaltung der Diversity-Woche präsentierten Poster wurden von Studierenden des Seminars ‚Comics und Disability Studies‘ entworfen. Die Poster nehmen (Re-)Produktionen der „Ver/Behinderung“ im Medium Comic in den Blick. Anhand ausgewählter Beispiele werden Strategien der Visualisierung und Narrativierung von ‚Behinderung’ sowie damit einhergehende hegemoniale Ausschluss-, Kategorisierungs- und Normierungsprozesse analysiert. Im Rahmen eines intersektionalen Ansatzes wird zudem ein besonderer Fokus auf die Verbindung und Wechselwirkung von ‚Behinderung’ mit anderen identitäts- und differenzstiftenden Strukturkategorien wie etwa Geschlecht, Sexualität, Alter, Klasse, Nationalität, Religion oder Ethnizität gelegt.“

Beschreibung (Vortrag):

„Intersektionale Ungleichheitsforschung beschäftigt sich mit dem Ineinandergreifen diskursiver identitäts- und differenzstiftender Kategorien wie etwa Geschlecht, Klasse, Ethnizität, Religion oder Dis/Ability. Damit stellt das Konzept der Intersektionalität ein nützliches Instrument dar, um mediale (Re-)Produktionen hegemonialer Machtverhältnissen in den Blick zu nehmen. Ziel des Vortrags ist es, normativen Zuweisungen im Comic nachzugehen und ihre Repräsentation einer genauen Betrachtung sowie kritischen Analyse zu unterziehen.“

Mehr Informationen zur Themenwoche (inkl. kommentiertes Programm)

ComFor-Beiträge auf dem Comic-Salon 2018 als Videos

Wer das Vortragsprogramm der ComFor auf dem 18. Internationalen Comic-Salon in Erlangen verpasst hat, kann nun dank Bernd Glasstetters Youtube-Kanal (Splashcomics) drei der Vorträge noch einmal als Video ansehen. Ansonsten gibt es auf splashcomics.de auch dieses Jahr wieder eine Vielzahl von Berichten über die Veranstaltungen des Comic-Salons.

Augusto Paim, „Zu den Eigenschaften des Zeichenblocks als journalistisches Mittel“

Jörn Ahrens, „Dokumentation als Geste. Probleme des dokumentarischen Comic am Beispiel von Joe Sacco“

Sebastian Driemer, „Spielwiese oder professionell bestellter Acker? Aktuelle Beispiele zu Comicjournalismus aus dem Internet“

Dirk Vanderbeke, „Zur Geschichte journalistischer Bilderzählungen“

Lukas R.A. Wilde, „9/11 im Comic, oder: Bedrohte Ordnungen der Bilder“

Comixene-Interview zu Gender im Comic

In der aktuellen Ausgabe 127 der Zeitschrift Comixene ist ein dreiseitiges Interview von Autor Tillmann Courth mit Dr. Véronique Sina zu finden,  die als eine der Veranstalterinnen der ComFor-Jahrestagung 2018 zum Motto „Zwischenräume – Geschlecht, Diversität und Identität im Comic“ (Universität zu Köln) einen Einblick in das Thema Vielfalt und genderorentierte Comicforschung gibt.

Das vollständige Interview, „Schmeiß den Chauvi raus!“, wurde freundlicherweise vom Autor und der Redaktion als Pdf zur Verfügung gestellt und kann hier heruntergeladen werden:

Weiter zu Programm und Anmeldung für die ComFor-Tagung 2018

Weiter zur Comixene

Auslobung des Roland Faelske-Preises 2018

In diesem Jahr wird zum fünften Mal der „Roland Faelske-Preis für Comic und Animationsfilm“ von der Universität Hamburg und der Roland Faelske-Stiftung ausgelobt.

Aus dem Ausschreibungstext:
„Ausgezeichnet werden Studierende und Promovenden für herausragende Arbeiten aus dem Themenbereich ‚Comic‘ oder ‚Animationsfilm‘. Der Preis wird in zwei Kategorien verliehen: Für die beste Magister-, Diplom-, Master- oder Bachelor-Abschlussarbeit, dotiert mit 1.000 Euro und für die beste Dissertation, dotiert mit 3.000 Euro. Die Zulassung zum Verfahren erfolgt aufgrund der schriftlichen Empfehlung der betreuenden Fachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Einzureichen sind die kurze schriftliche Begründung, zwei gedruckte Exemplare der deutsch- oder englischsprachig verfassten Arbeit und ein tabellarischer Lebenslauf der Verfasserin / des Verfassers, die eidesstattliche Versicherung der Autorschaft sowie die Kontoverbindung. Dazu eine DVD mit einem PDF der Arbeit, des Lebenslaufes und des Empfehlungsschreibens.

Annahmeschluss ist der 01. Juli 2018.

Postadresse
Universität Hamburg
Arbeitsstelle für Graphische Literatur, Stichwort ‚Roland Faelske-Preis 2018‘
Prof. Dr. Joan Kristin Bleicher, Institut für Medien und Kommunikation
Überseering 35, Postfach #20, 22297 Hamburg

Arbeiten, die vor dem 01.07.2016 begutachtet worden sind, sind nicht zugelassen.

Die Richtlinie für die Verleihung des ‚Roland Faelske-Preises für Comic und Animationsfilm‘ kann unter hier eingesehen werden.

Auskünfte erteilen
Prof. Dr. Astrid Böger, Email: astrid.boeger@uni-hamburg.de
Institut für Anglistik und Amerikanistik der Universität Hamburg,

Prof. Dr. Joan Kristin Bleicher, Email: joan.bleicher@uni-hamburg.de
Institut für Medien und Kommunikation der Universität Hamburg“

Zur Website

(Video)bericht Rice University: Comics als Tool für Ingenieure

Ende Februar 2018 veröffentlichte die Rice Universität in Houston, Texas, einen Bericht über ein Pilotprojekt mit dem Comiczeichner Paul Karasik. Studierende von Ingenieurs-Studiengängen konnten hierin Einblicke in die Grundlagen der Comic-Ausdrucksmittel erhalten, um neue Wege zur Projektkommunikation zu erproben. Karasik ist nicht nur bekannt für seine zeichnerische Umsetzung von David Mazzucchellis City of Glass: The Graphic Novel-Adaption, sondern dachte gemeinsam mit Mark Newgarden in der Fantagraphics-Publikation How to Read Nancy: The Elements of Comics in Three Easy Panels (2017) bereits 276 Seiten lang über einzigen Nancy-Strip von Ernie Bushmiller (August 1959) nach. Der Rice University-Kurs „What can cartoonists teach engineers?“ wurde nun als interdisziplinäre Kollaboration des Departments of Visual and Dramatic Arts (VADA) und des Departments of Bioengineering ausgerichtet. Der Bericht auf der Homepage enthält eine ansprechende Video-Kurzdokumentation.

Zur Veranstalterseite

„Die besten deutschen Comics“: Comic-Lesung mit Katharina Greve in Bremen

Termin:
16.03.2018 - 21.04.2018

Die Wanderausstellung „Die besten deutschen Comics“ mit den Max-und-Moritz-Preisträgern des 17. Internationalen Comic-Salons in Erlangen (2016) gastiert noch bis zum 21. April in der Stadtbibliothek Bremen. Als Teil des Rahmenprogramms findet am 19. April eine Comic-Lesung mit der Preisträgerin Katharina Greve (Bester deutschsprachiger Comic-Strip) statt. Unter anderem wird sie dort ihren Webcomic „Das Hochhaus“ präsentieren.

Veranstaltertext:

Die besten deutschen Comics präsentiert die deutschsprachigen Comic-Kunstler, die auf dem 17. Internationalen Comic- Salon in Erlangen mit dem Max-und-Moritz-Preis 2016 ausgezeichnet wurden. Nach verschiedenne Stationen in Deutschland ist die zweijährige Wanderausstellung nun in Bremen zu Gast. Als beste deutschsprachige Comic-Kunstlerin wurde die in Bremen besonders fur ihr Comic zu Geesche Gottfred bekannte Zeichnerin Barbara Yellin ausgezeichnet. Die weiteren Preisträger*innen sind Birgit Weyhe (Bester deutschsprachiger Comic), die ebenfalls schon mehrfach in Bremen zu Gast war, sowie Katharina Greve (Bester deutschsprachiger Comic-Strip) und Mikiko Ponzceck (Publikumspreis). Patrick Wirbeleit und Uwe Heidschötter (Bester deutschsprachiger Kindercomic), sowie die studentische Gruppe Wunderfitz (Beste studentische Publikation) haben 2016 ebenfalls Preis erlangt. Der Sonderpreis fur die Pflege kulturellen Erbes ging an den Verleger Johann Ulrich vom avant-verlag. Zu sehen sind neben Auszugen und Originalen aus den prämierten Werken auch weitere Arbeiten und Zeichnungen aus dem Œuvre der Comic-Kunstler. Die Comic-Ausstellung gibt einen Einblick in die Arbeitsweise der prämierten Kunstler und die Entstehung ihrer Comics. Die Bandbreite der prämierten Werke reicht von der politisch-persönlichen Graphic Novel, uber innovative Webcomics und Manga bis hin zum Kindercomic.“

Zur Veranstalterseite

Zur Seite der Künstlerin

Summer School Köln „Globale virtuelle Kindermedienwelten“

Termin:
03.09.2018 - 16.09.2018

Neben der bereits angekündigten Kölner Summer School [sic!] „Comics & Visual Narration“ von Patrick Noonan und Stephan Packard planen Gabriele von Glasenapp, Felix Giesa und Andre Kagelmann einen weiteren Intensivkurs mit starkem Comicbezug für den Sommer 2018:

Cologne Summer School: „Virtual Children’s Media in a Global Perspective | Globale virtuelle Kindermedienwelten“
(Universität zu Köln)
3.-16. September 2018 in Köln

Bewerbungen zur Teilnahme sind bis zum 31. März 2018 an die Veranstalter_innen einzureichen (siehe weiter unten)

Veranstaltertext:

„Die Digitalisierung und Virtualisierung der literarischen Kommunikationswege erfordert eine Weiterentwicklung der Auseinandersetzung mit Kinder- und Jugendliteratur hin zu einer Kinder- und Jugendmedienkulturwissenschaft. Bislang ist dies jedoch nur in Ansätzen geschehen, eine systematische Auseinandersetzung fehlt. Zudem ist festzuhalten, dass es sich bei den in Deutschland erscheinenden Kinder- und Jugendmedien oftmals um Übersetzungen handelt. Diese transnationalen Impulse auf die deutschsprachigen Kinder- und Jugendmedien wurden zwar bereits erkannt und benannt, wie jedoch der transnational flow verläuft, ist bisher kaum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Beide Aspekte, der transnational flow und die transmediale Erweiterung von Erzählkosmen, verändern die Erfahrungswelten von Kindern und Jugendlichen in grundlegender Art und Weise, bis hin zu gänzlich neuen Praktiken der Aneignung (z.B. über sogenannte booktubes, Online-Lösungssammlungen zu Computerspielen oder die Verzahnung narrativer Computerspiele mit sozialen Medien).

Als erste Ansätze eines solchen Perspektivenwechsels hin zu einer Kinder- und Jugendmedienkulturwissenschaft können Arbeiten verstanden werden, die vergleichende medienübergreifende und/oder transnationale Forschungsansätze verfolgt haben. Dazu gehören etwa die Studien von Petra Josting zur Kinder- und Jugendliteratur im Medienverbund (Josting 2007, 2011, 2014), die Arbeiten von Michael Staiger zu Bilderbuch und Kinderfilm im Medienverbund und zur Serialität (Staiger 2010, 2014, 2016) sowie der von Ute Dettmar et al. herausgegebene Band zur „Kinder- und Jugendliteratur im Prozess der Medienkonvergenz“ (2014). Transnationale Entwicklungen haben Kristin Eckstein in ihrer Untersuchung unterschiedlicher Bild-Text-Verhältnisse im deutschen und japanischen Manga (Eckstein 2016) oder Felix Giesa in seiner vergleichenden Studie zur Darstellung von Adoleszenz in Comics der westlichen Kulturen im 20. Jahrhundert (Giesa 2015) beschrieben.

Die Summer School gründet sich auf diesen ersten Ansätzen und Ergebnissen: In einem Forschungsdesign, welches versucht, die transdimensionale Qualität dieses medialen Wandlungsprozesses abzubilden, müssen Forschungsperspektiven der traditionellen Philologien, der Kinder- und Jugendliteraturwissenschaft, der transmedialen Narratologie, der Transnationalitätsforschung sowie der visual culture studies integriert werden. Das Ziel der Summer School ist es daher, das Verständnis und Wissen solcher ‚globaler virtueller Kinder- und Jugendmedienwelten‘ zu vertiefen und so gleichzeitig das theoretische Profil der Kinder- und Jugendliteraturforschung im Zeitalter der transnationalen Medienkonvergenz zu schärfen. Dies soll erreicht werden, indem ausgewiesene Expert/innen und exzellente Nachwuchswissenschaftler/innen sowie Student/innen zusammengebracht werden, um auf diese Weise einen Dialog zu initiieren. Die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit sollen in einem Book Sprint am Ende der Summer School in Form eines Grundlagen-Handbuchs erarbeitet werden. Dieses soll aus – in Analogie zu den Keynotes – sechs elementaren problemumreißenden Essays sowie in etwa zwanzig lemma-artigen Artikeln bestehen. Geplant sind eine digitale open-access- sowie eine print-on-demand-Veröffentlichung.
Weiterlesen: Details zur Teilnahme

Comic-Seminar beim Summer Institute Cologne [sic!] 2018

Das alljährliche internationale Sommerinstitut der Universität zu Köln geht in die sechste Runde und wird auch dieses Jahr wieder eine englischsprachiges Veranstaltung zu „Comics & Visual Narration“ anbieten. Organisiert wird das Seminar von Patrick Noonan (Northwestern University) und Stephan Packard (Köln), unserem gegenwärtigen ComFor-Vorsitzenden. Vom 27. August bis zum 7. September diesen Jahres werden sich die Teilnehmer_innen (Master-Studierende und Doktorand_innen) mit dem Thema „Constructing Space, Building Place: Topographies of Comics and Visual Narration“ auseinandersetzen.

Bewerbungen können noch bis zum 15. März 2018 eingeschickt werden (siehe Call for Participation).

Zur Veranstalterseite

Tagungsbericht: Symposium zur Verabschiedung von Bernd Dolle-Weinkauff

Ein Gastbeitrag von Lukas Sarvari
Fotos: Anna Stemmann & Annika Ullmann

Am 27. Januar 2018 wurde Prof. Dr. Bernd Dolle-Weinkauff, der Ende des Wintersemesters 2017/18 in den  Ruhestand eintritt, mit einem Symposium in der Frankfurter Goethe-Universität geehrt. Seit 1989 als Kustos des Frankfurter Instituts für Jugendbuchforschung tätig, wurde er 2011 zum Honorarprofessor der Gesamthochschule Kecskemét (Ungarn) ernannt. Bis 2012 war er Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung (GKJF) und war 15 Jahre lang Mitherausgeber des Jahrbuchs Kinder- und Jugendliteraturforschung. Überdies ist Dolle-Weinkauff Gründungsmitglied der Gesellschaft für Comicforschung (ComFor) und Leiter des Comic-Archivs der Universität Frankfurt, der größten wissenschaftlichen Comic-Sammlung in Deutschland.
Diesem Arbeits- und Forschungsschwerpunkt gemäß fand das Symposium unter dem Titel „Comics. Eine Bestandsaufnahme: Archive – Sammlungen – Institutionen“ statt.

Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch Prof. Ute Dettmar, Direktorin des Instituts für Jugendbuchforschung, folgten zwei Vorträge über Comic-Sammlungen und -Archive im Ausland: Die Japanologin Prof. Jaqueline Berndt (Stockholms universitet) gab in ihrem Vortrag über „Materialprobleme der historischen Mangaforschung in Japan“ einen Überblick über die verschiedenen Sammlungs- und Forschungsinstitutionen in Japan. Als Problem wurde zum Beispiel deren Stellung im Spannungsfeld von Wissenschaft und Kommerzialisierung erörtert. Der Amerikanist Prof. Daniel Stein (Universität Siegen) bot anschließend eine historisch orientierte Ausführung über „Comic-Archive und die Konsolidierung der Comics Studies in den USA“. Er erläuterte unter anderem, wie die Geschichte der Comic-Sammlungstätigkeit amerikanischer Bibliotheken an den Prozess der kulturellen Aufwertung von Comics bzw. Graphic Novels geknüpft war. Anstelle des geplanten Vortrags von Prof. Stephan Packard (Universität zu Köln) über die „Veränderte Medialität und Materialität bei digitalen Comics“, der krankheitsbedingt ausfallen musste, folgte ein Beitrag von Dr. Felix Giesa (Universität zu Köln) über historische und aktuelle Beispiele für Kindheits- und Adoleszenzbilder im Comic. Besonders deutlich machte er, dass vor dem Paradigmenwechsel der 1960er Jahre keine primär auf die realistische Wiedergabe adoleszenter Lebenswelten abzielenden Comics existieren.

Die anschließende Podiumsdiskussion zur „Bestandsaufnahme der (Comic-)Archive“ versammelte eine Reihe einschlägiger Expertinnen und Experten: Carola Pohlmann, Leiterin der Abteilung Kinder- und Jugendliteratur der Staatsbibliothek zu Berlin, sprach über die Herausforderungen und Schwierigkeiten des Bibliothekswesen im Umgang mit Comic-Sammlungen; Dr. Ole Frahm (Frankfurt a. M.) berichtete über die Entwicklung der Hamburger Arbeitsstelle für graphische Literatur (ArGL): ein ursprünglich studentisches Projekt, das über die Jahre verschiedene Sammlungsschwerpunkte gelegt hat und heute eine wichtige Anlaufstelle für die Comicforschung in Deutschland ist; Dominique Pètre, Kulturbeauftragte des Institut franco-allemand de sciences historiques et sociales (IFRA), gab einen Einblick in den frankophonen Raum, wo Comic-Institutionen wie Archive, Museen und Veranstaltungen in großer Vielfalt und fortgeschrittener Form existieren; Prof. Rembert Hüser (Universität Frankfurt) stellte die Sammlungstätigkeit des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaft vor, das jüngst den Aufbau einer Videospiel-Mediathek sowie die Gestaltung neuer Räume zur Mediennutzung bewerkstelligt hat. Am Ende des Gesprächs wurde der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass die Diskussion einen initiativen Impuls zur stärkeren Vernetzung von Sammlungs- und Archivinstitutionen im deutschsprachigen Raum geben könne.

Das Abendprogramm war geprägt von Laudationes auf Bernd Dolle-Weinkauff, in denen seine Arbeit als Sammlungsleiter, Forscher und Dozent gewürdigt wurde. Erinnerungen an Dolle-Weinkauffs Werdegang teilten sein Weggefährte Prof. Dietrich Grünewald (Unversität Koblenz-Landau), ComFor-Vorstandsmitglied Dr. Felix Giesa sowie Prof. Ute Dettmar, Anna Stemmann und Lukas Sarvari vom Institut für Jugendbuchforschung. Auch der Gründungsdirektor des 1963 eröffneten Instituts, Prof. em. Dr. Klaus Doderer, hielt eine Rede, in der er Dolle-Weinkauffs verdienstvolle Mitarbeit seit den 1970er Jahren ins Gedächtnis rief. Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Werkstattgespräch mit dem Illustrator und Bilderbuchautor Ole Könnecke, der einige seiner Werke präsentierte sowie Fragen zu deren künstlerischen Produktionsprozess und die vielfältigen Einflüsse, die schwedische Comics auf seinen Stil hatten, beantwortete.

Für die rund 80 Teilnehmer und Gäste war das von Ute Dettmar, Anna Stemmann und Felix Giesa organisierte Symposium, eine gleichermaßen erkenntnisreiche wissenschaftliche Tagung, wie ein geselliges Zusammentreffen von zahlreichen ehemaligen und derzeitigen Kollegen und Studenten Bernd Dolle-Weinkauffs und nicht zuletzt eine gebührende Würdigung des renommierten Comic-Forschers.

Comic-Event „Graphic Narrative and the Trauma of Death Camps“

Termin:
13.02.2018

Die Forschungsgruppe „PathoGraphics“ der Friedrich Schlegel Graduiertenschule an der FU Berlin lädt am 13. Februar zu einer Veranstaltung mit der Comic-Künstlerin Leela Corman. Diese ist gerade anlässlich eines Forschungsaufenthalts in Berlin und wird unter dem Motto „Graphic Narrative and the Trauma of Death Camps – A Presentation of Creative Work in Progress by Comics Artist Leela Corman“ ihren bisherigen Werdegang sowie ihr aktuelles Buchprojekt präsentieren. Anschließend gibt es eine Fragerunde auf Englisch.

Veranstaltertext:

„Leela Corman is currently working on Victory Parade, a graphic novel set during the Second World War in Brooklyn, New York and at the Allied liberation of Buchenwald. This book is about women working in the Brooklyn Navy Yard, war refugees, amateur women’s wrestling, and the trauma of witnessing death camps.“

Zur Veranstalterseite