Veranstaltungen

20. Internationaler Comic-Salon Erlangen

Vom 16. bis zum 19. Juni findet heuer der 20. Internationale Comic-Salon Erlangen live vor Ort statt. Im Rahmen einer Bühnenshow mit Lara Keilbart wird am Samstag, dem 18. Juni von 20:00-21:00 Uhr der GINCO-Award 2022 vergeben, das breit aufgestellte Programm bietet aber auch sonst eine beeindruckende Fülle an Events, von Ausstellungen über Signierstunden bei Künstler_innen bis zu Panelvorträgen. Bei letzterem Programmpunkt ist auch die ComFor durch etliche Mitglieder stark vertreten:

Freitag, 17. Juni 2022

11:00 Dr. Daniela Kaufmann (Graz): Das kleine Schwarze. Wedekind, Mahler und die nackte Ikone einer Zeit

11:30 Prof. Dr. Jörn Ahrens (Gießen): Das historische Geschlecht. François Bourgeons Reisende im Wind

12:00 Mag. Ilona Stütz (Steyr): Töchter und andere Familienangelegenheiten

Samstag, 18. Juni 2022

11:00 Dr. Barbara Eggert (Linz): Over my dead body? Selbstverkörperung als gendersensiblisierendes Reflexionstool in Comicanalyse und Comicproduktion

11:30 Hanspeter Reiter (Landsberg/Lech): Prämoderner Feminismus in Superhelden-Comics

12:00 Dr. Yun-Jou Chen (Mainz): „Sie“ in der Demokratisierung Taiwans: Comiczeichnerin Lao Qiong (1953-2008) und ihr Comic Sie (1990)

15:00 – 17:00 Kooperationspanel der AG Comicforschung und OeGeCe zu Vorbilderinnen im Fokus queer-feministischer Comicforschungin den Räumlichkeiten der Ausstellung: „In insgesamt acht Impulsvorträgen werden Mitglieder der AG und OeGeC ausgewählte Exponate verschiedener Comickünstlerinnen aus queer-feministischer Perspektive beleuchten und so interessierten Besucher*innen einen Einblick in aktuelle Fragen und Ansätze der interdisziplinären Comicforschung geben.“

Sonntag, 19. Juni 2022

11:00 Helene Bongers, M.A. (Berlin): Die Selbstermächtigung der Dienerin – Agency im Kontext intersektionaler Diskriminierung in Moderne Olympia

11:30 Martin Frenzel, M.A. (Darmstadt): Frankreichs politisch-widerständige Comic-Frauen: Von Claire Bretécher bis Catherine Meurisse

Weitere Informationen zum Comic-Salon Erlangen 2022 finden Sie hier.

Werkstattgespräch Gender/Queer & Comics

Termin:
27.01.2022 17:15 - 18:45

Die Siegener Forschungsstelle „Queery/ing Popular Culture“ veranstaltet am 27. Januar 2022 ein Online-Werkstattgespräch mit Annemarie Klimke (Siegen) und Elisabeth Krieber (Salzburg) zum Thema „Gender/Queer & Comics“, zu dem Daniel Stein und Véronique Sina alle Interessierten ganz herzlich einladen möchten.

Annemarie Klimke wird ihren Vortrag über „‘Feelings? And stuff?‘ – Ein Gespräch über Emotionen in Superheldinnencomics“ halten; Elisabeth Krieber spricht über „Adapting the Transgressive and Queer Autographic Self. Alison Bechdel’s /Fun Home/ and Phoebe Gloeckner’s /The Diary of a Teenage Girl/ from Page to Stage and Screen”. Weitere Informationen zu den Vorträgen finden Sie weiter unten.

Eine Anmeldung für die Online-Veranstaltung ist bis zum 25. Januar 2022 per Mail an gender@uni-siegen.de möglich. Weitere Infos zur Forschungsstelle finden Sie unter Forschungsstelle Queery.

Alle Infos zum Werkstattgespräch finden Sie auch auf der Queery-Webseite Werkstattgespräche: Impulsvorträge und Diskussion.



Annemarie Klimke (Siegen): „‘Feelings? And stuff?‘ Ein Gespräch über Emotionen in Superheldinnencomics“*

Emotionen in Superheld*innencomics besitzen viele Gestalten. Sie sind verflochten in der Panelstruktur, spiegeln sich in Mimik und Gestik, in den heroischen Körpern, den dramatischen Handlungen, in Text und Bild wider. Als kulturelle Konstrukte erscheinen diese Emotionen dynamisch und wandelbar (Lehnert 2011), sie zirkulieren zwischen den Zeichen und Körpern (Ahmed, 2014), sie stiften Beziehungen (Frevert, 2011), sie sind konstitutiv verbunden mit interdependenten Kategorien (Walgenbach, 2012) wie Race, Class, Gender und kreieren so Körper und Identitäten.

In meiner Dissertation setze ich mich mit verschiedenen Emotionalisierungsstrategien der US-amerikanischen Superheldinnencomics auseinander. Hierzu untersuche ich beispielsweise die genrespezifische Formsprache, also das emotionale Zeichenrepertoire von Superheldinnencomics, oder betrachte andererseits die Funktion und Darstellung von Emotionen auf der Storyebene. In diesem Werkstattgespräch werde ich zunächst mein Forschungsprojekt als Ganzes vorstellen, um dann dezidiert auf ein ausgewähltes Kapitel einzugehen, das sich mit der Verquickung von Emotion, Race und Gender auseinandersetzt.

Annemarie Klimke studierte Deutsche Literatur, Kulturwissenschaften sowie Vergleichende Literatur- und Kunstwissenschaft in Berlin, Potsdam und Tallinn. Seit 2018 promoviert sie zu Emotionen im Superheld*innengenre an der Universität Siegen und ist Promotionsstipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes.



Elisabeth Krieber (Salzburg): Adapting the Transgressive and Queer Autographic Self. Alison Bechdel’s /Fun Home/ and Phoebe Gloeckner’s /The Diary of a Teenage Girl/ from Page to Stage and Screen”

In my presentation I provide an overview of my dissertation project, which explores how comics’ subversive medial potential for the critical negotiation of autobiographical processes and identities – summarized by Gillian Whitlock under the term „autographics“ – is remediated and staged in other media. In two case studies, Alison Bechdel’s /Fun Home/ and Phoebe Gloeckner’s /The Diary of a Teenage Girl/, which have been adapted into a musical by Lisa Kron and Jeanine Tesori (Fun Home) and into a play as well as a film by Marielle Heller (Diary), I aim to illustrate the transformation of performative, transgressive and queer autographic selves into embodied performances on stage and screen. My project focuses on Heller’s and Kron’s and Tesori’s creative representational strategies to negotiate these autographic subjectivities in various media constellations and the effect of the adaptation process on the feminist transgressions and queerness that define Bechdel’s and Gloeckner’s subjectivities.

Elisabeth Krieber is currently in the last stages of her PhD in American Studies at the University of Salzburg, where she has also completed a Master’s degree in „English Studies and the Creative Industries.“ Her research interests include Comics and Autobiography Studies, Gender and Queer Studies, as well as Media and Intermediality Studies. Most recent publication: “Adapting the Autographic Self” In: Closure. Kieler e-Journal für Comicforschung #6 (2019), S. 108–126. 

Comic Advent der OeGeC

Termin:
06.12.2021 17:00 - 20.12.2021

Dass man die Wartezeit bis Weihnachten nicht nur mit Schokolade aus dem Adventskalender verkürzen kann, zeigt momentan die Österreichische Gesellschaft für Comic-Forschung und -Vermittlung (OeGeC): Unter dem Titel Comic Advent findet an jedem der kommenden Montage  im Rahmen eines ComicMonday (CoMon) eine von der Kulturabteilung der Stadt Wien geförderte Diskussion statt. Im Gespräch sind:

  • 06.12. – Albert Mitringer über seine Comics LILA und Requiem
  • 13.12. – Ari Ban über seine queeren/trans* Comics und Illustrationen
  • 20.12. – OeGeC und ComFor Mitglied Elisabeth Klar mit Jasmin Rehrmbacher über ihren Comic Kreuz und andere Arbeiten

Die Gesrpäche finden jeweils um 17:00 Uhr via Zoom statt. Die Anmeldungen ist jeweils bis 24 Stunden vor dem Termin per Email an vorstand@oegec.com möglich.

→ Zum Programm des Comic Advent

→ Zur Website der OeGeC

2. Termin Comic Kolloquium Nord

Termin:
02.11.2021 18:15

Am 02. Dezember 2021 um 18:15 Uhr wird Lea-Sophie Herken im Rahmen der zweiten Sitzung des Comic Kolloquiums Nord im Wintersemester 2021/22 (Universität zu Köln; Germanistik) einen Vortrag zu dem BA-Projekt: „Der Comicbarcode – ästhetische Visualisierung oder bereichernde Methodik?“ präsentieren.

Informationstext zum Vortrag:

„Inspiriert von den, vor allem in der Filmwissenschaft angewendeten, Moviebarcodes wird eine innovative Methode zur Analyse vorgestellt, die durch Konvertierung der Panels in Barcodeform eine differenzierte Betrachtung des Zusammenspiels von comicspezifischen Merkmalen erlaubt. Im Fokus der Arbeit steht die Diskussion, inwiefern sich durch die digitale Bearbeitung und softwaregeleitete Analyse der Comicbarcodes auch veränderte analytische Perspektiven auf Formen der grafischen Literatur ergeben können.“

Der Vortrag wird digital über Zoom stattfinden.

Anmeldung bis spätestens zum 01. Dezember 2021 per E-Mail an: comic.kolloquium.nord@gmail.com

Sie erhalten dann kurz vor Veranstaltungsbeginn die benötigten Zugangsdaten. Hinweis zur Anmeldung: Alle, die sich bereits angemeldet haben, bekommen den Link automatisch zugestellt und müssen sich NICHT erneut registrieren.

Weitere Informationen zum Comic Kolloquium Nord finden Sie hier. 

6. Comics-Exchange: „Antifaschismus & Comics“

Bei COMICS-EXCHANGE handelt es sich um ein digitales Diskussionsforum, das die AG Comicforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) in Kooperation mit dem Berliner Comic-Kolloquium und der Österreichischen Gesellschaft für Comicforschung und -Vermittlung (OeGeC) veranstaltet. Zu den bevorstehenden Terminen und Themen schreiben die Veranstalter_innen Folgendes:

„Auch die Comicszene ist vor rechter Instrumentalisierung nicht sicher. Das zeigt etwa die Gründung rechtspopulistischer Verlage. Umso wichtiger war der sofortige Protest aus der deutschsprachigen Comicszene. Antifaschismus ist gelebte Praxis, nicht nur historische Reflexion. Im deutschsprachigen Raum beziehen gleich zwei Initiativen unabhängiger Comickünstler*innen Stellung gegen Faschismus und rechtsextreme sowie rechtspopulistische Strömungen: comicsgegenrechts.at seit 2009 und #comicsgegenrechts seit 2019. Im Rahmen der Initiativen ist eine beeindruckende Sammlung unterschiedlichster Comics, Cartoons und Illustrationen zusammengekommen, die beispielhaft verdeutlicht, auf welch vielfältige Weise sich das Medium Comic mit dem Thema Antifaschismus auseinanderzusetzen vermag (http://www.comicsgegenrechts.at; http://comicsgegenrechts.de/).

Vom ersten Captain-America-Cover 1941, auf dem der Titelheld Adolf Hitler mit einem kräftigen Kinnhakenniederstreckt, über Art Spiegelmans Maus. A Survivor’s Tale bis zu diesen neueren Initiativen zieht sich eine Linie der kritischen Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus, Drittem Reich, den Schrecken der Schoah, aber eben auch aktuellem Faschismus durch Comics und verwandte Formen. Im sechsten und siebten Comics-Exchange wollen wir gemeinsam einen Blick auf verschiedene Thematisierungen von Antifaschismus in der sequentiellen Kunst werfen.“

Programm/Impulsvorträge:

TEIL I: 3.12.2021 | 17h

  • Regina Hofer und Leopold Maurer im Gespräch mit Bernhard Frena und Véronique Sina über ihren Comic Insekten(2019)
  • Ole Frahm präsentiert „The Night of the Golden Fuhrer“ (sic!) in: The Scorpion (Nr. 3, 1975) von Jim Craig/Gabriel Levy
  • Wiebke Siemsglüß präsentiert Überleben in Dachau (2020) von Guy-Pierre-Gautier/Tiburce Oger und  Der Duft der Kiefern (2021) von Bianca Schaalburg
  • Dietrich Grünewald präsentiert Das Karbid-Kommando (1987) von Günter Rückert

TEIL II: 14.01.2022 | 17h

  • Martin Reiterer präsentiert Bruchlinien. Drei Episoden über den NSU (2019) von Nino Bulling/Anne König
  • Barbara M. Eggert präsentiert On Tyranny (2021) von Nora Krug/Timothy Snyder
  • Matthias Harbeck stellt Secret Empire (2017) von Nick Spencer et al. vor
  • Anna Gabai präsentiert Bella Ciao (2017) von Maurizio A.C. Quarello
  • Markus Streb präsentiert „There Are No Master Races!“ In: True Comics (Nr. 39, 1944); Autor_in unbekannt

 

Anmeldungen via Mail an Véronique Sina (vsina@uni-mainz.de) und Bernhard Frena (b.frena@gmail.com) sind für Teil I bis zum 28. November 2021 und für Teil II bis zum 9. Januar 2022 möglich.

Das Programm finden Sie hier.

Weitere Informationen zum Event finden Sie hier.

Informationen zum Diskussionsforum allgemein finden Sie hier.

Manga-Morgen: «Visuelles Erzählen in Comics und Galerie?»

Das Museum Rietberg Zürich hat Aufzeichnungen der Mini-Konferenz „Visuelles Erzählen in Comics und Galerie?“ veröffentlicht, welche am 24. Oktober 2021 live vor Ort stattfand. Bei der Veranstaltung waren u. A. Vorträge der ComFor Mitglieder Nina Eckhoff-Heindl, Jaqueline Berndt und Stephan Packard zu hören.

Der Ankündigungstext der Veranstalter_innen:

„Manga sind Comics, grafische Erzählung, sequenzielle Kunst. Wie erzeugt diese Ausdrucksform mit ihren Mitteln das Erlebnis eines Leseflusses? Welche Rolle spielt das jeweilige Trägermedium dabei? Und was passiert, wenn gezeichnete Geschichten in den dreidimensionalen Galerieraum übersetzt werden? Dieses Symposium bringt Positionen aus Praxis und Forschung zur Sprache, im ersten Teil zu «Comics auf Druckseite und Bildschirm: Visuelles Erzählen heute» und im zweiten zu «Comics im Museumsraum: Ausstellen, Vorstellen, Kaltstellen?».“

Sie können die Aufzeichnungen hier nachschauen:

 

 

Weitere Informationen zur Konferenz finden Sie hier.

Das Programm zur Veranstaltung finden Sie hier.

Comic-Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2021/22

Wie im vergangenen Sommersemester sammeln und archivieren wir alle comicrelevanten Lehrveranstaltungen im deutschsprachigen Raum. Wir freuen uns, dass auch in diesem – nun vierten – Hybrid-Semester wieder zahlreiche comicrelavante Veranstaltungen zu vermelden sind.

Wir danken allen unseren Mitgliedern und Interessierten für Hinweise auf die folgenden Lehrveranstaltungen. Sie sind alphabetisch nach ihrem jeweiligen Ausrichtungsort angeordnet. Wir ergänzen sie laufend. Es lohnt sich also immer wieder vorbeizuschauen!

Wenn Sie noch einen Kurshinweis ergänzen möchten, schreiben Sie bitte eine E-Mail mit allen relevanten Daten an die Webredaktion: redaktion@comicgesellschaft.de. Wir wünschen ein erfolgreiches Sommersemester!

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1. Termin Comic Kolloquium Nord (Winter 2021/22)

Termin:
04.11.2021 18:15

 

Am 4. November findet der erste Termin des Comic Kolloquiums Nord im Winter 2021/22 statt. Das Kolloquium verbleibt auch in der dritten Veranstaltungsrunde digital um auch im virtuellen Raum regelmäßige interdisziplinäre Diskussionen zu Comics zu ermöglichen. Veranstaltet wird das Comic Kolloquium Nord von unseren ComFor Mitgliedern Sylvia Kesper-Biermann, Johannes C.P. Schmid und  Astrid Böger sowie
Andreas Veits.

Den Auftakt macht am 4. November Rüdiger Singer von der Germanistik der CAU Kiel mit seinem Vortrag „‚Dropping the Pilot‘: Die Pressekarikatur zwischen Allegorie, Anekdote und Argument.“ Am 2. Dezember setzt Lea-Sophie Herken (Universität zu Köln; Germanistik) die Reihe mit ihrem Vortrag „Der Comicbarcode – ästhetische Visualisierung oder bereichernde Methodik?“ fort, gefolgt von Dennis Bock (Universität Hamburg), Karen Meyer-Rebentisch (Lübeck) und Jeff Hemmer (Comiczeichner aus Bremen) am 13. Jänner 2022 mit ihrem Vortrag „Werkstattbericht: Die Geschichte der Lübecker Märtyrer in einer Graphic Novel“.

Beginn ist jeweils um 18:15 Uhr und das Ende ca. 19:30 Uhr.

Die Veranstaltung findet via ZOOM statt; eine Anmeldung ist über E-Mail an comic.kolloquium.nord@gmail.com möglich. Der Link zur Veranstaltung wird nach der Anmeldung zugesandt.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Tagung „Race, Class, Gender & Beyond – Intersektionale Ansätze der Comicforschung“

Wir freuen uns, die Tagung Race, Class, Gender & Beyond – Intersektionale Ansätze der Comicforschung, ausgerichtet von der AG Comicforschung anzukündigen! Die von Anna Beckmann (Freie Universität Berlin), Kalina Kupczynska (Universität Lodz), Marie Schröer (Universität Potsdam) und Véronique Sina (Johannes Gutenberg-Universität Mainz) organisierte Tagung bietet vom 20. bis 22. Oktober im Tagungszentrum der Volkswagen-Stiftung Schloss Herrenhausen (Hamburg) ein prall gefülltes Programm – auch hier mit reger Beteiligung durch Comfor-Mitglieder!

 

 

Ankündigungstext:

„Der Begriff der ‚Intersektionalität‘ hat Hochkonjunktur. Immer häufiger ist sowohl im akademischen wie auch im öffentlichen Kontext von intersektionalem Denken oder dem Paradigma der Intersektionalität die Rede. Innerhalb der aufstrebenden Comicforschung ist die Perspektive der kulturwissenschaftlich ausgerichteten Intersektionalitätsforschung jedoch kaum vertreten. Die mangelnde Auseinandersetzung mit der ‚sequenziellen Kunst’ aus intersektionaler Perspektive, ist umso verwunderlicher, insofern sich Comics aufgrund ihrer medialen Beschaffenheit besonders gut eignen, alternative Lebenswege aufzuzeigen und das ‚sichtbar‘ zu machen, was sich außerhalb des hegemonialen Diskurses befindet. Viele Künstler*innen nutzen Hybridität und Sonderstellung der Comics, um ebenso persönliche wie gesellschaftspolitische Geschichten zu erzählen.

Mit dem Symposium „Race, Class, Gender & Beyond – Intersektionale Ansätze der Comicforschung“ soll das Potenzial eines intersektionalen Ansatzes für die noch junge Comicforschung herausgestellt werden. Die dreitägige Veranstaltung schafft den Rahmen zur Vorstellung und Diskussion von Forschungsergebnissen sowie zum interdisziplinären Austausch von internationalen Wissenschaftler*innen und Kulturschaffenden. Dabei steht die Verzahnung verschiedener Differenzachsen wie Gender, Sexualität, Alter, Klasse, Nationalität, Dis/Ability und Race, sowie die Analyse der mit diesem Wechselspiel einhergehenden hierarchischen Machtverhältnisse im Medium Comic, aber auch im Kontext seiner Produktion und Rezeption im Mittelpunkt der Auseinandersetzung. Intersektionalität ist eine disziplinenübergreifende analytische Perspektive, mit deren Hilfe sowohl die Konstitution und Verschränkung identitätslogischer Kategorien als auch multiple Formen der Diskriminierung und normativen Klassifizierung betrachtet werden, und, die in enger Beziehung zu den Gender-, Queer- oder auch Dis/Ability und Postcolonial Studies steht.

Mit dem Thema „Race, Class, Gender & Beyond“ werden bestehende Ansätze innerhalb der deutschsprachigen Comicforschung gezielt um eine intersektionale Perspektivierung erweitert und erstmals in den Mittelpunkt einer mehrtägigen internationalen Veranstaltung gestellt. Dadurch soll die Sensibilisierung für und die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Formen der mehrdimensionalen Diskriminierung und Ausgrenzung im Medium Comic innerhalb der interdisziplinären Comicforschung vorangetrieben, international sichtbar(er) gemacht und gefestigt werden.“

 

 

Tagungsprogramm

Mittwoch, 20.10.2021

ab 11.00 Uhr Registrierung/Empfang
12.30 Uhr Begrüßung
Anna Beckmann, Kalina Kupczynska, Marie Schröer &
Véronique Sina
13.00 Uhr Intersektion 1: Produktionen
Moderation: Anna Beckmann

Romain Becker (Lyon)
Gender & Genre im Comicverlag: Wer macht Was bei Reprodukt?

Bernhard Frena (Wien)
Mich selbst (be-)schreiben. Queere Webcomics, Own Voices & Auto-Ethnographie

Dorothee Marx (Kiel), digital
Gezeichnete Körper? Intersektionale Perspektiven auf Disability im Comic

15.00 Uhr Kaffeepause
15.30 Uhr Intersektion 2: Transformationen
Moderation: Kalina Kupczynska

Katharina Serles (Wien)
Im Transit verloren? Gender-Grenz-Überschreitungen in Franz Suess‘ „Paul Zwei“

Elisabeth Krieber (Salzburg)
Autographics & Adaption. Über die intermediale Verbreitung des transgressiven & queeren ‚Autografischen Selbst‘

Lynn Wolff (Michigan), digital
Intersektionalität durch Intermedialität: Die Erforschung von Subjektivität in autobiografischen Graphic Novels

17.30 Uhr Kaffeepause
18.00 Uhr Podiumsdiskussion
mit Sheree Domingo, Lisa Frühbeis, Sascha Hommer & Lara Keilbart

Moderation: Marie Schröer

19.30 – 21.00 Uhr Abendbuffet

 

Donnerstag, 21.10.21

9.00 Uhr Intersektion 3: Historien
Moderation:  Eva Kimminich

Markus Streb (Gießen)
Alte Wunden, alte Stereotype? Jüdische Überlebende als Rächer*innen im Comic

Sylvia Kesper-Biermann (Hamburg)
Comics & ‚Gastarbeiter*innen‘ in der Bundesrepublik (1970–1980er Jahre)

Ole Frahm (Frankfurt a.M.)
Zombies, Vampire, Golems, Gespenster. Comic Monstren kapitalistischer Gesellschaften

11.00 Uhr Kaffeepause
11.30 Uhr Intersektion 4: Held*innen
Moderation: Juliane Blank

Annemarie Klimke (Siegen)
Affekt & Gender in Superheldinnencomics

Daniel Stein (Siegen)
Amazons, Abolitionists, Activists: Zur Intersektionalität von Race & Class in Comics US-amerikanischer Frauen

Véronique Sina (Mainz)
Intersektionalität remediated: Race, Class, Gender & Beyond in „The Handmaid’s Tale”

13.30 Uhr Mittagsbuffet  
14.30 Uhr Intersektion 5: Repräsentationen
Moderation: Susanne Hochreiter

Jasmin Wrobel (Berlin)
(In)visível/(Un)sichtbar: Überlegungen zu Repräsentation, Partizipation & Protagonismus afrobrasilianischer Frauen in graphischen Narrativen

Barbara Eder (Wien)
Nichts zu danken. Lager-Szenarien bei Nina Bunjevac

Brett Sterling (Arkansas), digital
Aus wessen Perspektive? Die Darstellung von race & Migration in deutschsprachigen Comics

16.30 Uhr Kaffeepause
17.00 Uhr Mentoring-Gespräche
18.30 Uhr Abendbuffet
20.00 – 21.30 Uhr Comic-Lesung
mit Nino Bulling
Moderation: Anna Beckmann

 

Freitag, 22.10.21

9.30 Uhr Intersektion 6: (Mit-)Fühlen
Moderation: Nina Eckhoff-Heindl

Jaqueline Berndt (Stockholm)
Frauenmanga ohne Romantik: Prekarität & Weißraum

Assunta Alegiani (Berlin)
Begehrende Körper: Sexualität & Intimität in Darstellungen von Dis/Ability im Comic

Irmela Marei Krüger-Fürhoff (Berlin)
Verflochtenes Leben: Alter, Pflege & Tod im Comic

11.30 Uhr Kaffeepause
12.00 Uhr Visualisierungs-Workshop
mit 123comics
13.30 Uhr Mittagsbuffet
14.30 Uhr Intersektion 7: Aktivismus
Moderation:  Mara Stuhlfauth-Trabert

Marina Rauchenbacher (Wien)
Grenzen – Grenzungen – Grenzende Körper. Comics über Flucht/Migration & ihr gesellschaftspolitisches Potenzial

Nina Schmidt (Berlin)
Sexuelle Aufklärung & Körperpolitiken im feministischen Comic der Gegenwart

Elizabeth Nijdam (Vancouver), digital
An der Kreuzung von Kunst & Aktivismus: Comics über Zwangsmigration

16.30 – 17.00 Uhr Abschlussdiskussion & Verabschiedung
Moderation: Anna Beckmann, Kalina Kupczynska, Marie Schröer & Véronique Sina

 

Tagungsflyer (PDF). Weitere Informationen, Teilnahmebedingungen sowie Abstracts zu den Vorträgen finden sich auf der Veranstaltungshomepage.