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Publikationshinweis: „Figuren begegnen in Filmen und Comics“

Figuren begenen in Filmen und ComicsSoeben ist die Dissertation des ComFor-Mitglieds Björn Hochschild unter dem Titel Figuren begegnen in Filmen und Comics als 12. Band der Cinepoetics-Schriftenreihe bei De Gruyter erschienen. Sein Buch diskutiert bestehende neophänomenologische Filmtheorie und legt eine Phänomenologie des Comics vor. Basierend auf einem interdisziplinären Austausch dieser Theorien entwickelt sie eine phänomenologische Methode der Figurenanalyse. Sie demonstriert diese in Untersuchungen der Begegnung mit Figuren in Filmen und Comics von Chris Ware, Riad Sattouf und Marc Forster.

Das Buch ist gedruckt sowie als Open Access erhältlich (https://doi.org/10.1515/9783111198019).

471 Seiten
eBook
ISBN: 9783111198019
Hardcover
ISBN: 9783111086958

Klappentext:
„Wie begegnen wir Figuren in Filmen und Comics? Für Zuschauende und Lesende sind sie intuitiv zugänglich, nicht aber für die Analyse. Die vorliegende Studie grenzt sich von narratologisch und kognitionstheoretisch geprägten Theorien und Analysemethoden ab, die Figuren als fertige Subjekte denken, welche in ein mediales Gewand gekleidet den Zuschauenden und Lesenden gegenübertreten. Stattdessen werden Film-Sehen und Comic-Lesen als dynamische, von Subjektivität durchzogene Situationen untersucht. Konzipiert als Film- beziehungsweise Comic-Verhalten, bilden diese subjektivierten Dynamiken die Grundlage für das Entstehen von Figuren für Zuschauende und Lesende. Die Studie entwickelt eine phänomenologische Theorie und Methode, die es ermöglicht, über Beschreibungen dieser Verhalten die Begegnung mit Figuren zu analysieren. Sie diskutiert ausgehend von Maurice Merleau-Pontys Wahrnehmungsphilosophie filmphänomenologische Positionen und expliziert einen phänomenologischen Diskurs für die Comicforschung, den diese bislang vermissen lässt. Im Zentrum stehen Arbeiten von Chris Ware, Riad Sattouf und Marc Forster, deren Filme und Comics nicht nur Gegenstand analytischer Fallstudien sondern integraler Bestandteil der Theoriearbeit sind..“

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ComFor-Leseempfehlungen 2023

Auch in diesem Jahr wünscht die Redaktion und der Vorstand der Gesellschaft für Comicforschung all ihren Leser_innen  und Freund_innen einen guten Start ins neue Jahr 2024 und präsentiert zu diesem Anlass wieder aktuelle Leseempfehlungen von Comicforscher_innen, die wir zum Jahresabschluss gesammelt haben. (Die Leseempfehlungen der letzten Jahre finden sich hier.) Viele unserer Mitglieder haben uns erneut ganz subjektive Lektüretipps geschickt, die aus den vergangenen zwölf Monaten im Gedächtnis geblieben sind – aus welchen Gründen auch immer. Darunter haben sich auch ein, zwei Titel eingeschlichen, die bereits zuvor publiziert worden sind, aber in diesem Jahr nochmal besonders im Gedächtnis geblieben sind.

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Aleta-Amirée von Holzen

Schweizerisches Institut für Kinder- und Jugendmedien SIKJM

Rina Jost: Weg

WegIn ihrem beeindruckenden Graphic-Novel-Debüt lässt die Rina Jost ihre Protagonistin eine fantastische Reise erleben, die offen als Metapher steht für die Frage, wie man mit der Depression eines geliebten Menschen umgehen kann. Die Schweizer Künstlerin konnte eigene Erfahrungen in die Fiktion einfliessen lassen und hat die komplexe Thematik kreativ und einprägsam, doch stets zugänglich umgesetzt. Am Anfang wirkt die Redensart «in einer Depression versinken» sozusagen buchstäblich: Malins Schwester Sibyl mutiert von einem Deckenberg zu einem Felsen und versinkt durch ihre Matratze. Malin taucht hinterher und landet in fantastischen Gefilden. Hier versucht sie, Sybil zu finden – diese ist jedoch stets schon weitergegangen. Doch hat Malin zumindest in Dackel Wilma eine treue Begleiterin, während sie diese surreale Welt durchstreift und auf Figuren trifft, die oft mythologische Anspielungen verkörpern. Für den wohl eindrücklichsten Schreckensmoment sorgen die schwarzen Raben, die Malins Angst verkörpern, selbst an einer Depression zu erkranken. Schliesslich muss sie erkennen, dass sie ihrer Schwester eigentlich nicht helfen kann und jeder seinen Weg selber finden muss. Malins Reise zieht einen durch die sympathische Hauptfigur, die fantasievollen Stationen und allem voran ihrer Bildmächtigkeit in ihren Bann. Die Texte dazu sind knapp formuliert, und so erhält die Geschichte eine erzählerische Leichtfüssigkeit, die aber die Gewichtigkeit des Themas nicht untergräbt – womit «Weg» durchaus auch schon eine kindlich-jugendliche Leserschaft anspricht.

Flore Vesco und Kerascoët, aus dem Französischen von Ulrich Profröck: Mit Mantel und Worten

Mit Mantel und Worten«Majestät, ihr seid noch bezaubernder als eine Espalüne!» Mit diesem extravaganten Kompliment sichert sich Serine, die Tochter eines verarmten Landadeligen, im barocken Frankreich überraschend eine Stellung als Hofdame der Königin. Obwohl niemand weiss, was das von Serine spontan erfundene Wort bezeichnet, wird es sofort der Hit im höfischen Getue. Trotz der Gunst der launischen Königin erkennt Serine bald, dass sich hinter den Oberflächlichkeiten des Hoflebens handfeste Skrupellosigkeiten verbergen. Doch sie manövriert sich so unbekümmert wie geschickt durch die höfischen Intrigen, bis sie ihre Stellung verliert und in den Fluss gestossen wird. Da beschliesst Serine, dass der Spass nun vorbei ist – und kehrt im Kostüm eines Hofnarren ins Schloss zurück. In dieser Rolle läuft sie zu Hochform auf und gewinnt die Gunst des alten Königs, während sie – unterstützt nur vom Henkerlehrling – herauszufinden versucht, wer dem König nach dem Leben trachtet. Die Literaturadaption präsentiert Serines Abenteuer in kleinteiligen Panels, die aber vom Schwung der wenigen Striche leben, die Serines Unbeschwertheit und ihre soziale und körperliche Agilität abbilden. Viele sprachspielerische Elemente sind immer wieder kreativ ins Bild integriert. Die Lächerlichkeit der Höflinge wird mit viel Augenzwinkern ausgestellt – umso mehr ist Serine mit ihrer Offenheit und Spontanität eine so liebenswerte wie clevere Heldin. Auch wenn sie in der Komödie und im Spielerischen verhaftet bleibt, ist Serine eine emanzipierte Version von Mantel-und-Degen-Helden à la Scaramouche, womit das zurzeit eher wenig produktive Genre hier eine lesenswerte Bereicherung erhält.

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Dietrich Grünewald

Kunstdidaktiker, Emeritus Universität Koblenz-Landau, ehem. 1. Vorsitzender der ComFor

Sid Sharp, aus dem Englischen von Alexandra Rak: Der Wolfspelz

Der WolfspelzDas Buch ist ein Erstlingswerk – kommt aber routiniert und sehr gelungen daher. Wie der Verlag vermuten lässt: ein Bilderbuch für jüngere Kinder – und eine höchst amüsante, lesens- und sehwürdige Bildgeschichte für alle, die in Doppelbildern, Einzelbildern und zwei, drei oder vier Bildern auf einer Seite erzählt, stellenweise mit integriertem kurzen Erzähltext, mit Sprechblasen, aber bildmächtig auch mal ganz ohne Text. Im Wald, düster, angsterregend, spielt die Parabel; entsprechend betont die Farbgebung mit meist schwarz hinterlegtem Grund die Stimmung. Auf den ersten Blick wirken die aquarellierten Zeichnungen ein wenig ungelenk, sehr zeichenhaft und flach, die Akteure z. T. wie Schablonenfiguren. Aber man merkt schnell, dass diese einfache und unmittelbar ansprechende Bildsprache der Thematik wie der intendierten Zielgruppe genau entspricht. Man sieht sich ein, identifiziert sich, spielt mit, fühlt mit, wenn Bellwidder sein Morgenbad genießt, bis weit in den Morgen tanzt, und dann ängstlich im Wald bei der Suche nach Beeren sich beim leisesten Knacken das Schlimmste vorstellt. Angst hat Bellwidder vor Wölfen, denn Bellwidder ist ein Schaft. Doch bei aller Ängstlichkeit: Er lässt sich nicht unterkriegen. Er schneidert sich ein Wolfskostüm, dreht das bekannte Sprichwort herum und begibt sich – nun selbst ganz in der Wolfsrolle – mutig ins Walddickicht. Und Bellwidder trifft tatsächlich auf drei Wölfe, freundet sich mit ihnen an – und dann beginnt sein Wolfspelz Fäden zu verlieren, wird aufgezupft und enthüllt schließlich das Schaf. Der überraschende Clou der Geschichte, der auch Kinder wirkmächtig zum übertragenden Weiterdenken anregt, erweist sich, als Bellwider ergeben die Augen schließt und darauf wartet, von den Wölfe gefressen zu werden: Auch die drei Wölfe tragen nur Kostüme, entpuppen sich als Huhn, Hirsch und Ziege… Der Schluss ist programmatisch symbolisch: Bellwidder lädt die neuen Freunde zu sich ein – und zieht die Vorhänge auf: „Ich möchte hier nur ein wenig Licht hereinlassen.“

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Hanspeter Reiter

Comicoskop-Redakteur

Jan Novak / Jaromir99: Čáslavská

ČáslavskáDiese ausgesprochen farbenfrohe Bildgeschichte von 176 Seiten zeichnet das Leben der berühmten tschechischen Kunstturnerin Věra Čáslavská nach. Sie war eine außergewöhnliche Frau, die bei Olympischen Spielen insgesamt sieben Gold- und vier Silbermedaillen gewann. Sie war eine Frau, die sich nicht verbiegen ließ und für ihre Überzeugung kämpfte. Dieser Band würdigt diese Frau, die sich nicht unterkriegen ließ. Die Farben sind flächig eingesetzt und variieren mit den Erzähl-Strängen. Die Panels sehr variabel, mal sechs, mal vier, mal drei oder auch zwei, dazu ganz- und doppelseitige Bilder (meist angeschnitten), teils mit ergänzenden Auszügen als Kreisflächen. Ebenso flexibel sind Sprechblasen eingesetzt, dazu kommen erläuternde Fußzeilen-Texte und integrierte Kästen. Besonders interessant sind farblich abgesetzte Schattenwürfe bei Gesichtern, während sie in anderen Darstellungen nur in einer Art Ligne-Claire-Stil gestaltet sind. Nun, viele Seiten erinnern gar an PopArt, was Comics als Neunte Kunst verdeutlicht! Ein Kunstwerk mit gestaltetem Vorsatz. Interessant zudem für alle Turn-Interessierten, sind doch vielerlei der komplizierten Übungen an diversen Geräten sequenziell illustriert, etwa Stufenbarren oder Boden… Schön, dass diese exzellente Graphic-Novel nun auf Deutsch verfügbar ist, nachdem ich sie im Rahmen des Münchner Comic-Festivals schon mal im tschechischen Original hatte durchblättern können, beim Tschechischen Zentrum München, Programm siehe https://munich.czechcentres.cz/de.

Käthe Leipold: Die vergessene Hälfte

Die vergessene Hälfte… ist natürlich ein feines Wortspiel zur „besseren Hälfte“, was im Übrigen hier bei vielen der vorgestellten Ehefrauen absolut zutrifft – nur waren sie quasi zur falschen Zeit geboren und wurden so untergebuttert: Wie lebte es sich mit Bach, Mozart, Chaplin, Einstein oder Georg I. von England? Offensichtlich nicht gerade einfach! Manche kennt die Leserschaft wohl schon durch bewusstes Hervorholen in den vergangenen Jahren, zumindest für Minerva Einstein-Maric sollte das zutreffen. Die Künstlerin spielt auf diversen darstellerischen Ebenen mit der Illustration, neben reinem Bild nämlich auch mit kreativen Schriften (plus Hervorhebungen in Farbe und mit Konturierungen à la Schatten, S. 51 z.B.). Gar Sprechblasen kommen ins Spiel (S. 34f. z.B. bei den Mozarts oder S. 129 Ludwig XIV.). Klischees nutzt sie durchaus, seien es Profil-Vorlagen oder bekannte Darstellungen wie Einsteins ausgestreckte Zunge (S. 105). Wer mag, kann vielem folgen, weil S. 136ff. die Quellen für Zitate aufgeführt sind, seien sie textlich, seien sie bildlich. Knapp 150 Seiten fein gezeichneter „Graphic Novel“ im weitesten Sinne – lesen & betrachten! PS: Auch „am Rande“ des Genres Illustration/Bild-Geschichte wird mehr und mehr auf die „vergessene Hälfte“ geachtet: So wurde das berühmte Museum im Münchner Isartor umgetauft in „Valentin-Karlstadt-Musäum“, immerhin…

Walter Trier: Nazi-German in 22 lessons – Nazi-Deutsch in 22 Lektionen

Nazi-German in 22 lessons – Nazi-Deutsch in 22 Lektionen
„Walter Triers Karikaturen gegen die Nazis“ und „including useful information for Führers, fifth Columnists, Gauleiters and Quislings“ sind zwei Bände, die einen exzellenten Ein- und Überblick bieten, zu des Illustrators gelungenen Werks anti Nazi. Beide wertig als Hardcover, mit weiterführenden Analysen, fein! U.a. von Antje M. Warthorst, die es geschafft, diesen deutschen Cartoonisten dem Vergessenwordensein zu entwinden: Das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte hat gerade für Interessierte an Bild-Geschichten viel zu bieten, vom Illustrator Erich Kästners. Und gerade in wieder verdunkelnden Zeiten wie diesen wird es wichtiger denn je, sich zu erinnern. Etwa mit dem Logo X als Begleitung der russischen Aggression, das hiermit als weitere Zwangs-Adoption
erscheint: „Widerstand bis zum Sieg über die Nazis, dafür stand das V.“ Von den Alliierten gut als starkes Signal an und in die Bevölkerung erkannt und eingesetzt. Phasenweise absolut comicesk kommen die Cartoons daher, hier endlich gesammelt zu erleben! Und im zweiten Band ist tatsächlich ein Comic geboten, nämlich sequenziell wirkende Panels, gepackt in ein Flugblatt. Auch hier mit engen Bezügen zur Gegenwart 2023… Nachdruck des illustrierten Original-Flugblatts mit allen „22 Lektionen“ und Kommentaren. Mit Vorwort von Max Czollek sowie wertvollen Anmerkungen der Walter Trier-Expertin Antje M. Warthorst. Zweisprachige Ausgabe.“ Gilt für beide.

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Janika Frei-Kuhlmann

Literaturdidaktikerin, Institut für Germanistik, Justus-Liebig-Universität Gießen

Nando von Arb: Fürchten Lernen

Fürchten LernenMit Fürchten lernen (2023) legt Nando von Arb ein ausdrucksstarkes Werk zum Thema Angsterfahrungen vor. In seinem unverkennbaren Stil widmet sich von Arb in kurzen Episoden den unterschiedlichen Facetten von Angst: der Angst vor Dunkelheit, Einsamkeit, Krankheit, Tod, Versagen und Verlust. Dabei zeigt er nicht nur die verschiedenen Ebenen und Nuancen individueller Angsterfahrungen auf, sondern stellt sich einer besonderen Herausforderung: der Angst ein Gesicht verleihen. In expressiven und kontrastreichen Darstellungen gibt sich die Angst in Fürchten lernen in Form von grotesken, unheimlichen Fratzen, die den Protagonisten nachts aufsuchen oder als organische Auswüchse, die sich durch den Körper der Figur fressen, zu erkennen. Albträume werden grafisch ausdrucksstark festgehalten und durch die Gedanken des Protagonisten kommentiert und kontextualisiert. Neben den individuellen Bewältigungsstrategien mit Angsterfahrungen, bei denen die direkte Konfrontation neben der Flucht vor der Angst skizziert wird, wird dabei gleichermaßen die Frage nach der gesellschaftlichen Akzeptanz von Betroffenen mit Angsterfahrungen aufgeworfen. Die Ängste, Albträume und Panikattacken werden stets individuell – mit und in sich selbst – verhandelt, wodurch eine weitere Dimension von Angst eröffnet wird: die Angst davor, mit anderen über Angst zu sprechen. Nando von Arb gelingt es in Fürchten lernen in besonderer Weise, abstrakte, vielschichtige und persönliche Gefühlszustände, die sich oft nur fließend und nuanciert wahrnehmen lassen, greifbar zu machen. Auf sensible und gleichermaßen eindringliche Weise gelingt es dem Autor durch eine entschiedene Komposition aus Licht, Schatten, Form und Farbwahl ein überzeugendes Werk vorzulegen, das nicht nur durch seine inhaltliche Komplexität und Tiefe, sondern auch durch die stilistisch-grafische Raffinesse beeindruckt. Sein besonderes Talent für die bildhafte Konservierung des ‚Unsagbaren‘ bezeugt er damit auf vielfältige Weise.

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Jörn Ahrens

Kultursoziologe, Justus Liebig Universität Giessen

Jean-Christophe Brisard/Alberto Pagliaro: Hitler ist tot!, 3 Bände

Hitler ist tot!Zwischen Januar und August hat Splitter diese Mini-Serie vorgelegt, deren Handlung am 02. Mai 1945 einsetzt. Die Rote Armee hat Berlin erobert; nun will Stalin zeigen, dass Hitler wirklich tot ist. Das ist schwierig, denn eine Leiche fehlt. Zwei Geheimdienste, der NKWD und die SMERSch, treten in einen Wettlauf darum ein, Hitlers Leiche oder zumindest Beweise für seinen Tod zu finden. Dabei bekämpfen sie sich innerhalb des von Konkurrenzen und Misstrauen durchzogenen sowjetischen Systems unerbittlich. Brisards Plot geht vielschichtig vor. Gezeigt wird die kleinteilige Suche nach Hitlers Leiche, die Elemente einer Detektiv-Serie aufnimmt. Im Trümmer-Berlin des Kriegsendes werden immer wieder die deutschen Informanten thematisiert. Im Vordergrund steht aber der Kampf der beiden ausführende Dienste, die für konkurrierende Fraktionen im System der sowjetischen Führung stehen. Auch deren Intrigen im Hintergrund, speziell um NKWD Chef Beria, werden nicht ausgespart. In atmosphärisch dichten Zeichnungen entfaltet Pagliaro diese Geschichte. Sein kantig abstrahierter Stil erinnert mal, gerade auch in der Kolorierung, an expressionistische Holzschnitte, mal bleibt er skizzenhaft und lehnt sich an die Illustrationsgraphik der 1940er/50er Jahre an. Dass die ebenso glaubwürdig wie fantastisch anmutende Geschichte außerdem historisch gut recherchiert ist, zeigt der Begleitteil im dritten Band.

Marcello Quintanilha: Hör nur, schöne Márcia

Hör nur, schöne MárciaWie beschränkt der Blick auf Comics (nicht nur) hierzulande nach wie vor ist, zeigt sich an ihrer Herkunft, die selten den europäischen oder nordamerikanischen Raum verlässt. Verdienstvoll hat der Reprodukt Verlag nun, nach Tungsténio bei Avant, das zweite Album des Brasilianers Marcello Quintanilha vorgelegt. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Krankenschwester Márcia, die sich sorgt, ihre Tochter Jaqueline, sorglos und ignorant, könne auf die schiefe Bahn geraten. Das bestätigt sich spätestens, als Jaqueline nach einer Festnahme rasch wieder freikommt. Márcia und ihr Freund Aluísio gehen der Sache nach und geraten in einen Strudel aus Drogenkriminalität und Milizen, bis Jaqueline dafür sorgt, dass Aluísio krankenhausreif geprügelt wird und selbst in den Knast geht. Am Ende des Comics aber ziehen Márcia und Aluísio aufs Land zu Jaqueline und deren Familie, ausgerechnet im Gefängnis war sie vom evangelikalen Priester schwanger geworden. Seine ziemlich bittere Geschichte von der Innenseite Brasiliens inszeniert Quintanilha in grellbunten Farben, einschließlich der menschlichen Körper. Viele Konturlinien fehlen. Konturen werden durch die Farben markiert, schwarze Linien gibt es nur dort, wo sie benötigt werden. Die Panels sind nie durch Linien gerahmt, was dem ansonsten nicht experimentell angelegten Band eine große Leichtigkeit in der Graphik verleiht. Zeichnungen und Narrativ stehen in maximalem Kontrast zueinander. Das alles macht Lust auf mehr, mehr von Quintanilha und mehr aus der offensichtlich schwer interessanten Comic-Szene in Brasilien.

Matz/Jörg Mailliet, nach Olivier Guez: Das Verschwinden des Josef Mengele

Das Verschwinden des Josef MengeleIm Juni 1949 erreicht Josef Mengele Argentinien. Unterstützt durch ein gut ausgebautes Netz vor Ort, aber auch durch den niemals abreißenden Kontakt zu seiner Familie, die ein florierendes Unternehmen für Agrartechnik betreibt, baut Mengele sich zunächst eine gut situierte Existenz in Argentinien auf. Das Leben unter den ehemaligen Nazis ist mondän und gut situiert. Mengele reist unbehelligt nach Deutschland ein, um familiäre und finanzielle Belange zu klären, um den Vater zu beerdigen, holt seine Familie nach. Scheinbar geht das Leben im Exil und unter falscher Identität gut auf. Doch im Hintergrund versuchen sowohl der Frankfurter Staatsanwalt Fritz Bauer als auch der israelische Mossad Mengele ausfindig zu machen. Nach der Ergreifung Adolf Eichmanns wird es auch für Mengele eng, aber die deutsche Polizei und innenpolitische Prioritätensetzungen in Israel sorgen am Ende dafür, dass er unbehelligt bleibt. Unter dem Druck der Ermittlungen muss Mengele immer weiter flüchten, seine Netzwerke brechen sukzessive weg, seine Frau verlässt ihn. Die Familie kappt die Unterstützung; am Ende haust Mengele heruntergekommen in Brasilien. Mit 67 Jahren ertrinkt er beim baden im Meer. Basierend auf dem Roman von Olivier Guez hat Matz (Der Killer) ein dichtes, weitgehend chronologisch vorgehendes Script erstellt, das von Jörg Mailliet in flächigen Zeichnungen, die die Tradition der argentinischen Comics der Zeit aufgreifen, gekonnt und mit einer sehr schönen Kolorierung umgesetzt ist. Der Band bleibt konsequent an seinem Protagonisten und lässt dennoch keine falsche Nähe aufkommen; mit Flashbacks geht er angemessen sparsam um, es reicht völlig aus, zu wissen, um wen es geht.

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Lukas R.A. Wilde

Medienwissenschaftler, NTNU Trondheim

JH, Engl. Übersetzung von Ultramedia: The Horizon

The HorizonDank Yen Press hat dieser koreanische manhwa von JH von auch den Sprung vom Webtoon in Print geschafft! Sicherlich eines der düstersten und bedrückendsten Comics der letzten Jahre, überwältigt die Lektüre aber doch vor allem durch das unglaublich präzise, überwiegend visuelle Erzählen, in dem die wenigen gesprochenen Worte kaum mehr als einen düsteren Soundtrack bilden. Trotzdem werden die beiden kindlichen Protagonist*innen, mit denen wir durch eine postapokalyptische Schreckenswelt à la The Road (McCarthy) oder Parable of the Sower (Butler) wandern, vielschichtiger und komplexer als in der schillerndsten Prosa. Auf ihrer hypnotischen, oft phantasmagorischen Alptraumreise entsteht eine zerbrechliche Nähe, vielleicht auch eine Art von Hoffnung, die aber nie ganz die Einsamkeit und das Schweigen zwischen ihnen zu vertreiben vermag. Alle 21 Kapitel der Webtoon-Serie sind online zu lesen und abgeschlossen, die ummontierte Print-Ausgabe (vol.1 enthält chapter 1-5) funktioniert aber auch erschreckend schön.

Yuu Morikawa, Engl. Übersetzung von Julie Gonwich: Mr. Villain’s Day Off

Mr. Villain's Day OffDas Jahr war weltpolitisch ja nicht gerade einfach, manchmal tut daher Feel Good-Lektüre und gepflegter Eskapismus ganz wohl. Etwas Schöneres als Morikawas Kyūjitsu no Warumono-san, 2023 endlich auf Englisch übersetzt, findet man wahrscheinlich nicht so leicht. Episodische slice of life-Szenen laden zu kleinen „mental health“-Ausflügen in den Panda-Zoo oder den Konbini um die Ecke ein, wo sich ein außerirdischer Superschurke kurze Pausen von seinen Weltvernichtungsplänen gönnt. „That being said, today is my day off!“ wird so zu einer Formel, die nicht nur eine ganz zauberhafte Repetition entfaltet, sondern Genre-Regeln und Tonalitäten auch immer wieder neu überblendet und damit neben zauberhaftem Humor und unaufgeregtem Humanismus durchaus auch immer wieder poetische Qualitäten erzeugt.

Paul B. Rainey: Why Don’t You Love Me?

Why Don't You Love Me?Ehrlicherweise ist der Einstieg in dieses seltsame, oft geradezu surreale Drawn&Quarterly-Buch nicht gerade einfach. Schon das Erzählformat lässt sich auf keinen rechten Nenner bringen: Paul B. Rainey bündelt hier ein schnelles Feuerwerk aus einseitigen Punchline-Strips, die häufig in beliebiger Reihenfolge gelesen werden können, langsam aber stetig jedoch immer größere Arcs und ein übergreifendes Gedächtnis entstehen lassen. Der beißend schwarze, mitunter geradezu bizarre Humor lässt Lachen aber nicht wirklich zu: Die kurzen Schnappschüsse aus häuslichen Familienszenen präsentieren das genaue Gegenteil einer Idylle, in der jedes Alltagsdetail von den Depressionen, Verletzungen und Suchtproblemen der Eltern Claire und Mark überschattet ist, die sich nicht einmal die Namen ihres Sohnes merken können und ihre Ehe lange, lange schon aufgegeben haben. Von dieser  schwer verdaulichen „baseline“ aus kippt der Plot aber immer weitere ins Surreale und Phantastische – präzise um die Frage herum, ob dies wirklich nicht die Realität ist, die Claire und Mark leben sollten und alles zuvor – selbst das merkwürdig episodische (Nicht-)Gedächtnis – verblüffend motiviert ist! Am Ende der 210 Episoden ist immer noch nicht ganz klar, was man da eigentlich genau gelesen hat, und angenehm war es auch meistens nicht, ganz sicher aber sehr einzigartig und bewegend unter den Publikationen der letzten 12 Monate.

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Natalie Veith

Anglistin und Mediendidaktikerin, Goethe-Universität Frankfurt

Tom Gauld: Revenge of the Librarians

Revenge of the Librarians“Believe me: you do NOT want to make an enemy of a librarian.” Diese Warnung stellt der schottische Comiczeichner Tom Gauld seiner jüngsten Sammlung von Comic Strips, die nun schon seit mehreren Jahren den Literaturteil des Guardian zieren, voran. Gauld zeichnet in seinen Comics eine Welt, in der Literatur mit groteskem Ernst behandelt wird und man sich vor der Poetry Police in Acht nehmen muss, die bei trivialliterarischen Äußerungen in der Öffentlichkeit sofort eingreift. Auch reimaginiert Gauld gerne die Entstehung der großen Texte der Weltliteratur, etwa wenn Jane Austen bei der Konzeption ihres berühmten Anfangssatzes von Pride und Prejudice darüber sinniert, was ein alleinstehener Mann denn besitzen muss, um eine Frau zu brauchen (Ein sprechendes Pferd? Eine Zeitmaschine? Oder vielleicht doch lieber ein beträchtliches Vermögen?). Gaulds Comics zeugen von einer immensen Liebe zu Büchern – und kombinieren diese gekonnt mit ebenso klugem wie absurdem Humor und einem minimalistischen visuellen Stil, der Comics mit Diagrammen, Pfeilbildern und Anleitungstexten vereint (beispielsweise in einer Studie über das lokale literarische Ökosystem, die über Habitat und gängige Verhaltensmuster der Spezies der Autor*innen aufklärt). Hier offenbart sich nicht zuletzt dann auch das kritische Potenzial der Strips, die bei aller Absurdität dazu anregen, den Blick zurück auf die Realität zu richten und auf die Rolle, die Literatur und literarische Akteur*innen in unserer Welt spielen und spielen sollten. Eine deutsche Version ist unter dem Titel Die Rache der Bücher erhältlich.

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Ole Frahm

Comicforscher, Arbeitsstelle für Graphische Literatur (ArGL) Hamburg

Div.: namesandfaces.il

namesandfaces.ilWährend des Massakers durch die Hamas am 7. Oktober dieses Jahres in mehreren süd-israelischen Kibbuzim und einem Techno-Festival haben sich einige der Angreifer Kameras um den Hals gehängt, um die Bilder ihrer Gräueltaten in der ganzen Welt zu verbreiten. Unabhängig davon, dass ein Sprecher der Hamas inzwischen behauptet, nur militärische Ziele angegriffen zu haben – eine Behauptung, die ihren eigenen Aufnahmen Hohn spricht –, zirkulieren seitdem zahlreiche Bilder – und täglich kommen neue hinzu. Den auch in Deutschland plakatierten Bildern der von der Hamas entführten Menschen kontert die Terrororganisation mit Bildern von Kindern zwischen Trümmern – sie führt auch einen Krieg der Bilder. namesandfaces.il ist eine Initiative israelischer Illustrator*innen, die ihre Ablehnung des Massakers und des dadurch ausgelösten Krieges durch eine Serie von Zeichnungen auf der social media Plattform Instagram veröffentlicht. Kein Comic im eigentlichen Sinne, aber eine Serie von Bildern und Geschichten, die sich den nicht selten für Verschwörungstheorien dienenden Filmbildern auf derselben Plattform entgegenstellt. Nicht sehr laut, eben ohne die dramatische Musik die den Videos, die behaupten, Wahrheiten über den 7. Oktober zu verbreiten, eigen ist, reiht sich ein Beitrag an den anderen – ganz unterschiedliche Bilder: Skizzen, Portraits, Blumenbilder, Graphiken. Schon diese Heterogenität spricht eine andere Sprache als die Fotos, die Filme, die doch behaupten dokumentarisch zu sein, aber unschwer in jeden neuen Kontext gestellt werden können. Diese Bilder sind jeweils zugeeignet, sie sind nicht nur der Betrachtung, sondern auch jeweils einer Person gewidmet, die ermordet oder verschleppt wurden, die Menschen vor den Mördern gerettet haben, aber auch den Menschen in Gaza, „where darkness entered their homes“. Vielen ist wie in Bildergeschichten ein kurzer Text beigeordnet: was die Gezeichneten auszeichnete, was ihnen widerfuhr – Geschichten, die sonst kaum gehört würden, wie die von dem Busfahrer Haim Ben Aryeh: „On Saturday night, the end of Simchat Torah, Haim went to drive the children of Be’eri to safety on his bus. The horrors he had seen that night broke his heart, and he had not been himself since. In the morning of October 25th he was found dead inside his bus”. Diese kleinen digitalen Bilder wirken wie Talismane, uns vor dem Bösen zu schützen, von dem sie künden.

Anke Feuchtenberger: Genossin Kuckuck

Genossin KuckuckSchon der Goldschnitt verkündet etwas Besonderes. Er verbindet die verschiedenen Seiten, deren Figuren mal als Menschen, mal als Katzen, aber auch als andere Tiere gezeichnet sind. Der Stil wechselt von Kapitel zu Kapitel, auch wenn Feuchtenbergers eindrückliche Kohlezeichnungen, wie sie aus Der Spalt bekannt sein könnten, dominieren. Grad wenn sich die Lesenden an den Rhythmus aus zwei Bildern die Seite gewohnt haben, wird dies unterbrochen. So einfach ist die Geschichte, die im ländlichen Raum der Deutschen Demokratischen Republik angesiedelt ist, nicht zu haben. Sie fügt sich zu keiner übersichtlichen Erzählung wie sie im Genre der Graphic Biography so gängig geworden ist. Die Zeiten springen, die Figuren wechseln, manches erscheint als erinnerte Anekdote, anderes wirkt wie im Traum, die Übergänge sind fließend. Nur langsam setzen sich die Fragmente zusammen. Es geht um sexuellen Missbrauch, die Nachwirkungen des Zweiten Weltkrieges, es geht um Gewalterfahrung und Vergewaltigung und wie damit nicht umgegangen wurde. Genossin Kuckuck ist ein verstörendes, mutiges Buch, ein Comic, der mit einer Lektüre längst nicht ausgelesen ist. Es stellt uns die Frage, wie überhaupt solche Bücher mit Goldschnitt zu lesen sind, weil sie das Sehen und das Verstehen historischer Zusammenhänge neu denken lehren.

George Herriman: Krazy Kat. Daily Strips 1924. Hgg. von Snorre Smári Mathiesen

Krazy Kat. Daily Strips 1924Die Einigkeit über die unvergleichliche Bedeutung George Herrimans Krazy Kat für die Geschichte der Zeitungscomics ist unter Comicforscher*innen groß. Die Wiederveröffentlichung des „Werks“ entspricht dieser Bedeutung allerdings nur zur Hälfte: die oft experimentellen Sonntagsseiten, die zwischen 1917 und 1944 erschienen, sind gleich mehrfach veröffentlicht seit Bill Blackbeard mit seinem San Francisco Academy of Comic Art Ende der 1980er Jahre begonnen hatte, diese jahrgangsweise zu edieren. Das Projekt stockte ab 1925, auch weil es für manche Jahre ausgesprochen kompliziert war, die Seiten zu finden, weil sie anders als die Tagesstrips oft nur in wenigen Zeitungen erschienen – sie waren von den Comic-Seiten ins Feuilleton verbannt worden, wo Redakteure sie gerne wegließen. Fantagraphics hat die Reihe dann ab 2002 übernommen und fortgesetzt – jüngst werden je drei Jahre ebendort in einer sehr schönen großformatigen Reihe zusammengefasst. Aber die Tagesstrips? Sie harren ihrer systematischen Veröffentlichung. Auch hier gab es vereinzelte Initiativen: Schon 1991 erschien in der letzten Ausgabe von RAW die Tiger Tea-Episode aus dem Jahr 1936. 2001 brachte ein Verlag namens Stinging Monkey als Volume 1 die Strips von 1918-1919 mit einem Vorwort von Blackbeard heraus. In der sehr verdienstvollen Library of American Comics, die verschiedene Strips jahrgangsweise veröffentlicht, läßt sich das Jahr 1934 nachzulesen. Ein opulentes Querformat macht die experimentellen Strips des Jahres 1920 bei Fantagraphics zugänglich. Die Strips 1921-23 sind beim Pacific Comics Club verlegt. Der norwegische Cartoonist Snorre Smári Mathiesen hat sich nun in Eigeninitiative einer Fortsetzung angenommen und begonnen, die Strips ab 1924 unabhängig, bei Amazon in Polen gedruckt, zu verlegen. Die Ausstattung ist bescheiden, die Gestaltung fragwürdig, die Ausgabe bleibt unvollständig, weil eben nicht alle Strips aufgefunden wurden, und Mathiesens Einleitung kann mit Blackbeards Sprachwitz nicht konkurrieren, zeitbezogene Kommentare schließlich, wie Blackbeard sie rudimentär zur Verfügung stellte, fehlen ganz. Doch die Qualität des Drucks der Strips ist meistens gut und wenn die Rückseite der Zeitung durchscheint, betont dies nur ihre Herkunft. Die Qualität der Strips indes bleibt auch 99 Jahre nach ihrem ersten Erscheinen überragend.
1924 begann Herriman eine längere Erzählung, die sich mit kleinen Unterbrechungen bis 1925 fortsetzt: Krazy Kat nimmt durch einen Zufall das Kind des reichen Katnip-Produzenten Mr. Max Meeyowl bei sich auf, während sie vor Joe Stork, der bekanntlich die Kinder bringt, flieht – hier oft sie, aber einmal benennt sich die Katze auch als Unkil („How evva I ain’t got no ibjections to being a ‚unkil‘ or a ‚ent‘ to you“, die Barkschen Genealogien vorwegnehmend – 30. Mai). Dem little kitten gefällt es bei Krazy natürlich viel besser als bei dem reichen Vater, doch 1925 sieht es sogar so aus, als könnten die beiden, die arme Kat und der reiche Kater heiraten, wären da nicht die Ziegelsteinwürfe von Ignatz, die Krazy natürlich vermisst… Aber auch die zweite längere Episode des Jahres 1924, in der Madam Kwakk-kwakk fordert, die Ziegelstein-Produktion einzustellen, samt Demonstrationen und einem ziegelsteinwerfenden Offissa Pupp entbehrt nicht der Komik und erinnert daran, wie sehr Charles M. Schulz Peanuts von diesen Seiten profitierte. Am erstaunlichsten erscheint mir bei der Lektüre, wie zugänglich viele der Strips noch sind, wie gut sie die Zeit überdauert haben – vielleicht auch weil die Gewaltverhältnisse und Identitätsfragen der Gesellschaften sich offenbar nicht so umfassend verändert haben wie manche denken.

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*Die ComFor-Redaktion bedauert den Mangel an Diversität in dieser Zusammenstellung, die mehrheitlich aus männlichen Comicschaffenden besteht. Zukünftig würden wir uns sehr über diversere Einreichungen sowie über mehr Beiträge von Forscherinnen in der ComFor freuen. An dieser Stelle wollen wir lediglich auf beides aufmerksam machen, um ein Bewusstsein für diese Umstände zu schaffen.

Publikationshinweis „Kleiner Atlas zum Werk von Anke Feuchtenberger“

Soeben erschien der von Ole Frahm und Andreas Stuhlmann herausgegebene und von der ComFor unterstützte Band Die Königin Vontjanze: Kleiner Atlas zum Werk von Anke Feuchtenberger im Textem Verlag.

Die Königin Vontjanze: Kleiner Atlas zum Werk von Anke Feuchtenberger292 Seiten
23,00 Euro
Sprache: deutsch englisch
Broschur, fadengeheftet
Design: Jan Schaab
Maße: 16,5 x 23,5 cm
ISBN: 978-3-86485-303-6
Hamburg 2023
Verlagsseite

„Stets dem Experiment verpflichtet, immer mit einer klaren politischen, feministischen Haltung sind Anke Feuchtenbergers Zeichnungen prägend für mehrere Generationen von Comicautor*innen. Dieser Band ist eine Verbeugung vor ihrem Werk: Neben Comics umfasst es Zeichnung, Illustrationen, Bühnenbilder, Animationen, Plakate und vieles anderes mehr. In ihrer Lehre an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg hat sie in fünfundzwanzig Jahren maßgeblich das mitgestaltet, was heute im deutschen Sprachraum als Graphic Novel bekannt ist. Dieses Buch versammelt 40 Beiträge: Texte und Bilder ehemaliger Studierender, Kolleg*innen, Geisteswissenschaftler*innen und Fans. Ergänzt um ein ausführliches Gespräch mit und zahllose Bildbeispiele von Anke Feuchtenberger.“

Publikationshinweis: „Superevil: Villains in Silver Age Superhero Comics“

Soeben wurde die Dissertation des ComFor-Mitglieds Anke Marie Bock im Logos Verlag Berlin publiziert, die sicherlich für viele zukünftige Forschung relevant sein dürfte:

Superevil. Villains in Silver Age Superhero ComicsSuperevil: Villains in Silver Age Superhero Comics

Anke Marie Bock
Logos Verlag Berlin
September 2023
ISBN 978-3-8325-5693-8
Verlagsseite

Superevil: Villains in Silver Age Superhero Comics sheds light on the often-disregarded supervillains in the American superhero comic of the 1960s. From Loki to Killmonger – they all possess famous cinematic counterparts, yet it is their comic origin that this study examines. Not only did The Silver Age produce countless superheroes and supervillains who have conquered the screens in the last two decades, but it also created complex villains. Silver Age supervillains were, as the analyses in Superevil show, the main and only means to include political and societal criticism in a cultural product, which suffered from censorship and belittlement. Instead of focusing on the superheroes once more, Anke Marie Bock pioneers in putting the supervillain as such in the center of the attention. In addition to addressing the tendency to neglect villains in superhero-comic studies, revealing many important functions the supervillains fulfill, among them criticizing Cold War politics, racism, gender roles and the often unquestioned binary of good and evil on the examples of i.a. The Fantastic Four, Spider-Man and Black Panther comics.

Monitor 75: Neue Publikationen

Im Monitor werden in unregelmäßigen Abständen aktuelle Publikationen aus den letzten 6 Monaten vorgestellt, die für die Comicforschung relevant sein könnten. Die kurzen Ankündigungstexte dazu stammen von den jeweiligen Verlagsseiten. Haben Sie Anregungen oder Hinweise auf Neuerscheinungen, die übersehen worden sind und hier erwähnt werden sollten? Das Team freut sich über eine Mail an redaktion@comicgesellschaft.de.
Zu früheren Monitoren.


Bildung im Comic: Die pädagogischen Elemente des Bildungsromans in Keiji Nakazawas Barfuß durch Hiroshima

Kieler Berichte, Bd. 26

Erik Rading
Universitätsverlag Kiel
August 2023
Verlagsseite

In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Untersuchungen veröffentlicht, die sich der Frage widmeten, ob bestimmte Comics als Bildungsromane verstanden werden können. Trotz vermeintlich naheliegender Anschlusspunkte, z. B. der (literarischen) Auseinandersetzung mit lebensweltlichen Vorstellungen von Bildung, sucht man dabei eine pädagogische Perspektive weitestgehend vergebens. Dieser Leerstelle versucht sich der vorliegende Beitrag anzunehmen, indem er die Übertragung der pädagogischen Elemente des Bildungsromans auf den Comic untersucht. Dabei folgt er der Annahme, dass sich schon im Bildungsroman wie auch im Comic lebensweltliche, gesellschaftliche und historische Verständnisse pädagogische relevanter Themen und Intentionen, wie z. B. Bildung, Entwicklung oder Erziehung, artikulieren können, ohne dass diese Ansprüchen an explizit wissenschaftlich-pädagogische Theorien genügen müssen. Wie in den genannten Untersuchungen üblich, wird zur Bearbeitung dieses Forschungsanliegens ein Comic – hier die ersten vier Bände von Barfuß durch Hiroshima des japanischen Mangaka Keiji Nakazawa – als exemplarischer Forschungsgegenstand herangezogen und hermeneutisch nach den pädagogisch relevanten Elementen des Bildungsromans analysiert. Im Zuge dessen werden – entsprechend dem methodischen Vorgehen – Überlegungen zu einer spezifischen Hermeneutik des Comics präsentiert, der bisher als Erzählform kaum Berücksichtigung in methodologisch-hermeneutischen Überlegungen fand.“

 


Secondary Action Heroes of Golden Age Comics

Lou Mougin
McFarland
August 2023
Verlagsseite

„The 1940s saw the birth of many enduring superheroes like Superman, Batman, Captain America and Captain Marvel. Outside of the superhero genre, the golden age of comics also featured a host of lesser-known, evil-fighting action figures, and this book contains a wealth of information about these heroes without capes. Covered here are jungle heroines like Sheena, Rulah and Princess Pantha; science fiction stalwarts including Spacehawk, Hunt Bowman and Futura; adventurers such as Kayo Kirby, Werewolf Hunter and Senorita Rio; and Western heroes ranging from Tom Mix to the Ghost Rider.“

 

Comics and Migration: Representation and Other Practices

Global Perspectives in Comics Studies

Ralf Kauranen, Olli Löytty, Aura Nikkilä, Anna Vuorinne (Hgs.)
Routledge
2023
Verlagsseite

„Comics and human mobility have a long history of connections. This volume explores these entanglements with a focus on both how comics represent migration and what applied uses comics have in relation to migration. The volume examines both individual works of comic art and examples of practical applications of comics from across the world.
Comics are well-suited to create understanding, highlight truthful information, and engender empathy in their audiences, but are also an art form that is preconditioned or even limited by its representational and practical conventions. Through analyses of various practices and representations, this book questions the uncritical belief in the capacity of comics, assesses their potential to represent stories of exile and immigration with compassion, and discusses how xenophobia and nationalism are both reinforced and questioned in comics. The book includes essays by both researchers and practitioners such as activists and journalists whose work has combined a focus on comics and migration. It predominantly scrutinises comics and activities from more peripheral areas such as the Nordic region, the German-language countries, Latin America, and southern Asia to analyse the treatment and visual representation of migration in these regions.“

 

Muslim Comics and Warscape Witnessing

Studies in Comics and Cartoons

Esra Mirze Santesso
Ohio State University Press
September 2023
Verlagsseite

„Recent decades have seen an unprecedented number of comics by and about Muslim people enter the global market. Now, Muslim Comics and Warscape Witnessing offers the first major study of these works. Esra Mirze Santesso assesses Muslim comics to illustrate the multifaceted nature of seeing and representing daily lives within and outside of the homeland. Focusing on contemporary graphic narratives that are primarily but not exclusively from the Middle East—from blockbusters like Marjane Satrapi’s Persepolis to more local efforts such as Leila Abdelrazaq’s Baddawi—Santesso explores why the graphic form has become a popular and useful medium for articulating Muslim subjectivities. Further, she shows how Muslim comics “bear witness” to a range of faith-based positions that complicate discussions of global ummah or community, contest monolithic depictions of Muslims, and question the Islamist valorization of the shaheed, the “martyr” figure regarded as the ideal religious witness. By presenting varied depictions of everyday lives of Muslims navigating violence and militarization, this book reveals the connections between religious rituals and existence in warscapes and invites us to more deeply consider the nature of witnessing itself.“

 

The Cambridge Companion to the American Graphic Novel

Cambridge Companions to Literature

Jan Baetens, Hugo Frey, Fabrice Leroy (Hgs.)
Cambridge University Press
September 2023
Verlagsseite

The Cambridge Companion to the American Graphic Novel explores the important role of the graphic novel in reflecting American society and in the shaping of the American imagination. Using key examples, this volume reviews the historical development of various subgenres within the graphic novel tradition and examines how graphic novelists have created multiple and different accounts of the American experience, including that of African American, Asian American, Jewish, Latinx, and LGBTQ+ communities. Reading the American graphic novel opens a debate on how major works have changed the idea of America from that once found in the quintessential action or superhero comics to show new, different, intimate accounts of historical change as well as social and individual, personal experience. It guides readers through the theoretical text-image scholarship to explain the meaning of the complex borderlines between graphic novels, comics, newspaper strips, caricature, literature, and art.“

 


Ilan Manouach in Review: Critical Approaches to his Conceptual Comics

Pedro Moura (Hg.)
Routledge
September 2023
Verlagsseite

„This book takes an interdisciplinary and diverse critical look at the work of comic artist Ilan Manouach, situating it within the avant-garde movement more broadly.
An international team of authors engages with the topic from diverse theoretical approaches, from traditional narratology and aesthetic close readings of some of Manouach’s books, engaging with comics‘ own distinctive history, modes of production, circulation and reception, to perspectives from disability studies, post-colonial studies, technological criticism, media ecology, ontography, posthumanist philosophy, and issues of materiality and media specificity.
This innovative and timely volume will interest students and scholars of comic studies, media studies, media ecology, literature, cultural studies, and visual studies.“

 


Batman’s Villains and Villainesses: Multidisciplinary Perspectives on Arkham’s Souls*

Justin F. Martin, Marco Favaro (Hgs.)
Lexington Books
September 2023
Verlagsseite

„While much of the scholarship on superhero narratives has focused on the heroes themselves, Batman’s Villains and Villainesses: Multidisciplinary Perspectives on Arkham’s Souls takes into view the depiction of the villains and their lives, arguing that they often function as proxies for larger societal and philosophical themes. Approaching Gotham’s villains from a number of disciplinary backgrounds, the essays in this collection highlight how the villains’ multifaceted backgrounds, experiences, motivations, and behaviors allow for in-depth character analysis across varying levels of social life. Through investigating their cultural and scholarly relevance across the humanities and social sciences, the volume encourages both thoughtful reflection on the relationship between individuals and their social contexts and the use of villains (inside and outside of Gotham) as subjects of pedagogical and scholarly inquiry.“

 


*Die ComFor-Redaktion bedauert den Mangel an Diversität in dieser Publikation. Wir sind bestrebt, möglichst neutral über das Feld der Comicforschung in all seiner Breite zu informieren und redaktionelle Selektionsprozesse auf ein Minimum zu beschränken. Gleichzeitig sind wir uns jedoch auch der problematischen Strukturen des Wissenschaftsbetriebs bewusst, die häufig dazu führen, dass insbesondere Comicforscherinnen sowie jene mit marginalisierten Identitäten weniger sichtbar sind. Wir wissen, dass dieses Ungleichgewicht oft nicht der Intention der Herausgeber_innen / Veranstalter_innen entspricht und möchten dies auch nicht unterstellen, wollen aber dennoch darauf aufmerksam machen, um ein Bewusstsein für dieses Problem zu schaffen.

18. ComFor-Jahrestagung 2023: „Was war, ist, wird Comicforschung – für uns…?“

Vom 11.-13. Dezember 2023 wird die 18. Jahrestagung der Gesellschaft für Comicforschung (ComFor) in der Stiftung Akademie Waldschlösschen in 37130 Gleichen stattfinden. Organisiert wird die Veranstaltung von Christina Meyer, Vanessa Ossa und Lukas R.A. Wilde.

Zum zehnjährigen Bestehen der ComFor als eingetragendem Verein soll diese Phase einer kritischen Reflexion unterzogen werden: Wie hat sich die Comicforschung in den letzten zehn Jahren entwickelt, ausdifferenziert, gewandelt? Mit welchen wiederkehrenden, aber auch neuen Fragen und Forschungsperspektiven haben wir es seit 2014 zu tun? Welche disziplinären „toten Winkel“ und Desiderate gilt es in Zukunft, gemeinsam genauer auszuleuchten?  „Was war, ist, wird Comicforschung – für uns?“ adressiert ganz wörtlich unsere Institution ebenso wie die biographisch geprägten Perspektiven unserer beteiligten Mitglieder.

Einzelne Plätze zur Teilnahme an den Vorträgen und Paneldiskussionen sind noch verfügbar, Anfragen können formlos an vorstand@comicgesellschaft.de gerichtet werden.
Weiterlesen: Tagungsprogramm

Monitor 74: Neue Publikationen

Im Monitor werden in unregelmäßigen Abständen aktuelle Publikationen aus den letzten 6 Monaten vorgestellt, die für die Comicforschung relevant sein könnten. Die kurzen Ankündigungstexte dazu stammen von den jeweiligen Verlagsseiten. Haben Sie Anregungen oder Hinweise auf Neuerscheinungen, die übersehen worden sind und hier erwähnt werden sollten? Das Team freut sich über eine Mail an redaktion@comicgesellschaft.de.
Zu früheren Monitoren.


Disability and the Superhero: Essays on Ableism and Representation in Comic Media

Amber E. George (Hg.)
Ch. A. Bachmann Verlag
Juni 2023
Verlagsseite

„This is a collection of essays that analyze the presence of ableism in superhero narratives from television shows, films, and comics. Contributors use critical disability studies, media studies, cultural studies, and other interdisciplinary fields to unveil the misinformation, stigma, and exclusion caused by ableist representations of disability or disability-related experiences. Ableism is unmasked in media franchises such as DC Comics, Marvel, Sesame Street, and more.
These essays go beyond what is currently available in critical disability superhero studies, and explore both the well-known and lesser-known characters including Iron Man, Daredevil, Dr. Strange, Thor, Nick Fury, Jessica Jones, War Machine, Wonder Woman, Dr. Poison, the Joker, Bucky Barnes, Punisher, Rocket and Groot, Luke Cage, Captain America, and Sesame Street’s Super Grover. They also offer insightful intersectional analyses of entire series, films, and shows such as Arrowverse and The Ables.“

 

The Early Reception of Manga in the West

Bildnarrative, Bd. 13

Martin de la Iglesia
Ch. A. Bachmann Verlag
März 2023
Verlagsseite

„Nowadays, manga are ubiquitous not only in their home country Japan but also in the Western world. In some Western countries, they have even surpassed American and European comics in popularity. When did this manga boom start? Many people would think of the late 1990s, when dubbed anime adaptations of manga such as Dragon Ball or Sailor Moon ran on television.
This book, however, explores an earlier wave of manga around the year 1990. It examines what the first translated editions of Kazuo Koike and Gōseki Kojima’s Lone Wolf and Cub and Shōtarō Ishinomori’s Japan Inc. looked like, and how readers in the United States and in Germany reacted towards these manga.
Their impact was still rather limited, but then, this first manga wave culminated in 1988/1991 when Katsuhiro Ōtomo’s manga masterpiece, Akira, was published in English and German, among other languages. Its reception in the West is analysed in great depth in this book, including chapters on the perception of Akira as cyberpunk and its anime adaptation.
Akira opened the floodgates, and in its wake, many more manga titles found their way to American and European readers, including even lengthy but otherwise mediocre series such as Kazuo Koike and Ryōichi Ikegami’s Crying Freeman, the last of the four manga examined in this book. Although manga sales would later soar to greater heights in the 2000s with One Piece, Naruto and others, the first manga wave of ca. 1987–1995 deserves to be remembered for having paved the way.“

 

Drawing from the Archives: Comics Memory in the Contemporary Graphic Novel

Benoît Crucifix
Cambridge UP
Juli 2023
Verlagsseite

„Following Art Spiegelman’s declaration that ‚the future of comics is in the past,‘ this book considers comics memory in the contemporary North American graphic novel. Cartoonists such as Chris Ware, Seth, Charles Burns, Daniel Clowes, and others have not only produced some of the most important graphic novels, they have also turned to the history of comics as a common visual heritage to pass on to new readers. This book is a full-length study of contemporary cartoonists when they are at work as historians: it offers a detailed description of how they draw from the archives of comics history, examining the different gestures of collecting, curating, reprinting, forging, swiping, and undrawing that give shape to their engagement with the past. In recognizing these different acts of transmission, this book argues for a material and vernacular history of how comics are remembered, shared, and recirculated over time.“

 

The Rise of the Graphic Novel: Computational Criticism and the Evolution of Literary Value

Cambridge Studies in Graphic Narratives

Alexander Dunst
Cambridge UP
Juli 2023
Verlagsseite

„Bringing digital humanities methods to the study of comics, this monograph traces the emergence of the graphic novel at the intersection of popular and literary culture. Based on a representative corpus of over 250 graphic novels from the United States, Canada, and Great Britain, it shows how the genre has built on the visual style of comics while adopting selected features of the contemporary novel. This argument positions the graphic novel as a crucial case study for our understanding of twenty-first-century culture. More than simply a niche format, graphic novels demonstrate how contemporary literature reworks elements of genre narrative, reconfiguring rather than abolishing distinctions between high and low. The book also puts forward a new historical periodization for the graphic novel, centered on integration into the literary marketplace and leading to an explosive growth in page length and a diversification of aesthetic styles.“

 

The Cambridge Companion to Comics

Cambridge Companions to Literature

Maaheen Ahmed (Hg.)
Cambridge UP
August 2023
Verlagsseite

„The Cambridge Companion to Comics presents comics as a multifaceted prism, generating productive and insightful dialogues with the most salient issues concerning the humanities at large. This volume provides readers with the histories and theories necessary for studying comics. It consists of three sections: Forms maps the most significant comics forms, including material formats and techniques. Readings brings together a selection of tools to equip readers with a critical understanding of comics. Uses examines the roles accorded to comics in museums, galleries, and education. Chapters explore comics through several key aspects, including drawing, serialities, adaptation, transmedia storytelling, issues of stereotyping and representation, and the lives of comics in institutional and social settings. This volume emphasizes the relationship between comics and other media and modes of expression. It offers close readings of vital works, covering more than a century of comics production and extending across visual, literary and cultural disciplines.“