Schlagwort-Archiv: ComFor

Workshop „COMICS/FANDOM“

Die AG Comicforschung und die AG Partizipations- und Fanforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) veranstalten am 28. und 29.03.2019 einen Workshop zum Wechselverhältnis zwischen Comic und Fandom.

Vier international besetzte Panels setzen sich mit den Themen „Platforms, Exchange, and Markets“, „Nostalgia, Ideology and Politics“, „Genre, Gender, and Marginalized Identities“ und „Comics Fandom and other (Sub)Cultures“ auseinander. ComFor-Mitglieder Vanessa Ossa und Véronique Sina sind gemeinsam mit Sophie Einwächter und Sven Stollfuß für die Organisation zuständig.

Veranstaltertext:

Considering how crucially comic book marketing depends on loyal customers, especially fans, and to how great an extent the ever-expanding franchises surrounding Marvel’s or DC’s comic worlds rely on user participation and fandom, it seems striking that the connection between Comics Studies and Fan Studies has hardly been explored in any great detail so far.

Is this because Comics Studies focus on the text and Fan Studies on its recipient? At least in Germany, Comics Studies have strong roots in (Comparative) Literary Studies, Art History, or Philology while Fan Studies are either grounded in Media and Cultural studies or in Sociology (focusing on individual and mass consumption practices or group phenomena).

In our 2019 Workshop on Comics/Fandom, we want to address possible overlaps and frictions between Comics Studies and Fan Studies.

Anmeldung: per Email bis zum 17. März 2019.

Veranstaltungsseite mit vollständigem Programm.

Publikationshinweis „Autobiografie intermedial“

Vor kurzem ist im AISTHESIS Verlag der von ComFor-Mitglied Kalina Kupczynska und Jadwiga Kita-Huber herausgegebene Sammelband „Autobiografie intermedial“ erschienen. Darin findet sich u. a. ein Kapitel zur „Comic-Autobiografie“ mit Beiträgen weiterer ComFor-Mitglieder.

Autobiografie intermedial.
Fallstudien zur Literatur und zum Comic

Jadwiga Kita-Huber und Kalina Kupczynska (Hg.)

545 Seiten, Deutsch,
mit zahlreichen Abbildungen.
AISTHESIS Verlag
ISBN 978-3-8498-1282-9
€ 48,00 (zzgl. Versandkosten)

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Verlagsankündigung:
„Medien spielen im Kontext der Autobiografie eine tragende Rolle. Zum einen begleiten sie menschliche Biografien, entscheiden über die Intensität der Erinnerung und formen ihre Speicherung. Zum anderen prägen sie die Praxis des autobiografischen Schreibens, indem sie die Kulturtechniken des Er­innerns mitbestimmen. Besonders aufschlussreich sind hierbei intermediale Formen der Autobiografie, etwa Comics oder virtuelle Autobiografien, welche die literarische Produktion nachhaltig verändern. Ist die wachsende Verbreitung der intermedialen Autobiografie ein Symptom für die Veränderung des kulturellen Gedächtnisses überhaupt? Der Band versammelt diverse Sichtweisen auf die autobiografische Praxis und versteht sich als Versuch, Autobiografie- und Comicforschung einander anzunähern. Das Spektrum reicht von einem Aufriss aktueller Positionen zur Autobiografieforschung über die Darstellung unterschiedlicher Aspekte des Phänomens (experimentelle Tendenzen der historischen Autobiografie sowie neuere mediale Formen der Autobiografie) bis hin zur Frage der existentiellen Dimension autobiografischer Erzählung.“

Symposium „Motive von Angst und Wut – Emotionen im und um den Comic“ in Berlin

Das Berliner Comic-Kolloquium veranstaltet am 9. Februar 2018 ein Symposium zum Thema „Motive von Angst und Wut – Emotionen im und um den Comic“, an dem mit Tillmann Courth, Antje Knopf, Anke Marie Bock, Juliane Blank und Matthias Harbeck auch mehrere ComFor-Mitglieder teilnehmen. In insgesamt sieben Vorträgen werden die verschiedenen Formen von Angst und Wut im und um den Comic verhandelt.

Anmeldung: per Mail bis zum 2.2.2019 an comfor.berlin2014@gmail.com, Teilnahmegebühr von 5 EUR für Studierende und Arbeitslose, 10 EUR für alle anderen.

Veranstaltertext:

Wenn Verschwörungstheorien, Fremdenhass und das Schüren von Abstiegsängsten salonfähig geworden sind, wenn Protestwähler*innen und „Wutbürger*innen“ Wahlen und Politik maßgeblich beeinflussen, wenn Paketbomben an Politiker*innen verschickt werden, wenn Staaten ihre Grenzen „zumauern“, der Ruf nach „Recht und Ordnung“ wieder lauter wird und „befreundete“ Staaten um die Wette rüsten, wird deutlich, in welchem Maß Wut und Angst Motoren sozialer und politischer Veränderung sind.

Auch Unsicherheiten, Ängste und Abneigungen im privaten Bereich – in Zeiten der Individualisierung und „Achtsamkeit“ zunehmend ausgedrückt, inszeniert und analysiert – begründen das eigene Handeln, führen aber auch zu biografischen Brüchen und setzen Grenzen. Parallel dazu ist auch die „Handlung“ (im doppelten Sinne) in Geschichten oft ausgelöst (oder kulminiert zumindest) durch Gefühle der Wut oder Angst. Rachegelüste, Fluchtreflexe, Hass, die Suche nach dem Kick, Angst vor dem Tod und der Kampf mit den eigenen Dämonen sind Motive, die Figuren verändern und antreiben. […]

Das Berliner Comic-Kolloquium nimmt die aktuellen Debatten um Wut und Angst in der Gesellschaft zum Anlass, sich am 9. Februar 2019 mit den comicspezifischen Darstellungsformen dieser Emotionen, den Motiven von Wut und Angst im Comic, aber auch mit den von Comics ausgelösten Emotionen, der Manipulation der Leser*innen durch den Comic und durchaus auch mit der (vor nicht allzu langer Zeit noch sehr verbreiteten) Angst vor und Wut auf den Comic zu befassen.

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Publikationshinweis: „The British Comic Book Invasion“

Passend zur morgigen Verleihung des Roland Faelske-Preises 2018 ist kürzlich im Verlag McFarland die Monografie The British Comic Book Invasion von ComFor-Mitglied Jochen Ecke erschienen, bei der es sich ebenfalls um eine im Jahr 2014 mit diesem Preis ausgezeichnete Dissertationsschrift handelt. Die Dissertation wurde 2014 an der Johannes Gutenberg Universität Mainz unter dem Titel The British Invasion of American Comics: A Poetics eingereicht. Ecke beschäftigt sich mit dem transatlantischen Phänomen der „British Invasion“ des amerikanischen  Comic-Marktes in den 1980er Jahren und dessen nachhaltigen Auswirkungen.

The British Comic Book Invasion: Alan Moore, Warren Ellis, Grant Morrison and the Evolution of the American Style

Jochen Ecke
McFarland
281 Seiten
ISBN 978-1476674155 (Paperback)
~$39,95
Dezember 2018

Verlagstext:
„What makes a successful comics creator? How can storytelling stay exciting and innovative? How can genres be kept vital?
Writers and artists in the highly competitive U.S. comics mainstream have always had to explore these questions but they were especially pressing in the 1980s. As comics readers grew older they started calling for more sophisticated stories. They were also no longer just following the adventures of popular characters—writers and artists with distinctive styles were in demand. DC Comics and Marvel went looking for such mavericks and found them in the United Kingdom. Creators like Alan Moore (Watchmen, Saga of the Swamp Thing), Grant Morrison (The Invisibles, Flex Mentallo) and Garth Ennis (Preacher) migrated from the anarchical British comics industry to the U.S. mainstream and shook up the status quo yet came to rely on the genius of the American system.“

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Vortrag und Diskussion „Und so geht es fort“ mit Anke Feuchtenberger

Am Montag, 21. 1. 2019, ist die Comickünstlerin Anke Feuchtenberger zu Gast an der Universität Wien für eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung mit dem Titel „Und so geht es fort. Körper-Zeichen in Anke Feuchtenbergers Bilderzählungen“. Organisiert wird der Abend von den ComFor-Mitgliedern Marina Rauchenbacher und Katharina Serles im Rahmen ihrer Lehrveranstaltung „Körper-Zeichen. Gender und Diversität in deutschsprachigen Comics“; Studierende des Proseminars führen durch den Abend.

Veranstaltungsankündigung: 

„Anke Feuchtenbergers Arbeiten prägen die deutschsprachige Comic-Szene wesentlich. Ihre charakteristischen, aufwühlenden und gleichzeitig berührenden Zeichnungen und Bildergeschichten/Comics verhandeln immer wieder Themen wie Geschlechtergeschichte, Geschlechterrollen und -zugehörigkeiten, Körper, Sexualität und Identitätssuche. Anke Feuchtenberger wird über ältere und neuere Arbeiten sprechen und mit Studierenden des Proseminars Körper-Zeichen. Gender und Diversität in deutschsprachigen Comics diskutieren.“

Flyer

ComFor-Leseempfehlungen 2018

Die Redaktion der Gesellschaft für Comicforschung wünscht Ihren Leser_innen  und Freund_innen nachträglich noch einmal einen guten Jahresstart. Kein Jahreswechsel ohne Jahresbestenlisten – höchste Zeit also, auch in diesem Jahr wieder mit einer Liste von Leseempfehlungen aufzuwarten! (Die Leseempfehlungen der letzten Jahre finden sich hier). Auch dieses Jahr haben wir unsere Mitglieder unter der Redaktion von Robin-M. Aust um ganz subjektive Lektüretipps gebeten, die aus den vergangenen zwölf Monaten im Gedächtnis geblieben sind – aus welchen Gründen auch immer. Hier also einige Notizen zum vergangenen Comicjahr 2018:

 

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Jörn Ahrens

Professor für Kultursoziologie, Justus Liebig Universität Giessen

Gipi: Die Welt der Söhne

avant-verlag

Gipis Stil wirkt skizzenhaft, zuweilen lässig bis geradezu nachlässig. Dennoch sind seine Zeichnungen, der Aufbau seiner Seiten ausgesprochen umsichtig durchkomponiert. Das scheinbar Unfertige, Flüchtige der Zeichnungen spiegelt die Fragilität der Figuren. In Die Welt der Söhne entwirft er ein apokalyptisches Szenario in schwarz-weiß, ganz ohne Backstory. Die Welt scheint geflutet, das Land ist weitgehend verschluckt. Die Katastrophe muss wenige Jahrzehnte zurückliegen; die Erwachsenen kennen noch eine andere Welt. Die Protagonisten, zwei Brüder und ihr Vater, leben auf dem Wasser, um sie herum kaum Menschen und beinahe nichts, das sie ernährt. Der Vater will, dass seine Söhne in dieser feindlichen Umwelt überleben können; Lesen bringt er ihnen gar nicht mehr bei. Jede Person, die auftaucht, wirkt erst einmal misstrauisch und kampfbereit. Menschen sind physiognomisch verunstaltet, wohl durch Kontamination, oder im Geiste durch eine grassierende inhumane Exzessreligion, die das Abschlachten anderer feiert. In seiner mit fast 300 Seiten bislang umfangreichsten Arbeit zeigt Gipi, wie sich Menschlichkeit reduziert auf Formen der Gewalt. Einerseits. Andererseits handelt es sich um eine ziemlich ruhige Meditation über die mentale Verfasstheit von adoleszenten Jungs, bei der die postapokalyptische Umwelt häufig nebensächlich wird. Die Brüder suchen etwas anderes, als nur das Überleben. Sie sehnen sich nach dem Anderen der Gewalt, nach Möglichkeiten der Kultur. Grandios, wenn sie das Tagebuch des Vaters nach dessen Tod durchblättern – über Seiten hinweg zeigt der Comic unleserliches Gekrakel, wie es die illiteraten Jungs sehen. Erst die allerletzte Seite eröffnet mit dem einzigen Lächeln im ganzen Buch einen Hinweis auf die Möglichkeit von Humanität.

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Pascal Regnauld / Roger Seiter: Mord für Mord, B.1: Gila Monster / B.2: Atemstillstand

Schreiber & Leser

Pascal Regnauld zeichnet Hintergründe für Sokals Inspector Canardo. Mit Mord für Mord hat er nun, nach einem Szenario von Roger Seiter, seine erste eigenständige, zweibändige Arbeit vorgelegt, und man darf sagen: das wurde auch Zeit. Ganz im Geiste des amerikanischen Film Noir (und gespickt mit Anspielungen) entwirft Seiter eine klassische, in den 1960er Jahren angesiedelte Gangstergeschichte um einen Mann, der seine Identität sucht. Wenn er sie schließlich findet, wird es zum Überleben zu spät sein. Das ist solide erzählt und macht Spaß zu lesen. Aber das wirkliche Fest sind Regnaulds Zeichnungen, die weder farbig sind, noch schwarz-weiß, die Figuren im Stil des Semifunny vor Art-Déco-Hintergründe setzen. Wenn Regnauld schwarz-weiß betont, mischt er zugleich blau ein und spielt mit der Palette möglicher Farbtonabstufungen, um seinen Zeichnungen trotz weitgehender Unfarbigkeit eine hohe Kontrastdichte zu geben; dasselbe kann er auch mit Sepia. Nur das Blut tropft rot ins Bild. Seinen Figuren gibt er häufig weiße Konturlinien, die Gegenstände haben oft gar keine. Selten hat man einen so eleganten Comic gesehen.

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Nury / Brüno: Tyler Cross, Bd.3: Miami

Carlsen

Seit 2016 erscheint Tyler Cross von Fabien Nury und Brüno im Carlsen Verlag; die Alben haben jeweils einen Umfang von um die 90 Seiten. 2018 ist mit Miami der dritte Band erschienen. Nury entwirft kompromisslos harte Geschichten, manchmal verwickelt, immer spannend und immer konsequent genregerecht. Wenn hier Klischees Verwendung finden, dann nur weil die Serie auch eine Hommage ist (ohne deshalb im mindesten ironisch zu werden). Tyler Cross ist ein Killer, der sehr professionell ist. Auch wenn er regelmäßig in Probleme schlittert, helfen ihm sein kühler Kopf und seine hinreichend rudimentär ausgeprägte Menschlichkeit am Ende immer, mit diesen auch klarzukommen. Brünos Zeichnungen sind, obwohl oberflächlich betrachtet ungemein konkret, extrem suggestiv und nur schwer einer Schule zuzuordnen. Alles ist über die Maßen stilisiert und flächig gehalten. Letztlich bleibt immer nur das Nötigste im Bild. Die Kolorierung von Laurence Croix greift dieses Prinzip konsequent auf und arbeitet ohne Abstufungen in einem monochromen Nebeneinander. So entfaltet sich eine extrem dichte Atmosphäre, die den Comic durchgängig trägt. Atemlos hechtet man als Leser durch die Bände und will gleich noch einmal oder mehr lesen.

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Robin-M. Aust

Literaturwissenschaftler, Heinrich Heine Universität Düsseldorf

Jakob Hinrichs: Der Trinker, nach Hans Fallada

Aufbau

Die Geschichte von Falladas Der Trinker (1944) ist an sich schnell erzählt: ein biederer Kaufmann gerät in die Alkoholabhängigkeit, verliert den bürgerlichen Halt und zerstört so sukzessive sein Leben. Soweit, so gut. Hinrichs kombiniert in Der Trinker diese fiktionale Geschichte mit Falladas eigener Biographie. Der Schriftsteller selbst agierte in seiner eigenen Alkohol- und Morphiumsucht vielleicht noch selbstzerstörerischer als der Protagonist seines Trinkers, versucht, seine Frau umzubringen und landet im Gefängnis. Hinrichs kombiniert die eigentlich simple Trinker-Erzählung mit Details aus anderen Erzählungen Falladas, aber auch biographischen Fetzen, Briefen zu einem Portraits eines Künstlers, der an seiner eigenen Existenz – grundlos? – scheitert. Wie auch schon bei Hinrichs vielleicht noch ein Stück dichteren Traumnovelle (nach Arthur Schnitzlers Erzählung von 1926) begeistern natürlich auch in Der Trinker die überbordend bunten, gleichzeitig tristen Bilder, die mal surreale-assoziativ, teils rauschhaft-ungreifbar, immer ungemein detailverliebt und anspielungsreich daherkommen.

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Isabel Kreitz (Hrsg.) u.a.: Die Unheimlichen (Reihe)

Carlsen

Eine Leseempfehlung, diesmal nicht unbedingt für individuelle Comics, sondern für eine neue Reihe: Die Unheimlichen erscheint bei Carlsen seit 2018 unter der Regie von Isabel Kreitz (Haarmann, Pünktchen und Anton, Die Entdeckung der Currywurst) und bringt unterschiedliche namhafte deutsche Zeichner_innen und klassische Gruselstoffe der Literaturwelt zusammen – ein Konzept, das bei mir natürlich auf Gefallen stößt und bisher zu einer Handvoll interessant-skurriler Adaptionen geführt hat. Bisher gezeichnet haben u.a. Nicolas Mahler (Der Fremde! nach Elfriede Jelinek) und Barbara Yelin (Das Wassergespenst von Harrowby Hall nach John Kendrick Bangs); für 2019 angekündigt ist Unterm Birnbaum nach Theodor Fontane, diesmal gezeichnet von Birgit Weyhe. Es bleibt, gespannt abzuwarten, welche Stoffe und Zeichner Isabel Kreitz noch für dieses Projekt zusammenführen kann.

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Nicolas Mahler: Das Ritual

Reprodukt

Auch 2018 war für Nicolas Mahler produktiv: Nach dem Re-Release seiner pseudo-autobiographischen Comics unter dem Titel Die Goldgruber-Chroniken,der gerade erwähnten Jelinek-Adaption, diversen Cartoon-Bänden, mehreren Lyriksammlungen und natürlich Literaturadaptionen erscheint mit Das Ritual mal wieder eine neue Erzählung von Mahler. Die kommt diesmal schon fast ungewohnt bunt daher – und es passiert für Mahler-Verhältnisse fast schon ungewöhnlich viel. Ausgangspunkt dieser Erzählung ist der japanische SFX-Pionier Eiji Tsuburaya, bekannt für die Godzilla-Filme – oder besser: für die in ihnen auftretenden Gummimonster. Mahler zeichnet in Das Ritual ein einfühlsames Portrait einer als Trash belächelten Kunst und der dahinterstehenden Künstler, das als Mahler-Comic gewohnt tragisch, komisch und selbstreflexiv daherkommt.

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Tillmann Courth

Comicjournalist und Blogger (COMIXENE, Comicoskop, tillmanncourth.de)

Mikael Ross: Der Umfall

avant

Beachtliche Graphic Novel über Menschen mit ‚Behinderung‘. Die jedoch nie als solche vorgeführt, geschweige denn als solche charakterisiert werden.
Noel Stock ist ein junger Mann, der nicht alleine leben kann. Als seine Mutter von einem Schlaganfall getroffen ins Koma fällt, kippt auch Noels Leben aus seiner Verankerung. Man bringt ihn zur Betreuung nach Neuerkerode, eine Dorfgemeinschaft aus Menschen mit und ohne Behinderung. Wie sich Noel hier in ein neues Leben finden muss und welche Kontakte er knüpft, davon erzählt Mikael Ross in Der Umfall. Ein Comic über Verluste, über Flüchtigkeit, Vergänglichkeit – und gerade dadurch auch über den Zauber des Augenblicks, die Macht der Fantasie und die Notwendigkeit menschlicher Fürsorge.
Am Ende sind einem Noel und seine schrägen Freunde (der ordnungsneurotische Valentin, die übergriffige Alice, der gutmütige Betreuer Robert, die lebenslustige Penelope) ans Herz gewachsen. Ein spezieller, leiser Humor sowie der karikatureske Strich runden DER UMFALL zu einer Sternstunde der ‚Graphic Medicine‘ ab. Besser kann man Menschen mit ‚Behinderung‘ nicht ins Licht rücken.

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Barbara „Eggy“ Eggert

Kunsthistorikerin und Comicautorin, ab Februar an der Kunstuniversität Linz

Jen Wang: The Prince and the Dressmaker

First Second

Eine warmherzig-humorvolle gender-bender Story mit überraschendem Ende, aus meiner Sicht geeignet für Menschen ab 10 Jahren. Die märchenhafte Geschichte im historischen Gewand verwebt zeitlose Themen wie Freundschaft, Liebe, Mode – und vor allem die Herausforderung, zu sich selbst zu stehen, auch wenn dies einen Bruch mit gesellschaftlichen Konventionen bedeutet. Ein panelsprengendes Farb- und Formvergnügen – was das Cover nicht
unbedingt erwarten liess… Das Buch wurde vom Cartoon Art Museum San Francisco von Februar bis August 2018 im „Emerging Artist Showcase“ gefeatured.

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Ole Frahm

Literaturwissenschaftler, Arbeitsstelle für Graphische Literatur (ArGL) Hamburg

Paul Karasik, Mark Newgarden: How to Read Nancy. The Elements of Comics in Three Easy Panels.

Fantagraphic Books

1998, im Schreibheft. Zeitschrift für Literatur 51, veröffentlichten Martin tom Dieck und Jens Balzer Variationen von Mark Newgarden über Ernie Bushmillers Nancy. Damals hieß es schon, meine ich, er arbeite an etwas Größerem über den Strip. Nun, läppische 19 Jahre später hat der Zeichner mit Paul Karasik (der vor wiederum zehn Jahren die Arbeit von Fletcher Hanks wiederveröffentlicht hat) eine wunderbare Würdigung des Strips vorgenommen, indem sie einen Strip der Serie mit drei Panels vom 8. August 1959 in seine 44 Bestandteile zerlegen. Vom Strip ist jeweils nur der Teil zu sehen: Nr. 28 zeigt die Blickbeziehungen, Nr. 35 die Gestaltung der Sprechblasen, Nr. 40 die Typographie des Copyrightvermerks und Nr. 43 diskutiert das vierte Panel und zeigt: eine weiße Seite. Ich kann mir keine bessere Literatur über Comics vorstellen.

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Neal Adams, Rafael Medoff, Craig Yoe: We Spoke Out. Comic Books and the Holocaust.

IDW Publishing

Inzwischen ist Stan Lee gestorben, aber sein Vorwort zu diesem Band wird er noch gelesen haben. Dort behauptet er, die Lektüre der Comic-Geschichten hätten die jungen Menschen dazu erzogen, dass der Holocaust sich nicht wiederholen dürfe. Ob die Geschichten, die hier zusammengesucht wurden, diesen Anspruch erfüllen, sollte jede und jeder selbst überprüfen. Manche berühren den Holocaust eher indirekt, wie die Batman-Story „Night of the Reaper“, andere gehen recht frei mit historischen Tatbeständen um, aber gerade fiktionale Geschichten wie „Thou Shalt not Kill“, in der eine Steinstatue zum Golem erwacht, um sich an den marodierenden Wehrmachtssoldaten zu rächen, sind es allemal wert, wieder gelesen oder überhaupt entdeckt zu werden: „The golem walks again!“

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Ari Folman, David Polonsky: Das Tagebuch der Anne Frank.

Fischer

Manche der Bildfindungen, die Adams, Medoff und Yoe versammelt haben, lassen sich in der graphischen Version von Anne Franks Tagebuch wiederfinden. Viele andere wären zu ergänzen und erzeugen einen interessanten Eklektizismus, wenngleich der nicht immer unproblematisch ist. Ich bin gespannt, wie sich dieser Band in zwanzig Jahren liest und wie er dann bewertet werden wird. Das erste Jahr hat diese kluge Aktualsierung des Tagebuchtextes gut überstanden.

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Dietrich Grünewald

Kunstdidaktiker, Emeritus Universität Koblenz-Landau, ehem. 1. Vorsitzender der ComFor

Mikael Ross: Der Umfall.

avant

Hervorgegangen aus der privaten Initiative Pastor Gustav Stutzers 1868, hat sich die Evangelische Stiftung Neuerkenrode in Niedersachsen zu einem verzweigten sozialwirtschaftlichen Unternehmen entwickelt, das Menschen mit Beeinträchtigungen ein lebenswertes Zuhause bietet. Wenn diese großartige und wichtige Stiftung zum 150jährigen Jubiläum auf die Idee kommt, das mit einem Comic zu feiern – so sagt das viel über ihr liberales Selbstbewusstsein aus, zeigt aber auch, dass Bildgeschichten im kulturellen Bewusstsein unserer Zeit angekommen sind, dass sie akzeptiert werden und als eine wunderbare Möglichkeit der Kommunikation gesehen werden. Der Münchener und Wahlberliner Zeichner Mikael Ross, der mit Nicolas Wouters den gelungenen, spannenden wie nachdenkeswerten Bildroman Totem (avant 2016) geschaffen hat, hat zwei Jahre lang für seine Graphic Novel recherchiert. Der Umfall ist kein Werk sprühender ästhetischer oder dramaturgischer Innovation, aber Ross erzählt solide, gut mitempfindbar, in gelungenen leicht cartoonierten Zeichnungen, die jedes falsches Pathos, jede Form von „gutmeinender Anteilnahme“ ausschließen, die uns aber nahe miterleben, mitärgern, mitfreuen lassen, wenn der geistig behinderte junge Noel plötzlich alleine ist und in Neuerkerode lernt sein Leben zu meistern. Mir gefällt die Bildgeschichte sehr gut, eben weil sie kein Hymnus auf die Stiftung in beweihräuchernder Form ist, sondern völlig unpathetisch, lustig und unterhaltsam eine aufschlussreiche Geschichte erzählt, die sehr viel mehr Empathie wecken kann, als moralisierende Botschaften. Ich wünsche dem Comic viele viele Leser und Leserinnen!

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Linda Heyden

Literaturwissenschaftlerin, Universität Jena

Jeff Lemire, Dustin Nguyen: Descender, The Machine War (B. 6)

Image Comics

Von Jeff Lemire findet sich dieses Jahr vor allem „Black Hammer“ auf den Empfehlungslisten, aber ich möchte anlässlich des letzten Bandes, der dieses Jahr erschien, die Science-Fiction-Serie „Descender“ empfehlen.
Zugegeben beginnt die Geschichte zunächst sehr generisch in einer Zukunft, in der Menschen und Maschinen gegeneinander Krieg führen und der humanoide AI-Junge Tim-21 eine entscheidende Rolle spielt. Doch den Figuren, deren Hintergrundgeschichten und Charaktere sich nach und nach enthüllen, will man von Anfang an folgen. Vor diesen Figurenentwicklungen entspannt sich nebenbei die Geschichte, die dann im sechsten Band ihre größte Wendung nimmt und Lust macht auf die Fortsetzungsserie „Ascender“.
Vor allem aber fesselt vom ersten Cover an die visuelle Umsetzung in den Aquarellen von Dustin Nguyen, die beim Lesen wieder und wieder zum Verweilen einladen. Die Verbindung von SciFi-Genre und Aquarellstil ist ungewöhnlich und erzeugt eine besondere Atmosphäre. Nguyen wechselt immer wieder das Seitenlayout und die Farbpalette, so dass sich ständig neue visuelle Eindrücke bieten. Besonders das Layout mit 4 schmalen Panels, die über die Seitenbreite reichen, sind durch ihre Sequenzierung und Perspektivierung sehenswert. Farblich dominieren in Band 6 schließlich zarte Pastelltöne, in die sich die maschinellen Sprechblasen und Schriften von Steve Wands bei aller visueller Spannung durchaus harmonisch einfügen.

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Elisabeth Klar

Komparatistin, Autorin beim Residenz Verlag

Daniela Schreiter: Schattenspringer (Band 1-3)

Panini

Es wird viel zum Thema Autismus geschrieben, Betroffene hingegen kommen selten selbst zu Wort – schon allein deshalb wäre Daniela Schreiters (aka Fuchskind) Serie Schattenspringer, in der sie von ihrer Kindheit (Band 1) und Jugend (Band 2) als Asperger-Autistin erzählt, eine Empfehlung für alle, die sich mit dem Thema beschäftigen wollen. Fuchskinds Comics sind aber zudem noch abwechslungsreich erzählt und voller Humor, und nutzen das Medium und all seine Möglichkeiten gekonnt, um die eigene Erfahrungsrealität auszudrücken – dabei lässt Fuchskind sich keine Gelegenheit zu geekigen Pop-Kultur-Referenzen entgehen. Bereits in Band 1 erklärt Daniela Schreiter, dass die Erfahrung eine_s einzelnen Autist_in allein niemals Verallgemeinerung auf andere Betroffene zulässt. Umso konsequenter ist es, dass sie in Band 3 schließlich andere Autist_innen zu Wort kommen lässt und deren Lebensgeschichten Raum gibt. Fuchskinds Schattenspringer-Serie ist reflektiert und informativ, regt zum Hinausblicken über den eigenen (neuro-typischen) Tellerrand hinweg an, oder lässt vielleicht ein Wiedererkennen eigener Erfahrungen zu – und es ist auch einfach ein sehr gut gemachter Comic.

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Lukas Kummer, Thomas Bernhard: Die Ursache

Residenz

Nach Nicolas Mahlers Adaptationen von Büchern von Thomas Bernhard (Alte Meister, Der Weltverbesserer) hat Lukas Kummer die Herausforderung angenommen, den ersten Teil der Autobiografie von Bernhard, Die Ursache, in das Comic zu übertragen. Dass Lukas Kummer dafür einen anderen Weg als Mahler einschlägt, ist gut, denn auch den zugrundeliegenden Text tragen eine andere Stimmung und ein anderer Anspruch. Lukas Kummer arbeitet mit Rhythmus und Wiederholung, mit dem Text als das Bild teilweise überdeckendes Zeichen, mit Raum und dabei insbesondere Häuserfassaden als Ausdruck der „abtötenden“, erstarrten, nach außen hin abgeschlossenen Stadt Salzburg. Wie im Text selbst gibt es keine direkte Rede, nur Bernhards stetiges Kommentar der auf den Panels abgebildeten Orte und Ereignisse. Der abstrahierte, reduzierte Zeichenstil erschafft gemeinsam mit der Farbwahl (Grau- und Schwarztöne, starke Kontraste) eine harte, kalte, ja unmenschliche Atmosphäre, in der die Menschen den Dingen untergeordnet oder zumindest gleichgestellt sind, und die das Erleben Bernhards in dem Text authentisch widerspiegeln, den_die Leser_in gleichzeitig in das Geschehen und in Bernhards Gedanken hineinziehen, ja, gar nicht mehr loslassen.

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Lukas R.A. Wilde

Medienwissenschaftler, Universität Tübingen

Jeff Lemire und Andrea Sorrentino: Gideon Falls

Image

Während sich im amerikanischen Non-DC/Marvel-Bereich scheinbar das ganze Jahr nur um Jeff Lemires Black Hammer gedreht hat, wurde ich durch ein regelrechtes Image-Revival geschleift: Skottie Youngs zauberhaftes Middlewest, Ed Brubakers und Sean Phillips routiniertes My Heroes Have Always Been Junkies, Ann Nocentis und David Ajas verstörendes The Seeds, Jody Leheups und Nathan Fox‘ wahnwitziges The Weatherman, die schwindelerregende Worldbuilding-Prämisse in Ryan Cadys und Andrea Muttis Infinite Dark, selbst Joe Hendersons und Lee Garbetts hanebüchend unterhaltsames Skywards… Im Sommer machte indes ein Einkauf von TV-Rechten Schlagzeilen, der bereits vor dem Erscheinen der ersten Comic-Ausgabe unter Dach und Fach war: Ein anderer neuer Wurf von Lemire: Gideon Falls. Eine Twin Peaks-artige Horrorstory in einer Midwest-Kleinstadt, aus der man nach dem Lesen gar nicht mehr herausfindet; gefallene Priester, Geheimbünde, Schizophrenie… Warum ich bei dieser Adaptation trotzdem skeptisch bleibe: Angesichts der zuvor genannten Konkurrenz hätten es die soliden Gruseleien niemals ohne Zeichnerin Andrea Sorrentino an die Spitze meiner Liste geschafft. Gemeint sind noch nicht mal ihre grisselig-pseudofotografischen Bilder, sondern das schwindelerregende Panel-Layout. Mehrmals pro Ausgabe finden sich formale Experimente, wie man sie sonst höchstens bei J.H. Williams III gesehen hat; zersplitterte, gefaltete, zu Mosaiken zusammengesetzte Panel-Geflechte, die dennoch ganz im Dienst erzählerischer Verunsicherung stehen. Gideon Falls per Handy auf ComiXology-App zu lesen ist, wie einen Kinofilm ohne Ton zu schauen – allein wegen dieser Erkenntnis ist jede neue Ausgabe ein kleines Juwel!

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Steven Olando und Garry Brown: CRUDE

Image

Nachdem meine vorige Auflistung an Empfehlungen eher interessante Titel enthielt, als dass man ihre nachhaltige Relevanz bereits treffsicher einschätzen könnte, gibt es für Steven Olandos und Garry Browns CRUDE keinerlei Rückhalte. Die Autoren entwerfen hier eine Orwell‘sche Sozialallegorie, die tief in ein Fass Frank Miller getunkt worden ist, um dabei alles zu zertrümmern, was an Frank Miller schon lange toxisch und reaktionär geworden ist. Eine russische Arbeiterkolonie aus Raffinerien und industriellen Niederwelten wird uns als Utopie verkauft, um endlich in Freiheit leben und zu lieben zu dürfen. Darum herum ist eine kapitalistische Maschine errichtet, die den Traum dieser Freiheit in harten Zahlen ausbeutet. Im Inneren dieser erschreckend gegenwartsnahen Blade Runner-Welt prügelt sich eine scheinbare Hard Boiled-Karikatur durch die Gassen und Kasernen, um den Tod seines Sohnes zu rächen, der selbst unerhörte Angst vor ihm und seiner elenden Intoleranz hatte – die es vielleicht nie gab, wenn man mal angefangen hätte, miteinander zu reden. Der alte Bastard bricht Knochen und zersplittert Schädel um dabei – auf eine unerklärlich anrührende Weise – das Genre in den Dienst von Liebe und Toleranz zu prügeln, ohne dabei je seine Regeln zu verlassen.

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Magdalene Visaggio und Sonny Liew: Eternity Girl

DC’s Young Animal

Soviel zum Thema Image, doch ich muss auch sagen: ich habe DCs Vertigo-Imprint vermisst, insbesondere die schrägen, weirden Stories der ersten Phase des Labels! Nun steht zwar ein großer „DC Vertigo“-Relaunch an, die ersten Titel lesen sich auch ganz hervorragend (Border Town und American Carnage) – aber doch eher wie weitere neue Image-Comics. Indes hat parallel DC’s Young Animal-Label weiter Fahrt aufgenommen, und nun, nach dem DCU-Crossover „Milk Wars“ in Phase II, geht die Formal auch langsam richtig auf. Insbesondere von Magdalene Visaggios und Sonny Liews Miniserie Eternity Girl war ich schwer begeistert, die genau den sweet spot zwischen identitätsforschender psychologischer Erzählung, high concept-Superhero-Wahnsinn in Jack Kirby-Dimensionen und Genre- und Medienbespiegelungen umkreist. Ein wilder Ritt wie bei Grant Morrisons Frühwerken zu Zeiten von Doom Patrol oder Flex Mentallo: Visaggios erzählt von Caroline Sharp, einer manisch depressiven Super-Agentin in Zwangsbeurlaubung, die entweder unsterblich ist oder in einem grässlichen Kreislauf aus ewigen Wiedergeburten feststeckt. In verschachtelten, sich gegenseitig metaphorisierenden Erzähl- und Realitätsebenen taumelt Sharp durch eine kosmische Odyssee, die sich auf den erlösenden Tod zubewegt, dabei aber das gesamte Universum in die Auslöschung zu reißen droht. Deutlich zu weird, um es je in einen Kanon – oder in eine TV-Adaption – zu schaffen, und genau darum mein Geheimtipp des Jahres!

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Publikationshinweis: „Avanturen des neuen Telemachs“

Friedrich Schillers Bildgeschichte „Avanturen des neuen Telemachs“, erschienen im Ch. A. Bachmann Verlag, ist nun lieferbar. Herausgegeben und mit einer Einführung versehen wurde sie vom ehemaligen ComFor-Vorsitzenden Dietrich Grünewald und übersetzt vom gegenwärtigen Vorsitzenden Stephan Packard sowie dem ComFor-Mitglied Elizabeth A. Nijdam.

Avanturen des neuen Telemachs.
Eine Bildgeschichte von 1786
Friedrich Schiller

86 Seiten, zweisprachig Deutsch u. Englisch,
mit zahlreichen Abbildungen.
Ch. A. Bachmann Verlag
ISBN 978-3-941030-46-6
€ 25,00 (zzgl. Versandkosten)

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Verlagsankündigung:
„Zum 30. Geburtstag seines Freundes und Gönners Christian Gottfried Körner zeichnet Friedrich Schiller, der skandalöse Dichter der Räuber, 1786 eine Bild-Humoreske. Zunächst nur als Spaß im Freundeskreis gedacht und später für verschollen gehalten, erscheinen hier erstmals Reproduktionen der unbearbeiteten Originalzeichnungen im Druck. Gegenübergestellt ist ihnen die Originalhandschrift aus der Feder des Schiller-Freundes Ludwig Ferdinand Huber. Der Text erscheint hier zudem erstmals transkribiert parallel in deutscher und englischer Sprache. Erläutert, in ihrem ästhetischen und historischen Kontext verortet, wird Schillers Geschichte, in der Körner nicht nur als Herkules erscheint, sich in Ägypten mutig gefräßigen Krokodilen stellt und gar eingemacht wird, in einem ausführlichen und umfangreich bebilderten Aufsatz von Dietrich Grünewald.“