Language:
  • Deutsch
  • English

Tagung: Das politische (Ver-) Lachen. Visuelle Satire

6. – 8. Mai 2013, Ingelheim, Fridtjof-Nansen-HausVisuelle Satire

Kunst ist Mittel und Schauplatz der Verunsicherung (Schmalenbach). Für die politische Bild-Satire gilt das in besonderem Maße. Sie zielt darauf ab, durch entlarvende Verfremdung den Alltagsblick zu schärfen, das (Ver-)Lachen als Waffe zu nutzen, als politische Fehlentwicklung Erkanntes zu geißeln, den Betrachter zum kritischen Hinterfragen zu provozieren. Die Tagung umfasst Vorträge, die unterschiedliche Erscheinungsformen und Intentionen der politischen visuellen Satire vorstellen – von der Fotomontage, der Malerei, der Objektkunst bis zum Comic und zur Karikatur.

Dr. Helmut Kronthaler, Unterhaching, wird dabei einen umfassenden Vortrag zur Satire im Comic beitragen: “Von Piepmeyer zu Obama. Kontinuität und Wandel in der Darstellung des Politikers in Bildgeschichte und Comic vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart”

Vollständiges Programm als PDF

Anmeldung bitte direkt bei der

Fridtjof-Nansen-Akademie
im Weiterbildungszentrum
Ingelheim am Rhein
T: 06132 – 79 00 316
F: 06132 – 79 00 322
H: www.wbz-ingelheim.de

CfP: Comic theory book collection

While there have been a growing number of books on comics in recent years, very few have addressed aspects of structure, particularly from theoretical, cognitive, or experimental points of view and outside the realm of literary or sociocultural theory. I am working to organize a compilation of important papers on the understanding of sequential images. Most of the chapters will be either 1) summary papers that provide extensive bibliographies that can provide an overview to students and a resource to other researchers, or 2) reprints of significant research that remain under-recognized or hard-to-find.

This Call for Papers asks for proposals for papers of two types of chapters focused particularly on research outside of English, presented for an English speaking audience:

1. Chapters that summarize, in English, advances in comic theory from non-English speaking researchers. Such chapters should be large in scope with extensive reference sections.

2. Translations into English of significant non-English comic theory (structural, cognitive, experimental, etc.) from important papers or book chapters. (For example, from Gubern 1972, Fresnault-Dervelle 1972, Hünig 1974, Krafft 1978, Vidal 2004, etc)

Continue reading

CfP: „Comic und Naturwissenschaft“ – 8. Wissenschaftstagung der ComFor

15. bis 17. November 2013 in Erlangen – Senatssaal des Kollegienhauses (Universitätsstr. 15)

ComForlogo_hochDie 8. Wissenschaftstagung der ComFor wird vom 15. bis 17. November 2013 in Erlangen stattfinden und sich dem Thema „Comic und Naturwissenschaft“ widmen. Ihre Gastgeber vor Ort – in Kooperation mit der Gesellschaft für Comicforschung – sind die Lehrstühle für Neuere Deutsche Literaturgeschichte (Prof. Christine Lubkoll) und für Theoretische Physik (Prof. Klaus Mecke) der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Beide Lehrstühle widmen sich bereits seit 2010 in einer bundesweit einmaligen, langfristig angelegten Projektgemeinschaft den Schnittmengen und Wechselwirkungen zwischen Natur- und Kulturwissenschaften, ihrer Themen und Wissenskulturen.

Eines von zwei Impulsreferaten wird Prof. Dirk Vanderbeke (Jena) halten, für ein weiteres soll ein einschlägig versierter Comic-Künstler gewonnen werden. Für die Gestaltung des seit 2008 schon traditionellen Tagungsplakates ist dies bereits geschehen: Sie wird in diesem Jahr Thomas Gilke (Berlin) übernehmen. Tagungsort ist der Senatssaal des Kollegienhauses (Universitätsstr. 15). Eine Tagungsseite ist bereits online. Continue reading

Workshop Uni Gießen: Geschichtscomics in Deutschland seit den 1950er Jahren

11.04.2013-12.04.2013: 

Verflochtene Vergangenheit. Geschichtscomics in Deutschland seit den 1950er Jahre

Gießen, Alexander-von-Humboldt-Gästehaus der Justus-Liebig-Universität Gießen, Rathenaustraße 24 A
Veranstalter: Prof. Dr. Sylvia Kesper-Biermann, LMU München; Dr. Bettina Severin-Barboutie, JLU Gießen

Geschichtscomics bilden ein eigenständiges Medium populärer Erinnerungskultur in den Gesellschaften des 20. Jahrhunderts. In rascher Folge erscheinen seit den 1950er Jahren vor allem in Europa, Japan und den USA Bildergeschichten, die mit verschiedenen Zugängen unterschiedliche historische Epochen, Ereignisse und Personen thematisieren. Auch in Deutschland erfreuen sich Geschichtscomics zunehmender Beliebtheit: Allein in den letzten zehn Jahren sind über 120 Alben mit historischen Inhalten veröffentlicht worden. Dabei haben sich die Bildergeschichten längst vom Ruf als anspruchslose Unterhaltungslektüre für Kinder emanzipiert und sprechen einen immer größer werdenden Kreis erwachsener Leserinnen und Leser an.

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Historischen im Comic steckt indes noch in den Anfängen. Das erstaunt umso mehr, als Geschichtscomics nicht nur Bilder- und Vorstellungswelten, Erfahrungs- und Wissensbestände sowie historische Deutungsmuster transportieren. Ihre Verbreitung überschreitet darüber hinaus Staats- und Sprachgrenzen; die Bildergeschichten bilden somit Gegenstand und Katalysatoren komplexer kultureller Austausch-, Vermittlungs- und Übertragungsprozesse. Das macht sie zu einem Untersuchungsfeld par excellence für eine Geschichtsschreibung jenseits von Nationalstaaten.

Das zuerst geteilte, später vereinte Deutschland bietet sich als Ausgangspunkt für eine solche Analyse in besonderer Weise an, weil es sich um einen Raum handelt, der einerseits lange durch Importe und Übersetzungen von Bildergeschichten mit historischen Themen geprägt war, in den letzten Jahren aber andererseits vermehrt eigene Produktionen hervorgebracht und einige davon inzwischen sogar exportiert hat. Auch die Comic-Produktion in der DDR ist als Folge von Transfers zu deuten, erfolgte sie doch in bewusster Abgrenzung zu Entwicklungen in den westlichen Ländern. Ziel des interdisziplinären Workshops ist es, am Beispiel Deutschlands das Erkenntnispotential deutlich zu machen, das Geschichtscomics für eine Verflechtungs- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts besitzen, erste Fluchtpunkte für ihre systematische Erforschung aufzuzeigen und weiterführende Forschungsfragen zu entwickeln.

Die Veranstaltung ist öffentlich, und Interessierte sind herzlich willkommen. Um Anmeldung per Mail an die Organisatorinnen wird bis zum 5. April 2013 gebeten:
Prof. Dr. Sylvia Kesper-Biermann, LMU München (S.KesperBiermann@lmu.de)
Dr. Bettina Severin-Barboutie, JLU Gießen (Bettina.Severin-Barboutie@geschichte.uni-giessen.de )

Zum vollständigen Programm

Stephan Packard: „Yes. I’m Peter Parker.“

Roundtable zum Unzuverlässigen Erzählen 5

Überlegungen zur historischen Transmedialität von unzuverlässigem Erzählen und unzuverlässigem Erzähler in Amazing Spider-Man 698

Vorsicht, Spoiler: Peter Parker, der unglaubliche Spider-Man, ist gar nicht mehr Peter Parker. Doctor Octopus, einer seiner erzschurkischen Widersacher, hat Peters Körper übernommen, lebt in ihm und führt unerkannt dessen private sowie dessen Superheldenidentität fort, eine secret identity hinter der secret identity. In der erzählten Welt ist der Austausch vor den ersten Ereignissen in Amazing Spider-Man 698 geschehen; der Leser erfährt erst kurz vor Ende des Hefts davon. Bis dahin wird er wie die anderen Figuren in Peters Umfeld getäuscht. Die Erzählung erweist sich damit als unzuverlässig, weil revisionsbedürftig. Aber gibt es mit der unzuverlässigen Erzählung auch einen unzuverlässigen Erzähler? Und ist es überhaupt legitim, narratologische Begriffe von Erzählung, Erzähler und Unzuverlässigkeit, die an schriftsprachlicher Narration gebildet wurden, an Comics anzulegen? Continue reading

Daniel Stein: Unzuverlässiges Erzählen in Comicserien

Roundtable zum Unzuverlässigen Erzählen 4

Soviel ist klar: Comics erzählen – mit wenigen Ausnahmen – Geschichten, und sie tun dies seit über einem Jahrhundert äußerst erfolgreich. Und auch wenn das Format des Zeitungscomics, das man als Geburtsstätte des modernen Comic Strip bezeichnen könnte, inzwischen vom Aussterben bedroht scheint, erfreuen sich neue Publikationsformate wie die Graphic Novel der wachsenden Beliebtheit immer heterogenerer Leserschichten. Comics, das kann man mit einiger Sicherheit feststellen, unterliegen seit geraumer Zeit immensen Kanonisierungsprozessen. Oder besser gesagt: sie nehmen an diesen Kanonisierungsprozessen Teil, indem sie sich in die Kulturgeschichten einzelner Länder sowie in unser Verständnis globaler Kulturproduktion einschreiben. In den USA werden Comics spätestens seit der Veröffentlichung von Art Spiegelmans zweibändiger Holocaust-Erzählung Maus (1986/1991) als wichtiger Bestandteil des nationalen Kulturerbes gehuldigt; in Frankreich und Belgien werden bande dessinées schon seit Jahrzehnten als neunte Kunst gehandelt. In Deutschland haben Feuilleton und Wissenschaft ihren Gefallen an der grafischen Literatur gefunden, und weltweit gehören die ursprünglich aus Japan stammenden und vermehrt global produzierten Manga zu den meistgelesenen Printpublikationen. Continue reading

Elisabeth Klar: Die Relevanz der unzuverlässigen Erzählinstanz im Comic

Roundtable zum Unzuverlässigen Erzählen 3

Gibt es Erzähler_innen im Comic?

Dass Erzählen im Comic stattfindet, dass Comics folglich zumeist narrativ sind und anhand narratologischer Fragestellungen analysiert werden können (Erzählzeit, Fokalisation usw.), trifft auf einen breiten Konsens. Ich folge hier Martin Schüwer allerdings insofern, als er beim Comic eher von einer „Wahrnehmungsillusion“ denn von einer „Erzählillusion“ spricht (2008: 389), und schließe mich damit seiner Trennung zwischen dem Erzählen an sich und der Erzählinstanz (der Illusion einer Erzählstimme) an. Bei der Erzählinstanz stimme ich Schüwer auch insofern zu, dass diese im Comic hauptsächlich (nicht ausschließlich) über verbale Mittel (z.B. Blocktexte) eingeführt wird. Die Erzählinstanz ist in einem Comic jedoch nicht unbedingt relevant und wird als solche von Lesern_innen auch nicht unbedingt wahrgenommen oder beachtet. Sie muss erst aktiv über textuelle Signale für Rezipienten_innen kenntlich gemacht werden. Gibt es aber ohne eine von Lesern_innen wahrgenommene Erzählinstanz auch eine_n unzuverlässige_n Erzähler_in? Es stellt sich hier auch die Frage, was unter einem_r unzuverlässigen Erzähler_in überhaupt zu verstehen ist. Geht es um moralische Werte, um das Involvement der erzählenden Figur in die Geschichte oder um eine inkorrekte Repräsentation der fiktiven/ realen Welt? Oder aber geht es um narrative Inkongruenzen? (siehe hier auch Ferenz 2008: 17-44). Continue reading

Dietrich Grünewald: Erzähler und Erzählen in der Bildgeschichte

Roundtable zum Unzuverlässigen Erzählen 2

Dass Bildgeschichten – in allen ihren Variationen – etwas vermitteln, entspricht ihrer Aufgabe und begründet ihre Existenz. Ob das mit „Erzählen“, wie es in der Erzählforschung verstanden und umschrieben wird, übereinstimmt, ist damit nicht selbstverständlich gegeben und muss vom Gegenstand aus (Bildgeschichte im Vermittlungsprozess) weiterhin geklärt werden.

Erzählen, ahd. arzellan, irzellan, mhd. erzeln, erzellen (Grimmsches Wörterbuch, Bd. 3, Sp. 1077), bezieht sich auf das mündliche Erzählen, meint sowohl die Mitteilung im Gespräch als auch den Vortrag. Der mündliche Erzähler berichtet, schildert, beschreibt und sucht möglichst anschaulich bei seinen lauschenden Zuhörern Vorstellungsbilder im Kopf entstehen zu lassen. Er kann sich dabei von Bildern (Illustrationen) unterstützen lassen, die die Wirkung und Lebendigkeit des Erzählten verstärken aber auch verändern oder gar mindern können, wie das Rafik Schami und Peter Knorr in Der Wunderkasten (1990) trefflich gezeigt haben. Wesentlich scheint mir: der Erzähler gibt eine Rückschau, berichtet von einem Geschehen, das er erlebt hat, von dem er vorgibt, es erlebt zu haben, von dem er gehört hat (er berichtet also einen selbst gehörten Bericht), das den Anspruch auf Wahrheit erhebt, das tatsächlich wahr (wenngleich aus subjektiver Sicht berichtet) ist, das fiktiv ist (und auch so von den Zuhörern wahrgenommen wird). Continue reading

Burkhard Ihme: Der unzuverlässige Erzähler

Roundtable zum Unzuverlässigen Erzählen 1

Die Frage nach dem unzuverlässigen Erzähler begleitet mich schon seit Jahrzehnten, und meine langjährigen wissenschaftlichen Forschungen haben ergeben: Der Erzähler im Comic ist IMMER unzuverlässig. Hier der Beweis:

Zwischen_1

Die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern.

Zwischen_2

Burkhard Ihme: Beitrag für die INC-Ausstellung “Die vierte Dimension” 1998 in Hamburg. Was zwischen den Panels passiert, wird der Comicleser nie genau erfahren.

Continue reading

Roundtable zum Unzuverlässigen Erzählen im Comic

Die Frage nach der Erzählinstanz in den Comics ist eine verzwickte und wird bereits seit geraumer Zeit teilweise vehement diskutiert. Dabei reichen die vorgetragenen Positionen von der Behauptung, im Comic könne von einem identischen Erzähler wie in der schriftsprachlichen Literatur ausgegangen werden bis hin zu der Feststellung, im Comic gäbe es überhaupt keinen Erzähler.

In einer internen Diskussion einzelner ComFor-Mitglieder zum unzuverlässigen Erzählen in den Comics, wurden diese virulenten Fragen erneut aufgegriffen und teilweise kontrovers diksutiert. Um diese Debatte nicht im internen Listenverteiler der Gesellschaft verschwinden zu lassen, wurden einige Diskutanten gebeten, ihre Positionen in Form eines Roundtable gegeneinander vorzubringen. Dabei sind fünf Essays herausgekommen, die wir in den kommenden fünf Tagen auf unserer Homepage veröffentlichen werden. Continue reading