Bibliotheken & Archive

Wo finden Comicforscher_innen Comics — möglichst vollständig, gut erhalten, umfangreich und wohlsortiert? Hier stellen wir einige Comic-Bibliotheken im In-und Ausland vor.

Bericht Netzwerk „Comics in Bibliotheken“, DFG-Rundgespräch Februar 2025

Bericht Netzwerk "Comics in Bibliotheken", DFG-Rundgespräch Februar 2025Im Herbst 2023 trafen sich erstmals verschiedene Vertreter:innen wissenschaftlicher Comicsammlungen zwecks Austausch und Vernetzung zu einem virtuellen Gespräch. Anlass war die Anfrage von Kolleg:innen aus Bielefeld, die mit einer großen Schenkung von Comic-Dubletten aus dem Frankfurter Comic-Archiv vor einem Berg bibliothekarischer Probleme standen. Während der Anlass also akut war, stand die Idee, Comics sammelnde Einrichtungen an Universitäten an einen Tisch zu bringen, bereits schon länger im Raum. Konkret wurden diese Fragen, als Matthias Harbeck und Felix Giesa gemeinsam an einem Beitrag zu Ressourcen für das Handbuch Comicforschung gearbeitet haben. Bekannt sind zwar die Einrichtungen, die Ralf Palandt vor vielen Jahren auf der Webseite der ComFor vorgestellt hat und auch deren Nutzungsmodalitäten. Jedoch gibt es darüber hinaus auch eine Vielzahl, teils hochspezialisierter Einrichtungen, die oft nur in kleinen Arbeitskontexten bekannt sind. Deren Status, die Nutzungsmodalitäten und -möglichkeiten für den Beitrag zu erarbeiten, stellte sich immer wieder als Augenöffner heraus: „Das gibt es? Das haben wir? Warum hat man davon noch nie gehört?“ Das sahen auch alle anderen so und so fand die Idee eines ersten Austauschs breites Interesse.

Der Inhalt dieses ersten Termins war sehr disparat, was aufgrund der unterschiedlichen Situationen in den diversen Sammlungen auch nicht anders zu erwarten war. Jede Sammlung hat eben so ihre eigenen Baustellen. Die größten sind dabei für alle, nicht zwingend in dieser Reihenfolge: Erschließung, Platz, Personal. Der Austausch wurde rundum positiv bewertet und so wurden weitere Treffen und der Gang in die Öffentlichkeit beschlossen. Für den Bibliothekskongress BiblioCon im Sommer 2024 wurde vereinbart, ein Panel und eine öffentliche Arbeitssitzung zu beantragen. Erfreulicherweise wurden alle Vorschläge angenommen und so konnten wir Anfang Juni in Hamburg erstmals persönlich zusammenkommen. Inhaltlich wurden dabei zum einen die grundsätzlichen Probleme des Sammelns von Comics diachron und synchron vorgestellt sowie anhand der Sammlungen des Ibero-Amerikanischen Instituts in Berlin (IAI)sowie des Frankfurter Comic-Archivs konkretisiert . Auch hier war der Zulauf und -spruch außerordentlich positiv. Insbesondere bei den Vorträgen konnte man sich fühlen wie bei Einführungsseminaren in den 2000er Jahren – das Publikum saß auf den Gängen und stand an den Fenstern.

Bericht Netzwerk "Comics in Bibliotheken", DFG-Rundgespräch Februar 2025Positiv bestärkt durch diesen Erfolg, wurde beschlossen, die gemeinsame Arbeit weiter zu intensivieren. Konkret wurde ein DFG-Rundgespräch für das Frühjahr 2025 in Frankfurt beantragt – und erfreulicherweise auch genehmigt. Die Idee für das Rundgespräch. das am 20. Februar 2025 stattfinden konnte, bestand vor allem darin, neben den sammelnden Einrichtungen auch Vertreter:innen aus der Forschungscommunity einzuladen, um gemeinsam Bedarfe zu klären und Desiderate zu katalogisieren. Das Ergebnis möchten wir hier dokumentieren und damit auch zur weiteren Diskussion stellen:

  1. Sammelprofile/Profilabsprachen: Es wird die Idee eines Konsortiums mit verbindlicher Vernetzung und jährlichen Treffen diskutiert. Absprachen zu Sammler:innenbibliotheken und Nachlässen (wer ist wofür zuständig, etc.) sollen hier koordiniert werden und als Kontaktstelle nach außen wirken. Konkret will man sich nach dem Vorbild Kalliope darum bemühen, Bestandsdatensätze anzulegen und einen breiten Einstieg für alle Nutzenden zu erreichen. Perspektivisch soll der Kreis der Teilnehmenden zukünftig um die Museen wegen der Expertise zu Originalzeichnungen erweitert werden.
  2. Nachweis/Auffindbarkeit: Es wird der Wunsch/Auftrag formuliert, einen Atlas/eine Landkarte zu erstellen, wo sich Comicsammlungen überhaupt befinden. Dies soll systematisch national, europäisch und global in sukzessiven Schritten gedacht werden. Der Vorgang soll bottom up durchgeführt werden und grundständige Informationen zu allen Sammlungen enthalten. In Abstimmung mit der Gesellschaft für Comicforschung (ComFor) könnte das Mapping auf der Homepage der Gesellschaft verankert werden. Auch soll eine Verzahnung mit der Wikipedia überlegt werden. Zu beachten ist dabei die Pflege/Nachhaltigkeit solcher Kartierungen und Verzeichnungen.
    Es wird auch auf die Verlagsarchive hingewiesen, die zum Teil ihre Bestände einfach entsorgt hätten, weil weder sie noch die Archiv-/Bibliothekswelt hier an eine Konservierung gedacht hätten (Beispiel Bastei). Das zu bildende Konsortium (siehe 1.) müsste aber auch transparent machen, welche Einrichtungen überhaupt solche Bestände aufnehmen könnten/würden.
    Neben dem Wunsch einer größeren Sichtbarkeit von Comicbeständen, besteht weiterhin ein zentrales Interesse, wissenschaftliche Texte und Personen für den weiteren Forschungsdiskurs sichtbar zu machen. Ermöglicht würde dies, indem bereits Masterarbeiten, Hochschulschriften und deren Autorschaften in das bekannte und bestehende Forschendennetzwerk aufgenommen würden.
  3. Erschließung: Genreerschließung ist derzeit in der Gemeinsamen Normdatei gar nicht geregelt, das Desiderat aber bekannt. Da wenig Vorgaben gemacht werden können, aber der Wunsch da ist, die Bestände der Primärliteratur filterbar und sichtbar zu machen, wird der deutliche Wunsch zu Protokoll gegeben, dass das Pflichtfeld „Art des Inhalts“ konsequent mit „Comic“ zu belegen sei, auch sei es hilfreich, Notationen aus dem Bereich „Comics und Comicforschung“ der Regensburger Verbundklassifikation zu vergeben, da hier zumindest Region und Erscheinungsform klar filterbar seien. Es gibt aber auch alternative Wege, diese Informationen zu erschließen, wie das Beispiel des IAI (geografische Ländercodes und Klassifikationsangabe in der Bibliothekssoftware PICA) zeigt.
    Eine weitere Empfehlung der Formalerschließung wäre, alle beteiligten Personen als Normdaten zu erschließen. Dies ist derzeit nicht Pflicht und auch keine flächendeckende Praxis und erhöht auch den Erschließungsaufwand erheblich. Für einen potentiellen gemeinsamen Nachweis über ein zusammenspielbares Portal wäre am besten der GVI-Index abzugreifen. Der geäußerte Wunsch, Gebrauchsspuren zu verzeichnen, wird schwer flächendeckend umzusetzen sein, da solche nur auf der Exemplarebene verzeichnet werden können. Dies würde wohl nur bei geschlossenen Sammlungen gemacht werden, die Verzeichnung solcher Spuren stellte quasi Forschungsdaten dar. Üblich und halbwegs bewältigbar in der bibliothekarischen Erschließungspraxis sind wohl eher klassische Provenienzangaben und die Verzeichnung von Widmungen und Signierungen. Die tiefe Erschließung wird in der Runde auch als Teil der Forschendenleistung gesehen – nicht alles sei durch die Gedächtnisinstitutionen leistbar.
  4. Zugänglichkeit/Digitalisierung: Auch in dieser Arbeitsgruppe wird eine Kartierung für notwendig erachtet, auch von Lehrschwerpunkten (auch das Auflisten von Abschlussarbeiten wird als wünschenswert betrachtet). Für den Bereich Digitalisierung wurde über On-Demand-Konzepte nachgedacht – Anfragen nach Schwerpunkten (auch dafür ist die Kartierung notwendig). Um Probleme des Rechtemanagements zu umgehen, wird auf Lösungsmodelle wie den Digitalen Lesesaal verwiesen: Eine Rollenverteilung und Befristung im Fernzugriff oder ein offline-stand-alone-Rechner in der Bibliothek sind hier mögliche Mittel der Wahl. Hier seien auch noch mal die Konzepte der Onleihe in den Öffentlichen Bibliotheken auf Nachnutzbarkeit zu prüfen. Es wird in diesem Zusammenhang hervorgehoben, dass eine „normale“ Universitätsbibliothek keinen Archivierungsauftrag für ihren Bestand hat (Pflichtexemplare und Sondersammlungen, z. B. solche, die von den DFG-geförderten Fachinformationsdiensten aufgebaut werden, ausgenommen). In diesem Zusammenhang müsste für den Erhalt und Ausbau der Sammlung mit Forschungs- und Lehrnachfrage argumentiert werden.
    Insgesamt solle die Fancommunity besser eingebunden werden (und das Wissen über Ressourcen aus der Fancommunity – Fandatenbanken etc. – bei den Gedächtnisinstitutionen verbessert werden). Es müsse aber auch der Erhalt von Fandatenbanken z.B. durch Datenabzug gesichert werden.

Bericht Netzwerk "Comics in Bibliotheken", DFG-Rundgespräch Februar 2025Nicht adressiert wurden die ebenfalls genannten Probleme der mangelnden Stellflächen und der mangelnden finanziellen Ressourcen – sowohl für den Erwerb und Erhalt als auch für Personalkapazitäten in der Erschließung. Die grundsätzliche Frage, ob eine Abstimmung zwischen den Akteur:innen, der konzertierte Aufbau von Sammlungen und gemeinsame Bestrebungen der verbesserten Sichtbar- und Zugänglichkeit von Sammlungen überhaupt notwendig seien, wird dadurch beantwortet, dass fast alle Comicforschenden derzeit entweder selbst Sammlungen zu ihrem Forschungsgegenstand aufbauen müssen oder Forschungsreisen zu den weit besser sichtbaren internationalen Sammlungen in Frankreich, Belgien und den USA unternehmen müssen. Als Konsequenz daraus wird eine stark auf wenige Titel eingeschränkte Auseinandersetzung mit Comics sowie eine in Teilen unmögliche historische Comicforschung gesehen, die als klarer Standortnachteil für Comicforschung im deutschsprachigen Raum gewertet wurde.

Fazit / Arbeitsauftrag / Ausblick

  1. Es besteht der dringende Wunsch, in der Runde regelmäßig zum Austausch zusammenzukommen.
  2. Auf der BiblioCon 2025 gab es erneut ein Panel zu Comics in Bibliotheken, sodass zumindest das Netzwerk Comics in Bibliotheken bei dieser Gelegenheit wieder in Teilen zusammenkam und den Austausch pflegen konnte, für die BiblioCon 2026 wurden wieder Einreichungen für ein gemeinsames Panel koordiniert.
  3. Eine erweiterte Abstimmung mit Akteur:innen auf europäischer Ebene und auch darüber hinaus soll ebenfalls mittelfristig für zukünftige Treffen in den Blick genommen werden.
  4. Zur Bildung des über das Netzwerk hinausgehenden Konsortiums von Forschung und Infrastrukturen sollen Interessenbekundungen eingeholt werden, dieser Kreis wird in die künftige Kommunikation weiter eingebunden.
  5. Die Kartierung soll mittelfristig durch das Netzwerk Comics in Bibliotheken und die ComFor erfolgen. Hierfür steht die Bildung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe im Raum.
  6. Auf der Grundlage der Diskussionen wird ein Maßnahmenkatalog für die Verbesserung der infrastrukturellen Bereitstellung von Comics für die Forschung formuliert werden.

Als erstes konkretes Ergebnis dieser Diskussionen ist eine Wikipedia-Seite entstanden, auf der die Comic-Sammlungen in wissenschaftlichen Bibliotheken kartiert sind. Die BiblioCon-Aktivitäten 2025 in Bremen mit einem Schwerpunkt auf digitaler Infrastruktur und die jetzigen Einreichungen für die BiblioCon 2026 in Berlin belegen das konstante Interesse aus den Sammlungen, die Themenfelder in die bibliothekarische Öffentlichkeit zu tragen. Für die Kommunikation im Netzwerk wurden verschiedene Kanäle diskutiert, aber aufgrund der Ressourcenknappheit als nicht realistisch durchführbar verworfen. Dass wir nun die Möglichkeit haben, über die Webseite der ComFor zu senden, ist das logisches Ergebnis der bisherigen Diskussionen: Als sammelnde Einrichtungen sind wir nur so relevant, wie wir der Forschung zuarbeiten können – und dafür müssen wir im Austausch sein.

Die zukünftige Arbeit findet weiterhin in Form von virtuellen Treffen statt. Die bestehende Arbeitsgruppe freut sich immer über neue Teilnehmende und am Gegenstand Interessierte und lädt hiermit zur Mitarbeit über sammlungs-netzwerk@comicgesellschaft ein!

Beteiligte Rundgespräch:

Sammelnde Einrichtungen:

Arbeitsstelle für Graphische Literatur
Bonner Online Bibliographie
Comic-Archiv, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Deutsche Nationalbibliothek Frankfurt am Main
Ibero-Amerikanisches Institut – Preußischer Kulturbesitz
Literaturarchiv Marbach
Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen)
schauraum comic + cartoon Dortmund
Staatsbibliothek zu Berlin
Universitätsbibliothek Bielefeld
Universitätsbibliothek FU Berlin, Fachbibliothek Nordamerikastudien

Fachinformationsdienste:

Fachinformationsdienst Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
Fachinformationsdienst Anglo-American-Culture
Fachinformationsdienst Asien/CrossAsia
Fachinformationsdienst für die Medien-, Kommunikations- und Filmwissenschaft

Forschungsinstitutionen:

AG Comicforschung in der Gesellschaft für Medienwissenschaften
Berliner Comic Kolloquium
Comicforschung am Rhein
Gesellschaft für Comicforschung

Redaktion Netzwerk (sammlungs-netzwerk@comicgesellschaft):

Dorothea Schuller, FID Anglo-American Culture, Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (schuller@sub.uni-goettingen.de)
Felix Giesa, Comic-Archiv, Institut für Jugendbuchforschung, Goethe-Universität Frankfurt am Main (giesa@em.uni-frankfurt.de)
Gabriele Pendorf, Fachreferentin UB Bielefeld (gabriele.pendorf@uni-bielefeld.de)
Leonore Sell, FID Anglo-American Culture, Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (sell@sub.uni-goettingen.de)
Markus Trapp, FID Romanistik, SUB Hamburg (markus.trapp@sub.uni-hamburg.de)
Matthias Harbeck, FID Sozial- und Kulturantrhopologie (matthias.harbeck@ub.hu-berlin.de)
Sophia Gloe, schauraum comic + cartoon (sgloe@stadtdo.de)

Eröffnung der Comic-Sammlung der Bibliothek des John-.F.-Kennedy-Institut

jfki-Collection_smallIm letzten Jahr konnte die bisher sehr kleine Comic-Sammlung der Bibliothek des JFKI wesentlich erweitert werden. Mit Unterstützung der Einstein-Stiftung wurde ein Grundbestand amerikanischer Graphic Novels und Sammlungen aktueller und historischer Comics erworben. Durch eine Kooperation mit der Comic Arts Collection an der Michigan State University, der größten ihrer Art, sammelt die Bibliothek nun auch amerikanische Comic-Hefte. Von Action Comics der 60er und 70er Jahre über Science Fiction Comics aus den 80er Jahren bis hin zu aktuellen Superheldenadaptionen erhält die Bibliothek doppelte Exemplare aus Michigan als fortlaufendes Geschenk. Damit sammelt die JFKI Bibliothek als einzige wissenschaftliche Bibliothek in Deutschland systematisch amerikanische Comics in Heftform.

Die Sammlung unterstützt Forschung und Lehre am John-F.-Kennedy-Institut und ist für die Forschergruppe „Ästhetik und Praxis populärer Serialität“ (Sprecher: Prof. Dr. Frank Kelleter) von besonderem Interesse. Die Sammlung wurde am 25.11.2014 offiziell eröffnet. Zwei Vorträge aus dem Programm der Eröffnungsveranstaltung können hier nachgelesen werden:

Julia Mayer: Comics in wissenschaftlichen Bibliotheken und die Comic-Sammlung der Bibliothek des JFKI

Daniel Stein: Comics Studies in Germany: A Look at the John-F.-Kennedy-Institute’s Comics Collection through the Lens of the Research Unit „Popular Seriality – Aesthetics and Practice“

Weitere Informationen zu Sammlung gibt es hier: http://www.jfki.fu-berlin.de/library/holdings/comics/index.html

Veranstaltungen im Cöln Comic Haus

Termin:
04.10.2014

coelncomichausDas Cöln Comic Haus beherbergt nicht nur die 2008 gegründete Schmitz-Lippert Stiftung, die sich ganz der Förderung der ComicKultur verschrieben hat, sondern auch den Comic Shop Fantastic Store und Veranstaltungsräume, in denen regelmäßig Events, Signierstunden und Workshops stattfinden. Derzeit ist in der Galerie zwar Sommerpause, doch ab Mitte September darf dort wieder die umfangreiche 160qm-Sammlung (mit Superhelden-Schwerpunkt) bewundert und selbst zum Stift gegriffen werden (die Zeichentische stehen jungen Talenten und lokalen Künstlern ebenso offen wie allen Besuchern). Für den Herbst sind nun zudem bereits einige Veranstaltungen des Comic Hauses angekündigt:

24-Stunden-Comic-Tag
Samstag, den 04. Oktober 2014
Obwohl Scott McCloud schon 1990 als Erfinder des 24-Stunden-Comics gilt (damals wurde sein erstes Projekt diesen Titels fertiggestellt), stellt der 24-Stunden-Comic-Tag erst seit 2004 eine feste, internationale Institution dar. Bislang haben weltweit bereits tausende Künstler an beteiligten Event-Orten mitgemacht (mehr dazu etwa unter www.24hourcomics.com). Das Cöln Comic Haus beteiligt sich zum 4. Mal an dem Ereignis: Von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr lassen sich die anwesenden Künstlern bei der Arbeit über die Schultern schauen!

Internationale Comic- und Romanmesse Köln – Intercomic!
Samstag, den 08. November 2014
Veranstaltertext: „Die Comic-Fans erwartet in der Stadthalle Köln-Mülheim neben zahlreichen Neuerscheinungen aus Genren wie Fantasy, Manga, Independent Comics, Comic Kunst, Krimi und Horror auch das größte Comic-Antiquariat im deutschsprachigen Raum. Namhafte Zeichner und Autoren sind Vorort und freuen sich auf das persönliche Treffen mit ihrer Community inklusive Signierstunden.“ Genauere Infos werden bald unter www.comicmesse-koeln.de veröffentlicht.

Zur Veranstalterseite

VDB-Fortbildung Comics in Bibliotheken

Termin:
26.09.2014 - 26.09.2014

Was sind Comics? Warum gehören sie in Bibliotheken – sowohl öffentliche wie wissenschaftliche? Wo findet man bereits Sammlungen und wie kann man eine eigene Sammlung aufbauen? Wie hilft man Suchenden bei der Recherche nach Themen in Comics?

Diese und weitere Fragen versucht die VDB-Fortbildung „Comics in Bibliotheken“ am 26.9.2014 an der Humboldt-Universität zu Berlin zu erörtern und zu diskutieren. Während der Organisator 2008 in seiner Abschlussarbeit zum Referendariat die Situation von Comics im deutschen Bibliothekswesen untersuchte und immer noch zu Comics forscht, ist Moderator Peter „Auge“ Lorenz als Comic-Bibliothekar und -Zeichner ausgewiesener Experte der Praxis und zudem erprobt darin auch Laien an das Thema heranzuführen. Weitere Expert_innen konnten für Einzelthemen gewonnen werden. Willkommen sind daher interessierte Bibliothekar_innen und Informationswissenschaftler_innen jeden Bibliothekstyps!

Zum Programm und zur Anmeldung

German Graphic Novel Web Resource

Von der Kutztown University of Pennsylvania wurde eine neue Online-Datenbank namens „Welcome to The German Graphic Novel“ erstellt. Die Seite richtet sich an Deutschlehrer und deutsche Sprachausbilder, die Graphic Novels in ihren Lehrplan und in ihre Arbeit integrieren möchten. Ein nach Themen und Formaten geordneter Index bietet einen schnellen Überblick über Publikationen, Textauszüge ermöglichen erste Einblicke in die Stoffe und ein Rating-System soll für eine zuverlässige Einschätzbarkeit des jeweiligen Schwierigkeitsgrades sorgen. Zusätzlich bietet die German Graphic Novel Web Resource Vorschläge, wie Graphic Novels am besten in den Unterricht integrierbar sein könnten.

Die Seite wird von Lynn M. Kutch, Ph.D., im Modern Language Studies Department betreut und wurde durch einen Kutztown University Research Committee Grant sowie einen Kutztown University Assessment Grant ermöglicht.

http://germangraphicnovel.wordpress.com/

Die Comic Art Collection der Michigan State University – ein kurzer Bericht

Wohin fahren, wenn man US-amerikanische Superheldencomics studieren sowie Fanzines und Prozines aus den 1960er Jahren bis heute lesen möchte?

Diese Frage stellte sich in der Antragsphase eines Forschungsprojekts zum Thema „Autorisierungspraktiken seriellen Erzählens am Beispiel der Gattungsgenese von Batman- und Spider-Man-Comics“. Das im Rahmen der Forschergruppe „Ästhetik und Praxis populärer Serialität“ (Sitz: Georg-August-Universität Göttingen; Sprecher: Frank Kelleter) von der Deutschen Forschungsgemeinschaft seit Oktober 2010 geförderte Projekt beschäftigt sich mit der historischen Funktion von Autorisierungskonflikten in der Evolution US-amerikanischer Superheldencomics und untersucht dabei vor allem den Einfluss, den die Aushandlung von Autor- und Leserrollen auf die Entwicklung dieser Comic-Gattung genommen hat und immer noch nimmt.
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Comic-Bibliotheken in Deutschland

Wer Comicforschung betreibt, braucht für seine wissenschaftliche Arbeit nicht nur die Comic-Sekundärliteratur, sondern vor allem auch Comics, denn sie sind ja der Forschungsgegenstand. Doch während etliche Werke der Forschungsliteratur in Universitäts- und Stadtbibliotheken zu finden sind, sieht es dort mit der Primärliteratur, den Comics selbst, sehr düster aus. Immerhin gibt es drei Institutionen in Deutschland, die seit längerem gezielt versuchen, deutschsprachige und zum Teil auch internationale Comics zu sammeln und bereitzustellen. Sie werden hier kurz vorgestellt. Das Fehlen einer eigenständigen, auf Komplettierung ausgerichteten und mit ausreichenden Geldmitteln ausgestatteten Comic-Bibliothek, an der SammlerInnen und ForscherInnen aus verschiedenen Disziplinen mitwirken, bleibt jedoch weiterhin eine offene Wunde für die wissenschaftlichen Beschäftigung mit Comics.

Die Bédéthek der Arbeitsstelle für Graphische Literatur an der Universität Hamburg

Die Arbeitsstelle für Graphische Literatur (ArGL) an der Universität Hamburg hat vor kurzem den Roland Faelske-Preis für Comic und Animationsfilm verliehen. „Ihr Forschungsinteresse gilt den verschiedenen Aspekten der Graphischen Literatur: Es reicht von der Ästhetik der Comics bis zur Geschichte der Graphischen Literatur im 20. Jahrhundert, von ihrer allgemeinen Vorgeschichte bis zur Analyse einzelner Werke.“ 1990 gegründet, baute die ArGL von Anfang an eine „Bibliothek für Primär- und Sekundärliteratur zum Thema Graphische Literatur (Bédéthek)“ auf, „deren Umfang mittlerweile bei über 25.000 Medieneinheiten liegt“. Die Sekundärliteratur der ArGL-Sammlung ist in dem online zur Verfügung stehendem Katalog der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky eingearbeitet worden und abrufbar. Bei entsprechenden Werken findet man den Standorthinweis „Graphische Literatur“. Die Primärliteratur soll im Laufe des Jahres folgen.

Infos zur Arbeitsstelle für Graphische Literatur
Infos zur Bédéthek

Das Comic-Archiv des Instituts für Jugendbuchforschung an der Goethe Universität Frankfurt a.M.

Das 1963 gegründete Institut für Jugendbuchforschung an der Goethe Universität Frankfurt a.M. verfügt über ein Comic-Archiv als eine von mehreren Spezialsammlungen. Der Ursprung der Sammlung geht zurück auf das Deutsche Jugendschriftenwerk (DJW), das in den 1950/60er Jahren mittels „publikumswirksam inszenierten Vernichtungsaktionen von Comic-Heften auf Scheiterhaufen oder in ‚Schmökergräbern’“ einen „Kampf gegen das triviale Jugendschrifttum“ führte und „dem frisch gegründeten Institut für Jugendbuchforschung seine Schundkampfbeute als Studienmaterial anbot“. Dr. Bernd Dolle-Weinkauff hat im Aufsatz „Vom Kuriositätenkabinett zur wissenschaftlichen Sammlung“ (2005) die Geschichte des Archivs aufgezeichnet und zählte „etwa 50 000 Medieneinheiten“. Elektronische Kataloge des Comic-Archivs stehen vor Ort an Terminals im Lesesaal der Bibliothek für Jugendbuchforschung zur Verfügung. Dies betrifft auch die Sammlung von Artikeln und Beiträgen zum Thema Comic aus der Presse und Fachzeitschriften, die in letzter Zeit verstärkt erschlossen wurde und derzeit etwa 3.000 Einträge aufweist. Die Datenbanken „Fachliteratur Kinder- und Jugendliteraturforschung 1994-2000″ und „Sekundärliteratur der Bibliothek für Jugendbuchforschung“ waren bislang über den BISMAS-Server der Universität Oldenburg online einsehbar. Der Server wurde jedoch zum 01.01.2011 stillgelegt. Das Institut arbeitet derzeit an der Daten-Konvertierung in ein aktuelles System, das es in absehbarer Zeit erlauben soll, diese Datenbanken wieder im Internet anzubieten.

Infos zum Institut für Jugendbuchforschung
Infos zum Comic-Archiv (Bernd Dolle-Weinkauff in Imprimatur Neue Folge 19 2005, 209-224. pdf-Datei 466KB)

Die Comic-Bibliothek Renate in Berlin

Seit 1992 kann man in der Berliner Comic-Bibliothek Renate „Comics lesen, leihen oder selbermachen“. Mit anderen Worten, vor Ort sind nicht nur 15.000 Comics und Sekundärliteraturbände zugänglich, sondern es finden auch kontinuierlich Comic-Zeichenkurse und –Ausstellungen statt. „Die Bibliothek hat sich zur Aufgabe gemacht, das Medium Comic, seine Spezialitäten und seinen Reichtum bekannter zu machen und allen interessierten Lesern den Zugang dazu zu ermöglichen.“ Zur Unterstützung wurde 2006 der gemeinnützige Trägerverein Renate Comic e.V. gegründet. Auf den Internetseiten der Bibliothek sind u.a. Links zur Geschichte der Institution, zur Beschreibung des Sammelgebiets und zu einem Online-Katalog zu finden. Dieser OPAC-Katalog (BIBIS/LMS) enthält aktuell „ca. 1500 Fachartikel aus Fachzeitschriften (vorwiegend ‚The Comics Journal‘), insgesamt über 4000 Einträge,“ die kontinuierlich dank der Mitarbeit von BibliotheksnutzerInnen ergänzt werden. Für die Zukunft geplant sind u.a. „die Vernetzung des OPAC in einem Berliner Verbundkatalog“ und eine „verstärkte Zusammenarbeit mit Forschungs- und Lehreinrichtungen“.

Startseite von Renate
Infos zur Comic-Bibliothek

(Ralf Palandt)

Comic-Bibliotheken in Deutschland Teil 4

Die Comic-Bibliothek Renate in Berlin

Seit 1992 kann man in der Berliner Comic-Bibliothek Renate „Comics lesen, leihen oder selbermachen“. Mit anderen Worten, vor Ort sind nicht nur 15.000 Comics und Sekundärliteraturbände zugänglich, sondern es finden auch kontinuierlich Comic-Zeichenkurse und –Ausstellungen statt. „Die Bibliothek hat sich zur Aufgabe gemacht, das Medium Comic, seine Spezialitäten und seinen Reichtum bekannter zu machen und allen interessierten Lesern den Zugang dazu zu ermöglichen.“ Zur Unterstützung wurde 2006 der gemeinnützige Trägerverein Renate Comic e.V. gegründet. Auf den Internetseiten der Bibliothek sind u.a. Links zur Geschichte der Institution, zur Beschreibung des Sammelgebiets und zu einem Online-Katalog zu finden. Dieser OPAC-Katalog (BIBIS/LMS) enthält aktuell „ca. 1500 Fachartikel aus Fachzeitschriften (vorwiegend ‚The Comics Journal‘), insgesamt über 4000 Einträge,“ die kontinuierlich dank der Mitarbeit von BibliotheksnutzerInnen ergänzt werden. Für die Zukunft geplant sind u.a. „die Vernetzung des OPAC in einem Berliner Verbundkatalog“ und eine „verstärkte Zusammenarbeit mit Forschungs- und Lehreinrichtungen“.

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Infos zur Comic-Bibliothek

(Ralf Palandt)

Comic-Bibliotheken in Deutschland Teil 3

Das Comic-Archiv des Instituts für Jugendbuchforschung an der Goethe Universität Frankfurt a.M.

Das 1963 gegründete Institut für Jugendbuchforschung an der Goethe Universität Frankfurt a.M. verfügt über ein Comic-Archiv als eine von mehreren Spezialsammlungen. Der Ursprung der Sammlung geht zurück auf das Deutsche Jugendschriftenwerk (DJW), das in den 1950/60er Jahren mittels „publikumswirksam inszenierten Vernichtungsaktionen von Comic-Heften auf Scheiterhaufen oder in ‚Schmökergräbern’“ einen „Kampf gegen das triviale Jugendschrifttum“ führte und „dem frisch gegründeten Institut für Jugendbuchforschung seine Schundkampfbeute als Studienmaterial anbot“. Dr. Bernd Dolle-Weinkauff hat im Aufsatz „Vom Kuriositätenkabinett zur wissenschaftlichen Sammlung“ (2005) die Geschichte des Archivs aufgezeichnet und zählte „etwa 50 000 Medieneinheiten“. Elektronische Kataloge des Comic-Archivs stehen vor Ort an Terminals im Lesesaal der Bibliothek für Jugendbuchforschung zur Verfügung. Dies betrifft auch die Sammlung von Artikeln und Beiträgen zum Thema Comic aus der Presse und Fachzeitschriften, die in letzter Zeit verstärkt erschlossen wurde und derzeit etwa 3.000 Einträge aufweist. Die Datenbanken „Fachliteratur Kinder- und Jugendliteraturforschung 1994-2000″ und „Sekundärliteratur der Bibliothek für Jugendbuchforschung“ waren bislang über den BISMAS-Server der Universität Oldenburg online einsehbar. Der Server wurde jedoch zum 01.01.2011 stillgelegt. Das Institut arbeitet derzeit an der Daten-Konvertierung in ein aktuelles System, das es in absehbarer Zeit erlauben soll, diese Datenbanken wieder im Internet anzubieten.

Infos zum Institut für Jugendbuchforschung
Infos zum Comic-Archiv (Bernd Dolle-Weinkauff in Imprimatur Neue Folge 19 2005, 209-224. pdf-Datei 466KB)

Morgen geht es weiter mit der Comic-Bibliothek Renate in Berlin.

(Ralf Palandt)

Comic-Bibliotheken in Deutschland Teil 2

Die Bédéthek der Arbeitsstelle für Graphische Literatur an der Universität Hamburg

Die Arbeitsstelle für Graphische Literatur (ArGL) an der Universität Hamburg hat vor kurzem den Roland Faelske-Preis für Comic und Animationsfilm verliehen. „Ihr Forschungsinteresse gilt den verschiedenen Aspekten der Graphischen Literatur: Es reicht von der Ästhetik der Comics bis zur Geschichte der Graphischen Literatur im 20. Jahrhundert, von ihrer allgemeinen Vorgeschichte bis zur Analyse einzelner Werke.“ 1990 gegründet, baute die ArGL von Anfang an eine „Bibliothek für Primär- und Sekundärliteratur zum Thema Graphische Literatur (Bédéthek)“ auf, „deren Umfang mittlerweile bei über 25.000 Medieneinheiten liegt“. Die Sekundärliteratur der ArGL-Sammlung ist in dem online zur Verfügung stehendem Katalog der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky eingearbeitet worden und abrufbar. Bei entsprechenden Werken findet man den Standorthinweis „Graphische Literatur“. Die Primärliteratur soll im Laufe des Jahres folgen.

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Morgen geht es weiter mit dem Comic-Archiv des Instituts für Jugendbuchforschung an der Goethe Universität Frankfurt a.M.

(Ralf Palandt)