Ankündigungen

Online Tagung „Cartoons und Comicstrips zwischen 1930 und 1945“

Termin:
30.07.2021 - 31.07.2021

Am 30. und 31.07. findet online die Tagung „Cartoons und Comicstrips zwischen 1930 und 1945“ statt. Organisator_innen sind Dr. Iris Haist, Sarah Kühnel M.A. und die Erich Ohser – e.o.plauen Stiftung. Unter den Vortragenden sind auch ComFor Mitglieder: Dietrich Grünewald wird am Freitag, dem 30.07. den Key-Note Vortrag zum Thema „Zwischen Tradition und Moderne. Deutsche Bildgeschichten von 1930 bis 1945“ halten, und Barbara Margarethe Eggert ist eine der Panelist_innen im Panel 3 zum Thema „Geschichte trifft Gegenwart“ am Samstag, dem 31.07.

Die Anmeldung erfolgt bei Iris Haist unter iris.haist@plauen.de. Es wird darum gebeten, bei der Anmeldung bekannt zu geben, ob die ganze Tagung oder nur der Abendvortrag von Andreas Platthaus besucht wird.

Ankündigungstext der Veranstalter_innen:

„Spätestens seit 1939 ist die Welt in Aufruhr, aber auch schon vorher gerät die Politik in Deutschland und im restlichen Europa in Schieflage. Dennoch werden auch in dieser Zeit neben den beißenden politischen Karikaturen kurze, genuin eher unpolitische Bildgeschichten mit wiederkehrenden Figuren in Zeitungen und Zeitschriften abgedruckt. Sie sind mit Witz und Herz erdacht und gezeichnet und haben meist eine moralisierende zugleich unterhaltende, von den schwierigen Verhältnissen ablenkende Funktion. Im Gegensatz zu den Karikaturen streben diese „stehenden Figuren“ in Comicstrips eher nach Harmonie und Wohlbefinden.
Erich Ohser alias e.o.plauen erschafft ab 1934 seine beliebten „Vater und Sohn“-Bildgeschichten, die mitten ins Herz treffen. Kurt Kusenberg erinnert sich 1962 daran, welche Vorstellungen er damals für die Hauptfiguren des neuen Strips in der Berliner Illustrirten (sic!) Zeitung hatte:
Sie müssen mit Witz, mit Liebe erschaffen werden und bedürfen durchaus der öffentlichen Gegenliebe, um sich zu behaupten. Sie sind erstmal gut aufgenommen, so fließt ihnen Kraft zu; sie werden immer selbstständiger, immer leibhaftiger und leben dann so lange, wie sie es verdienen, Monate oder gar Jahre.
Bei aller gebotenen Neutralität kann aus den „Vater und Sohn“-Bildgeschichten eine gewisse Kritik an den sozialen und politischen Veränderungen herausgelesen werden. Später werden sowohl die beliebten Figuren als auch Erich Ohser und dessen Sohn für Propagandazwecke eingesetzt – unter anderem als Werbeträger für das „Winterhilfswerk“ oder als Dekoration für Kampfjets.

Diese Onlinetagung soll Beiträge zu Einzelbeispielen für stehende Figuren und Comicstrips zwischen 1930 und 1945 sowie Überblicksbeiträge zu diesem Themenkomplex vereinen. Neben Beispielen aus Deutschland sind auch internationale Comic-Strip-Konzepte erwünscht. Damit soll eine solide Kontextualisierung zur Entstehung dieser Bildgeschichten, deren Reichweite, Adressaten und Instrumentalisierungen erreicht werden.“

Programm:
Freitag, 30.07.2021

14:00-14:30 Uhr
EF und Begrüßung: Iris Haist und Sarah Kühnel

14:30-15:30 Uhr
Key-Note-Vortrag von Dietrich Grünewald: Zwischen Tradition und Moderne. Deutsche Bildgeschichten von 1930 bis 1945

15:30-15:45 Uhr Kaffeepause

15:45-17:15
Panel 1: Einzelne stehende Figuren und Künstler
Christian Bachmann: „Daddy“ und Tochter – Harold Grays Little Orphan Annie im Zeitungskontext und darüber hinaus (1924–1945)
Jutta M. Pichler: Ein Wiener Original: Die Comic-Serie „Tobias Seicherl“ (1930–1940) von Ladislaus Kmoch
Achim Schnurrer: Albert Schaefer-Ast

Samstag, 31.07.2021

10:30-11:00 Uhr
Kurzes Resümee, Begrüßung und kurzer Ausblick auf den Tag

11:00-12:30 Uhr
Panel 2: Ikonografische Einzelthemen und close reading
Iris Haist und Sarah Kühnel: Kaffeefilter, Zigarren und Lotterie – e.o.plauens „Vater und Sohn“-Figuren in der Werbung bis 1937
Stefan Pannor: Plains, Trains & Automobiles – Von der Schönheit zum Schrecken der Moderne: der Wandel der Wahrnehmung von Verkehrsmitteln in Comics zwischen 1930 und 1945
Johanna Lenhart: Zum Husten in den Keller: Strategien des politischen Kommentars in ‚Herr Seicherl und sein Hund‘

12:30-13:30 Uhr Mittagspause

13:30-14:30 Uhr
Panel 3: Geschichte trifft Gegenwart
Barbara Margarethe Eggert: DON’T KNOW MUCH ABOUT HERSTORY? Aktuelle Visualisierungsstrategien für das Schaffen von Cartoonistinnen und Comiczeichnerinnen der 1930er und 1940er Jahre im Überblick – ein Werkstattbericht
Ulf K., aufgezeichnetes Gespräch mit Iris Haist: „Vater und Sohn“ – Original und Fortführung

14:30-14:45 Uhr Kaffeepause

14:45-15:30 Uhr Abschlussdiskussion

Samstag, 31.07.2021, abgesetzt und offen: 18:30-ca. 20:00 Uhr
Abendvortrag von Andreas Platthaus: Vater und Sohn in Amerika

Comics|Histories – Internationale Konferenz

Termin:
16.07.2021 - 17.07.2021

Die internationale Konferenz „Comics|Histories“ wird von den ComFor Mitgliedern Jaqueline Berndt (Universität Stockholm, Schweden), Felix Giesa (Goethe Universität
Frankfurt, Deutschland) und Christina Meyer (TU Braunschweig, Deutschland) organisiert und findet am 16.07. und 17.07. online via ZOOM statt.

Comicforschung wird immer prominenter, jedoch scheint sich der Großteil auf zeitgenössische Produktionen zu konzentrieren. Die Geschichte und die Hintergründe der Entwicklung von Comics, der verschiedenen Formate und anderer Formen graphischer Erzählformate fänden hier laut den Veranstalter_innen eher weniger Beachtung. Um diesem Umstand entgegenzuwirken, startet der Verlag Romach Wissenschaft eine neue Buchserie. Die aktuelle Konferenz soll hier auch als Kick-Off Event fungieren. Besonders interessant seien für die Veranstalter_innen der Konferenz etwa Papers, welche die Beiträge von Comics zur Geschichte beleuchten.

Die Registrierung ist bis zum 15.07.2021 unter comicshistories@uni-frankfurt.de möglich.

Der Link zur Konferenz wird angemeldeten Teilnehmer_innen vorab zugesandt.

Vortrag Christine Gundermann / Comic Kolloquium Nord

Termin:
24.06.2021 18.15

Am 24. Juni findet die dritte Sitzung des Comic Kolloquiums Nord im Sommersemester 2021 statt. ComFor Mitglied Christine Gundermann (Universität zu Köln, Public History) wird ihren Vortrag über Anne Frank als globales erinnerungskulturelles Phänomen über ZOOM auf Englisch halten. Die Q&A Session im Anschluss wird auf Englisch und Deutsch stattfinden.

Hier der Ankündigungstext der Veranstalter_innen:

„Als 2017 das Tagebuch der Anne Frank als graphische Adaption von Ari Folman und David Polansky auf den deutschen Markt kam, wurde es als ‚neuer Weg‘ (Fischer Verlag) zum wohl berühmtesten Tagebuch der Welt beschrieben. Die Graphic Novel steht aber in einer langen Tradition von graphischen Adaptionen des Tagebuchs. Ausgehend von diesem sind seit den 1960er Jahren mehr als 70 verschiedene Comics und Graphic Novels auf der ganzen Welt entstanden.

Ihre Analyse zeigt eine verflochtene Geschichte der Holocausterinnerung, die verstärkt wird durch globale Marketingstrategien und letztlich multidirektionale Bezüge zur Shoah aufweist. Obwohl das ‚Tagebuch‘ oftmals als eines der zentralen Zeugnisse der Shoah gedeutet wird, so ist es weniger eine Globalisierung von Holocausterinnerungen, sondern vor allem der Status des Tagebuchs als literarischer Bestseller, der die Produktion und Verbreitung der Comicadaptionen ermöglicht hat.“

Anmeldung sind bis zum 23. Juni per E-Mail an comic.kolloquium.nord@gmail.com möglich. Die Zugangsdaten werden kurz vor Veranstaltungsbeginn zugesandt.

Hinweis zur Anmeldung: Alle Interessierten, die sich bereits angemeldet haben, bekommen den Link automatisch zugestellt und müssen sich NICHT erneut registrieren.

Weitere Informationen zum Comic Kolloquium Nord finden Sie hier.

Gespräch mit Comiczeichnerin Sarah Burrini

Termin:
11.06.2021 19:00

Diesen Freitag, 11.06. um 19:00 Uhr, gibt es die Möglichkeit, an einem Gespräch mit der Comiczeichnerin Sarah Burrini teilzunehmen. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Pippi Langstrumpf und ihre Töchter“ der Karl Rahner Akademie Köln und  findet je nach Bestimmungen der Bundesregierung präsent oder online statt. Eine Anmeldung ist noch bis Freitag, 11.06., um 15:00 Uhr möglich; die Teilnahmegebühr beträgt 10,00 € (ermäßigt 5,00 €).

Informationstext der Veranstalter_innen zu Sarah Burrini:

„Sarah Burrini arbeitet als Illustratorin und Comiczeichnerin. In ihren Reihen »Nerd Girl« und »Das Leben ist kein Ponyhof« zeigt sie Frauen, die sich an ihrer Umgebung stoßen und unabhängige Vorschläge machen. Thema sind dabei zum einen stets die eigene Berufswelt (und ihre Dominierung durch männliche Helden und Akteure) zum anderen die Herausforderungen, die ein Alltag zwischen Beruf und Hausgemeinschaft so mit sich bringt. In ihrem Fall: Pferd, Fliegenpilz und Elefant.

Im Gespräch« gibt die Autorin Einblicke in die Identifikationsfiguren ihrer Karriere, über die Figuren die Denk- und Traumwelt bevölkerten und Szenen, die sie durch die Zeit begleiten.“

Die Zugangsdaten für die digitale Veranstaltung erhalten Sie vom Veranstalter spätestens einen Tag vor der Veranstaltung per Mail.

Weitere Informationen, inklusive Möglichkeit zur Anmeldung,  finden Sie hier.

Online Tagung: Crisis Lines – Coloniality, Modernity, Comics

Termin:
09.06.2021 - 10.06.2021

Am 9. und 10. Juni findet online via ZOOM die Tagung „Crisis Lines – Coloniality, Modernity, Comics“ statt. Ausgerichtet wird die Konferenz von Dominic Davis (City University of London) und Haya Alfarhan (King’s College London).

Die Konferenz beschäftigt sich zentral mit der Linie, speziell im Zusammenhang mit Kolonialismus und Kartographie. Das Visuelle verbindet diese „Kolonial-Linien“ mit weiteren „Informations-Linien“, woraus die koloniale Neuzeit als selbstverständlich und unumstritten konstruiert wird. Die Beschaffenheit, die Modalitäten und Funktionen von Linien aller Art werden in einer Reihe von Kontexten unter die Lupe genommen und analysiert.

Die Konferenz wird ein neues Format ausprobieren, bei welchem in drei parallelen Sessions jeweils eine Panel-Diskussion zu zwei Papers stattfinden wird. Jedes Panel setzt sich zusammen aus den beiden Autoren sowie einem „Respondent“, welche_r zunächst in 10-15 Minuten auf die eingereichten Papers eingehen wird. In der Folge können die Autoren zu diesen Rückmeldungen Stellung beziehen, bevor die Diskussion für ein Q&A mit allen Teilnehmer_innen geöffnet wird. Den Abschluss der Konferenz bildet ebenfalls wieder eine Podiumsdiskussion, in welcher die Respondents auf zentrale und sich neu herausschälende Themen  eingehen werden. Als Respondents werden nach aktuellem Stand u. a.  Tim Ingold, Hillary Chute, Frederick Luis Aldama und Candida Rifkind agieren.

Weitere Informationen zum Call for Papers und zur Konferenz finden Sie hier.

Vortrag: Comics as (Post-) Documentary: Framing Strategies in Graphic Nonfiction

Termin:
22.04.2021 18:15

Am 22.04.2021 gibt es im Rahmen des Comic Kolloquiums Nord die Möglichkeit, einen Vortrag von ComFor Mitglied Johannes C.P. Schmid (Europa-Universität Flensburg;
Amerikanistik) zum Thema „Comics as (Post-) Documentary: Framing Strategies in Graphic Nonfiction“ über ZOOM zu besuchen.

Die Teilnahme ist kostenlos, aber die Veranstalter:innen bitten um vorherige Anmeldung per E-Mail an comic.kolloquium.nord@gmail.com. Der Link zur digitalen Veranstaltung wird zugesandt.

Das Comic Kolloquium Nord wird von Sylvia Kesper-Biermann (Universität Hamburg, Historische Bildungsforschung),
Johannes C.P. Schmid (Europa-Universität Flensburg, Amerikanistik),
Astrid Böger (Universität Hamburg, Amerikanistik) und
Andreas Veits (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Medienwissenschaft) organisiert.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Kolloquium „Moral, Glaube und Religion im Superhelden-Narrativ“

Termin:
13.03.2021 - 14.03.2021

Am 13. und 14.03. findet das Kolloquium „Moral, Glaube und Religion im Superhelden-Narrativ“ statt. Die Veranstaltung wird online via ZOOM auf Deutsch und Englisch abgehalten. Die Teilnahme ist kostenlos und eine Anmeldung als Hörer ist via e-mail an Nicolas Gaspers möglich. Die ZOOM Links werden nach der Anmeldung zugeschickt.

Laut den Veranstaltern Dr. Torsten Caeners, Nicolas Gaspers M.A. und Dr. Matthias Keidel ist das Ziel des Kolloquiums, „die engen Verflechtungen von Religion, Glaube, Göttlichkeit und Moral in Superheld_innen-Erzählungen zu untersuchen“. Die Fragestellungen beschäftigen sich mit der Rolle, welche diese Themen in den Erzählungen spielen, wie sie um- und in Szene gesetzt werden, und welche Bedeutung ihnen zugesprochen wird.

 

Das Programm ist breit gefächert und einige Mitglieder_ der Gesellschaft für Comicforschung  werden ebenfalls zu hören sein:

Dr. Matthias Keidel: „Wie böse darf man zum Teufel sein? Daredevils Dilemma als Katholik und blinder Superheld wider Willen“

Dr. Arnold Bärtschi (Ruhr-Universität Bochum): „Heilsbringer oder Massenmörder? Herakles als Verkörperung des Sublimen in Édouard Cours Comicreihe Herakles“

Kristin Aubel M.A. (TU Dortmund / JLU Gießen): „Christian Narratives in Superhero Comics: Nightcrawler as Believer, Antichrist, and Saviour“

Dr. Dennis Bock (Universität Hamburg): „‚Take Jesus under your wing … show him how a REAL hero handles his chili‘ – Jesus, Sunstar und Moraldiskurse in Mark Russells Superhelden Narrativ Second Coming“

Mag. Ranthild Salzer (Universität Wien): „Muscular christianity, the social gospel and superheroes: Batman and Superman as case studies“

Dr. Martin Ostermann (KU Eichstätt-Ingolstadt): „Erlösungsbedürftige Weltenretter Superhelden als krisengeschüttelte Krisenmanager“

Dr. Torsten Caeners (Universität Duisburg-Essen): „The ‚Man of Steel‘ ain’t Superman – Negotiations of Christian Symbolism in Man of Steel, Batman v Superman and Justice League“

Prof. Dr. Misia Doms (Päd. Hochschule Baden): „Moralische Unzuverlässigkeit: Erzählte, inszenierte und gezeichnete Irritationen als Mittel zur Diskreditierung
einer globalen ideologischen (Er-)Lösung in der Red-Son-Trilogie“

Sarah Droska (HHU Düsseldorf) „Religionsmotivik und Kritik in Batwoman“

Nicolas Gaspers M.A. (HHU Düsseldorf): „Inverted Incarnation – Dr. Manhattan between Humanity and Divinity“

 

Den ursprünglichen Call for Papers finden Sie auch hier.

1. Comfor Online-Workshop: Karikaturenkritik. Inhalte, Kontexte, Ästhetiken (12.03.2021)

Termin:
12.03.2021 10:00-14:00

Der Vorstand der Gesellschaft für Comicforschung (ComFor) lädt alle Mitglieder_ und Interessierten herzlich zum ersten Online-Workshop der Diversity Initiative ein, der sich dem komplexen Thema der Karikaturenkritik annähern soll. Der Workshop steht unter dem Zeichen der Selbstsensibilisierung und besteht aus zwei Teilen. Am Vormittag wird zunächst Ali Schwarzer als geladener Experte einen Gastvortrag zum Thema „Was darf man noch zeichnen?“ halten, dessen Fragestellungen weiter unten genauer skizziert werden. Nach reichlich Diskussionszeit und einer kurzen Mittagspause wollen wir im Anschluss gemeinsam einen Textvon Siegrid Jäger besprechen, der allen Teilnehmer*innen zuvor zur Verfügung gestellt werden wird. In diesem analysiert Jäger die Rezeption und Instrumentalisierung des sog. „Karikaturenstreits“ in der deutschen Presse aus diskursanalytischer Perspektive („Pressefreiheit und Rassismus. Der Karikaturenstreit in der deutschen Presse: Ergebnisse einer Diskursanalyse“, in: Thorsten G. Schneiders (Hg.): Islamfeindlichkeit: Wenn die Grenzen der Kritik verschwimmen. 2. Aufl. Wiesbaden: VS Verlag, 2010, S. 319-336).

Gastvortrag Ali Schwarzer: Was darf man noch zeichnen? –Rassistische Stereotype in Cartoons erkennen und benennen

Regelmäßig wundert sich die Medienlandschaft stellvertretend für eine anscheinend zutiefst verunsicherte Gesellschaft: Was darf man eigentlich noch? Der N-Kuss heißt „neuerdings“ Schaumkuss, Schwarze Menschen soll man nicht als Eingeborene zeichnen und Karneval ist ohne Blackfacing auch nur noch halb so schön. Ja, was darf man eigentlich noch? Dass die Meinungsfreiheit eine grenzenlose sei, auf diesen Irrglauben durfte sich lange Zeit berufen, wer zu den Privilegierten der Gesellschaft zählte und zählt. Mittlerweile werden aber auch bekannte Karikaturist_innen (Greser & Lenz), beliebte Comedians (Dieter Nuhr) und alberne Politiker_innen (Martin Sonneborn) gelegentlich daran erinnert, dass Meinungsfreiheit sehr wohl ihre Grenzen hat und diese manchmal sogar für sie gelten. Ungewiss scheint indes, wo diese Grenzen zu verorten sind und wer diese auszuhandeln berechtigt ist. Durch eine sehr homogene Medienlandschaft einerseits und mangelndes Wissen über Rassismus in der Gesellschaft andererseits sind sich Medienschaffende und bekannte Persönlichkeiten häufig nicht im Klaren, wie schnell eine Grenze überschritten ist. Die fehlende Erfahrung in Selbstkritik tut ihr Übrigens und die Quittung folgt in den sozialen Medien. Der Vortrag will für rassistische Erfahrungen von (nicht nur) Schwarzen Menschen in Deutschland sensibilisieren und anhand praktischer Beispiele erläutern, wie tief Rassismen in unsere Gesellschaft eingeschrieben sind. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse werden verschiedene Cartoons hinsichtlich ihres potentiell rassistischen Charakters erörtert und Lösungsansätze für die Schaffung diverser Cartoons zur Diskussion gestellt.

Ali Schwarzer hat Medien und Kommunikation sowie African Studies studiert. Während seines Studiums der Afrikanistik befasste er sich mit Meinungsfreiheit und Cartoons im Kontext der südafrikanischen Post-Apartheid-Gesellschaft. Für das Onlinemagazin Übermedien schreibt er in unregelmäßigen Abständen über Rassismus in den deutschen Medien.

Organisator_innen: Christina Meyer, Vanessa Ossa, Lukas R.A. Wilde

Termin: Freitag, 12. März 2021, 10-14 Uhr via Zoom.

Wir freuen uns über reichlich Beteiligung und auf gewinnbringenden Austausch!

Um Anmeldung bis zum 7. März wird gebeten an Vorstand@Comicgesellschaft.de. Die Zugangsdaten für das Zoom Meeting werden allen Teilnehmer_innen zugesandt.

Comic Lesung „Drei Steine“ auf Zoom

Termin:
16.02.2021 19:00 - 16.02.2021

Am 16. Februar findet um 19 Uhr eine Onlinelesung des grafischen Romans „Drei Steine“ von Nils Oskamp auf Zoom statt.

Der Autor verarbeitet in seinem Graphic Novel seine eigene Erfahrungen mit Nationalsozialisten. Anfang der 1980er Jahre, an einer Realschule in Dortmund, leugnet ein Mitschüler nach einer Geschichtsstunde über den Nationalsozialismus den Holocaust und lobt Hitler. Als Nils Oskamp sich dem klar entgegenstellt, löst dies eine Spirale der Gewalt aus, bei der ältere Nazis auftreten, die Lehrer wegschauen und die Eltern keine Zeit haben. Es kommt zu zwei Mordanschlägen auf Nils bevor die Angelegenheit ernst genommen wird.

Anmeldungen zur Lesung können direkt an Sabine Demsar geschickt werden. Die Zugangsdaten zur kostenfreien Veranstaltung via Zoom werden kurz vorher ausgesandt.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf Facebook und auf Instagram.

Weitere Informationen zum Veranstalter finden Sie hier.

ZEICHEN UNSERER ZEIT – Internationale Woche der Semiotik

Termin:
11.02.2021 - 11.02.2021

 

„Kritisch, komisch, kommunikativ – Zum politischen Potential des Comics“

Das Virtuelle Zentrum für Kultursemiotik der Universität Potsdam  veranstaltet vom 08. – 12. Februar 2021 die Internationale Woche der Semiotik, in deren Rahmen der Donnerstag (11.02.2021) der Comicforschung gewidmet ist.

Dass Comics aus etymologischen Gründen noch immer primär mit dem Komischen assoziiert werden, ändert nichts daran, dass sie sich auch gut für die ernsthafte Auseinandersetzung mit brisanten Themen eignen. Comics (unserer und vergangener Tage) verhandeln Traumata, enttabuisieren Krankheiten, dokumentieren Kriege, analysieren politische Randgruppen, mobilisieren für Umweltschutz und Diversity. Diese Liste ließe sich weiterführen. Die Komplexität der Auseinandersetzungen ist nicht zuletzt auf das Zusammenspiel der beiden Zeichensysteme (Text und Bild) zurückzuführen, mit denen vielschichtige Zeichengefüge konstruiert werden können. Dass Comics sich durch die Unmittelbarkeit der visuellen Ebene auch als Vermittlungsinstanzen eignen, haben mittlerweile diverse Akteure (Schuldidaktik, Museen, Bildungsarbeit) für sich entdeckt: Das Genre der Sachcomics floriert.

In zwei Workshops soll in die Comicanalyse eingeführt und am Beispiel politischer bzw. feministischer Comics vorgeführt werden, mit welchen Kunstgriffen das Medium Wissen und Meinung vermittelt. Gezeigt wird nicht nur, wie mit dem Medium Comic kommuniziert, erklärt und argumentiert werden kann, sondern es entstehen zahlreiche Synergie-Effekte: Eine Comiclesung und eine Diskussionsrunde mit Autorinnen, Wissenschaftlerinnen und Kultur-Schaffenden verbinden die unmittelbare Medien-Erfahrung, die anschließende Medien-Analyse und die Debatte über die (mit Hilfe der Comics transportierten) politischen Inhalte. Das Comic-affine Publikum wird an die Semiotik herangeführt, die Semiotiker*innen lernen ein per definitionem Zeichen potenzierendes Medium näher kennen.

PROGRAMM

VORMITTAG

9.00 – 9.30 Keynote: Mit Comics denken – Reflexionen zum und im Comic
Marie Schröer (Universität Potsdam)

9.30 – 10.00 Metapherntheorie als Comic – ein Werkstattbericht
Miriam Meyer (RAUM – Zentrale für Gestaltung, Berlin) und Lilian Nguyen (M.A.-Studentin, Universität Potsdam)

10.30 – 12.00
Online-Workshop 1 mit Linda Heyden/Lara Keilbart (Berlin) „Comics und Feminismus“

Online-Workshop 2 mit Véronique Sina (Mainz): „Intersektionale Comicanalyse“

12.00 – 12.45: Ergebnispräsentation Workshops

NACHMITTAG

14.00 – 15.00 Comic-Lesung mit Katja Klengel („Girlsplaining“) und Mikael Ross („Der Umfall“)

15.30 – ca. 16.30 Diskussionsrunde zu „Comics und Politik“ mit Anna Beckmann (Freie Universität Berlin), Linda Heyden und Lara Keilbart (Festival Comic Invasion Berlin), Katja Klengel (Comicautorin, Berlin), Mikael Ross (Comic-Autor, Berlin) und Véronique Sina (Universität Mainz)

 

Weitere Infos zu dem Event auf der Homepage der Universität Potsdam finden Sie hier.

Das gesamte Veranstaltungsprogramm finden Sie hier.

Den Flyer für das Donnerstagsprogramm finden Sie hier.