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Veranstaltungen der AG Comicforschung im Rahmen der GfM Jahrestagung „Wissensökologie“

Termin:
22.09.2021 - 25.09.2021

Das (vorläufige) Programm der Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft „Wissensökologie“, welche vom 22. bis 25. September 2021 am Institut für Medien, Gesellschaft und Kommunikation der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck stattfindet, ist nun online abrufbar. Bis dahin ist zwar noch etwas Zeit; wir kündigen die Tagung allerdings jetzt schon an, da die Redaktion ab nächster Woche in die Sommerpause geht.

Die Tagung ist als großteils Präsenzveranstaltung geplant, kann aber, wenn aufgrund der aktuellen Situation notwendig, online stattfinden. Dies wird im September bekannt gegeben. Für jene Teile der Veranstaltung, welche hybrid stattfinden, stehen vor Ort Computer bzw. ein WLAN-Zugang zur Verfügung, wobei aus hygienischen Gründen um die Mitnahme eines privaten Headsets gebeten wird. Vor Ort gelten entsprechende Hygienemaßnahmen sowie die 3G-Regel.

Im Rahmen des AG-Treffens am 25.9. (online) werden auch die neuen Mitglieder der Jury für den Martin Schüwer-Publikationspreis gewählt. Die Verkündung der_des diesjährigen Preisträger_in des Martin Schüwer-Publikationspreises für herausragende Comicforschung findet (inklusive Laudatio) findet am Freitag, 24.9.2021 von 15h-15.30h im Vorfeld der Mitgliederversammlung als hybride Veranstaltung statt.

Hier die Termine der AG-Comicforschung im Überblick:

DISKUTIEREN: Ko-kreatives Wissensbiotop Comicausstellung – Diskussion & Ambulanz (online)
23.9.2021 | 15.30h-17h

PRÄSENTIEREN: Verbindende Ökologien des Comics (ggf. online/hybrid)
24.9.2021 | 13.15h-14.45h

AG-Treffen (online)
25.9.2021 | 11h-11.50h

Die Registrierung zur Tagung erfolgt über die eigens erstellte Plattform ConfTool.

Eine Anmeldung ist auch für jeden Programmpunkt, der besucht wird, im Sinne der Raumplanung unter Pandemiebedingungen dringend notwendig und muss bis 15. August, ebenfalls über ConfTool, erfolgen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Vom Roman zur Graphic Novel – Gespräch mit Karel Osoha und Ondřej Kavalír

Das tschechische Zentrum München lädt am 4. August 2021 zum Gespräch mit Karel Osoha und Ondřej Kavalír. Im Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin und Comic­Expertin Meike Fischer berichten die beiden über ihre Arbeit an der Comic-Adaption von David Jan Žáks „Návrat krále Šumavy“ (dt. „Die Rückkehr des Königs des Böhmerwaldes“).

Ankündigungstext:

Wie wandelt man eine Romanvorlage in Comicform um? Was gewinnt man dabei? Was geht womöglich verloren? Sind Comickünstler in solchen Fällen auch als Übersetzer anzusehen?
Mit eindrucksvollen Schwarzweiß-Zeichnungen und knappen Dialogen hat ein dreiköpfiges Team den Geist von David Jan Žáks historischen Roman Návrat krále Šumavy (dt. „Die Rückkehr des Königs des Böhmerwaldes“) gekonnt als Graphic Novel wiedergegeben. Die abenteuerliche, fast krimiartige Geschichte spielt in den späten 1940er Jahren – nach der kommunistischen Machtergreifung in der Tschechoslowakei, aber noch bevor Stacheldraht das Land von seinen westlichen Nachbarn trennte. Im Mittelpunkt steht Josef Hasil, ein Polizist aus Südböhmen, der zum Fluchthelfer wurde und Dutzenden seiner Mitbürger*innen den Weg durch den Böhmerwald nach Westen zeigte. Über diese Fragen und mehr unterhalten sich Karel Osoha und Ondřej Kavalír.

Weitere Informationen finden sich auf der Veranstaltungsseite. Um Anmeldung unter ccmunich@czech.cz wird gebeten.

Monitor 66: Neue Publikationen

Im Monitor werden in unregelmäßigen Abständen aktuelle Publikationen aus den letzten 6 Monaten vorgestellt, die für die Comicforschung relevant sein könnten. Die kurzen Ankündigungstexte dazu stammen von den jeweiligen Verlagsseiten. Haben Sie Anregungen oder Hinweise auf Neuerscheinungen, die übersehen worden sind und hier erwähnt werden sollten? Das Team freut sich über eine Mail an redaktion@comicgesellschaft.de.
Zu früheren Monitoren.


Die Shoah im Comic seit 2000: Erinnern zeichnen

Thomas Merten

De Gruyter
357 Seiten
Mai 2021
Verlagsseite

„Wie erinnern künftige Generationen an die Shoah, wenn die letzten Zeitzeugen gestorben sind? Die Comics der vergangenen Jahre geben Hinweise darauf: Während die Kinder noch versuchen, Anschluss an die nicht mehr selbst erlebte, aber gleichwohl als einschneidend erfahrene Vergangenheit ihrer Eltern herzustellen – und sich davon zu emanzipieren –, beschäftigt sich die Enkelgeneration primär mit der Tatsache, dass sie die Shoah hauptsächlich medial oder aus zweiter Hand erzählt bekommt.
Um die Geschehnisse besser zu verstehen, versuchen die jüngeren Autorinnen und Autoren, das Bezeugen der historischen Ereignisse selbst nachzuempfinden oder versetzen die Handlung gleich gänzlich ins Jetzt – wo die Shoah vor allem als Spuren und Spätfolgen zu ihnen vordringt. So holen sie Vergangenes eindringlich in die Gegenwart und üben ihrerseits Kritik an Darstellungen, die eher Distanz als Nähe zur Shoah erzeugen. In neueren Comics wollen sie nicht mehr nur von einer vermeintlich fernen Vergangenheit erzählen, sondern deren Auswirkungen und Parallelen in der eigenen Lebenswelt verstehen. So besteht die Chance, die Shoah auch anderen zu vermitteln, die keinen persönlichen Bezug zur Geschichte mehr haben können – und damit dem Vergessen etwas entgegenzusetzen.
Diese Arbeit ordnet die Comics in die gegenwärtige Entwicklung ein, liefert eine kurze Geschichte des Sujets „Shoah-Comic“ und entwickelt dazu eine Theorie des erinnernden Comics. Zusätzlich werden Werke von Autorinnen und Autoren der Kinder- und Enkelgeneration untersucht und miteinander verglichen, darunter Comics von Michel Kichka, Bernice Eisenstein, Rutu Modan, Barbara Yelin und Reinhard Kleist.
Eine Spurensuche danach, wie die Nachkommen in Sprechblasen und Panels ihre Rolle im Gefüge der Zeit finden und mit eigenem Wissen, eigenen Deutungen und eigenen Fragen anreichern.“

 

Creation, Translation, and Adaptation in Donald Duck Comics: The Dream of Three Lifetimes

Peter Cullen Bryan

Palgrave Macmillan
222 Seiten
Mai 2021
Verlagsseite

„This book examines the scope and nature of Donald Duck and his family’s popularity in Germany, in contrast to the diminished role they play in America. This is achieved through examination of the respective fan communities, business practices, and universality of the characters. This work locates and understands the aspects of translation and adaptation that inform the spread of culture that have as yet been underexplored in the context of comic books. It represents a large-scale attempt to incorporate adaptation and translation studies into comics studies, through a lens of fan studies (used to examine both the American and German fan communities, as well as the work of Don Rosa). This work builds on the efforts of other scholars, including Janet Wasko and Illaria Meloni, while expanding the historical understanding of what might be the world’s best-selling comics.“

 

Politics in the Gutters: American Politicians and Elections in Comic Book Media

Christina M. Knopf

University Press of Mississippi
306 Seiten
Juli 2021
Verlagsseite

„From the moment Captain America punched Hitler in the jaw, comic books have always been political, and whether it is Marvel’s chairman Ike Perlmutter making a campaign contribution to Donald Trump in 2016 or Marvel’s character Howard the Duck running for president during America’s bicentennial in 1976, the politics of comics have overlapped with the politics of campaigns and governance. Pop culture opens avenues for people to declare their participation in a collective project and helps them to shape their understandings of civic responsibility, leadership, communal history, and present concerns.
Politics in the Gutters: American Politicians and Elections in Comic Book Media opens with an examination of campaign comic books used by the likes of Herbert Hoover and Harry S. Truman, follows the rise of political counterculture comix of the 1960s, and continues on to the graphic novel version of the 9/11 Report and the cottage industry of Sarah Palin comics. It ends with a consideration of comparisons to Donald Trump as a supervillain and a look at comics connections to the pandemic and protests that marked the 2020 election year.
More than just escapist entertainment, comics offer a popular yet complicated vision of the American political tableau. Politics in the Gutters considers the political myths, moments, and mimeses, in comic books—from nonfiction to science fiction, superhero to supernatural, serious to satirical, golden age to present day—to consider how they represent, re-present, underpin, and/or undermine ideas and ideals about American electoral politics.“

 

Rebirth of the English Comic Strip: A Kaleidoscope, 1847-1870

David Kunzle

University Press of Mississippi
472 Seiten
Juli 2021
Verlagsseite

Rebirth of the English Comic Strip: A Kaleidoscope, 1847–1870 enters deep into an era of comic history that has been entirely neglected. This buried cache of mid-Victorian graphic humor is marvelously rich in pictorial narratives of all kinds. Author David Kunzle calls this period a “rebirth” because of the preceding long hiatus in use of the new genre, since the Great Age of Caricature (c. 1780–c. 1820) when the comic strip was practiced as a sideline. Suddenly in 1847, a new, post-Töpffer comic strip sparks to life in Britain, mostly in periodicals, and especially in Punch, where all the best artists of the period participated, if only sporadically: Richard Doyle, John Tenniel, John Leech, Charles Keene, and George Du Maurier. Until now, this aspect of the extensive oeuvre of the well-known masters of the new journal cartoon in Punch has been almost completely ignored. Exceptionally, George Cruikshank revived just once in The Bottle, independently, the whole serious, contrasting Hogarthian picture story.
Numerous comic strips and picture stories appeared in periodicals other than Punch by artists who were likewise largely ignored. Like the Punch luminaries, they adopt in semirealistic style sociopolitical subject matter easily accessible to their (lower-)middle-class readership. The topics covered in and out of Punch by these strips and graphic novels range from French enemies King Louis-Philippe and Emperor Napoleon III to farcical treatment of major historical events: the Bayeux tapestry (1848), the Great Exhibition of 1851, and the Franco-Prussian War in 1870. Artists explore a great variety of social types, occupations, and situations such as the emigrant, the tourist, fox hunting and Indian big game hunting, dueling, the forlorn lover, the student, the artist, the toothache, the burglar, the paramilitary volunteer, Darwinian animal metamorphoses, and even nightmares. In Rebirth of the English Comic Strip, Kunzle analyzes these much-neglected works down to the precocious modernist and absurdist scribbles of Marie Duval, Europe’s first female professional cartoonist.“

Online Tagung „Cartoons und Comicstrips zwischen 1930 und 1945“

Termin:
30.07.2021 - 31.07.2021

Am 30. und 31.07. findet online die Tagung „Cartoons und Comicstrips zwischen 1930 und 1945“ statt. Organisator_innen sind Dr. Iris Haist, Sarah Kühnel M.A. und die Erich Ohser – e.o.plauen Stiftung. Unter den Vortragenden sind auch ComFor Mitglieder: Dietrich Grünewald wird am Freitag, dem 30.07. den Key-Note Vortrag zum Thema „Zwischen Tradition und Moderne. Deutsche Bildgeschichten von 1930 bis 1945“ halten, und Barbara Margarethe Eggert ist eine der Panelist_innen im Panel 3 zum Thema „Geschichte trifft Gegenwart“ am Samstag, dem 31.07.

Die Anmeldung erfolgt bei Iris Haist unter iris.haist@plauen.de. Es wird darum gebeten, bei der Anmeldung bekannt zu geben, ob die ganze Tagung oder nur der Abendvortrag von Andreas Platthaus besucht wird.

Ankündigungstext der Veranstalter_innen:

„Spätestens seit 1939 ist die Welt in Aufruhr, aber auch schon vorher gerät die Politik in Deutschland und im restlichen Europa in Schieflage. Dennoch werden auch in dieser Zeit neben den beißenden politischen Karikaturen kurze, genuin eher unpolitische Bildgeschichten mit wiederkehrenden Figuren in Zeitungen und Zeitschriften abgedruckt. Sie sind mit Witz und Herz erdacht und gezeichnet und haben meist eine moralisierende zugleich unterhaltende, von den schwierigen Verhältnissen ablenkende Funktion. Im Gegensatz zu den Karikaturen streben diese „stehenden Figuren“ in Comicstrips eher nach Harmonie und Wohlbefinden.
Erich Ohser alias e.o.plauen erschafft ab 1934 seine beliebten „Vater und Sohn“-Bildgeschichten, die mitten ins Herz treffen. Kurt Kusenberg erinnert sich 1962 daran, welche Vorstellungen er damals für die Hauptfiguren des neuen Strips in der Berliner Illustrirten (sic!) Zeitung hatte:
Sie müssen mit Witz, mit Liebe erschaffen werden und bedürfen durchaus der öffentlichen Gegenliebe, um sich zu behaupten. Sie sind erstmal gut aufgenommen, so fließt ihnen Kraft zu; sie werden immer selbstständiger, immer leibhaftiger und leben dann so lange, wie sie es verdienen, Monate oder gar Jahre.
Bei aller gebotenen Neutralität kann aus den „Vater und Sohn“-Bildgeschichten eine gewisse Kritik an den sozialen und politischen Veränderungen herausgelesen werden. Später werden sowohl die beliebten Figuren als auch Erich Ohser und dessen Sohn für Propagandazwecke eingesetzt – unter anderem als Werbeträger für das „Winterhilfswerk“ oder als Dekoration für Kampfjets.

Diese Onlinetagung soll Beiträge zu Einzelbeispielen für stehende Figuren und Comicstrips zwischen 1930 und 1945 sowie Überblicksbeiträge zu diesem Themenkomplex vereinen. Neben Beispielen aus Deutschland sind auch internationale Comic-Strip-Konzepte erwünscht. Damit soll eine solide Kontextualisierung zur Entstehung dieser Bildgeschichten, deren Reichweite, Adressaten und Instrumentalisierungen erreicht werden.“

Programm:
Freitag, 30.07.2021

14:00-14:30 Uhr
EF und Begrüßung: Iris Haist und Sarah Kühnel

14:30-15:30 Uhr
Key-Note-Vortrag von Dietrich Grünewald: Zwischen Tradition und Moderne. Deutsche Bildgeschichten von 1930 bis 1945

15:30-15:45 Uhr Kaffeepause

15:45-17:15
Panel 1: Einzelne stehende Figuren und Künstler
Christian Bachmann: „Daddy“ und Tochter – Harold Grays Little Orphan Annie im Zeitungskontext und darüber hinaus (1924–1945)
Jutta M. Pichler: Ein Wiener Original: Die Comic-Serie „Tobias Seicherl“ (1930–1940) von Ladislaus Kmoch
Achim Schnurrer: Albert Schaefer-Ast

Samstag, 31.07.2021

10:30-11:00 Uhr
Kurzes Resümee, Begrüßung und kurzer Ausblick auf den Tag

11:00-12:30 Uhr
Panel 2: Ikonografische Einzelthemen und close reading
Iris Haist und Sarah Kühnel: Kaffeefilter, Zigarren und Lotterie – e.o.plauens „Vater und Sohn“-Figuren in der Werbung bis 1937
Stefan Pannor: Plains, Trains & Automobiles – Von der Schönheit zum Schrecken der Moderne: der Wandel der Wahrnehmung von Verkehrsmitteln in Comics zwischen 1930 und 1945
Johanna Lenhart: Zum Husten in den Keller: Strategien des politischen Kommentars in ‚Herr Seicherl und sein Hund‘

12:30-13:30 Uhr Mittagspause

13:30-14:30 Uhr
Panel 3: Geschichte trifft Gegenwart
Barbara Margarethe Eggert: DON’T KNOW MUCH ABOUT HERSTORY? Aktuelle Visualisierungsstrategien für das Schaffen von Cartoonistinnen und Comiczeichnerinnen der 1930er und 1940er Jahre im Überblick – ein Werkstattbericht
Ulf K., aufgezeichnetes Gespräch mit Iris Haist: „Vater und Sohn“ – Original und Fortführung

14:30-14:45 Uhr Kaffeepause

14:45-15:30 Uhr Abschlussdiskussion

Samstag, 31.07.2021, abgesetzt und offen: 18:30-ca. 20:00 Uhr
Abendvortrag von Andreas Platthaus: Vater und Sohn in Amerika

#IchBinHanna

Unter dem Hashtag #IchBinHanna, das ursprünglich auf Twitter aus einer Reaktion auf ein Erklärvideo des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz heraus entstanden ist, haben sich in den vergangenen Wochen zahlreiche Wissenschaftler_innen Gehör verschafft und ihre prekären Beschäftigungsbedingungen an deutschen Universitäten, Hochschulen und Akademien zur öffentlichen Debatte gemacht.
Verschiedene wissenschaftliche Fachverbände, darunter die Deutsche Gesellschaft für Amerikastudien (DGfA), der Verband der Historikerinnen und Historiker Deutschlands e. V. (VHD), die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS), die Deutsche Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) sowie der Verband der Deutschen Kunsthistoriker e. V. haben daraufhin vor zwei Wochen eine Erklärung verfasst, die sich für die Abschaffung des Wissenschaftszeitvertragsgesetz und einer Stärkung der Grundfinanzierung der Universitäten ausspricht.
Auch der Vorstand der ComFor hat sich dieser Erklärung angeschlossen und sie im Namen unserer Gesellschaft unterzeichnet. Die aktualisierte Version mit weiteren Fachverbänden, die dieses Statement unterzeichnet haben, finden Sie hier im PDF Format oder hier auf der Website des Verbands der Historiker und Historikerinnen Deutschlands.
Weitere Informationen zur Initiative #IchBinHanna finden sich auch auf der Website https://ichbinhanna.wordpress.com/ sowie auf der Website der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum.

Closure #7.5 erschienen

Die neuste Ausgabe des von der Universität Kiel herausgegebenen eJournals Closure ist kürzlich erschienen: Die von Irmela Marei Krüger-Fürhoff und Nina Schmidt (beide Berlin) herausgegebene Nummer 7.5 widmet sich der Konstruktion und Subversion von Körperbildern im Comic:

 

 

Herausgeber:innetext (Auszug):

So gut wie allen Comics gemein ist die Tatsache, dass sie ihre Protagonist_innen in spezifischen Körpern zeigen: In Comics begegnen uns gezeichnete oder gemalte, also konstruierte Körper, auch wenn sie ihre ›Gemachtheit‹ unterschiedlich stark betonen. Es sind Körper, die in den Worten der Literatur- und Kommunikationswissenschaftlerin Elisabeth El Refaie (8) ein »pictorial embodiment« samt Mimik, Gestik und Bewegungen besitzen und die Grundlage (und manchmal auch die Grenze) von Handlungsoptionen bilden. Der US-amerikanische Comictheoretiker Will Eisner (103) geht so weit, der Körperdarstellung im Bild-Text-Medium Comic eine größere Wirkmächtigkeit zuzuweisen als der Sprache; er erklärt: »In comics, body posture and gesture occupy a position of primacy over text.« […] Gerade die jüngere Comic-Forschung, die Ansätze aus Medientheorie, Kulturwissenschaft, Gender und Diversity Studies sowie Disability Studies aufgreift, hat darauf hingewiesen, dass Körper in der variierenden Wiederholung einzelner Comic-Panels immer wieder neu hergestellt werden. Dadurch werden die Körper nicht nur ›bestätigt‹, sondern vielmehr – im Sinne von Judith Butlers Performativitätstheorien – in ihrer Konstruiertheit und Veränderbarkeit (vgl. Klar) und oft auch in ihrer Verletzlichkeit erkennbar (vgl. Engelmann, 109–194).

Die Ausgabe versammelt eine Vielzahl von Beiträgen zum Thema:

Jasmin Wrobel: Körper/Blicke und Selbst(be)zeichnungen bei Pagu, Laerte und Powerpaola

Nina Schmidt: Die Breitbeinigen: Aufklärungsmodi und Körperpolitiken in deutschsprachigen feministischen Comics

Irmela Marei Krüger-Fürhoff: Entfaltungen: Alternde Körper im Comic

Besonders freut uns natürlich, dass auch in dieser Ausgabe eine Vielzahl vom Comfor-Mitgliedern vertreten sind:

Véronique Sina: Comic, Körper und die Kategorie Gender: Geschlechtlich codierte Visualisierungsmechanismen im Superheld_innen-Genre

Daniel Stein: Black Bodies Swinging: Superheroes and the Shadow Archive of Lynching

Kalina Kupczyńska: (Frauen-)Körper und gleichgeschlechtliches Begehren als Politikum im polnischen alternativen Comic

Marie Schröer: Ebenbilder und Fremdkörper: Figurenmultiplikationen im Werk von Patrice Killoffer

Die gesamte Ausgabe findet sich auf der Webseite der Closure.

Comics|Histories – Internationale Konferenz

Termin:
16.07.2021 - 17.07.2021

Die internationale Konferenz „Comics|Histories“ wird von den ComFor Mitgliedern Jaqueline Berndt (Universität Stockholm, Schweden), Felix Giesa (Goethe Universität
Frankfurt, Deutschland) und Christina Meyer (TU Braunschweig, Deutschland) organisiert und findet am 16.07. und 17.07. online via ZOOM statt.

Comicforschung wird immer prominenter, jedoch scheint sich der Großteil auf zeitgenössische Produktionen zu konzentrieren. Die Geschichte und die Hintergründe der Entwicklung von Comics, der verschiedenen Formate und anderer Formen graphischer Erzählformate fänden hier laut den Veranstalter_innen eher weniger Beachtung. Um diesem Umstand entgegenzuwirken, startet der Verlag Romach Wissenschaft eine neue Buchserie. Die aktuelle Konferenz soll hier auch als Kick-Off Event fungieren. Besonders interessant seien für die Veranstalter_innen der Konferenz etwa Papers, welche die Beiträge von Comics zur Geschichte beleuchten.

Die Registrierung ist bis zum 15.07.2021 unter comicshistories@uni-frankfurt.de möglich.

Der Link zur Konferenz wird angemeldeten Teilnehmer_innen vorab zugesandt.

Publikationshinweis: Handbook of Comics and Graphic Narratives

Mit dem heutigen Post kündigen wir eine Publikation an, die das Potenzial hat, schnell zu einem Standardwerk der Comicforschung zu werden: Das im De Gruyter Verlag erscheinende Handbook of Comics and Graphic Narratives. Herausgegeben von Sebastian Domsch, Dan Hassler-Forest und ComFor Mitglied Dirk Vanderbeke, vereint dieses bislang einzigartige Handbuch auf über 600 Seiten zahlreiche Forschungsansätze, historische Kontexte und Close Readings, die das Gebiet der Comicforschung in großer Breite abdecken und aus den unterschiedlichsten Perspektiven beleuchten. Wir freuen uns besonders, dass unter den Beiträger_innen auch zahlreiche ComFor Mitglieder_ vertreten sind.

Zur Verlagswebsite

Ankündigungstext des Verlags:

„Whether one describes them as sequential art, graphic narratives or graphic novels, comics have become a vital part of contemporary culture. Their range of expression contains a tremendous variety of forms, genres and modes − from high to low, from serial entertainment for children to complex works of art. This has led to a growing interest in comics as a field of scholarly analysis, as comics studies has established itself as a major branch of criticism. This handbook combines a systematic survey of theories and concepts developed in the field alongside an overview of the most important contexts and themes and a wealth of close readings of seminal works and authors. It will prove to be an indispensable handbook for a large readership, ranging from researchers and instructors to students and anyone else with a general interest in this fascinating medium.“

Inhalt:

Introduction

  • Sebastian Domsch, Dirk Vanderbeke, Dan Hassler-Forest: „Comics Studies: Survey of the Field“

Part I: Systematic Aspects

Part II: Contexts and Themes

  • Stephan Packard: „Politics“
  • Dan Hassler-Forest: „World-Building“
  • Astrid Böger: „Life Writing“
  • Anna Oleszczuk: „Gender“
  • Kay Sohini: „Queerness“
  • Heike Elisabeth Jüngst: „Science Comics“
  • Sandra Heinen: „Postcolonial Perspectives“
  • Marie Vanderbeke: „DocuComics in the Classroom“
  • Dan Hassler-Forest: „Superheroes – Historical Overview“
  • Matt Yockey: „Superheroes – The Golden Age: Batman“
  • Matt Boyd Smith: „Superheroes – The Silver Age: Nick Fury“
  • William Proctor: „Superheroes – The Dark Age: Superheroes in the 1980s“

Part III: Close Readings

  • Christina Meyer: „Richard F. Outcault: The Yellow Kid
  • Corey Creekmur: „George Herriman: Krazy Kat
  • Sebastian Domsch: „Winsor McCay: Little Nemo in Slumberland
  • Eric Hoffman: „Dave Sim: Cerebus
  • Martin Lund: „Will Eisner: A Contract with God
  • Dawn Stobbart: „Raymond Briggs: When the Wind Blows
  • Joanne Pettitt: „Art Spiegelman: Maus
  • Nicola Glaubitz: „Robert Crumb“
  • Monika Pietrzak-Franger: „Alan Moore: From Hell
  • Evan Hayles Gledhill: „Neil Gaiman: The Sandman
  • Erin La Cour: „Alison Bechdel: Dykes to Watch Out For
  • Gerry Canavan: „Chris Ware: Jimmy Corrigan – The Smartest Kid on Earth
  • Erik Grayson: „Daniel Clowes: Ghost World
  • Luisa Menzel: „Martin Rowson: The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman
  • Harriet Earle: „Marjane Satrapi: Persepolis
  • Oliver Moisich: „Grant Morrison: Flex Mentallo

Vortrag Christine Gundermann / Comic Kolloquium Nord

Termin:
24.06.2021 18.15

Am 24. Juni findet die dritte Sitzung des Comic Kolloquiums Nord im Sommersemester 2021 statt. ComFor Mitglied Christine Gundermann (Universität zu Köln, Public History) wird ihren Vortrag über Anne Frank als globales erinnerungskulturelles Phänomen über ZOOM auf Englisch halten. Die Q&A Session im Anschluss wird auf Englisch und Deutsch stattfinden.

Hier der Ankündigungstext der Veranstalter_innen:

„Als 2017 das Tagebuch der Anne Frank als graphische Adaption von Ari Folman und David Polansky auf den deutschen Markt kam, wurde es als ‚neuer Weg‘ (Fischer Verlag) zum wohl berühmtesten Tagebuch der Welt beschrieben. Die Graphic Novel steht aber in einer langen Tradition von graphischen Adaptionen des Tagebuchs. Ausgehend von diesem sind seit den 1960er Jahren mehr als 70 verschiedene Comics und Graphic Novels auf der ganzen Welt entstanden.

Ihre Analyse zeigt eine verflochtene Geschichte der Holocausterinnerung, die verstärkt wird durch globale Marketingstrategien und letztlich multidirektionale Bezüge zur Shoah aufweist. Obwohl das ‚Tagebuch‘ oftmals als eines der zentralen Zeugnisse der Shoah gedeutet wird, so ist es weniger eine Globalisierung von Holocausterinnerungen, sondern vor allem der Status des Tagebuchs als literarischer Bestseller, der die Produktion und Verbreitung der Comicadaptionen ermöglicht hat.“

Anmeldung sind bis zum 23. Juni per E-Mail an comic.kolloquium.nord@gmail.com möglich. Die Zugangsdaten werden kurz vor Veranstaltungsbeginn zugesandt.

Hinweis zur Anmeldung: Alle Interessierten, die sich bereits angemeldet haben, bekommen den Link automatisch zugestellt und müssen sich NICHT erneut registrieren.

Weitere Informationen zum Comic Kolloquium Nord finden Sie hier.