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Tagung: „Samson, Superwoman und Krusty, der Clown – Jüdische Bilder-Geschichten vom Mittelalter bis zur Gegenwart“

Termin:
08.07.2026 - 10.07.2026

Vom Mi, 8.7.2026 bis zum Fr, 10.7.2026, findet eine Tagung der 34. Internationalen Sommerakademie des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs in Kooperation mit dem Literaturhaus Wien / Österreichische Exilbibliothek statt:

„Samson, Superwoman und Krusty, der Clown – Jüdische Bilder Geschichten vom Mittelalter bis zur Gegenwart“

Unter den Vortragenden befinden sich auch ComFor-Mitglieder Ralf Palandt und Ole Frahm.

Ankündigungstext:
„Jüdische Geschichte ist seit mehreren Jahrzehnten ein Stoff, der auch in Comics und Graphic Novels verarbeitet wird. Ende der 1980er Jahre erschien Art Spiegelmans Comic »Maus«, das die Shoah auf neue Weise thematisierte und dafür mit dem Pulitzer-Preis ausgezeich net wurde. Von »Maus« be ein flusst, setzte in der Folge ein regel rechter Boom ein. Auch die 34. Internationale Sommerakademie setzt sich mit jüdischen Bilder-Geschichten aus einan der. Sie nimmt nicht nur mehrere Epo chen und Themen in den Blick, sondern auch die ganze Bandbreite künstlerischer Genres. Historische Er eig nisse oder die Aben teuer realer und er fun de ner jüdischer Held:innen wurden nicht nur in Comics und Trickfilmen erzählt, sondern auch in der Buch malerei des Mittelalters oder in früh neu zeit lichen Flugblättern. Die Som mer aka demie rückt Künstler:innen und Leser:innen, Selbst- und Fremd bilder, Genres und Medien sowie jüdisch-nichtjüdische Beziehungen ins Bild.“

Vollständiges Programm herunterladen

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21. ComFor-Jahrestagung 2026: „Figuren und Figurationen des Heroischen im Comic“ (Gießen)

Vom 30. September bis zum 1. Oktober 2026 wird die 21. Jahrestagung der Gesellschaft für Comicforschung (ComFor) an der Universität Gießen stattfinden. Organisiert wird sie von Jörn Ahrens, Frank Thomas Brinkmann und Kirsten von Hagen.  Die Keynote wird gehalten von Rafael Carrión Arias (Madrid) zum Thema „Look up in the sky! It’s a bird… it’s a plane… It’s fascism! Towards a genealogy of the contemporary hero in the age of Nihilism“

Der Call for Paper mit dem Ausschreibungstext zum Thema „Figuren und Figurationen des Heroischen im Comic“ findet sich hier.

Ort: Center for the Study of Culture (GCSC), Otto-Behaghel-Straße 12, 35394 Gießen (Campus Phil I)
➢ Direkte Busverbindung vom Bahnhof Gießen: Buslinie 10 nach Gießen
Philosophikum (13 Haltestellen, ca. 25 Minuten); direct connection from Giessen train
station: busline 10 to Giessen Philosophicum (13 stops, approx. 25 minutes)

Tagungsprogramm:

Tag 1: 30.09.26

Zeit Vortrag
09:30.10:00 Eröffnung

 

Panel 1: Heroische Mythologie

Moderation: Lukas R.A. Wilde (Trondheim)

10:00-10:45 Dietrich Grünewald (Koblenz): Superheldenfiguren – vom mythologischen Vorbild zur Parodie
10:45-11:30 Frank Thomas Brinkmann (Gießen): Die Persistenz des unaufgeklärten Mythos und seiner Helden im Comic
11:30-11:45 Pause

 

Moderation: Christina Meyer (Hamburg)
11:45-12:30 Christopher Schmidt (Mainz): Monströse Helden – Steigerungen des Exorbitanten und liminale Anthropologien am Beispiel der US-Comicfiguren Swamp Thing und Hulk
12:30-13:15 Joachim Trinkwitz (Bonn): Genderbending Odysseus. Konzeptionen des Heroischen in Matt Fractions und Christian Wards Rewriting der Odyssee
13:15-14:45 Mittagspause
15:00-16:00 ComFor Mitgliederversammlung
Panel 2: Tragikomisch heroisch

Moderation: Anna Jäger (Gießen)

16:00-16:45 Verena Kuni (Frankfurt a.M.): Die Kunst des Anti*Held*innentums. Die Legende vom Künstler und ihre Folgen im zeitgenössischen Comic
16:45-17:30 Ole Frahm (Frankfurt a.M.): Komische Helden. Mickey, Monstren, Mutationen. (Gegenentwürfe zum Tragischen)
18:00-19:00 Keynote

Rafael Carrión Arias (Madrid): Look up in the sky! It’s a bird… it’s a plane… It’s fascism! Towards a genealogy of the contemporary hero in the age of Nihilism

Moderation: Jörn Ahrens (Gießen)

19:30 Vergabe Martin Schüwer Preis

Open End. Live Musik:  kalley – songs, sounds, noise

 

Tag 2: 01.10.26

Zeit Vortrag Vortrag
Panel 3: Postkoloniale Heroismen

Moderation: Jörn Ahrens (Gießen)

Panel 4: Gender Heroes

Moderation: Arnold Bärtschi (Bochum)

09:30-10:15 Bettina Brockmeyer (Gießen): Heroinen und Rassismus: January Jones Iris Haist (Köln): Batgirl vs. Oracle – Heroismus, Feminismus und Ableismus
10:15-11:00 Amadeo Gandolfo (Buenos Aires) und Stefan Rinke (Berlin): Adaptation and Disputation: the heroic figure in Tales of the Orishas by Hugo Canuto and Santa Sombra by Paula Boffo Christine Hermann (Wien): Wer rettet die Retter? Figurenkonstellationen und Handlungsspielräume in Suske und Wiske
11:00-11:45 Romina Irene Palacios Espinoza (Salzburg): Remediation als dekoloniale Aisthesis: Comic und die Verschiebung heroischer Wahrnehmungsordnungen Svitlana Stupak (Siegen): A Hero and His Thousands Faces in Charles Burns’ Last Look Trilogy

 

11:45-13:15 Mittagspause

 

Mittagspause
Panel 5: Superheroisch

Moderation: Frank Thomas Brinkmann (Gießen)

Panel 6: Heroismus in/aus Fernost

Moderation: Kirsten von Hagen (Gießen)

13:15-14:00 Ranthild Salzer (Wien): Marvel Comics’ Elektra: from villain to hero? Kaiwei Zhang (Hamm): Die visuelle Konstruktion der Heldin Hua Mulan im chinesischen Lianhuanhua
14:00-14:45 Julia Görtz (Mannheim): Dante und die Divina Congrega gegen das Böse. Aus dem italienischen Literaturkanon in den Superhelden-Comic Damian Mandzunowski (Heidelberg) und Lena Henningsen (Heidelberg): Into the Maoverse: Reconfigurations of the Heroic in Chinese Socialist Comics
14:45-15:30 Martin Foret (Olomouc): From hero to superhero. A homegrown Czech superhero between urban legend and Marvel-like character Lukas R.A. Wilde (Trondheim): Notes on the Ambivalence of the Shōnen Battle Manga Hero
15:30-16:00 Pause

 

Panel 7: Heroes at the Margins

Moderation: Bettina Brockmeyer (Gießen)

Panel 8: Heroische Gestalten

Moderation: Christian Bachmann (Berlin)

16:00-16:45 Mario Faust-Scalisi (Bayreuth): A different heroic mythology from a very remote island Thomas Sähn (Paris): Von Helden und Antihelden. Zur Grundstruktur bildsprachlicher Erzählungen
16:45-17:30 Kirsten v. Hagen (Gießen): Figurations of Heroism and Heroisation in Comics about the Porajmos/Samudaripen Henning Hufnagel (Zürich): NATO 2099: A Graphic Novel. Zu kollektivem – und passivem – Heroismus
17:30-18:15 Selin Cilgin (Istanbul): Subverting the Male Fantasy: The Rebellious Heroine Hilal Jörn Ahrens (Gießen): I would prefer not to: Hugo Pratts Corto Maltese als Held
19:30 Get together Get together

 

Hotels in Gießen (Auswahl)

Sortiert nach ungefährem Preis von „günstig“ bis „teuer“ /

Tagungsprogramm als Pdf herunterladen

Ausstellung Landschaft der Liebe. Motive aus der Graphic Novel „Sudetenlove“

Termin:
15.06.2026 - 16.07.2026

„Ende der 1930er Jahre: Das Sudetenland gleicht einem Pulverfass. Angefacht aus Deutschland, können die nationalen Spannungen in den tschechoslowakischen Grenzgebieten jeden Moment zu einer Eskalation mit ungewissem Ausgang führen. Da lernen sich Hedwig, ein deutsches Mädchen, und Fritz, ein Junge aus einer deutsch-tschechischen Familie, beim Skifahren kennen und verlieben sich schnell ineinander. Hedwigs Vater schickt sie jedoch nach Belgien zu einer Tante. Fritz sieht keine andere Wahl: Er wird ihr folgen – auf dem Fahrrad…“

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Workshop und Lesung: Bilder und Narrative der Solidarität in der postmigrantischen Gesellschaft

Dimensionen der Betroffenheit
Bilder und Narrative der Solidarität in der postmigrantischen Gesellschaft

2./3. Juli 2026
Lesung und interdisziplinärer Workshop an der Universität Paderborn

Ausgangspunkt der Veranstaltung ist die Beobachtung, dass sich in der postmigrantischen Gesellschaft unterschiedliche Erinnerungskulturen wie auch Perspektiven auf gesellschaftliche Konflikte zunehmend überlagern und miteinander in produktive wie konflikthafte Aushandlungsprozesse treten. Ereignisse wie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine oder die globalen Reaktionen auf den 7. Oktober 2023 haben diese Konstellationen sichtbar gemacht. In der öffentlichen Debatte zeigt sich, dass Solidarität und Betroffenheit nicht homogen verteilt, sondern an spezifische historische Bezugssysteme, politische Positionierungen und kollektive Selbstverständnisse gebunden sind, wobei konkurrierende Opfer- und Solidaritätsnarrative entstehen. Die seit 2021 geführten Debatten des sogenannten ‚Historikerstreit 2.0‘ bilden für die in der Veranstaltung diskutierten Konstellationen einen zentralen erinnerungspolitischen Kontext. Konzeptionell greift die Veranstaltung zentrale Ansätze der Memory Studies, der Postmigrations- und Solidaritätsforschung sowie der Jüdischen Studien auf. Arbeiten zur postmigrantischen Gesellschaft (u.a. Naika Foroutan, Erol Yıldız) gehen etwa davon aus, dass Solidarität heute häufig nicht mehr primär entlang stabiler Gruppenidentitäten organisiert ist, sondern auf geteilten politischen Haltungen oder Wahrnehmungen gesellschaftlicher Ungleichheit beruht. In diesem Zusammenhang wird von postmigrantischen Allianzen oder involvierter Solidarität gesprochen, womit Formen kollektiven Handelns gemeint sind, die über biografische Zugehörigkeiten hinaus entstehen. Gleichzeitig liefern Ansätze der Erinnerungsforschung wichtige Instrumente, um Konflikte, aber auch Überschneidungen zwischen unterschiedlichen Erinnerungsgemeinschaften zu analysieren. Dazu zählen etwa Michael Rothbergs Konzept des ‚multidirektionalen Erinnerns‘, Marianne Hirschs Begriff der ‚Postmemory‘ sowie Arbeiten der Cultural Memory Studies (u.a. Pierre Nora, Astrid Erll). Aus Perspektive der Jüdischen Studien sind Arbeiten relevant, die jüdische Gegenwart in Europa als durch sowohl spezifische erinnerungspolitische Erwartungen wie auch konflikthafte Zugehörigkeitsordnungen geprägt analysieren (u.a. Y. Michal Bodemann, Hannah Tzuberi, Max Czollek).
Die Veranstaltung ist Teil des DFG-geförderten Forschungsprojekts „Queering Jewishness – Jewish Queerness. Diskursive Inszenierungen von Geschlecht und ‚jüdischer Differenz‘ in (audio-)visuellen Medien“ am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt.

Lesung mit Dana von Suffrin und Ronya Othmann
 
Donnerstag, 2. Juli 2026
ab 18.00 Uhr in Hörsaal G
Zum Auftakt der Veranstaltung findet am 2. Juli 2026 um 18.00 Uhr eine öffentliche Lesung der beiden Gegenwartsautorinnen Ronya Othmann und Dana von Suffrin mit anschließender Diskussion statt.
Workshop
 
Freitag, 3. Juli 2026
IBZ im Jenny-Aloni-Haus
Im Zentrum des diskussionsorientierten Workshops mit geladenen Wissenschaftler*innen aus den Film- und Medienwissenschaften, Literatur- und Kulturwissenschaften sowie Geschichts- und Kunstwissenschaften steht ein intensiver Austausch über narrative und ästhetische Praktiken, mit denen in Gegenwartsliteratur und -medien (Comics, Filme, Serien, künstlerische Praktiken etc.) Solidarität und Betroffenheit vor dem Hintergrund unterschiedlicher Erinnerungsgemeinschaften konzeptionalisiert werden. Der Workshop richtet sich ausdrücklich sowohl an Wissenschaftler*innen als auch an Studierende der Universität Paderborn und darüber hinaus.

Workshop-Programm:
09:30–09:45h: Begrüßung & Einführung
09:45–11:15h: Slot 1: Materialpräsentation & -diskussionen
mit Beiträgen von Kalina Kupczyńska (Łódź), Olena Petrenko (Bochum) und Anna Maria Spener (Paderborn)
Moderation: Hilde Hoffmann und Véronique Sina
11:15–11:45h: Kaffeepause
11:45–13:15h: Slot 2: Materialpräsentation & -diskussionen
mit Beiträgen von Sebastian Althoff (Paderborn), Hilde Hoffmann (Bochum) und Stephanie Willeke (Paderborn)
Moderation: Kalina Kupczyńska und Véronique Sina
13:15–14:00h: Mittagspause
14:00–15:00h: Slot 3: Materialpräsentation & -diskussionen
mit Beiträgen von Nele Feuring (Flensburg) und Asta von Mandelsloh (Berlin)
Moderation: Kalina Kupczyńska und Anna Maria Spener
15:00–15:15h: Kaffeepause
15:15–16:00: Comic-Projektvorstellung: „Verletzlich. Un/Sicherheit, Anti/Diskriminierung & Konflikt im Hochschulalltag nach dem 7. Oktober 2023“
mit Leslie Gauditz (Hamburg) und Anna Paßlick (Berlin)
Moderation: Véronique Sina
16:00–16:30h: Abschlussdiskussion

Weitere Infos zur Veranstaltung online unter:

Anmeldung und Teilnahme:
Die Teilnahme am Workshop ist ausschließlich nach vorheriger Anmeldung möglich. Zur Anmeldung senden Sie bitte eine formlose eMail mit dem Betreff „Anmeldung Workshop Dimensionen der Betroffenheit“, ggf. institutioneller Anbindung und/oder Funktion an: Sina@tfm.uni-frankfurt.deDeadline für die Anmeldung ist der 15. Juni 2026.
 

Förderung
Die Veranstaltung wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

Veranstaltungsort:
Institut für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft
Universität Paderborn
Warburger Str. 100
33098 Paderborn
Deutschland

Konzeption & Organisation:
Dr. Kalina Kupczyńska| Universität Łódź
Dr. Véronique Sina | Goethe-Universität Frankfurt
Anna Maria Spener, M.A. | Universität Paderborn
Unter Mitwirkung von:
Miriam Maja Brost, B.A. | Goethe-Universität Frankfurt & Ruhr-Universität Bochum

Schlussakkord der Roland Faelske-Stiftung für Comic und Animationsfilm

Termin:
19.06.2026 - 20.06.2026

„Papier Pigment Pinsel : Pixel Prompt Prozessor: Interdisziplinäre Comicforschung im 21. Jahrhundert“

Nach über 15 Jahren wird die Roland Faelske-Stiftung ihr erfolgreiches Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der deutschsprachigen Comicforschung satzungsgemäß zum Jahr 2029 beenden. Die bisher geleistete Förderung wird mit einem ‚Schlussakkord‘ vom 19. – 20. Juni 2026 im Warburg-Haus in Hamburg gewürdigt und zugleich wird ein Ausblick auf die zunehmend interdisziplinäre Comicforschung gegeben.

Mit Beiträgen von Ole Frahm, Astrid Böger, Christina Meyer, Felix Giesa, Lukas R.A. Wilde und Nina Eckhoff-Heindl.

Veranstaltungstext:
„​
Konfrontiert mit digitalen Methoden der Langzeitarchivierung, Erschließung und Erforschung von analogen Comics und Animes als Teil unseres kulturellen Erbes steht die Comicforschung auch im deutschsprachigen Raum heute vor bislang ungeahnten Herausforderungen mit Chancen und Risiken. Wurden mit (semi-)automatisierter algorithmischer Bild- und Textanalyse mithilfe von Künstlicher Intelligenz bereits Experimente in der Forschung gemacht, werden nunmehr auch vermehrt – auf der Basis von sog. Generativer Künstlicher Intelligenz (GenAI) – proprietäre sowie frei verfügbare Open-Source-Werkzeuge für die Gestaltung und Produktion von Comics/Animes bereitgestellt. Dabei liegt die Hauptarbeit der digitalen Erfassung und Erschließung der Comic-Bestände in den deutschen Bibliotheken als auch in privaten Sammlungen noch weitgehend brach. Oftmals sind diese Bestände augenblicklich leider noch nicht einmal in – z.B. standardisierten und öffentlich zugänglichen – Katalogen erfasst. Dieses dringliche Desiderat erlaubt gerade der interdisziplinären Comicforschung erzwungenermaßen eine Denkpause, in der die theoretischen, methodischen, analytischhermeneutischen, ästhetischen, ökonomischen, ökologischen und ethischen Potenziale und Risiken der digitalen Erfassung, Erschließung, Analyse und Generierung mit Verfahren aus den Forschungsgebieten Deep Learning, Distant Reading, Big Data und Cloud Computing in den Vordergrund treten können, bevor uneinholbar Fakten geschaffen werden, die die Zukunft der deutschen Comicforschung tangieren. Anderthalb Jahrzehnte lang hat die Hamburger Roland Faelske-Stiftung die deutschsprachige Comicforschung im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützt und begleitet. Durch die regelmäßige Verleihung des Roland Faelske-Preises für herausragende Dissertationen und Abschlussarbeiten konnte die Stiftung aus der Forschung heraus entstehende Impulse verstärken und in die Forschung zurückspielen. Vor ihrer satzungsgemäßen Auflösung setzt die Roland Faelske-Stiftung nun einen zukunftsweisenden Forschungsimpuls. Nach einem bilanzierenden Rückblick auf die zeitgenössische Comicforschung diskutieren Expertinnen und Experten einschlägiger Disziplinen in einem hochkarätig besetzten Workshop die Perspektiven, Chancen und Risiken einer digitalisierten Comicforschung für die nächste Dekade des 21. Jahrhunderts. Besonderes Augenmerk liegt auf der möglichen Rolle der Künstlichen Intelligenz im Kontext der visuellen Narration und wie diese Technologien neue Perspektiven auf die Bestände, Struktur und Interpretation von Comics eröffnen können. Der Workshop soll mittelfristig auch dazu beitragen, die Verbindung zwischen Comicforschung, Digital Humanities und Künstlicher Intelligenz auszuloten als auch neue fachübergreifende Kooperationen voranzubringen.“

Für den zweiten Veranstaltingsag ist eine Anmeldung bei der Roland Faelske-Stiftung erforderlich: rolandfaelske-stiftung@gmx.net.

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Ausstellung „William Shakespeare ‚The Tempest'“

Die Universitätsbibliothek Regensburg präsentiert in einer virtuellen Ausstellung die Graphic-Novel-Adaption von Shakespeares „The Tempest“, die als Publikation der Bibliothek selbst erschienen ist. Die Zeichnerin Nele Heaslip hat das späte Shakespeare-Stück mit den Mitteln der Graphic Novel neu erschlossen und ließ dabei Shakespeares Originaltext weitgehend ungekürzt, übersetzte ihn aber in eine eigenständige visuelle Inszenierung.
Die Ausstellung dokumentiert den Entstehungsprozess: von der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Stück über den Weg von der Idee zur fertigen Zeichnung bis zu Druck und Publikation. Ergänzt wird dies durch eine Leseprobe, einen Essay zur Graphic Novel als Medium sowie eine Vorstellung der Zeichnerin.
Zur virtuellen Ausstellung.

Einblicke ins Masterseminar „Comics verstehen, denken und erfahren“ (W25/26)

Eine Reflexion von Björn Hochschild (Universität Wien):

„Seit der Veröffentlichung von Nick Sousanis Unflattening (2015)1 — einer Dissertation in Comicform — erhielt die Idee Aufschwung, Comics nicht nur als Gegenstände geisteswissenschaftlicher Forschung zu betrachten, sondern als epistemische Praxis. Wie verändert sich geisteswissenschaftliches Arbeiten und Denken, wenn es maßgeblich von den Formen, Materialitäten und Medialitäten des Comics geprägt ist? Was bedeutet das Arbeiten in Comicform für die Sammlung von Daten, deren Analyse und für die Ergebnispräsentation? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Masterseminar „Comics verstehen, denken und erfahren“ (Wintersemester 2025/26). Dieser Beitrag fasst die didaktische Anlage der Lehrveranstaltung kurz zusammen, präsentiert ausgewählte Ergebnisse aus praktischen Übungen und versammelt eine Auswahl zeichnerischer Abschlussprojekte der Studierenden.“

Übersicht:
Comics als epistemische Praxis?
Praktisches und theoretisches Arbeiten im Seminar
Praktische Übungen: Herantasten ans Zeichnen
Praktische Übungen: Herantasten an die Form des Comics
Praktische Übungen: Annotieren
Teilleistungen: Visuelle Annotation und Abschlussarbeiten
Teilleistungen: Abschlussprojekte
„Wachsfiguren“ von Lara Bozkurt
„Karl Andreas von Bernbrunn“ von Tabea Lachner
„Den Rahmen Sprengen“ von Hannah Phoebe Maule
„Die Funktionen des Rahmens im Comic“ von Levinja Mozina
„Der Rahmen im Comic“ von Stephan Stroblmayr
„BOOM, BANG, POW! — Wenn Comics hörbar werden“ von Annely Petz
„Horrorcomics in the 50s — Featuring Zeitgeist & Graf Ick(!)“ von Jan Schüssler
„Zeitlichkeit in Comics“ von Alexandra Vlaicu
Fußnoten

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Online-Ringvorlesung: „Mehr als Menschen in Panels. Perspektiven der Ökologie, Posthuman, Animal und Plant Studies“

Auch in diesem Sommersemester veranstaltet das Netzwerk „Comicforschung am Rhein“ wieder eine montägliche Online-Ringvorlesung „Aktuelle Fragen der Comicforschung“ an (18:30-20:00 Uhr, vom 13. April bis zum 20. Juli 2026), mit Vortragenden aus Wissenschaft und Praxis. Diesmal steht diese unter dem spannenden Thema „Mehr als Menschen in Panels. Perspektiven der Ökologie, Posthuman, Animal und Plant Studies“.  Anmeldung unter: comicforschung-rhein (ät) uni-koeln.de, ein Link zur Veranstaltung wird per Mail zugeschickt.

Ankündigungstext:

„Die gemeinsam an den Universitäten Bonn, Bochum, Düsseldorf und Köln ausgerichtete interdisziplinäre Ringvorlesung zur Comicforschung wird vom Netzwerk Comicforschung am Rhein organisiert. Interdisziplinäre Beiträge aus der Forschung und Gespräche mit Künstler*innen widmen sich in diesem Sommer der Frage, wie Comics das für unsere Gegenwartsgesellschaften hochaktuelle Thema der Ökologie sowie Perspektiven der Posthuman, Animal und Plant Studies aufgreifen und künstlerisch gestalten.

So thematisieren etwa Comics zur Klimakrise in ökologischen und ökokritischen Perspektiven  die Folgen der Umweltzerstörung oder Ängste und Hoffnungen um Nukleartechnologie. In fiktionalen ebenso wie in dokumentarisch-faktualen Comicerzählungen begegnen wir apokalyptischen, aber auch optimistisch revolutionären Entwürfen. Vor dem Hintergrund einer möglicherweise nicht hinreichend diversifizierten Wahrnehmung der Gegenwart als Anthropozän, also als Zeitalter einer vom Menschen geformten Erde, gilt es den Blick auch auf noch mehr als nur menschliche Akteure zu richten: Auf die Darstellung von tierischen und pflanzlichen Existenzweisen und Subjektivitäten in den Animal und Plant Studies ebenso wie auf die Akteur-Medien-Netzwerke, in denen Menschen mit Werkzeugen von Zeichenstiften bis zu Kommunikationssatelliten, mit Infrastrukturen und Organisationen interagieren, wenn sie Comics entwerfen, produzieren, distribuieren oder lesend betrachten: auch sie gilt es als globale und lokale, zwischen Menschen und nicht-menschlichen Akteuren verteilte Konstellationen ernst zu nehmen.

Im inzwischen fünften Jahr lädt unsere Online-Ringvorlesung Teilnehmende dazu ein, Perspektiven aus verschiedenen Philologien und Kulturwissenschaften, aus der Kunstwissenschaft, Medienwissenschaft und Geschichtswissenschaft, der Philosophie und der Didaktik zu kombinieren und in Diskussionen und Workshops mit Künstler*innen aus der Comicszene und eigenen Essays zu erproben. “

Beiträge:

13.04.26    Stephan Packard / Frederik von Reumont / Joachim Trinkwitz: „Mehr als Menschen in Panels: Zur Einführung“

20.04.26    Frank Leinen: „Doch kein Ende der Welt? Le monde sans fin (Jancovici/Blain) und die Suche nach Antworten auf die Klimakatastrophe“

27.04.26    Nina Eckhoff-Heindl: „Summ Summ Summ. Was uns die Human-Animal-Studies über den Bienenkörper in Comics lehren können“

04.05.26    Tatjana Kasigkeit: „Natur und Kultur in Indigene Feminismen

11.05.26    Judith Kranz (Comickünstlerin): „SOMA – Comiczeichnen als Reflexion gesellschaftlicher Konstrukte in Zeiten der fortschreitenden Ausbeutung von Mensch und Natur“

18.05.26    Bettina Burger: „Making Kin Across the Universe: Menschlich-nichtmenschliche Beziehungen in Shuri: Wakanda Forever und anderen Marvel Comics“

01.06.26    Nicolas Gaspers: „Welcome to the Sixth Mass Extinction! Ökologie und Kritik bei Poison Ivy

08.06.26    Hanna Harms (Comickünstlerin): „Wald ohne Bäume – Darstellung von Auswirkungen menschlichen Handelns auf Wälder“

15.06.26    Frederik von Reumont: „Marvels Godzilla: Ein Lehrbuch zum Umgang mit Naturgewalten?“

22.06.26    Lukas R.A. Wilde: „KI-Figuren im Comic: Imaginationen, Autorisierungen und Interaktionen jenseits des Menschlichen“

29.06.26    Katharina Hülsmann: „Das Nukleare, Mensch & Natur in Katsumata Susumus Teufelsfisch

06.07.26    Frauke Berger (Comickünstlerin): Werkstattgespräch – Die Postapokalypse ist Grün

13.07.26    Christina Becher-Tiessen: „Pflanzen in Text und Bild: Comics Studies meets Cultural Plant Studies“

20.07.26    Susanne Brandt / Joachim Trinkwitz: Schlussdiskussion

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