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Ausstellung Landschaft der Liebe. Motive aus der Graphic Novel „Sudetenlove“

Termin:
15.06.2026 - 16.07.2026

„Ende der 1930er Jahre: Das Sudetenland gleicht einem Pulverfass. Angefacht aus Deutschland, können die nationalen Spannungen in den tschechoslowakischen Grenzgebieten jeden Moment zu einer Eskalation mit ungewissem Ausgang führen. Da lernen sich Hedwig, ein deutsches Mädchen, und Fritz, ein Junge aus einer deutsch-tschechischen Familie, beim Skifahren kennen und verlieben sich schnell ineinander. Hedwigs Vater schickt sie jedoch nach Belgien zu einer Tante. Fritz sieht keine andere Wahl: Er wird ihr folgen – auf dem Fahrrad…“

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Workshop und Lesung: Bilder und Narrative der Solidarität in der postmigrantischen Gesellschaft

Dimensionen der Betroffenheit
Bilder und Narrative der Solidarität in der postmigrantischen Gesellschaft

2./3. Juli 2026
Lesung und interdisziplinärer Workshop an der Universität Paderborn

Ausgangspunkt der Veranstaltung ist die Beobachtung, dass sich in der postmigrantischen Gesellschaft unterschiedliche Erinnerungskulturen wie auch Perspektiven auf gesellschaftliche Konflikte zunehmend überlagern und miteinander in produktive wie konflikthafte Aushandlungsprozesse treten. Ereignisse wie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine oder die globalen Reaktionen auf den 7. Oktober 2023 haben diese Konstellationen sichtbar gemacht. In der öffentlichen Debatte zeigt sich, dass Solidarität und Betroffenheit nicht homogen verteilt, sondern an spezifische historische Bezugssysteme, politische Positionierungen und kollektive Selbstverständnisse gebunden sind, wobei konkurrierende Opfer- und Solidaritätsnarrative entstehen. Die seit 2021 geführten Debatten des sogenannten ‚Historikerstreit 2.0‘ bilden für die in der Veranstaltung diskutierten Konstellationen einen zentralen erinnerungspolitischen Kontext. Konzeptionell greift die Veranstaltung zentrale Ansätze der Memory Studies, der Postmigrations- und Solidaritätsforschung sowie der Jüdischen Studien auf. Arbeiten zur postmigrantischen Gesellschaft (u.a. Naika Foroutan, Erol Yıldız) gehen etwa davon aus, dass Solidarität heute häufig nicht mehr primär entlang stabiler Gruppenidentitäten organisiert ist, sondern auf geteilten politischen Haltungen oder Wahrnehmungen gesellschaftlicher Ungleichheit beruht. In diesem Zusammenhang wird von postmigrantischen Allianzen oder involvierter Solidarität gesprochen, womit Formen kollektiven Handelns gemeint sind, die über biografische Zugehörigkeiten hinaus entstehen. Gleichzeitig liefern Ansätze der Erinnerungsforschung wichtige Instrumente, um Konflikte, aber auch Überschneidungen zwischen unterschiedlichen Erinnerungsgemeinschaften zu analysieren. Dazu zählen etwa Michael Rothbergs Konzept des ‚multidirektionalen Erinnerns‘, Marianne Hirschs Begriff der ‚Postmemory‘ sowie Arbeiten der Cultural Memory Studies (u.a. Pierre Nora, Astrid Erll). Aus Perspektive der Jüdischen Studien sind Arbeiten relevant, die jüdische Gegenwart in Europa als durch sowohl spezifische erinnerungspolitische Erwartungen wie auch konflikthafte Zugehörigkeitsordnungen geprägt analysieren (u.a. Y. Michal Bodemann, Hannah Tzuberi, Max Czollek).
Die Veranstaltung ist Teil des DFG-geförderten Forschungsprojekts „Queering Jewishness – Jewish Queerness. Diskursive Inszenierungen von Geschlecht und ‚jüdischer Differenz‘ in (audio-)visuellen Medien“ am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt.

Lesung mit Dana von Suffrin und Ronya Othmann
 
Donnerstag, 2. Juli 2026
ab 18.00 Uhr in Hörsaal G
Zum Auftakt der Veranstaltung findet am 2. Juli 2026 um 18.00 Uhr eine öffentliche Lesung der beiden Gegenwartsautorinnen Ronya Othmann und Dana von Suffrin mit anschließender Diskussion statt.
Workshop
 
Freitag, 3. Juli 2026
IBZ im Jenny-Aloni-Haus
Im Zentrum des diskussionsorientierten Workshops mit geladenen Wissenschaftler*innen aus den Film- und Medienwissenschaften, Literatur- und Kulturwissenschaften sowie Geschichts- und Kunstwissenschaften steht ein intensiver Austausch über narrative und ästhetische Praktiken, mit denen in Gegenwartsliteratur und -medien (Comics, Filme, Serien, künstlerische Praktiken etc.) Solidarität und Betroffenheit vor dem Hintergrund unterschiedlicher Erinnerungsgemeinschaften konzeptionalisiert werden. Der Workshop richtet sich ausdrücklich sowohl an Wissenschaftler*innen als auch an Studierende der Universität Paderborn und darüber hinaus.

Workshop-Programm:
09:30–09:45h: Begrüßung & Einführung
09:45–11:15h: Slot 1: Materialpräsentation & -diskussionen
mit Beiträgen von Kalina Kupczyńska (Łódź), Olena Petrenko (Bochum) und Anna Maria Spener (Paderborn)
Moderation: Hilde Hoffmann und Véronique Sina
11:15–11:45h: Kaffeepause
11:45–13:15h: Slot 2: Materialpräsentation & -diskussionen
mit Beiträgen von Sebastian Althoff (Paderborn), Hilde Hoffmann (Bochum) und Stephanie Willeke (Paderborn)
Moderation: Kalina Kupczyńska und Véronique Sina
13:15–14:00h: Mittagspause
14:00–15:00h: Slot 3: Materialpräsentation & -diskussionen
mit Beiträgen von Nele Feuring (Flensburg) und Asta von Mandelsloh (Berlin)
Moderation: Kalina Kupczyńska und Anna Maria Spener
15:00–15:15h: Kaffeepause
15:15–16:00: Comic-Projektvorstellung: „Verletzlich. Un/Sicherheit, Anti/Diskriminierung & Konflikt im Hochschulalltag nach dem 7. Oktober 2023“
mit Leslie Gauditz (Hamburg) und Anna Paßlick (Berlin)
Moderation: Véronique Sina
16:00–16:30h: Abschlussdiskussion

Weitere Infos zur Veranstaltung online unter:

Anmeldung und Teilnahme:
Die Teilnahme am Workshop ist ausschließlich nach vorheriger Anmeldung möglich. Zur Anmeldung senden Sie bitte eine formlose eMail mit dem Betreff „Anmeldung Workshop Dimensionen der Betroffenheit“, ggf. institutioneller Anbindung und/oder Funktion an: Sina@tfm.uni-frankfurt.deDeadline für die Anmeldung ist der 15. Juni 2026.
 

Förderung
Die Veranstaltung wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

Veranstaltungsort:
Institut für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft
Universität Paderborn
Warburger Str. 100
33098 Paderborn
Deutschland

Konzeption & Organisation:
Dr. Kalina Kupczyńska| Universität Łódź
Dr. Véronique Sina | Goethe-Universität Frankfurt
Anna Maria Spener, M.A. | Universität Paderborn
Unter Mitwirkung von:
Miriam Maja Brost, B.A. | Goethe-Universität Frankfurt & Ruhr-Universität Bochum

Schlussakkord der Roland Faelske-Stiftung für Comic und Animationsfilm

Termin:
19.06.2026 - 20.06.2026

„Papier Pigment Pinsel : Pixel Prompt Prozessor: Interdisziplinäre Comicforschung im 21. Jahrhundert“

Nach über 15 Jahren wird die Roland Faelske-Stiftung ihr erfolgreiches Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der deutschsprachigen Comicforschung satzungsgemäß zum Jahr 2029 beenden. Die bisher geleistete Förderung wird mit einem ‚Schlussakkord‘ vom 19. – 20. Juni 2026 im Warburg-Haus in Hamburg gewürdigt und zugleich wird ein Ausblick auf die zunehmend interdisziplinäre Comicforschung gegeben.

Mit Beiträgen von Ole Frahm, Astrid Böger, Christina Meyer, Felix Giesa, Lukas R.A. Wilde und Nina Eckhoff-Heindl.

Veranstaltungstext:
„​
Konfrontiert mit digitalen Methoden der Langzeitarchivierung, Erschließung und Erforschung von analogen Comics und Animes als Teil unseres kulturellen Erbes steht die Comicforschung auch im deutschsprachigen Raum heute vor bislang ungeahnten Herausforderungen mit Chancen und Risiken. Wurden mit (semi-)automatisierter algorithmischer Bild- und Textanalyse mithilfe von Künstlicher Intelligenz bereits Experimente in der Forschung gemacht, werden nunmehr auch vermehrt – auf der Basis von sog. Generativer Künstlicher Intelligenz (GenAI) – proprietäre sowie frei verfügbare Open-Source-Werkzeuge für die Gestaltung und Produktion von Comics/Animes bereitgestellt. Dabei liegt die Hauptarbeit der digitalen Erfassung und Erschließung der Comic-Bestände in den deutschen Bibliotheken als auch in privaten Sammlungen noch weitgehend brach. Oftmals sind diese Bestände augenblicklich leider noch nicht einmal in – z.B. standardisierten und öffentlich zugänglichen – Katalogen erfasst. Dieses dringliche Desiderat erlaubt gerade der interdisziplinären Comicforschung erzwungenermaßen eine Denkpause, in der die theoretischen, methodischen, analytischhermeneutischen, ästhetischen, ökonomischen, ökologischen und ethischen Potenziale und Risiken der digitalen Erfassung, Erschließung, Analyse und Generierung mit Verfahren aus den Forschungsgebieten Deep Learning, Distant Reading, Big Data und Cloud Computing in den Vordergrund treten können, bevor uneinholbar Fakten geschaffen werden, die die Zukunft der deutschen Comicforschung tangieren. Anderthalb Jahrzehnte lang hat die Hamburger Roland Faelske-Stiftung die deutschsprachige Comicforschung im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützt und begleitet. Durch die regelmäßige Verleihung des Roland Faelske-Preises für herausragende Dissertationen und Abschlussarbeiten konnte die Stiftung aus der Forschung heraus entstehende Impulse verstärken und in die Forschung zurückspielen. Vor ihrer satzungsgemäßen Auflösung setzt die Roland Faelske-Stiftung nun einen zukunftsweisenden Forschungsimpuls. Nach einem bilanzierenden Rückblick auf die zeitgenössische Comicforschung diskutieren Expertinnen und Experten einschlägiger Disziplinen in einem hochkarätig besetzten Workshop die Perspektiven, Chancen und Risiken einer digitalisierten Comicforschung für die nächste Dekade des 21. Jahrhunderts. Besonderes Augenmerk liegt auf der möglichen Rolle der Künstlichen Intelligenz im Kontext der visuellen Narration und wie diese Technologien neue Perspektiven auf die Bestände, Struktur und Interpretation von Comics eröffnen können. Der Workshop soll mittelfristig auch dazu beitragen, die Verbindung zwischen Comicforschung, Digital Humanities und Künstlicher Intelligenz auszuloten als auch neue fachübergreifende Kooperationen voranzubringen.“

Für den zweiten Veranstaltingsag ist eine Anmeldung bei der Roland Faelske-Stiftung erforderlich: rolandfaelske-stiftung@gmx.net.

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Ausstellung „William Shakespeare ‚The Tempest'“

Die Universitätsbibliothek Regensburg präsentiert in einer virtuellen Ausstellung die Graphic-Novel-Adaption von Shakespeares „The Tempest“, die als Publikation der Bibliothek selbst erschienen ist. Die Zeichnerin Nele Heaslip hat das späte Shakespeare-Stück mit den Mitteln der Graphic Novel neu erschlossen und ließ dabei Shakespeares Originaltext weitgehend ungekürzt, übersetzte ihn aber in eine eigenständige visuelle Inszenierung.
Die Ausstellung dokumentiert den Entstehungsprozess: von der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Stück über den Weg von der Idee zur fertigen Zeichnung bis zu Druck und Publikation. Ergänzt wird dies durch eine Leseprobe, einen Essay zur Graphic Novel als Medium sowie eine Vorstellung der Zeichnerin.
Zur virtuellen Ausstellung.

Einblicke ins Masterseminar „Comics verstehen, denken und erfahren“ (W25/26)

Eine Reflexion von Björn Hochschild (Universität Wien):

„Seit der Veröffentlichung von Nick Sousanis Unflattening (2015)1 — einer Dissertation in Comicform — erhielt die Idee Aufschwung, Comics nicht nur als Gegenstände geisteswissenschaftlicher Forschung zu betrachten, sondern als epistemische Praxis. Wie verändert sich geisteswissenschaftliches Arbeiten und Denken, wenn es maßgeblich von den Formen, Materialitäten und Medialitäten des Comics geprägt ist? Was bedeutet das Arbeiten in Comicform für die Sammlung von Daten, deren Analyse und für die Ergebnispräsentation? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Masterseminar „Comics verstehen, denken und erfahren“ (Wintersemester 2025/26). Dieser Beitrag fasst die didaktische Anlage der Lehrveranstaltung kurz zusammen, präsentiert ausgewählte Ergebnisse aus praktischen Übungen und versammelt eine Auswahl zeichnerischer Abschlussprojekte der Studierenden.“

Übersicht:
Comics als epistemische Praxis?
Praktisches und theoretisches Arbeiten im Seminar
Praktische Übungen: Herantasten ans Zeichnen
Praktische Übungen: Herantasten an die Form des Comics
Praktische Übungen: Annotieren
Teilleistungen: Visuelle Annotation und Abschlussarbeiten
Teilleistungen: Abschlussprojekte
„Wachsfiguren“ von Lara Bozkurt
„Karl Andreas von Bernbrunn“ von Tabea Lachner
„Den Rahmen Sprengen“ von Hannah Phoebe Maule
„Die Funktionen des Rahmens im Comic“ von Levinja Mozina
„Der Rahmen im Comic“ von Stephan Stroblmayr
„BOOM, BANG, POW! — Wenn Comics hörbar werden“ von Annely Petz
„Horrorcomics in the 50s — Featuring Zeitgeist & Graf Ick(!)“ von Jan Schüssler
„Zeitlichkeit in Comics“ von Alexandra Vlaicu
Fußnoten

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Online-Ringvorlesung: „Mehr als Menschen in Panels. Perspektiven der Ökologie, Posthuman, Animal und Plant Studies“

Auch in diesem Sommersemester veranstaltet das Netzwerk „Comicforschung am Rhein“ wieder eine montägliche Online-Ringvorlesung „Aktuelle Fragen der Comicforschung“ an (18:30-20:00 Uhr, vom 13. April bis zum 20. Juli 2026), mit Vortragenden aus Wissenschaft und Praxis. Diesmal steht diese unter dem spannenden Thema „Mehr als Menschen in Panels. Perspektiven der Ökologie, Posthuman, Animal und Plant Studies“.  Anmeldung unter: comicforschung-rhein (ät) uni-koeln.de, ein Link zur Veranstaltung wird per Mail zugeschickt.

Ankündigungstext:

„Die gemeinsam an den Universitäten Bonn, Bochum, Düsseldorf und Köln ausgerichtete interdisziplinäre Ringvorlesung zur Comicforschung wird vom Netzwerk Comicforschung am Rhein organisiert. Interdisziplinäre Beiträge aus der Forschung und Gespräche mit Künstler*innen widmen sich in diesem Sommer der Frage, wie Comics das für unsere Gegenwartsgesellschaften hochaktuelle Thema der Ökologie sowie Perspektiven der Posthuman, Animal und Plant Studies aufgreifen und künstlerisch gestalten.

So thematisieren etwa Comics zur Klimakrise in ökologischen und ökokritischen Perspektiven  die Folgen der Umweltzerstörung oder Ängste und Hoffnungen um Nukleartechnologie. In fiktionalen ebenso wie in dokumentarisch-faktualen Comicerzählungen begegnen wir apokalyptischen, aber auch optimistisch revolutionären Entwürfen. Vor dem Hintergrund einer möglicherweise nicht hinreichend diversifizierten Wahrnehmung der Gegenwart als Anthropozän, also als Zeitalter einer vom Menschen geformten Erde, gilt es den Blick auch auf noch mehr als nur menschliche Akteure zu richten: Auf die Darstellung von tierischen und pflanzlichen Existenzweisen und Subjektivitäten in den Animal und Plant Studies ebenso wie auf die Akteur-Medien-Netzwerke, in denen Menschen mit Werkzeugen von Zeichenstiften bis zu Kommunikationssatelliten, mit Infrastrukturen und Organisationen interagieren, wenn sie Comics entwerfen, produzieren, distribuieren oder lesend betrachten: auch sie gilt es als globale und lokale, zwischen Menschen und nicht-menschlichen Akteuren verteilte Konstellationen ernst zu nehmen.

Im inzwischen fünften Jahr lädt unsere Online-Ringvorlesung Teilnehmende dazu ein, Perspektiven aus verschiedenen Philologien und Kulturwissenschaften, aus der Kunstwissenschaft, Medienwissenschaft und Geschichtswissenschaft, der Philosophie und der Didaktik zu kombinieren und in Diskussionen und Workshops mit Künstler*innen aus der Comicszene und eigenen Essays zu erproben. “

Beiträge:

13.04.26    Stephan Packard / Frederik von Reumont / Joachim Trinkwitz: „Mehr als Menschen in Panels: Zur Einführung“

20.04.26    Frank Leinen: „Doch kein Ende der Welt? Le monde sans fin (Jancovici/Blain) und die Suche nach Antworten auf die Klimakatastrophe“

27.04.26    Nina Eckhoff-Heindl: „Summ Summ Summ. Was uns die Human-Animal-Studies über den Bienenkörper in Comics lehren können“

04.05.26    Tatjana Kasigkeit: „Natur und Kultur in Indigene Feminismen

11.05.26    Judith Kranz (Comickünstlerin): „SOMA – Comiczeichnen als Reflexion gesellschaftlicher Konstrukte in Zeiten der fortschreitenden Ausbeutung von Mensch und Natur“

18.05.26    Bettina Burger: „Making Kin Across the Universe: Menschlich-nichtmenschliche Beziehungen in Shuri: Wakanda Forever und anderen Marvel Comics“

01.06.26    Nicolas Gaspers: „Welcome to the Sixth Mass Extinction! Ökologie und Kritik bei Poison Ivy

08.06.26    Hanna Harms (Comickünstlerin): „Wald ohne Bäume – Darstellung von Auswirkungen menschlichen Handelns auf Wälder“

15.06.26    Frederik von Reumont: „Marvels Godzilla: Ein Lehrbuch zum Umgang mit Naturgewalten?“

22.06.26    Lukas R.A. Wilde: „KI-Figuren im Comic: Imaginationen, Autorisierungen und Interaktionen jenseits des Menschlichen“

29.06.26    Katharina Hülsmann: „Das Nukleare, Mensch & Natur in Katsumata Susumus Teufelsfisch

06.07.26    Frauke Berger (Comickünstlerin): Werkstattgespräch – Die Postapokalypse ist Grün

13.07.26    Christina Becher-Tiessen: „Pflanzen in Text und Bild: Comics Studies meets Cultural Plant Studies“

20.07.26    Susanne Brandt / Joachim Trinkwitz: Schlussdiskussion

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Ausstellung Vorbilder mit zwei Gesichtern: Superhelden aus dem DC- und Marvel-Universum

Termin:
28.03.2026 - 13.09.2026

Auf eine neue Sonderausstellung im Erika-Fuchs-Haus – Museum für Comic und Sprachkunst in Schwarzenbach an der Saale möchten wir hinweisen: „Vorbilder mit zwei Gesichtern: Superhelden aus dem DC- und Marvel-Universum“ ist vom 28. März bis 13. September 2026 zu sehen.

Superman, Spider-Man, Hulk, Batman, Wonder Woman und Iron Man kämpfen seit mehr als 60 Jahren gegen das Böse – zugleich aber auch gegen ihre eigenen inneren Dämonen. Die Ausstellung beleuchtet diese zwei Gesichter der (Anti-)Held:innen: übermenschliche Fähigkeiten auf der einen, menschliche Schwächen auf der anderen Seite. Zu sehen sind originale Bleistift- und Tuschezeichnungen, Aquarelle, Vintage-Comics sowie Actionfiguren aus der Sammlung des Kurators Michael Kompa.

Die Vernissage findet am Freitag, 27. März 2026, um 19 Uhr statt. Museumsleiterin Joanna Straczowski und Kurator Michael Kompa werden einführende Worte zur Ausstellung sprechen. Ein besonderer Anlass begleitet die Eröffnung: Am selben Tag wird der 125. Geburtstag des Disney-Künstlers Carl Barks gefeiert, dessen Donald-Duck-Comics durch Erika Fuchs ins Deutsche übertragen wurden. Eine Kuratorenführung mit Michael Kompa findet am 28. März 2026 von 15:00 bis 16:30 Uhr statt.

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Closure #12 erschienen!

Mit großer Freude präsentieren wir die zwölfte Ausgabe von CLOSURE Kieler Journal für Comicforschung.
Mit dem Thema »Queer Comics« widmen wir uns queerer Repräsentation in verschiedenen Comic-Kulturen – von queeren Figuren, Formen und Narrativen über intersektionale Identitäten bis hin zu den medienspezifischen Möglichkeiten des Comics, Geschlecht und Sexualität visuell darzustellen (mit Beiträgen von u.a. Marina Rauchenbacher und Janek Scholz).

Viel Spaß bei der Lektüre – hier geht’s zur Ausgabe:

https://www.closure.uni-kiel.de/closure12/ueber

Dank an Noelle Kröger aus Hamburg für das wunderbare Cover!

Zur Einführung:

„Die Bildsprache des Comics bietet einzigartige Möglichkeiten, Geschlecht und Sexualität visuell darzustellen. Farben, Formen und Stile können eingesetzt werden, um genderfluide oder non-binäre Figuren und ihr Erleben zu repräsentieren. Medienspezifische Leerstellen verweigern sich einer fixierten und normierten Determinierung. Bereits auf formaler Ebene können Comic-Künstler_innen die Sequenzierung von Panels, Zeichen und Erzählsträngen experimentell umstellen, um non-lineare Erzählstrukturen zu schaffen und so diverse Identitäten in queeren Erzählungen widerzuspiegeln.

Während wir beim Lesen von Comics die Lücken zwischen den Panels schließen, bleiben diese entscheidend sichtbar und präsent – eine Verweigerung der Kontinuität, die queere Comics aufgegriffen haben, um »queere Zeitlichkeiten« (Halberstam) außerhalb normativer Zeitvorstellungen zu suggerieren.

Comics fordern von Leser_innen, aktiv an der Interpretation teilzunehmen, da sie nicht nur die Handlung verfolgen, sondern auch die visuellen Informationen interpretieren müssen. Diese Interaktivität ermöglicht es queeren Geschichten, subversiver zu sein, indem sie visuelle Andeutungen oder symbolische Darstellungen nutzen, die nur durch aktive Auseinandersetzung mit dem Comic erfasst werden. »Die Phänomenologie ist schließlich voller queerer Momente, Momente der Desorientierung« (Ahmed). Ausgehend von dieser Einsicht stellt sich die Frage: Wie stört und verändert die Medienphänomenologie der Comics unsere Wahrnehmung und Interpretation von Identitäten und Beziehungen?

Während zuerst vor allem die Gay Community seit den 1950ern in Publikationen von unabhängigen Verlagen oder im Selbstverlag thematisiert wurde, erweiterte sich die Szene durch u. a. die Stonewall riots von 1969 (Hall 2012). Queere Themen fanden ihren Ausdruck in Underground Comix. Eine Szene mit alternativen Lebensentwürfen schuf sich einen Raum, in dem Geschlechterrollen und Sexualität befragt wurden. Künstler_innen wie Howard Cruse (1944-2019), Herausgeber der Anthologie Gay Comix, brachten explizit queere Geschichten in den Fokus und schufen Raum für LGBTQ+-Narrative, die in Mainstream-Comics noch ein Tabu waren.

Seit den 2000er Jahren haben Webcomics und unabhängige Verlage viel dazu beigetragen, eine noch breitere Vielfalt an queeren Identitäten, Geschlechterrollen und Geschichten in die Comic-Welt zu bringen. In diesen Geschichten geht es nicht nur darum, queere Figuren zu zeigen, sondern sie auch als vollwertige Charaktere zu etablieren, die im Mittelpunkt stehen und deren Identität nicht nur ein Nebenaspekt ist. Sichtbar sind Erzählungen über die queere Erfahrung früh im Bereich der Graphic Medicine, sowohl in aktivistischer und autobiografischer Form als auch zur gezielten gesundheitlichen Aufklärung (etwa Marbles von Ellen Forney 2012, Taking Turns von MK Czerwiec 2014 oder Pregnant Butch von A.K. Summers 2014).

Im Mainstream wurden queere Figuren seit Ende des 20. Jahrhunderts zunehmend sichtbar, oft allerdings nur als Nebenfiguren oder in metaphorischen Kontexten. Aber auch dieser Umgang verändert sich. Ein Beispiel hierfür sind die Young Avengers, deren Charaktere Wiccan, Hulkling und America Chavez seit ihrem Einzug in das Universum 2005 zu den ersten prominenten LGBTQ+-Figuren bei Marvel gehören. Diese Comics fordern sowohl gesellschaftliche Normen als auch Comic-Konventionen heraus, indem sie Queerness und Erzählungen ins Bild setzen. Ein Verständnis ihrer Wirkung erfordert die Untersuchung der Werke und der sie umgebenden Gemeinschaften.

CLOSURE #12 versammelt Beiträge, die queere Repräsentation in verschiedenen Comic-Kulturen erforschen und dabei Schnittpunkte mit queeren Figuren, Formen und Narrativen untersuchen.“