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Symposium “Stories of Bubbles: Fukidashi and Yōkai in Japan”

Stories of Bubbles: Fukidashi and Yōkai in Japan
International one-day symposium
Saturday, October 17th, 2026

Veranstaltungstext:

„The presence of images in works produced in Japan during the Edo period is a well-known fact. It was precisely these images that attracted the attention of the few Western observers present in the archipelago during this period, and illustrated works with a didactic purpose (encyclopaedias, maps, etc.) and/or dealing with ‘technical’ subjects, occupied an important place among the first collections of Japanese books brought back to Europe. The presence of the image alongside the text is evidence of the coexistence of different ways of transmitting information within the book. Many questions can be risen: Does the text stand on its own? What is the role of the image in the page, the double page or even the book as a whole? How do the text and the image complete each other? Do images obey to certain visual codes, and if so, which ones? The aim of this project is to provide a framework for several working groups to examine the status of images in books from a variety of angles. The ‘image’ analysed could be, depending on the case, an ‘illustration’ – a notion that is itself open to questioning – or diagrams and charts accompanying the text. By considering all the dimensions of the book ‘ecosystem’, we will also be looking at the general structure of books and the way in which textual and visual devices contribute to the transmission of knowledge.“

Program:

09:30-10:00. Welcome coffee

10:00-10:30. Matthias Hayek (École Pratique des Hautes Études-PSL). “Bubbly Encounters with the Weird: Fukidashi in the Representation of Yōkai in Edo Printed Books”

10:30-11:00. Nicolas Mollard (Inalco). “Vengeful Spirit, Divine Spirit: Representing Female

Afterlives in the Hakkenden”

11:00-11:30. Jaqueline Berndt (Stockholm University). ”Yōkai Fluidity and Manga Aesthetics”

11:30-12:00. Q&A

 The event will be held in person with a virtual attendance option. Contact (information and Zoom link: marianne.simon-oikawa@u-pariscite.fr) Event organized with the support of the East Asian Civilizations Research Centre CRCAO (CNRS, Collège de France, EPHE-PSL, UPC)

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Verkündung der Preisträgerin des Martin Schüwer-Publikationspreises 2026

Wir freuen uns, die Preisträger*innen des achten Martin-Schüwer-Publikationspreises für herausragende Comicforschung 2026 verkünden zu dürfen!

Die Gesellschaft für Comicforschung (ComFor) und die AG Comicforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) haben im Jahr 2026 zum achten Mal den Martin-Schüwer-Publikationspreis für herausragende Comicforschung vergeben. Der Preis wird seit 2019 jährlich verliehen. Er fördert Wissenschaftler*innen, die, unabhängig von ihrem Lebensalter, noch keine unbefristete akademische Anstellung innehaben. Mit der Auszeichnung herausragender Veröffentlichungen aus dem Bereich der interdisziplinären Comicforschung soll der Publikationspreis zur nachhaltigen Sichtbarmachung, Förderung und Vermittlung comicbezogener Forschungsarbeit beitragen.

Der Preis ist nach dem 2013 viel zu früh verstorbenen Anglisten und Comicforscher Martin Schüwer benannt. Seine vor 18 Jahren erschienene Dissertation Wie Comics erzählen (2008) hat Neuland für die narratologische Comicforschung erschlossen und ist zu einem Standardwerk der deutschsprachigen Comicforschung geworden. Mit dieser und seinen weiteren Arbeiten zu Comics sowie zur Didaktik der englischsprachigen Literatur hat Martin Schüwer Maßstäbe für die Exzellenz, die Zugänglichkeit und die Reichweite gesetzt, die Publikationen in unseren Fächern erreichen können. Als Comicforscher wie als Mensch zeichnete er sich durch seine interessierte und offene Art im Umgang mit anderen aus. Gemeinsam, im Austausch und im Abgleich mit anderen wollte er sein Fach weiterbringen. Diesen Zielen widmen wir den Preis in seinem Namen.

In diesem Jahr wird der Preis verliehen an  Lara Rößig für „‚Go West, Young Duck‘—Renegotiating the Myth of the American Frontier in a Scrooge McDuck Comic Book“. Der Artikel ist im Journal Amerikastudien / American Studies 70.2 (2025): S.171–195 erschienen und ist frei verfügbar im Open Access frei verfügbar. Stellvertretend für die ComFor und die AG Comicforschung gratuliert die diesjährige Jury Lara Rößig sehr herzlich und freut sich, diese Arbeit mit dem Martin-Schüwer-Publikationspreis für herausragende Comicforschung 2026 auszeichnen zu dürfen!

Eine Lobende Erwähnung wird zudem vergeben an  Emmy Waldman für ihren Aufsatz „OXO, Spiegelman: Tic-Tac-Toe and the Art of Losing“, veröffentlicht in Contemporary Literature 66.2 (2025): S. 241–280.

Laudatio für Lara Rößig

Der Aufsatz von Lara Rößig überzeugt durch eine präzise, theoriegeleitete und zugleich materialnahe Analyse der kulturellen Konstruktion des Mythos des US-amerikanischen Westens. Besonders gelungen ist ihre Darlegung, auf welche Weise dieser Mythos in unterschiedlichen medialen Formen, von Dime Novels über Wild-West-Shows bis zum Hollywoodfilm, zirkuliert und im Comic The Life and Times of Scrooge McDuck produktiv verarbeitet wird. Dabei verbindet sie die Analyse des Comics überzeugend mit einem eigenständig geführten Interview mit Don Rosa und erschließt so die Bedeutung des Werks in einem erweiterten kulturellen und medialen Zusammenhang.

Ein zentraler Vorzug der Arbeit liegt in der sorgfältigen Verschränkung von Bild-, Text- und Übersetzungsanalyse. So macht Rößig etwa an der Verschiebung von „cowboy“ im englischen Original zu „Rinderbaron“ in der deutschen Übersetzung sichtbar, wie unterschiedlich der Cowboy-Mythos in den jeweiligen kulturellen Kontexten gerahmt wird und dass Übersetzung hier nicht bloß Übertragung, sondern selbst ein Ort kultureller Bedeutungsverschiebung ist. Auch Landschaftsdarstellungen, Wetterstimmungen, filmische Zitate – etwa die Anspielung auf High Noon in der Konfrontationsszene in Johannesburg – und nachgestellte Motive analysiert Rößig mit großer Genauigkeit und macht so nachvollziehbar, wie diese Elemente zur Konstruktion einer spezifischen West-Erzählung beitragen.

Überzeugend ist zudem der reflektierte Umgang mit dem Begriff des Mythos: Im Rückgriff auf Segal, Blumenberg, Mason und Slotkin nutzt Rößig ihn nicht als bloßes Schlagwort, sondern als analytisches Instrument, um die Verknüpfung von Landschaft, Erzählung, Wertordnungen und kultureller Imagination zu untersuchen. Dadurch zeigt der Aufsatz sehr anschaulich, wie Comics Landschaften nicht nur darstellen, sondern mit Normen, Vorstellungen und historischen Zuschreibungen aufladen können. Gerade in dieser Verbindung von Mythos, Nostalgie und medialer Vermittlung liegt die besondere Stärke der Arbeit.

Darüber hinaus ist hervorzuheben, dass der Aufsatz eine klare Position gegenüber einem stark kanonisierten und vielbeachteten Werk der Comicgeschichte einnimmt, ohne in Verehrung oder pauschale Kritik zu verfallen. Die Einbindung von Don Rosas eigenen Aussagen erfolgt dabei nicht illustrativ, sondern als integraler Bestandteil einer differenzierten Argumentation. Dabei benennt Rößig auch unmissverständlich, dass die nostalgische Wiederbelebung des Westens die Affirmation siedlerkolonialer Ideologien einschließt und damit eine Spannung zwischen Faszination und Kritik erzeugt, die der Aufsatz produktiv offenhält.

Insgesamt handelt es sich um eine argumentativ dichte und methodisch reflektierte Studie, die durch ihre Genauigkeit, ihre Medienkompetenz und ihre interpretatorische Klarheit hervorsticht. Sie zeigt in bemerkenswerter Weise, wie Comics als komplexe kulturelle Artefakte gelesen werden können, in denen sich Mythos, Bild, Text und Übersetzung wechselseitig durchdringen.

Laudatio für Emmy Waldman

Emmy Waldman hat mit „OXO, Spiegelman: Tic-Tac-Toe and the Art of Losing“ einen äußerst innovativen und interdisziplinären Artikel verfasst. Es handelt sich um einen sehr komplexen und dichten Ansatz, der mit einer einseitigen Zeichnung von Art Spiegelman beginnt und Einblicke in das Leben des Autors, dessen künstlerischen Ansatz sowie die kulturellen Bedeutungen von Tic-Tac-Toe gewährt, um nur einige zu nennen, und schließlich zu psychoanalytischen und philosophischen Überlegungen zum Thema „Verlieren“ führt. Dieser Ansatz und der Artikel sind nicht nur äußerst innovativ, sondern zeugen auch von der Fachkompetenz und der interdisziplinären Meisterschaft der Autorin, die sich, von der Comicforschung ausgehend, vielfältigen weiteren Richtungen und disziplinären Ansätzen öffnet. Besonders hervorzuheben ist der methodische Ansatz des Künstlers, ein Skizzenbuchmotiv als Ausgangspunkt für die Entwicklung einer fundierten, interdisziplinären Theorie zu nutzen.

Jury des Martin-Schüwer-Preises 2026
Iris Haist
Mario Faust-Scalisi
Frederik von Reumont
Laura Glötter
Charlotte J. Fabricius

Veranstaltungsreihe Bremen: „Geschichte Erinnern – Die Shoa in Comics.“

Termin:
03.09.2026 - 03.10.2026

Das Kulturbüro Bremen veranstaltet von 03.09.2026 – 03.10.2026 eine Ausstellung zum Thema „Geschichte Erinnern – Die Shoa in Comics“ mit zahlreichen interessanten Rahmenveranstaltungen. Kommende Woche ist noch ein Panel-Gespräch zum Thema „Chancen und Grenzen des Comics als politisches Medium“ mit Dr. Veronique Sina (Frankfurt a.M.) und Jan-Paul Koopmann (HB) zu besuchen:

Geschichte Erinnern – Die Shoa in Comics.
Eine Ausstellung mit Bahoe Books aus Wien
Dauer: 03.09.2026 – 03.10.2026
Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag: 16 -19 Uhr, Samstag 14 bis 17 Uhr
Ort: Raum404, Nicolaistraße 34/36, 20195 Bremen
Programm
  • 03.09.2026, 19 Uhr, Raum404, Nicolaistraße 34/36: Vernissage: Geschichte Erinnern. Holocaust und die Shoa in Comics.
  • 30.09.2026, 19 Uhr, Raum404, Nicolaistraße 34/36: Panel-Gespräch: Chancen und Grenzen des Comics als politisches Medium. Mit Dr. Veronique Sina (Frankfurt a.M.) und Jan-Paul Koopmann (HB)
Ankündigungstext:
„Auch an der Comicwelt zieht die Gesellschaftliche Entwicklung nicht spurlos vorüber. Der 7. Oktober und der sich immer schamloser öffentlich zeigende Antisemitismus hat uns dazu bewogen, uns mit dem Blick der Comicwelt auf die Shoa zu beschäftigen. Der Verlag bahoe books aus Wien hat innerhalb seiner Ausrichtung auf historische und gesellschaftspolitische Comics einen Schwerpunkt auf Comics zu jüdischer Kultur und zum Holocaust. Wir freuen uns daher eine Auswahl der Comics dem Bremer Publikum im Raum404 präsentieren zu können.
Mit dieser Ausstellung verknüpfen wir von Kulturnetz e.V. unsere Expertise im Bereich Comics mit einer Positionierung in der aktuellen gesellschaftlichen Situation. Die Ausstellung beleuchtet Comics als künstlerisches Genre, nimmt Comics aber auch als Ort wahr, an dem und in dem gesellschaftlich relevante Diskussionen geführt werden. Wir betrachten einerseits das Genre an sich und nehmen und die genreinternen Entwicklungen und Fragen in den Blick. Auf der anderen Seite sehen wir das Genre Comic als narratives Medium. Damit ist es Teil des diskursiven Raums, in dem es um die Inhalte geht. Die präsentierten Comics beschäftigen sich mit der Geschichte des Holocaust und liefern damit einen Mosaikstein für die Geschichte des Staats Israel und seiner Entstehung. Sie erhellen aber auch den Hintergrund für jüdisches Leben in Deutschland und Europa. Zudem zeigen sie Mechanismen des Antisemitismus, die für das Verständnis der heutigen Situation nützlich sein können.“

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Symposium zu Walter Moers in Chemnitz

Termin:
08.10.2026 - 10.10.2026

Vom 8. bis zum 10. Oktober wird in Chemnitz eine Veranstaltungsreihe zu Walter Moers stattfinden, veranstaltet von der TU Chemnitz in Kooperation mit der Stadtbibliothek.

8.10.2026, Podiumsdiskussion:
„Zwischen Blaubär und Mythenmetz“
mit Wolfgang Ferchl (Lektor von W. Moers) &  Christine Vogt (Ludwigsgalerie Schloss Oberhausen)
Die Veranstaltung ist auch als Live-Stream zu verfolgen

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9.-10.10.2026, Tagung:
„‚Ein Leben beginnt gewöhnlich mit der Geburt – meins nicht.‘ Identitätssuche und -konstitution bei Walter Moers“

Wissenschaftliche Tagung auf dem Garagen-Campus der TU Chemitz,
Ausgerichtet von der Professur Deutsche Literatur- und Sprachgeschichte des Mittelalters und der Frühen Neuzeit sowie der Professur Neuere Deutsche und Vergleichende Literaturwissenschaft

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Neuerscheinung: „Comics and Playfulness“

Comics and Playfulness
Hg. von Kieron Brown und Jan-Noël Thon

De Gruyter
2026
246 Seiten
OPEN ACCESS
ISBN 9-783-1-1223018-3

Mit Beiträgen von u.A. Jan-Noël Thon, Giorgio Busi Rizzi, Lukas Etter und Christina Meyer,

Verlagsankündigung:

„This edited collection offers the first extended study of the manifold interconnections between comics and playfulness. While providing an open and adaptable point of departure for identifying and attributing playfulness across the production, aesthetics, and reception of comics and comics-like works, the book also acknowledges the diverse ways in which both playfulness and comics have been conceptualized and seeks to make productive the tensions within and between these different approaches. To this end, the volume includes contributions from a group of renowned international comics scholars and combines theoretical reflection on both comics and playfulness with detailed analyses of a wide range of case studies across various (analog and digital) comics and related formats, genres, practices, and cultural and historical contexts. Consequently, it marks an innovative contribution to an underexplored area within comics studies. Comics and Playfulness should therefore appeal to researchers and students of both comics studies and game studies, as well as anyone interested in the ever-increasing focus on ludic phenomena in media studies and the humanities more broadly.“

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Von „Oor Wullie“ bis „Doctor Who“ und „Heartstopper“: Anglophone Comics und Graphic Novels an der SUB Göttingen

Gastbeitrag von Dorothea Schuller, Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen)
ORCID: https://orcid.org/0000-0003-2988-7576
Kontakt: schuller@sub.uni-goettingen.de

Comics im Lesesaal der SUB Göttingen

[Foto: Comics im Lesesaal der SUB Göttingen]

Bevor die Rubrik „Bibliotheken & Archive“ auf der ComFor-Webseite Anfang 2026 mit dem Bericht vom DFG-Rundgespräch ‚wiederbelebt‘ wurde, war hier lange ein Beitrag von 2014 als letztes Update zu finden: Am 25. November 2014 wurde die Comic-Sammlung der Bibliothek des John-F.-Kennedy-Instituts in Berlin feierlich eröffnet, zwei Vorträge aus dem Programm (von Daniel Stein und der damaligen Bibliotheksleiterin Julia Mayer) wurden zum Nachlesen veröffentlicht.

Der Vortrag von Julia Mayer endete mit folgendem hoffnungsvollen Ausblick:

„Wie es weitergeht ist noch unklar. Gemeinsam mit der [Niedersächsischen] Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen werden wir [2015] einen Antrag für einen Fachinformationsdienst bei der DFG stellen, der auch die Bereitstellung von [nordamerikanischen] Comics beinhaltet. Wenn das scheitert, werden wir hoffentlich an anderen Stellen Sondermittel auftun, denn aus dem eigenen Etat können wir die Sammlung nur langsam weiter ausbauen. Eines ist aber auf jeden Fall sicher: Es wird weitergehen.“

Der Antrag war erfolgreich: Seit 2016 betreuen die SUB Göttingen und die Fachbibliothek Nordamerikastudien (UB der FU Berlin, ehemals JFKI-Bibliothek) gemeinsam den Fachinformationsdienst Anglo-American Culture (FID AAC). Die Sammlung nordamerikanischer Comics am Berliner Standort konnte somit wie geplant mit Hilfe von DFG-Drittmitteln weiter ausgebaut werden.

In der aktuellen 3. Förderphase hat auch die SUB Göttingen damit begonnen, eine Sammlung englischsprachiger Comics und Graphic Novels aufzubauen. Ergänzend zur Berliner Sammlung, die sich auf die USA und Kanada konzentriert, werden anglophone Werke v.a. aus Großbritannien, Irland, Australien und Neuseeland erworben, um so alle Länder aus dem Erwerbungsprofil des FID abzudecken. Auch Forschungsliteratur zu anglophonen Comics und Graphic Novels wird von der SUB Göttingen mit Unterstützung der DFG erworben.

Alle Comics können über die Fernleihe ausgeliehen werden und stehen so der Forschung als Primärquellen zur Verfügung. Vor Ort in Göttingen kann der Großteil der noch wachsenden Sammlung auch direkt am Regal (im Lesesaal der Zentralbibliothek) durchstöbert werden – eine vorherige Bestellung über den Katalog ist also nicht notwendig.

Die Sammlung enthält Klassiker von Alan Moore, Posy Simmonds, Bryan Talbot, Raymond Briggs und aktuelle Bestseller wie Alice Osemans Heartstopper-Reihe, aber auch Werke, die bisher kaum oder gar nicht an deutschen Bibliotheken vorhanden bzw. für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Dazu gehören z. B. Comics zur britischen Science-Fiction-Fernsehserie Doctor Who sowie Titel australischer und neuseeländischer Autor*innen wie Chris Gooch, Mandy Ord, Lee Lai, Ben Stenbeck oder Campbell Whyte.

Comics aus Australien

[Foto: Comics aus Australien]

Um ein möglichst breites Spektrum abzudecken, werden Werke unterschiedlicher Genres gesammelt, also z. B. auch Comic-Biographien, Comics zu historischen Ereignissen, Adaptionen von Literaturklassikern und Anthologien einschlägiger Magazine (z. B. 2000 AD).

Alle an der SUB Göttingen erworbenen englischsprachigen Comics werden mit der Regensburger Verbundklassifikation erschlossen (AP 89316 – AP 89999) und können über formale Kriterien aus dem Katalog herausgefiltert werden.

Zur Göttinger Sammlung gibt es außerdem als Ergänzung zum Bibliothekskatalog eine öffentliche Zotero-Bibliographie. Hier ist z. B. das Filtern nach Ländern möglich, und die bibliographischen Daten können leicht in die eigene Zotero-Bibliothek übernommen werden – ein Beitritt zur Gruppe ist dafür nicht notwendig.

Wir freuen uns auch über Erwerbungsvorschläge, die direkt in die Zotero-Bibliographie eingetragen werden können. Wer der Gruppe beitreten möchte, ist herzlich willkommen! Erwerbungsvorschläge können ansonsten auch über das Formular auf unserer FID-Webseite oder per E-Mail an uns gerichtet werden.

Im Vergleich zu anderen deutschen Comic-Sammlungen steht Göttingen noch ziemlich am Anfang. Umso mehr freuen wir uns, dass sich der neue Erwerbungsschwerpunkt schon ein wenig herumgesprochen hat und uns bereits einige Geschenkabgaben erreicht haben.

Ein besonderes Highlight sind einige Anthologien der einflussreichen schottischen Serien Oor Wullie und The Broons, die in Kürze bei uns verfügbar sein werden. Seit den 1930er Jahren erscheinen diese in Scots verfassten Comicstrips in der schottischen Zeitung The Sunday Post. Sowohl für kulturgeschichtliche wie sprachwissenschaftliche Fragestellungen stellen diese Comics interessantes Quellenmaterial dar. Sie wurden uns von Anne Günther (vormals Hoyer) überlassen, die sich in ihrer Dissertation The Scottishness of Oor Wullie mit diesen Comics auseinandergesetzt hat.

Oor Wullie & The Broons

[Foto: Oor Wullie & The Broons]

Der FID AAC bringt sich außerdem aktiv ins Netzwerk „Comics in Bibliotheken“ ein und steht mit anderen FID, die ebenfalls Comics sammeln, im Austausch. Auf der diesjährigen BiblioCon gab es ein vom Netzwerk koordiniertes Comics-Panel mit u. a. einem gemeinsamen Vortrag von FID AAC und FID Romanistik.

Im September 2026 werden wir zusammen mit unserer Berliner Partnerbibliothek einen weiteren Fortsetzungsantrag für den FID AAC bei der DFG einreichen. Ganz sicher ist die Zukunft also nicht, aber ich wiederhole an dieser Stelle gerne die zu Beginn zitierte optimistische Prognose: Es wird weitergehen!

Program 2nd International CLOSURE Conference: Tropes of Comics and Manga

Tropes of Comics and Manga:
Between Genres, Conventions and Database Knowledge

2nd International CLOSURE Conference, 19.–21.11.2026

Keynote Speakers: Stephan Packard (Cologne) and Jaqueline Berndt (Stockholm)

Comics and manga work intensively with recurring, conventionalized situations: the superhero’s backstory wound, the laconic animal reflection in the four-panel strip, the alliance of hero and antagonist against a greater threat. Such standard situations are increasingly referred to as tropes in both popular and academic discourse, and the term carries a peculiar tension between fan cultures and scholarly inquiry. Platforms like TVtropes.org have been systematizing an extensive body of classificatory knowledge for over twenty years, currently comprising more than 30,000 entries across more than 80,000 media texts, while continuously negotiating the rules of correct classification. The ethos of these descriptions—“contrast this to,” “downplayed here,” “subverted as”—deserves to be taken seriously. Yet against the studied, if often ironically inflected, precision of individual articles, the overarching question of what distinguishes a trope in the first place, at which levels we locate it, and how it changes historically, remains productively open.

In the rhetorical tradition, “trope” designates a figure of figurative language: analogy, metonymy, oxymoron. In popular usage, trope tends to describe the scale of a conventionalized scene and its constellation of characters. Bakhtin’s (1981 [1975]) chronotope, for instance, prefigures actions and encounters in characteristic spacetimes, just as the dark alleyway implies the mugging and the crossroads the encounter between strangers. At the broader macro-level of plot structure, Campbell’s (2008 [1949]) hero’s journey has also been understood as an identifiable trope. What lies between rhetorical figure, scene type, and macro-plot, however, remains theoretically underdeveloped, and this conference aims to address that gap more precisely. The goal is to move beyond implicitly assumed concepts such as “cliché,” “stereotype,” or “motif,” as well as beyond unreflective adoption of the TVtropes framework, which has so far served primarily as a starting point for ideological critique of gender categories and representation. The precise scaling of the trope, its structural, semantic, and iconographic determinacy, remains an unresolved problem (Kunz and Wilde 2023, 51–70).

Comics and manga raise particularly pressing medium-specific questions in this regard. Manga in particular has repeatedly been characterized as “database consumption,” in which the anticipation of categories and narrative structures constitutes a significant part of the reading experience (Kacsuk 2016). But do the recurring, often schematically simplified figures of hand-drawn comics also encourage a particularly “tropistic” mode of storytelling? Does the seriality of the medium play with recognizability and variation in ways that are distinct from other media? If comics are to be understood as an inherently parodic medium (Frahm 2010), this might be expected to work against the affirmative, quasi-naive use of tropes—yet such use is undeniably widespread. Where does this contradiction come from, and what does it say about the relationship between formal reflexivity and generic convention in comics?

These questions have a pronounced transmedia dimension as well. Many tropes appear to be so shaped by their medium that their translation into live-action formats long proved unsuccessful, or became possible only through modern CGI technology. In his new Superman (2025), James Gunn cites interdimensional invasions in the background of the image, as tropes that require no further plausibilization. A plot that would first need to establish and naturalize them would be a non-starter. Similar dynamics can be observed in live-action adaptations of anime, which enjoyed little critical success before the Netflix One Piece adaptation (2023), perhaps precisely in their handling of tropistic characters, scenes, and character designs. Transmediality becomes a test case here for what in a trope is medium-specific and what is structurally anchored in narrative.

Tropes are also politically far from neutral. The sexist “Women in Refrigerator” trope is only the most familiar example of how hegemony, othering, and intersectional categories such as gender, race, class, and dis/ability are reproduced or subverted at the level of the scene (Sina 2021). Whether comics and manga structurally prefigure tropes toward subversive or affirmative uses, or whether this can only be determined case by case, is one of the most open and productive questions in the field. It also touches on the ideological weight of trope literacy in fan hierarchies and fan practices, where recognizing, naming, and varying tropes constitutes a distinct form of cultural knowledge.

The 2nd International CLOSURE Conference engages with these questions theoretically, analytically, historically, and through ideological critique.

Thursday, 19.11.2026 (WSP2 – R.214 – Hörsaal)

15:00: Welcome and Introduction:
Lukas R.A. Wilde (Trondheim) with Zoltán Kacsuk & Magnus Pfeffer (Stuttgart)

1. Panel: Mediality of Tropes

16:00: Martin Hennig & Christopher Zysik (Tübingen/Paderborn): Sichtbarkeit und Wissensordnung durch trope-Zuschreibung in Fan kuratierten Datenbanken

17:00: Mark Hibbett (London):
Issues of Medium-specificity in a Unified Catalogue of Transmedia Character Components

18:00: Short Break

18:30: Keynote Stephan Packard (Cologne):
When and Where Did Topoi Turn Into Tropes? Reflections On Comics‘ Popular Aesthetics as Laboratories and Databases

20:00: Dinner

Friday, 20.11.2026 (WSP2 – R.214 – Hörsaal)

2. Panel: Gendering and Queering Tropes

10:00: Vanessa Ossa (Cologne):
Invincible Iron Man als Paradigma verletzlicher Männlichkeit

11:00: Anneke Schewe & Melissa Schuh (Kiel):
“Oh. You’re Being Gay. Good Job. Carry on” – Serial Characterisation, Queer Joy and Queer Tropes in Alice Oseman’s Heartstopper

12:00: Yun-Jou Chen (Mainz):
Wer lacht hier? Die „Angst vor der Ehefrau“-trope zwischen Reproduktion und Subversion in chinesischsprachigen Comics

13:00: Lunch Break

3. Panel: Tropes in Manga

15:00: Fredrik Strömberg (Malmö):
The Eroding Divide between Shōnen and Shōjo – Rumiko Takahashi’s Inuyasha, a Catalyst for Change?

16:00: Arnold Bärtschi (Bochum):
Production and Reception Aesthetics of Tropes in the Manga Bakuman

17:00: Katharina Hülsmann (Düsseldorf):
Tropes in Original German Language Manga

18:00: Short Break

18:30: Keynote Jaqueline Berndt (Stockholm):
Mangaesque Eyes: On the Media-specific Performativity of an Infamous Iconographic Device

20:00: Dinner

Saturday, 21.11.2026 (WSP2 – R.214 – Hörsaal)

4. Panel: Adapting and Deconstructing Tropes

10:00: Kay Schwemer (Halstenbeck):
Tropes der Fantastischen Literatur in Le Horla von Guy de Maupassant und ihre Übertragung in Adaptionen der Novelle in Comics – Potentiale für den Französischunterricht in Deutschland

11:00: Francesca Bravi (Kiel):
„Parodien sind eine ernste Angelegenheit.“ Leo Ortolanis Rat-Man: ein Superheld ohne Superkräfte

12:00: Tamar Barbakadze (Vienna):
The Chronotope of Resistance: Deconstructing the “Counter-Infrastructure” Trope in Contemporary Graphic Narratives

13:00: Conclusions

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Programm „Re-envisioning Time Across ImageTexts“

Termin:
03.09.2026 - 04.09.2026

Re-envisioning Time Across ImageTexts

Mit Beiträgen von u.A. Giorgio Busi Rizzi, Arnold Bärtschi und Ole Frahm.

Keynote speaker: Prof. Dr. Kai Mikkonen, The University of Helsinki, Finland

Veranstaltungstext:

„This conference brings together scholars and practitioners to explore the intersections between imagetexts and dominant/alternative/counter temporalities.  The topic of time in Comics Studies has always received its share of attention. Among its earlier examples, we find Scott McCloud’s exploration of gutter-spaces and sequentiality (1994) and Thierry Groensteen’s advanced theorisation of spatio-topical networks (1999), including more recent analyses of the topic, such as Kai Mikkonen’s exploration of time in The Narratology of Comic Art (2017), Jan Baetens’ multiple contributions to the topic (i.e. ‘Gap or Gag’ (2020)), as well as Groensteen’s latest La Bande dessinée et le temps (2022). As ‘comics exist in time’ (Baetens, 2022), their temporal existence seems to stretch beyond purely spatial relations, including manifold interconnections that constitute the growing body of research on time in comics, often following Bergsonian critique of spatiality (Conard & Lambeen, 2012). What is especially intriguing in this respect is the way in which temporal relations in imagetexts further resonate with our socio-political realities, in which historical metanarratives become naturalized through specific regimes of reading, looking, and more broadly, ‘experiencing’ time, and where story-time and discourse-time are further informed by the time ‘out there’ as our historical time.
As a continuation of this critical polylogue, this conference seeks to provide a platform for furthering the discussion on time construction and perception in comics, while expanding the object of inquiry to include broader constellations of imagetexts: static printed and digital media where image and text intersect, merge, or collide in creative ways, including illustrated prose, collage, visual poetry, zines, film still assemblages, scrapbooks, and experimental mixed-media works.“

The conference takes place in person, with the keynote and roundtable being available in a hybrid form. To receive the link to the online streaming of these two events, please, contact the organizers via email.  Feel free to get in touch:
Svitlana Stupak (svitlana.stupak@uni-siegen.de) and Silvia Vari (silviaericavari@gmail.com) for any questions.

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