Veranstaltungen

Comic-Lehrveranstaltungen im WiSe 2025

Wie in der Vergangenheit sammeln und archivieren wir auch im aktuellen Wintersemester 2025 wieder comicrelevante Lehrveranstaltungen unserer Mitglieder.
Wenn Sie noch einen Kurshinweis ergänzen möchten, auch wenn Sie kein ComFor-Mitglied sind, schreiben Sie bitte eine E-Mail mit allen relevanten Daten an die Webredaktion: redaktion@comicgesellschaft.de.

Name der/des Dozierenden Prof. Dr. Astrid Böger
Universität Universität Hamburg
Titel der Lehrveranstaltung What’s New in Graphic Literature?
Art der Lehrveranstaltung Seminar
Fachliche Anbindung Amerikanische Literatur und Kultur
Kursbeschreibung The success story of comics for grown-ups of the past forty+ years largely hinges on a sub-formation known as autobiographical comics or graphic life writing. While Art Spiegelman’ seminal Holocaust memoir Maus (orig. 1986) is often considered the starting point of this development, in this seminar we will highlight works that were published as recently as last year and subsequently included in the Best Graphic Novels for Adults Reading List compiled annually by the American Library Association. The overall aim is to appreciate non-fictional, autobiographical comics as an important and dynamically-evolving field of literature today, graphic or otherwise. Toward this aim, we will discuss theoretical texts including Elisabeth El Refaie’s Autobiographical Comics: Life Writing in Pictures (2012) and Karin Kukkonen’s Studying Comics and Graphic Novels (2013), among others. We will then study three primary works together, Maria Sweeney’s Brittle Joints (2024), Denise Dorrance’s Polar Vortex. A Family Memoir (2024), and Eddie Ahn’s Advocate: A Graphic Memoir of Family, Community, and the Fight for Environmental Justice (2024). In the final part of the course, students will present works of their own choice, thus broadening our scope according to their own interests and preferences.

 

Name der/des Dozierenden Dr. Marco Favaro
Universität Universität Bamberg
Titel der Lehrveranstaltung Der Joker als Kulturikone: Was uns der Clown Prince of Crime über die westliche Gesellschaft verrät
Art der Lehrveranstaltung Seminar
Fachliche Anbindung Literatur- und Kulturwissenschaft
Kursbeschreibung Im November 2019 erschütterten heftige regierungskritische Proteste das Land in Santiago de Chile. Viele der Demonstrierenden trugen Clownmasken oder sogar ganze Kostüme, inspiriert vom Film Joker (2019). Etwas Ähnliches geschah einen Monat zuvor im Libanon, in der Stadt Beirut, während der sogenannten „Revolution des 17. Oktober“. Auch hier trugen viele Protestierende die Farben des Jokers. Dasselbe Symbol wurde zeitgleich bei monatelangen regierungskritischen Protesten in Hongkong, Bagdad und Paris während der Gelbwesten-Proteste übernommen. Es ist nicht das erste Mal, dass eine Figur als Symbol des Aufstands verwendet wird (man denke nur an die Guy-Fawkes-Maske, die wir immer noch sehen), und auch nicht das erste Mal, dass das Symbol des Jokers genutzt wird, um die Macht zu kritisieren – bereits nach Nolans The Dark Knight wurden zahlreiche Politiker „jokerisiert“. Doch hier geschieht etwas anderes: Es sind die Demonstrierenden selbst, die sich mit dem „Clown Prince of Crime“ identifizieren. Nicht mehr der Mächtige wird als wahnsinniger Clown dargestellt, sondern die Protestierenden selbst behaupten: „Wir sind der Joker.“ Wie ist es dazu gekommen? Wie konnte der Joker – der ultimative Schurke, der in den Comics als der bösartigste und gefährlichste Gegner des DC-Universums gilt – zu einem positiven Symbol des Widerstands werden? Um diese Frage zu beantworten, müssen wir verstehen, wer der Joker ist, wie er entstanden ist und in welcher Weise er tief mit der westlichen kulturellen Identität verbunden ist. Das Ziel des Seminars ist es, das Potenzial und die Komplexität hinter einem scheinbar einfachen Thema der Populärkultur aufzuzeigen. Die Wahl fiel auf die Figur des Jokers, motiviert durch die Verbreitung und den Einfluss, den diese Figur im kulturellen Kontext – im Westen und darüber hinaus – hatte und weiterhin hat. Im Speziellen wird die Geschichte des Jokers in den Comics und im Film vertieft, und es werden Schlüsselfaktoren herausgearbeitet, die den Joker mit der westlichen kulturellen Identität verbinden. Auf welchen archetypischen Figuren basiert der Joker? Was kommunizieren sein Körper und sein Erscheinungsbild? Welches Verhältnis hat die westliche Welt zum Lachen und zum Humor? Ist der Joker „verrückt“ oder einfach „seiner Zeit voraus“? Dies sind einige der zentralen Punkte, die behandelt werden.

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Name der/des Dozierenden Jasmin Garavello
Universität Universität Münster
Titel der Lehrveranstaltung Viñetas y palabras – Der cómic als Ressource im Spanischunterricht
Art der Lehrveranstaltung Thematisches Seminar im Bereich der Fachdidaktik
Fachliche Anbindung Romanistik – Spanische Philologie
Kursbeschreibung Im spanischen und lateinamerikanischen Sprachraum verbucht der cómic schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts einen hohen Stellenwert in der Kulturindustrie. Neben einer Vielzahl an Verlagen gibt es verschiedene Auszeichnungen wie den bekannten Premio Nacional del Cómic, die beispielhaft für die Wertschätzung und Aufmerksamkeit stehen, die der cómic erfährt. Neben Klassikern wie Mafalda und Mortadelo y Filémon gibt es vielfältige Neuproduktionen aus dem spanischen sowie lateinamerikanischen Raum. Es finden sich fiktionale Inhalte, aber zunehmend auch Sachcomics, die mit ihrem informativen Charakter historische und soziokulturelle Themen aufgreifen. Aufgrund verschiedenartiger Inhalte sowie der Sprache-Bild-Kombination kann der Comic motivierend wirken und eignet sich für den kompetenzorientierten, heterogenitätssensiblen Spanischunterricht der Sek. I und Sek. II.

In diesem Seminar werden wir uns mit ausgewählten Comics verschiedener Genres vor dem Hintergrund der gattungsspezifischen Merkmale auseinandersetzen und uns durch die Analyse von grafischen und sprachlichen Stilmitteln die Eigenschaften des textsortenspezifischen Lernens im Spanischunterricht erarbeiten. Darüber hinaus gilt es, die fremdsprachendidaktischen Potenziale aufzudecken, zu erproben und zu diskutieren sowie die didaktischen Einsatzmöglichkeiten für Spanischlernende in Sek. I und II abzuwägen. Anhand ausgewählter Sequenzen werden wir im Hinblick auf die konkrete Unterrichtsplanung differenzierte Aufgabentypen verschiedener Anforderungsniveaus entwerfen.

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Name der/des Dozierenden PD Dr. habil. Beate Kern
Universität Universität Rostock
Titel der Lehrveranstaltung Boum, bang et bulles: Sprache in der bande dessinée
Art der Lehrveranstaltung Hauptseminar
Fachliche Anbindung Romanistik
Kursbeschreibung Comics spielen insbesondere in Frankreich eine wichtige kulturelle Rolle – dort lesen laut einer Umfrage des Centre National du Livre1 von 2020 ca. 77% der Kinder und 43% der Erwachsenen regelmäßig Comics. Graphische Literatur ist zudem ein lohnenswertes Objekt für sprachwissenschaftliche Studien, da sie durch die Multimodalität in der Kombination von Text und Bild und durch spezifische Gestaltungselemente, wie Sprechblasen oder typographische Mittel, sprachliche Eigenheiten aufweist. Diese sprachlichen Spezifika werden im Seminar am Beispiel der französischen bande dessinée thematisiert: Nach einer Annäherung an den Begriff des Comics und der Erarbeitung von allgemeinen Grundlagen zur Comicanalyse werden verschiedene sprachwissenschaftliche Konzepte herangezogen, um zu erkunden, wie der Eindruck entsteht, dass wir bei der Lektüre von Comics die Gespräche der Figuren und verschiedene Klänge gleichsam „hören“ können: Thema­tisiert werden u.a. konzeptionelle bzw. fingierte Mündlichkeit, die Verwendung von Interjektionen, lautmalerischen Elementen und Gesprächswörtern. Bzgl. der spielerischen Seite der Sprache in Comics sollen Phänomene wie die Verwendung und ggf. Verfremdung phraseologischer Einheiten und die Erfindung sprechender Namen analysiert werden. Schließlich ermöglicht die direkte Rede in den Sprechblasen etwa durch Code-Switching eine Darstellung besonders großer Sprachenvielfalt. Abschließend wird beleuchtet, inwiefern diese sprachlichen Besonderheiten von Comics sowie die Verknüpfung von Bild und Text für die Comic-Übersetzung spezifische Probleme aufwirft.

1 Vincent Gérard, Armelle/Chaniot, Cécile/Lapointe, Maëlle (2020): Les Français et la BD. Paris: Centre National du Livre, S. 13.

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Name der/des Dozierenden Dr. Björn Hochschild
Universität Universität Wien
Titel der Lehrveranstaltung Comics verstehen, denken und erfahren
Art der Lehrveranstaltung Master-Seminar im Modul „Diskurse und Methoden“
Fachliche Anbindung Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Kursbeschreibung
Diese Lehrveranstaltung führt in ein multiperspektivisches wissenschaftliches Arbeiten über, mit und in Comics ein. Sie versteht Comics nicht nur als ein Medium, dessen Geschichten, Visualitäten, Stile, Ästhetiken, Epochen und Genres sich analysieren, historisieren und theoretisieren lassen. Vielmehr begreift sie Comics als eine spezifische Form des Verstehens, Denkens und Erfahrens und erprobt, inwiefern ein akademisches Arbeiten in dieser Form möglich ist.
Hierzu wird auf sehr unterschiedliche Methoden und Materialien zurückgegriffen. Es werden ausgewählte Comics gelesen und analysiert und diese Analysen durch theoretische, methodische sowie historische Arbeiten aus dem Bereich der Comicforschung flankiert. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf (wissenschaftlichen) Arbeiten zum Comic in Comicform. Darüber hinaus sollen Primär- und Sekundärliteratur durch kleinere, regelmäßige (Zeichen-)Übungen zum experimentellen und konzeptionellen Arbeiten in Comicform ergänzt werden.

 

Name der/des Dozierenden Prof. Dr. Stephan Packard
Universität Universität zu Köln
Titel der Lehrveranstaltung Geschichte des Comics
Art der Lehrveranstaltung Online-Vorlesung mit OER
Fachliche Anbindung Medienkulturwissenschaft
Kursbeschreibung Comics begleiten die Entwicklung der oft vage beschriebenen modernen und postmodernen Bildkultur: Sie nehmen an der Popularisierung von Printmedien und der aufkommenden Unterhaltungskultur im 19. Jahrhundert teil, reagieren auf die Bilderflut der folgenden Jahrzehnte, und bieten Experimente und Subversionen zu den ikonischen Bilderrhetoriken der anderen Bilderzählungsgenres, der piktoralen Werbungen und politischen Massendiskurse. Als abstrakt wiedererkennbare Kunstform – sequenziell angeordnete Bilder – verfügen sie zugleich über einen vielfältigen, aber überschaubaren Reichtum an Varianten, regionalen, kulturellen und gattungsmäßigen Typen. Die vergleichsweise kurze Geschichte der Form bietet sich so besonders für Reflexionen über Herausforderungen und Möglichkeiten der Mediengeschichtsschreibung an.

Die Vorlesung diskutiert daher ebenso Grundlagen der kritischen Medienhistoriographie, insbesondere der Kanonisierung, der Archivarbeit und des populären Mediums als kulturellem Archiv, der Spannung zwischen Abstraktion und konkreten Fallanalyse, der anderen Spannung zwischen Selbst- und Fremdbeschreibung einer kollektiven Kunstpraxis, und der Gegen- und Alternativgeschichtsschreibung, wie Varianten der Kunstform von amerikanischen Comicstrips über frankobelgische BDs und Manga bis zur deutschsprachigen Comicszene. In einzelnen Schlaglichtern setzen wir uns mit Disneyproduktionen, mit Superheld_innen, mit Noir Comics, Underground Comix und Memoir Comics auseinander.

Die Vorlesung setzt die Open Educational Resources (OER) der Initiative Comicforschung.nrw ein, die in den letzten Jahren vom interdisziplinären Netzwerk ComRhein an den Universitäten Bonn, Düsseldorf. Essen und Köln gemeinsam entwickelt wurden. Die OER-Inhalte werde von den Teilnehmenden zunächst online und asynchron bearbeitet. Wir führen sie alle zwei Wochen in der gemeinsamen Sitzung zur weiterführenden Diskussion in synchronen Sitzungen zusammen.

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Name der/des Dozierenden Prof. Dr. Stephan Packard
Universität Universität zu Köln
Titel der Lehrveranstaltung Challenges of Transmedia Narratology
Art der Lehrveranstaltung Hauptseminar (MA)
Fachliche Anbindung Medienkulturwissenschaft
Kursbeschreibung Many different kinds of media do seem to tell stories: Movies, TV series, books, comics, computer games, memes, online videos, and many more. In this course we will discuss analytical approaches that take this quality of media as their starting point in order to understand and examine media and place them in historical contexts: What follows from the fact that a media artifact tells a story, what is narrative structure, and how do various ways to tell stories with media differ from one another?

In the now well-established research field of transmedia narratology, some clear analytical approaches have proved their potential for clarifying structures and functions of many media types. As we discuss and employ these concepts in our own narrative media analyses, we will be interested in questions such as: How do media convey the temporal structure relevant to narratives? How are events, happenings, and subjective experiences constructed? What are narrative instances, and can we do without them? How are storytelling and sense-making related? What distinguishes fiction from factual narratives? Which narrative structures are typical for different media, such as language, writing, images, sculptures, films, television, radio plays, theatre, comics and computer games – and which ones may apply across media?

At the same time, current research is faced with a number of challenges that reflect interesting new but also traditional phenomena in media production and usage: How is canonicity negotiated in transmedia storytelling universes such as Star Wars or the MCU? What is gained and lost when a plot travels from one media adaptation to the other – and what even makes two plots ‘the same’? How can we understand transmedia characters that travel between media and answer questions like, ‘Is Batman a Holmes?’ How can we conceive of fiction and of imaginary stories in contradistinction to lies, propaganda, and ‘fake news’? Why do we experience suspense even when we see a movie for the second time? How does participatory narration happen in fandom, in ergodic computer games, but also in table top roleplaying? What is an unreliable narrative, and why does ti delight even as it frustrates?
In addition, we also want to address historical questions: it has not always been self-evident that images can tell stories as well as language, that narratives can provide access to the subjective
experiences of strangers, or that stories can be freely invented. Some specific narrative techniques also have a clear historical index; they are invented, spread, and then fall out of fashion.

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Name der/des Dozierenden Prof. Dr. Daniel Stein
Universität Universität Siegen
Titel der Lehrveranstaltung Nakba and Shoah: Memories of Catastrophe in Graphic Narrative
Art der Lehrveranstaltung Master-Seminar (Englisch Lehramt, MA Literaturwissenschaft)
Fachliche Anbindung Englisch/Amerikanistik
Kursbeschreibung As comics scholar Hillary Chute notes in Disaster Drawn: Visual Witness, Comics, and Documentary Form (2016), graphic narratives – understood as long-form narratives combining words and images, often told through a sequential series of framed panels – possess particular affordances for recording and recovering historical events as part of contemporary cultural memory. “The essential form of comics – its collection of frames – is relevant to its inclination to document,” Chute writes. Comics make the “reader access the unfolding of evidence in the movement of its basic grammar, by aggregating and accumulating frames of information” (2).In this course, we will study and test Chute’s argument about the special connection between comics (or graphic narrative, as the broader and more inclusive term) and historical documentation by analyzing a selection of works that grapple with two highly traumatic events of twentieth-century history: The mass-persecution and near-extermination of the European Jews by the Nazis (commonly referred to as the Holocaust or, especially among Jewish scholars, the Shoah) between 1933 and 1945 and the forced displacement of Palestinian Arabs as part of the Palestine War of 1948, which led to the establishment of the state of Israel and which Palestinians call Nakba. Both events – the Shoah and the Nakba – are related, and both terms translate as “catastrophe,” marking them highly consequential historical events but also significant subjects for cultural memory.

Over the course of the semester, we will gain a basic familiarity with these events and learn how to analyze and interpret graphic narratives that deal with their difficult histories. While the course is not intended as a forum for discussion of the current violence and political turmoil in this part of the world, it does aim to provide a necessary sense of historical depth and complexity as well as the ability to critically examine graphic narratives about the two historical catastrophes that in many ways mark the beginnings of the ongoing conflict.

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Comic-Lehrveranstaltungen im SoSe 2025

Wie in der Vergangenheit sammeln und archivieren wir auch im aktuellen Sommersemester 2025 wieder comicrelevante Lehrveranstaltungen unserer Mitglieder.
Wenn Sie noch einen Kurshinweis ergänzen möchten, auch wenn Sie kein ComFor-Mitglied sind, schreiben Sie bitte eine E-Mail mit allen relevanten Daten an die Webredaktion: redaktion@comicgesellschaft.de.

Name der/des Dozierenden Adriana Acquaviti
Universität Goethe-Universität Frankfurt am Main
Titel der Lehrveranstaltung „Ich erinnere mich. Nicht.“ – Zur Inszenierung von Erinnerungen in Kinder- und Jugendliteratur und -medien
Art der Lehrveranstaltung Hauptseminar
Fachliche Anbindung Germanistik, spezifisch Kinder- und Jugendliteraturwissenschaft, sowie Lehramt Deutsch (Gymnasium).
Weiterhin interdisziplinärer Ansatz: Verknüpfung bspw. mit den Memory Studies, psychoanalytischen und soziologischen Theorien (darunter auch Autobiografieforschung) sowie weiteren kulturwissenschaftlichen Aspekten.
Kursbeschreibung Als Emmie Arbel, eine Überlebende der Shoah, in Die Farbe der Erinnerung (2023) mit Illustratorin und Autorin Barbara Yelin über ihre traumatische Kindheit spricht, beginnt sie viele Sätze mit „Ich erinnere mich.“ An einigen Stellen folgt ein ernüchterndes „Nicht.“ Damit bestätigt Arbel die von Charles J. Brainerd und Valerie F. Reyna formulierte These, dass das menschliche Gedächtnis als „an imperfect archive of our experience“ (The Science of False Memory 2005, S. 4) beschrieben werden kann. Solche imperfekten Erinnerungsfragmente, die im persönlichen ‚Archiv‘ gespeichert und in vielen Fällen auch verdrängt werden, werden zunehmend sowohl in der Kinder- und Jugend- als auch in der Crossover-Literatur in Bilder und Sprache übersetzt. Thematisch lässt sich feststellen, dass Texte über Erinnerungen auffällig oft mit traumatischen Erlebnissen wie Krieg (bspw. Zeina Abirached: Ich erinnere mich. 2014), Flucht und Vertreibung (bspw. Luna Al-Mousli: Eine Träne. Ein Lächeln. Meine Kindheit in Damaskus. 2016; Jessica Bab Bonde und Peter Bergting: Bald sind wir wieder zu Hause. 2020), oder Trauer/Verlust (bspw. Joey Comeau: Malagash. 2021) in Verbindung stehen. Zudem handelt es sich häufig um (auto-)biografische Erzählungen, wodurch sich Fragen nach dem Selbstverständnis und der narrativen Inszenierung der Autor*innen sowie nach dem Nutzen bzw. der Motivation des Schreibens ergeben

Im Seminar möchten wir zunächst ein theoretisches Fundament schaffen, indem wir Ansätze der Gedächtnis- und Erinnerungsforschung (Memory Studies) in den Blick nehmen, um anschließend die Inszenierungspraktiken von Erinnerungen in ausgewählten Erzählformaten zu analysieren. Dabei gehen wir immer auch auf medienspezifische Eigenheiten – etwa des Comics oder des (Vers-)Romans – ein und fokussieren dabei insbesondere die ((auto-)biografische) Darstellung von Kindheit und Adoleszenz. Aufgrund der inhaltlichen Komplexität, werden wir zudem Exkurse in andere Fachrichtungen unternehmen, u.a. in die Psychoanalyse, die Soziologie sowie in unterschiedliche Bereiche der Kulturwissenschaft, um Elemente dieser Disziplinen für unsere literaturwissenschaftlichen Textanalysen fruchtbar machen zu können.

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Name der/des Dozierenden Jasmin Garavello
Universität Universität Münster
Titel der Lehrveranstaltung Le neuvième art – Die bande dessinée im Französischunterricht
Art der Lehrveranstaltung Hauptseminar
Fachliche Anbindung Romanisches Seminar, Romanistische Fachdidaktik
Kursbeschreibung Die bande dessinée – der frankophone Comic –, die als neunte Kunst und unverwechselbares franko-belgisches Kulturgut gilt, stellt – nach dem Syndicat national de l’édition 2022-2023 – den – nach dem Roman – zweitstärksten Marktanteil der französischen Verlagsindustrie dar. Neben Klassikern wie Astérix, Tintin und Gaston gibt es unzählige Neuproduktionen wie Lou oder Les Nombrils, die bei den 7-19-jährigen Franzosen:innen sogar größere Beliebtheit als Jugendromane verbuchen. Innerhalb der letzten Jahre werden zunehmend Romane des literarischen Kanons als Comicadaptionen aufbereitet. So finden Les Misérables oder Le tour du monde en 80 jours eine grafisch-textuelle Darstellung, die die Möglichkeit bietet, literarisch anspruchsvolle Werke für den Französischunterricht zugänglich zu machen. Neben fiktionalen Inhalten finden sich auch zunehmend BDs sachlich-informativen Charakters, die historische und kulturelle Themen aufarbeiten. Aufgrund ihrer vielfältigen Inhalte sowie der Sprache-Bild-Kombination kann die BD motivierend wirken und eignet sich für den kompetenzorientierten, heterogenitätssensiblen Französischunterricht der Sek. I und II.

In diesem Seminar werden Sie sich mit ausgewählten BDs verschiedener Genres vor dem Hintergrund der gattungsspezifischen Merkmale auseinandersetzen und durch die Analyse von grafischen und sprachlichen Stilmitteln die Eigenschaften des textsortenspezifischen Lernens im Französischunterricht erarbeiten. Des Weiteren gilt es, die fremdsprachendidaktischen Potenziale aufzudecken, zu erproben und zu diskutieren sowie die didaktisch-methodischen Einsatzmöglichkeiten für Französischlernende in Sek. I und II abzuwägen. Anhand ausgewählter Sequenzen werden wir im Hinblick auf die konkrete Unterrichtsplanung differenzierte Aufgabentypen verschiedener Anforderungsniveaus entwerfen.

 

Name der/des Dozierenden Laura Glötter
Universität Universität Heidelberg
Titel der Lehrveranstaltung Die Sprache der Bilder: Erzählstrategien in den Comics François Boucqs
Art der Lehrveranstaltung Pro- und Mittelseminar in Präsenz
Fachliche Anbindung Kunstgeschichte
Kursbeschreibung Das Seminar führt in die visuelle und narrative Komplexität der franko-belgischen Comic-Kunst am Beispiel François Boucqs ein. Von seinen frühen Werken wie „Les Pionniers de l’aventure humaine“ über die mystisch-fantastischen Geschichten von „Face de Lune“ bis zu aktuelleren Arbeiten wie „New York Cannibals“ wird das künstlerische Spektrum des Autors erschlossen. Die Veranstaltung untersucht verschiedene Narrationsstrategien in Boucqs Comics und widmet sich dabei unter anderem dem Zusammenspiel von historischer Realität und fantastischen Elementen sowie der Rolle von Provokation und Gewalt als narrative Werkzeuge. Die Verbindung von theoretischen Grundlagen und praktischer Bildanalyse ermöglicht eine fundierte Einführung in zentrale Methoden der Comic- und Kunstwissenschaft.

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Name der/des Dozierenden Prof. Dr. Sylvia Kesper-Biermann
Universität Universität Hamburg
Titel der Lehrveranstaltung Comics in der Schule
Art der Lehrveranstaltung Seminar
Fachliche Anbindung Allgemeine Erziehungswissenschaft, Zielgruppe: sonderpädagogische Lehramtsstudiengänge
Kursbeschreibung Comics hatten in Deutschland lange einen schlechten Ruf. Sie galten als trivial, verdummend und pädagogisch nicht empfehlenswert; Comics und (Schul-)Bildung erschienen dementsprechend bis in die 1970er Jahre hinein als unvereinbar. Seit einigen Jahren ist eine zunehmende gesellschaftliche Wertschätzung der Bildgeschichten zu beobachten. Unter anderem vor dem Hintergrund von Diversität und Inklusion haben Comics inzwischen auch als Medium für das Klassenzimmer Konjunktur. Einige Forscher:innen sehen es als besonders geeignet für die Auseinandersetzung mit Anderssein an und betonen seine Vorzüge als Bildungsmedium. Gleichzeitig erfreut sich graphic medicine, also die zeichnerische Darstellung von Krankheit und Behinderung, sowie deren Untersuchung an der Schnittstelle von Comicforschung und dis/ability studies großer Beliebtheit.

Die Forschungswerkstatt beschäftigt sich mit Comics, insbesondere zu den Themen Krankheit und Behinderung, als Bildungsmedien sowie den Chancen und Herausforderungen ihres Einsatzes im (sonderpädagogischen) Unterricht. Dabei geht es erstens um Merkmale, Erzählweise und Struktur des Comics. Zweitens beschäftigen wir uns mit Beispielen von und der Forschung zu graphic medicine. Drittens werden die Einsatzmöglichkeiten von Comics in der Schule diskutiert. Schließlich erfolgt die Vermittlung von Methoden der Comicforschung, insbesondere der Comicanalyse, um im Anschluss eigene Projekte entwickeln und umsetzen zu können. Die Auswertung und Aufbereitung der Ergebnisse erfolgt in Teil II der Forschungswerkstatt im Wintersemester.

 

Name der/des Dozierenden Netzwerk Comicforschung am Rhein
Universitäten Bonn, Düsseldorf und Köln
Titel der Lehrveranstaltung Aktuelle Fragen der Comicforschung: Produktionskontexte
Art der Lehrveranstaltung Online-Ringvorlesung
Fachliche Anbindung Interdisziplinär
Kursbeschreibung Die gemeinsam von den Universitäten Bonn, Düsseldorf und Köln und dem Netzwerk Comicforschung am Rhein getragene interdisziplinäre Ringvorlesung zur Comicforschung beschäftigt sich in diesem Sommer mit der Frage, wie Comics durch die zahlreichen Kontexte der Produktion – von Druckmaschinen und -verfahren, über Marktmechanismen, Marketing und Franchising bis hin zu konkreten Zeichen- und Herstellungsprozessen – geprägt werden.

Ein Beispiel: Batman-Fans und Forscher*innen diskutieren seit Jahrzehnten hitzig darüber, wie es zu dem prägnanten Chevron der schwarzen Fledermaus auf gelbem Hintergrund gekommen ist. Schließlich sei das in der Nacht viel zu auffällig. Einige sagen, das Symbol diene genau so dazu, die Schüsse der Feinde auf den starken Brustpanzer zu lenken. Wieder andere argumentieren, das Symbol sei so an den gelben Bat-Scheinwerfer angeglichen worden. Die Wahrheit dürfte laut Banhold viel simpler sein: Eine Fledermaus in einem gelben Kreis ließ sich als Marke und Copyright einfach sehr viel leichter und eindeutiger schützen. Heute kann es so für eine Milliardenindustrie auf Tassen, T-Shirts und Poster gedruckt werden.

Doch nicht nur solche Marketing-Entscheidungen prägen die letztliche Erscheinung von Comics: Die Drucktechnik von Benday Dots bestimmte maßgeblich den Comiclook der 50er Jahre und wurde durch Künstler*innen wie Roy Lichtenstein zur Pop Art erhöht. Die Entwicklung digitaler Comics liefert neue Möglichkeiten der „Seitengestaltung“ und auch die Materialwahl und individuelle Herstellungssituation der Zeichner*innen trägt massiv zu dem bei, was wir an ästhetischen Eindrücken schließlich aus dem Regal ziehen. Webcomics, auf eigenen Websites oder mittlerweile auch auf Social Media, bieten zudem einen niedrigschwelligen Raum für Zeichner*innen, ihre Comics international zu verbreiten, ohne bei einem Verlag unter Vertrag zu stehen. Comics als popkulturelle Artefakte sind Produkte gemacht von Menschen, Maschinen, Verlagen und Industrien, und sind damit immer auch ein Zeugnis der Machtverhältnisse in den Medien und des Zeitgeists.

Die Ringvorlesung will sich methodisch diesen Zusammenhängen annähern. Neben theoretischen Grundlagen der Zusammenhänge von Produktion und
Rezeption sollen verschiedene Aspekte von Produktionskontexten untersucht und in ihren Wirkmechanismen aufgeschlüsselt werden. Wie in jedem Sommersemester dürfen wir uns auch diesmal ganz besonders über Gespräche mit Künstler*innen, Verleger*innen und Praktiker*innen der Comiclandschaft freuen!

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Name der/des Dozierenden Prof. Dr. Beatrice Schuchardt
Universität Universität Regensburg
Titel der Lehrveranstaltung Déplacements: Visuelle, räumliche und zeitliche Deplatzierungen in Comics und Graphic Novels aus der Frankophonie und Frankreich
Art der Lehrveranstaltung Ringvorlesung
Fachliche Anbindung Romanistik: Frankoromanstik und Frankophonie; Germanistik
Kursbeschreibung Im Fokus der Ringvorlesung stehen Comics und bandes dessinées aus der Frakophonie und Frankreich mit ihrer Bildsprache und ihren spezifischen Themen. Zu diesen zählen häufig Migration, Nomadismus, freiwillige und erzwungene Ortswechsel, der Verlust von Heimat und die Suche nach neuen Heimatorten, aber auch das Erleben von historischen Umbruchsituationen und kollektiven wie individuellen Traumata. Homi K. Bhabha hat diese Erfahrung von Ent-Ortung, das Gefühl von Nicht-Zugehörigkeit, den Heimatverlust und die Heimatlosigkeit, aber auch das Erleben eines Bruchs in der zeitlichen Kontinuität unter dem Begriff der „Deplatzierung“ (engl.: displacement, frz.: déplacement) gefasst.

Trotz aller Herausforderungen, die Deplatzierung mit sich bringt, sind mit ihr immer auch Möglichkeiten und Chancenräume verbunden: Indem Deplatzierung Ent-Ortungen erzwingt, ermöglicht sie das Einnehmen neuer Standpunkte, bewirkt sie eine Verschiebung der Perspektive und eröffnet neue Blicke auf Gewohntes. Während Bhabhas Theorem im weiten Feld der Postkolonialen Studien im Abwind begriffen zu sein scheint und durch neuere Ansätze abgelöst wurde, lädt die Ringvorlesung ihre Beiträgerinnen und Beiträger ebenso wie die Studierenden dazu ein, den Begriff der „Deplatzierung“ zusammen mit bandes dessinées und romans graphiques aus verschiedenen Ländern der Frankophonie neu zu entdecken, anders zu denken, aber auch kritisch zu betrachten. Folgende Leitfragen stehen dabei im Mittelpunkt:

· Inwiefern laden bandes dessinées und roman graphiques zu visuellen, räumlichen und zeitlichen Deplatzierungen ein?

· Inwiefern werden bestimmte Ästhetiken in Comics und Graphic Novels aus dem französischsprachigen Raum zitiert, persifliert, neu kombiniert oder revolutioniert?

· Inwiefern sind bandes dessinées und romans graphiques in der Lage, Themen von allgemeinem gesellschaftlichem Interesse aus neuen Blickwinken zu beleuchten?

· Inwiefern rücken sie Ungesehenes in den Blick?

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Deutsch-Französische Tagung: „1 Comic – 10 Perspectives“

An diesem Donnerstag und Freitag wird in Paris eine deutsch-französische Tagung stattfinden, veranstaltet von ComFor-Mitglied Thomas Sähn und unter Beteiligung von u.A. Romain BeckerKaren Struve, Beate KernAnke Grutschus, Lukas R.A. Wilde:

1 Bande dessinée – 10 Perspectives : analyse pluridisciplinaire de la série Miss Pas Touche de Kerascoët & Hubert stattfinden.
1 Comic – 10 Perspectives: Pluridisziplinäre Analyse der Serie Fräulein-Rühr-Mich-Nicht-An von Kerascoët & Hubert.

Diese deutsch-französische Tagung möchte durch eine pluridisziplinäre Analyse des Comics Miss Pas Touche von Kerascoët & Hubert comicbegeisterten Zuhörerinnen und Zuhörern einen Einblick in die vielfältigen Ansätze und Arbeitsmethoden der Stripologie geben. Alle Vorträge werden simultan ins Deutsche oder Französische übersetzt. Eine Publikation is vorgesehen.

Hybride Fern- und Präsenzveranstaltungen:

Eine Anmeldung ist erforderlich unter: thomas.sahn (ät) sorbonne-universite.fr.

„GIRL MEETS MANGA“-Ausstellung im MAK Wien

Am 1. April eröffnet im MAK Wien die Ausstellung GIRL MEETS MANGA. Eine Manga-Biografie aus Tokio (1985–1992). Die Ausstellung ist vom 2. April bis 17. August 2025 im MAK Kunstblättersaal zu sehen und widmet sich der besonderen Rolle von Manga in der weiblichen Identitätsfindung.

Ankündigungstext:

„Mit der Ausstellung GIRL MEETS MANGA spürt das MAK der speziellen Rolle von Mangas für die weibliche Identitätsfindung nach. 2.4.2025—17.8.2025, MAK Kunstblättersaal

Seit Mitte des 20. Jahrhunderts sind Mangas – japanische Comics – zu einem bedeutenden Phänomen der zeitgenössischen Kultur Japans avanciert und gewinnen weltweit an Bedeutung. Mio Wakita-Elis, Kustodin der MAK Sammlung Asien, lässt ihre persönliche Biografie und Perspektive in die Ausstellung einfließen und gibt Einblick in ihr von Mangas mitgeprägtes Aufwachsen als Teenagermädchen im Großraum Tokio in den 1980er und frühen 1990er Jahren. Als integraler Bestandteil ihres Alltags trugen Mangas zur Persönlichkeitsbildung bei und ermöglichten die Reflexion gesellschaftlicher Themen wie Feminismus, Konsum und Globalisierung. Eine breite Auswahl von Mangas und zusätzlich Bilder, Musik sowie Alltagsobjekte illustrieren die faszinierende Verwobenheit japanischer Comics mit gesellschaftlichen Themen und realen Anliegen ihrer Leser*innen. Einen Bogen zum Jahr 2025 schlägt der Epilog mit kurzen Geschichten von Wienerinnen, die uns erzählen, wie Mangas ihre Biografien in der globalisierten Welt von heute beeinflussen.

KURATORIN:
Mio Wakita-Elis, Kustodin MAK Sammlung Asien“

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Neue Ringvorlesungsreihe „Produktionskontexte“.

Termin:
07.04.2025 18:30-20:00 Uhr - 14.07.2025

Auch in diesem Sommersemester veranstaltet das Netzwerk „Comicforschung am Rhein“ wieder eine montägliche Online-Ringvorlesung (18:30-20:00 Uhr vom 7. April bis zum 14. Juli 2025) mit Sprecher*innen aus Wissenschaft und Praxis, diesmal zum spannenden Thema „Produktionskontexte“.  Anmeldung unter: comicforschung-rhein (ät) uni-koeln.de, ein Link zur Veranstaltung wird per Mail zugeschickt.

Ankündigungstext:

„Die gemeinsam von den Universitäten Bonn, Düsseldorf und Köln und dem Netzwerk Comicforschung am Rhein getragene interdisziplinäre Ringvorlesung zur Comicforschung beschäftigt sich in diesem Sommer mit der Frage, wie Comics durch die zahlreichen Kontexte der Produktion – von Druckmaschinen und -verfahren, über Marktmechanismen, Marketing und Franchising bis hin zu konkreten Zeichen- und Herstellungsprozessen – geprägt werden.

Ein Beispiel: Batman-Fans und Forscher*innen diskutieren seit Jahrzehnten hitzig darüber, wie es zu dem prägnanten Chevron der schwarzen Fledermaus auf gelbem Hintergrund gekommen ist. Schließlich sei das in der Nacht viel zu auffällig. Einige sagen, das Symbol diene genau so dazu, die Schüsse der Feinde auf den starken Brustpanzer zu lenken. Wieder andere argumentieren, das Symbol sei so an den gelben Bat-Scheinwerfer angeglichen worden. Die Wahrheit dürfte laut Banhold viel simpler sein: Eine Fledermaus in einem gelben Kreis ließ sich als Marke und Copyright einfach sehr viel leichter und eindeutiger schützen. Heute kann es so für eine Milliardenindustrie auf Tassen, T-Shirts und Poster gedruckt werden.

Doch nicht nur solche Marketing-Entscheidungen prägen die letztliche Erscheinung von Comics: Die Drucktechnik von Benday Dots bestimmte maßgeblich den Comiclook der 50er Jahre und wurde durch Künstler*innen wie Roy Lichtenstein zur Pop Art erhöht. Die Entwicklung digitaler Comics liefert neue Möglichkeiten der „Seitengestaltung“ und auch die Materialwahl und individuelle Herstellungssituation der Zeichner*innen trägt massiv zu dem bei, was wir an ästhetischen Eindrücken schließlich aus dem Regal ziehen. Webcomics, auf eigenen Websites oder mittlerweile auch auf Social Media, bieten zudem einen niedrigschwelligen Raum für Zeichner*innen, ihre Comics international zu verbreiten, ohne bei einem Verlag unter Vertrag zu stehen. Comics als popkulturelle Artefakte sind Produkte gemacht von Menschen, Maschinen, Verlagen und Industrien, und sind damit immer auch ein Zeugnis der Machtverhältnisse in den Medien und des Zeitgeists.

Die Ringvorlesung will sich methodisch diesen Zusammenhängen annähern. Neben theoretischen Grundlagen der Zusammenhänge von Produktion und Rezeption sollen verschiedene Aspekte von Produktionskontexten untersucht und in ihren Wirkmechanismen aufgeschlüsselt werden. Wie in jedem Sommersemester dürfen wir uns auch diesmal ganz besonders über Gespräche mit Künstler*innen, Verleger*innen und Praktiker*innen der Comiclandschaft freuen!“

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Symposium „The Speech Bubble, Between Text and Image“

The Speech Bubble, Between Text and Image
International one-day symposium
Friday, March 14th, 2025
 
Location: Room Jacques Glowinski, Collège de France, 11 place Marcelin-Berthelot, 75231 Paris cedex 05
Event held in person with a virtual attendance option (Zoom link provided upon request).
 
With the support of the Maison de la Culture du Japon à Paris and the East Asian Civilizations Research Centre (CRCAO)

Contact (information and Zoom link: marianne.simon-oikawa (ät) u-paris.fr)
 
Presentation
 
This one-day symposium aims at showing the full complexity of the speech bubble, an object that has been largely neglected by research until now, and that cannot be defined solely as ‘the curve surrounding the words spoken by comic strip characters’ (Trésor de la langue française). Based on the observation that the speech bubble often also contains images and even blank spaces, and that its forms and functions vary according to the objects, periods and geographical areas in which it is present, the papers presented during this symposium propose to analyse the complex relation between speech bubble, text and image in a number of visual sources objects drawn from Japanese corpora or indirectly linked to Japan.
This one-day symposium is the first event organized within the ‘Histoires de bulles’ programme (CRCAO, East Asian Civilizations Research Centre, 2025-2029), which aims to study the speech bubble and turn it into an object of knowledge, both in terms of its own characteristics and its visual and wider cultural ecosystem, in order to ultimately identify an “economy of the bubble”, or even sketch out a general theory of it.
 
 
 
Program
 
Morning session
 
Chair: Matthias Hayek (École Pratique des Hautes Études-PSL, to be confirmed)
 
09:30-09:45. Opening remarks. Marianne Simon-Oikawa (Paris Cité University)
 
09:45-10:30. Marianne Simon-Oikawa. Fukidashi, Building an Object Between Text and Image
In Japanese, the word fukidashi, which designates the speech bubble, does not refer to any specific form or content. It instead designates a breath exhaled out of an unidentified source. The variety of objects in which the speech bubble appears in Japan during the Edo period makes it necessary to draft a list of the types of objects in which it is concentrated, and to make a few initial hypotheses about it, which future research may support, develop or contradict. This presentation will focus on selected examples that challenge the definition of the bubble as a container for speech.
 
10:30-11:15. Estelle Bauer (Musée Guimet). When Pictures Start Talking. Dialogues and other Texts Written in Emaki (gachûshi 画中詞)
If speech bubbles are a way to make characters talk, some emaki achieve the same effect by writing dialogue directly next to them. We will look at a few examples to reflect on the role these gachûshi play in the production of the visual narrative: they provide details about the characters‘ actions and emotions; they introduce a sense of time into the picture.
 
11:15-12:00. Jaqueline Berndt (Stockholm University). Speech Balloons Beyond Speech: The ‘Return’ of Pictorial Contents?
Manga researchers have approached fukidashi mainly as speech balloons – “transdiegetic devices” that turned manga into “audiovisual comics” (Exner 2022) and visual modifiers of dialogue lines’ auditory properties (Manga no yomikata 1995). Attention has also been paid to speech balloons’ placement on manga pages and their role in visually guiding the reader’s gaze, while the analysis of their contents has considered hand-writing and type, font variations, and punctuation marks. Inspired by pictorial dream balloons from the late Edo period, my presentation focuses on non-linguistic contents: small pictures of characters’ heads inside the balloon, as well as pictorial runes such as sweatdrops and cross-popping veins attached to a balloon rather than the respective speaker. These devices internalize the external parts of Hosoma’s “speaker–listener–object” triangle (2023), ultimately foregrounding relationalities through a blurring of previously clear divides. In addition, pictorial balloon contents serve exaggeration (both humorous and affective) and instruction (efficiently providing information), as well as an economy of space. This sets them apart from Edo-period imagery, which nevertheless may help challenge simplistic assumptions of ‘speech’ balloons as providing an auditory experience.
 
Afternoon session
 
Chair: Thomas Lamarre (The University of Chicago)
 
14:00-14:45. Blanche Delaborde (Fukuoka University). The Spatial Paradox of Speech Bubbles in Manga
Speech bubbles in manga form a surprisingly complex narrative device. In particular, although the space delimited by the outline of the bubbles initially appears as a two-dimensional space analogous to that of the page, many examples contradict this idea. For instance, speech bubbles outlines are often porous, especially in the presence of handwritten secondary lines. In other cases, the bubbles carry iconic or conventional signs (keiyu) that suggest some depth. In addition, the anchoring of the balloons to the three-dimensional diegetic space presents many ambiguous cases, that blur between two-dimensional and three-dimensional spaces.
 
14:45-15:30. Ladan Niayesh. From Playscript to Mangascript: The Speech Bubbles in Manga Shakespeare’s The Tempest
As the spearhead of the ‘Self Made Hero’ company’s endeavour to break through a heavily Asianised global manga market, the British ‘Manga Shakespeare’ series paradoxically enlists that icon of European culture not hegemonically, but as a mediator gesturing East. Speech bubbles occupy a key position in this process of cultural negotiation in one of the early volumes in the series, The Tempest (2007), illustrated by a British mangaka but set in a post-industrial, environmentally damaged island beaten by Hokusai-style waves. The speech bubbles keep about forty percent of the original Shakespearean text, but adapt it to visually and culturally navigate between a theatrical script and the aesthetic alphabet of the manga. This involves for example playing on bubble contours to express emotions and speech volume in the opening tempest scene, sticking in that to the received conventions of Japanese manga. But the artist also instills less common and inventive features into the manga format, such as deleting the speech bubble altogether to blend thought and nature for monologues. Eventually tailored into strips of paper carrying identity, speech is what both the spirit Ariel and the magician Prospero dissolve into in the final pages of the volume, recalling a dilapidated folio of Shakespeare’s complete works scattered and lost to the winds, or alternatively and more optimistically Prospero’s magic book travelling east over the oceans for a fresh lease of life with a rejuvenated audience.

Ausstellung „Die Komische Kunst des Walter Moers“

Termin:
01.02.2025 - 15.02.2025

„Vom Käpt’n Blaubär, dem Kleinen Arschloch und dem fantastischen Kontinent Zamonien.
Comiczeichner, Illustrator und Schriftsteller – Walter Moers hat einen Kosmos der Komischen Kunst geschaffen, wie es ihn kaum ein zweites Mal gibt. Die Ausstellung im Caricatura Museum Frankfurt würdigt daher das Schaffen eines der innovativsten Ausnahmekünstler, der auch über die deutschen Grenzen hinaus regelmäßig Begeisterungsstürme auslöst, wenn ein neues Buch von ihm gedruckt wird.“

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Workshop „Comics as Educational Media in the 20th Century: International Perspectives“

Termin:
17.01.2025 - 18.01.2025

Comics as Educational Media in the 20th Century: International PerspectivesIm kommenden Januar veranstaltet das DFG-geförderte Forschungsprojekt „Comics as Educational Media in the Federal Republic of Germany, 1960s-1980s” einen internationalen Abschlussworkshop in Hamburg zum Thema „Comics as Educational Media in the 20th Century: International Perspectives“, der von Sylvia Kesper-Biermann mitorganisiert wird. Eine Teilnahme ist möglich, es wird jedoch aufgrund des begrenzten Platzangebots um eine Anmeldung bis zum 31. Dezember 2024 bei Anna Strunk (anna.strunk (ät) uni-hamburg.de) gebeten.

Ankündigungstext:

At present it seems like common sense that comics can be a beneficial tool for educational purposes. Their ability to explain and illustrate even complicated topics as well as their motivational impact seem to make them perfect to “loosen up” the classroom. However, in the Federal Republic of Germany (FRG), this approval of comics only came after a phase, during the 1950s, of vehement rejection and fear with regard to the supposed dangers of comics. They were accused of causing analphabetism, increasing juvenile delinquency and keeping children away from “good literature”. Similar to the FRG, other countries experienced their own struggles and discussions surrounding the use of comics in educational contexts. The upcoming workshop “Comics as Educational Media in the 20th Century: International Perspectives” aims to focus on these developments in East Germany, Poland, France, Great Britain, the USA and Japan. Six speakers will shed light on comic reception and usage in education in their countries of research, opening up a room for comparison and discussion.

The workshop concludes the German Research Foundation project “Comics as Educational Media in the Federal Republic of Germany (from the 1960s to the 1980s)”.

Weiterlesen: Vollständiges Programm

Ausstellung „Black Comics – Vom Kolonialismus zum Black Panther“

Termin:
16.11.2024 - 27.04.2025

„Die westlichen Demokratien, insbesondere Deutschland, haben intensiv damit begonnen, sich mit ihrer kolonialen Geschichte auseinanderzusetzen. Dabei tun sich schmerzhafte Abgründe aus Raub, Verschleppung, Versklavung und Völkermord auf, die viel zu lange durch die Fiktion von Abenteuertum und vermeintlicher Zivilisationsentfaltung kaschiert wurden. Die Realität sah anders aus: menschenverachtend und grausam.
Und was sagt der Comic dazu? Das erfahren Sie in der Ausstellung „Black Comics“: Mit circa 100 Originalwerken und viel Archivmaterial wirft die Ausstellung Schlaglichter auf die Genealogie von schwarzen Figuren im Comic und ihre Macher.“

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Symposium „Walter Moers im Fokus der Kunst-, Literatur- und Medienwissenschaften“

Wie wir schon im Sommer berichteten, präsentiert die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen aktuell die Walter Moers-Ausstellung „Humor ist ein ernstes Geschäft“. Vom Freitag, 29. 11., bis Samstag, 30. 11. 2024, findet begleitend ein wissenschafltiches Symposium statt, für das nun auch das vollständige Programm veröffentlicht worden ist.

Ankündigungstext:

„Wie kein anderer in Deutschland hat Walter Moers als zeichnender Autor oder schreibender Zeichner die unterschiedlichsten Figuren
erdacht und mit Witz und Hintergründigkeit ihre Geschichten erzählt. Dabei gehören Text und Bild stets kongenial zusammen. Eine umfassende Präsentation seiner Arbeit zeigt die LUDWIGGALERIE Schloss Oberhausen ab dem 22. September 2024 mit der Ausstellung Was gibt’s denn da zu lachen? Anlässlich dieser umfangreichen Retrospektive lädt der Freundeskreis der LUDWIGGALERIE am 29. und 30. November 2024 zu einem wissenschaftlichen Symposium zu dem vielfältigen Werk des Allroundtalents ein. Das Moers’sche Œuvre zeichnet sich insbesondere durch Multimedialität, intertextuelle Verweise und Kunstzitate aus. Bisher ist es im Forschungszweig der Kunstwissenschaft jedoch nur marginal behandelt worden. Das Symposium greift dieses Forschungsdesiderat mit interdisziplinären Beiträgen auf“

Die Teilnahme am Symposium ist kostenfrei.
Anmeldung unter sarah.huelsewig (ät) oberhausen.de oder 0208 41249 12

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