Veranstaltungen

Tagung: „Samson, Superwoman und Krusty, der Clown – Jüdische Bilder-Geschichten vom Mittelalter bis zur Gegenwart“

Termin:
08.07.2026 - 10.07.2026

Vom Mi, 8.7.2026 bis zum Fr, 10.7.2026, findet eine Tagung der 34. Internationalen Sommerakademie des Instituts für jüdische Geschichte Österreichs in Kooperation mit dem Literaturhaus Wien / Österreichische Exilbibliothek statt:

„Samson, Superwoman und Krusty, der Clown – Jüdische Bilder Geschichten vom Mittelalter bis zur Gegenwart“

Unter den Vortragenden befinden sich auch ComFor-Mitglieder Ralf Palandt und Ole Frahm.

Ankündigungstext:
„Jüdische Geschichte ist seit mehreren Jahrzehnten ein Stoff, der auch in Comics und Graphic Novels verarbeitet wird. Ende der 1980er Jahre erschien Art Spiegelmans Comic »Maus«, das die Shoah auf neue Weise thematisierte und dafür mit dem Pulitzer-Preis ausgezeich net wurde. Von »Maus« be ein flusst, setzte in der Folge ein regel rechter Boom ein. Auch die 34. Internationale Sommerakademie setzt sich mit jüdischen Bilder-Geschichten aus einan der. Sie nimmt nicht nur mehrere Epo chen und Themen in den Blick, sondern auch die ganze Bandbreite künstlerischer Genres. Historische Er eig nisse oder die Aben teuer realer und er fun de ner jüdischer Held:innen wurden nicht nur in Comics und Trickfilmen erzählt, sondern auch in der Buch malerei des Mittelalters oder in früh neu zeit lichen Flugblättern. Die Som mer aka demie rückt Künstler:innen und Leser:innen, Selbst- und Fremd bilder, Genres und Medien sowie jüdisch-nichtjüdische Beziehungen ins Bild.“

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Ausstellung Landschaft der Liebe. Motive aus der Graphic Novel „Sudetenlove“

Termin:
15.06.2026 - 16.07.2026

„Ende der 1930er Jahre: Das Sudetenland gleicht einem Pulverfass. Angefacht aus Deutschland, können die nationalen Spannungen in den tschechoslowakischen Grenzgebieten jeden Moment zu einer Eskalation mit ungewissem Ausgang führen. Da lernen sich Hedwig, ein deutsches Mädchen, und Fritz, ein Junge aus einer deutsch-tschechischen Familie, beim Skifahren kennen und verlieben sich schnell ineinander. Hedwigs Vater schickt sie jedoch nach Belgien zu einer Tante. Fritz sieht keine andere Wahl: Er wird ihr folgen – auf dem Fahrrad…“

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Workshop und Lesung: Bilder und Narrative der Solidarität in der postmigrantischen Gesellschaft

Dimensionen der Betroffenheit
Bilder und Narrative der Solidarität in der postmigrantischen Gesellschaft

2./3. Juli 2026
Lesung und interdisziplinärer Workshop an der Universität Paderborn

Ausgangspunkt der Veranstaltung ist die Beobachtung, dass sich in der postmigrantischen Gesellschaft unterschiedliche Erinnerungskulturen wie auch Perspektiven auf gesellschaftliche Konflikte zunehmend überlagern und miteinander in produktive wie konflikthafte Aushandlungsprozesse treten. Ereignisse wie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine oder die globalen Reaktionen auf den 7. Oktober 2023 haben diese Konstellationen sichtbar gemacht. In der öffentlichen Debatte zeigt sich, dass Solidarität und Betroffenheit nicht homogen verteilt, sondern an spezifische historische Bezugssysteme, politische Positionierungen und kollektive Selbstverständnisse gebunden sind, wobei konkurrierende Opfer- und Solidaritätsnarrative entstehen. Die seit 2021 geführten Debatten des sogenannten ‚Historikerstreit 2.0‘ bilden für die in der Veranstaltung diskutierten Konstellationen einen zentralen erinnerungspolitischen Kontext. Konzeptionell greift die Veranstaltung zentrale Ansätze der Memory Studies, der Postmigrations- und Solidaritätsforschung sowie der Jüdischen Studien auf. Arbeiten zur postmigrantischen Gesellschaft (u.a. Naika Foroutan, Erol Yıldız) gehen etwa davon aus, dass Solidarität heute häufig nicht mehr primär entlang stabiler Gruppenidentitäten organisiert ist, sondern auf geteilten politischen Haltungen oder Wahrnehmungen gesellschaftlicher Ungleichheit beruht. In diesem Zusammenhang wird von postmigrantischen Allianzen oder involvierter Solidarität gesprochen, womit Formen kollektiven Handelns gemeint sind, die über biografische Zugehörigkeiten hinaus entstehen. Gleichzeitig liefern Ansätze der Erinnerungsforschung wichtige Instrumente, um Konflikte, aber auch Überschneidungen zwischen unterschiedlichen Erinnerungsgemeinschaften zu analysieren. Dazu zählen etwa Michael Rothbergs Konzept des ‚multidirektionalen Erinnerns‘, Marianne Hirschs Begriff der ‚Postmemory‘ sowie Arbeiten der Cultural Memory Studies (u.a. Pierre Nora, Astrid Erll). Aus Perspektive der Jüdischen Studien sind Arbeiten relevant, die jüdische Gegenwart in Europa als durch sowohl spezifische erinnerungspolitische Erwartungen wie auch konflikthafte Zugehörigkeitsordnungen geprägt analysieren (u.a. Y. Michal Bodemann, Hannah Tzuberi, Max Czollek).
Die Veranstaltung ist Teil des DFG-geförderten Forschungsprojekts „Queering Jewishness – Jewish Queerness. Diskursive Inszenierungen von Geschlecht und ‚jüdischer Differenz‘ in (audio-)visuellen Medien“ am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt.

Lesung mit Dana von Suffrin und Ronya Othmann
 
Donnerstag, 2. Juli 2026
ab 18.00 Uhr in Hörsaal G
Zum Auftakt der Veranstaltung findet am 2. Juli 2026 um 18.00 Uhr eine öffentliche Lesung der beiden Gegenwartsautorinnen Ronya Othmann und Dana von Suffrin mit anschließender Diskussion statt.
Workshop
 
Freitag, 3. Juli 2026
IBZ im Jenny-Aloni-Haus
Im Zentrum des diskussionsorientierten Workshops mit geladenen Wissenschaftler*innen aus den Film- und Medienwissenschaften, Literatur- und Kulturwissenschaften sowie Geschichts- und Kunstwissenschaften steht ein intensiver Austausch über narrative und ästhetische Praktiken, mit denen in Gegenwartsliteratur und -medien (Comics, Filme, Serien, künstlerische Praktiken etc.) Solidarität und Betroffenheit vor dem Hintergrund unterschiedlicher Erinnerungsgemeinschaften konzeptionalisiert werden. Der Workshop richtet sich ausdrücklich sowohl an Wissenschaftler*innen als auch an Studierende der Universität Paderborn und darüber hinaus.

Workshop-Programm:
09:30–09:45h: Begrüßung & Einführung
09:45–11:15h: Slot 1: Materialpräsentation & -diskussionen
mit Beiträgen von Kalina Kupczyńska (Łódź), Olena Petrenko (Bochum) und Anna Maria Spener (Paderborn)
Moderation: Hilde Hoffmann und Véronique Sina
11:15–11:45h: Kaffeepause
11:45–13:15h: Slot 2: Materialpräsentation & -diskussionen
mit Beiträgen von Sebastian Althoff (Paderborn), Hilde Hoffmann (Bochum) und Stephanie Willeke (Paderborn)
Moderation: Kalina Kupczyńska und Véronique Sina
13:15–14:00h: Mittagspause
14:00–15:00h: Slot 3: Materialpräsentation & -diskussionen
mit Beiträgen von Nele Feuring (Flensburg) und Asta von Mandelsloh (Berlin)
Moderation: Kalina Kupczyńska und Anna Maria Spener
15:00–15:15h: Kaffeepause
15:15–16:00: Comic-Projektvorstellung: „Verletzlich. Un/Sicherheit, Anti/Diskriminierung & Konflikt im Hochschulalltag nach dem 7. Oktober 2023“
mit Leslie Gauditz (Hamburg) und Anna Paßlick (Berlin)
Moderation: Véronique Sina
16:00–16:30h: Abschlussdiskussion

Weitere Infos zur Veranstaltung online unter:

Anmeldung und Teilnahme:
Die Teilnahme am Workshop ist ausschließlich nach vorheriger Anmeldung möglich. Zur Anmeldung senden Sie bitte eine formlose eMail mit dem Betreff „Anmeldung Workshop Dimensionen der Betroffenheit“, ggf. institutioneller Anbindung und/oder Funktion an: Sina@tfm.uni-frankfurt.deDeadline für die Anmeldung ist der 15. Juni 2026.
 

Förderung
Die Veranstaltung wird ermöglicht durch die freundliche Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)

Veranstaltungsort:
Institut für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft
Universität Paderborn
Warburger Str. 100
33098 Paderborn
Deutschland

Konzeption & Organisation:
Dr. Kalina Kupczyńska| Universität Łódź
Dr. Véronique Sina | Goethe-Universität Frankfurt
Anna Maria Spener, M.A. | Universität Paderborn
Unter Mitwirkung von:
Miriam Maja Brost, B.A. | Goethe-Universität Frankfurt & Ruhr-Universität Bochum

Schlussakkord der Roland Faelske-Stiftung für Comic und Animationsfilm

Termin:
19.06.2026 - 20.06.2026

„Papier Pigment Pinsel : Pixel Prompt Prozessor: Interdisziplinäre Comicforschung im 21. Jahrhundert“

Nach über 15 Jahren wird die Roland Faelske-Stiftung ihr erfolgreiches Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der deutschsprachigen Comicforschung satzungsgemäß zum Jahr 2029 beenden. Die bisher geleistete Förderung wird mit einem ‚Schlussakkord‘ vom 19. – 20. Juni 2026 im Warburg-Haus in Hamburg gewürdigt und zugleich wird ein Ausblick auf die zunehmend interdisziplinäre Comicforschung gegeben.

Mit Beiträgen von Ole Frahm, Astrid Böger, Christina Meyer, Felix Giesa, Lukas R.A. Wilde und Nina Eckhoff-Heindl.

Veranstaltungstext:
„​
Konfrontiert mit digitalen Methoden der Langzeitarchivierung, Erschließung und Erforschung von analogen Comics und Animes als Teil unseres kulturellen Erbes steht die Comicforschung auch im deutschsprachigen Raum heute vor bislang ungeahnten Herausforderungen mit Chancen und Risiken. Wurden mit (semi-)automatisierter algorithmischer Bild- und Textanalyse mithilfe von Künstlicher Intelligenz bereits Experimente in der Forschung gemacht, werden nunmehr auch vermehrt – auf der Basis von sog. Generativer Künstlicher Intelligenz (GenAI) – proprietäre sowie frei verfügbare Open-Source-Werkzeuge für die Gestaltung und Produktion von Comics/Animes bereitgestellt. Dabei liegt die Hauptarbeit der digitalen Erfassung und Erschließung der Comic-Bestände in den deutschen Bibliotheken als auch in privaten Sammlungen noch weitgehend brach. Oftmals sind diese Bestände augenblicklich leider noch nicht einmal in – z.B. standardisierten und öffentlich zugänglichen – Katalogen erfasst. Dieses dringliche Desiderat erlaubt gerade der interdisziplinären Comicforschung erzwungenermaßen eine Denkpause, in der die theoretischen, methodischen, analytischhermeneutischen, ästhetischen, ökonomischen, ökologischen und ethischen Potenziale und Risiken der digitalen Erfassung, Erschließung, Analyse und Generierung mit Verfahren aus den Forschungsgebieten Deep Learning, Distant Reading, Big Data und Cloud Computing in den Vordergrund treten können, bevor uneinholbar Fakten geschaffen werden, die die Zukunft der deutschen Comicforschung tangieren. Anderthalb Jahrzehnte lang hat die Hamburger Roland Faelske-Stiftung die deutschsprachige Comicforschung im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützt und begleitet. Durch die regelmäßige Verleihung des Roland Faelske-Preises für herausragende Dissertationen und Abschlussarbeiten konnte die Stiftung aus der Forschung heraus entstehende Impulse verstärken und in die Forschung zurückspielen. Vor ihrer satzungsgemäßen Auflösung setzt die Roland Faelske-Stiftung nun einen zukunftsweisenden Forschungsimpuls. Nach einem bilanzierenden Rückblick auf die zeitgenössische Comicforschung diskutieren Expertinnen und Experten einschlägiger Disziplinen in einem hochkarätig besetzten Workshop die Perspektiven, Chancen und Risiken einer digitalisierten Comicforschung für die nächste Dekade des 21. Jahrhunderts. Besonderes Augenmerk liegt auf der möglichen Rolle der Künstlichen Intelligenz im Kontext der visuellen Narration und wie diese Technologien neue Perspektiven auf die Bestände, Struktur und Interpretation von Comics eröffnen können. Der Workshop soll mittelfristig auch dazu beitragen, die Verbindung zwischen Comicforschung, Digital Humanities und Künstlicher Intelligenz auszuloten als auch neue fachübergreifende Kooperationen voranzubringen.“

Für den zweiten Veranstaltingsag ist eine Anmeldung bei der Roland Faelske-Stiftung erforderlich: rolandfaelske-stiftung@gmx.net.

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Ausstellung „William Shakespeare ‚The Tempest'“

Die Universitätsbibliothek Regensburg präsentiert in einer virtuellen Ausstellung die Graphic-Novel-Adaption von Shakespeares „The Tempest“, die als Publikation der Bibliothek selbst erschienen ist. Die Zeichnerin Nele Heaslip hat das späte Shakespeare-Stück mit den Mitteln der Graphic Novel neu erschlossen und ließ dabei Shakespeares Originaltext weitgehend ungekürzt, übersetzte ihn aber in eine eigenständige visuelle Inszenierung.
Die Ausstellung dokumentiert den Entstehungsprozess: von der inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Stück über den Weg von der Idee zur fertigen Zeichnung bis zu Druck und Publikation. Ergänzt wird dies durch eine Leseprobe, einen Essay zur Graphic Novel als Medium sowie eine Vorstellung der Zeichnerin.
Zur virtuellen Ausstellung.

Einblicke ins Masterseminar „Comics verstehen, denken und erfahren“ (W25/26)

Eine Reflexion von Björn Hochschild (Universität Wien):

„Seit der Veröffentlichung von Nick Sousanis Unflattening (2015)1 — einer Dissertation in Comicform — erhielt die Idee Aufschwung, Comics nicht nur als Gegenstände geisteswissenschaftlicher Forschung zu betrachten, sondern als epistemische Praxis. Wie verändert sich geisteswissenschaftliches Arbeiten und Denken, wenn es maßgeblich von den Formen, Materialitäten und Medialitäten des Comics geprägt ist? Was bedeutet das Arbeiten in Comicform für die Sammlung von Daten, deren Analyse und für die Ergebnispräsentation? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das Masterseminar „Comics verstehen, denken und erfahren“ (Wintersemester 2025/26). Dieser Beitrag fasst die didaktische Anlage der Lehrveranstaltung kurz zusammen, präsentiert ausgewählte Ergebnisse aus praktischen Übungen und versammelt eine Auswahl zeichnerischer Abschlussprojekte der Studierenden.“

Übersicht:
Comics als epistemische Praxis?
Praktisches und theoretisches Arbeiten im Seminar
Praktische Übungen: Herantasten ans Zeichnen
Praktische Übungen: Herantasten an die Form des Comics
Praktische Übungen: Annotieren
Teilleistungen: Visuelle Annotation und Abschlussarbeiten
Teilleistungen: Abschlussprojekte
„Wachsfiguren“ von Lara Bozkurt
„Karl Andreas von Bernbrunn“ von Tabea Lachner
„Den Rahmen Sprengen“ von Hannah Phoebe Maule
„Die Funktionen des Rahmens im Comic“ von Levinja Mozina
„Der Rahmen im Comic“ von Stephan Stroblmayr
„BOOM, BANG, POW! — Wenn Comics hörbar werden“ von Annely Petz
„Horrorcomics in the 50s — Featuring Zeitgeist & Graf Ick(!)“ von Jan Schüssler
„Zeitlichkeit in Comics“ von Alexandra Vlaicu
Fußnoten

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Online-Ringvorlesung: „Mehr als Menschen in Panels. Perspektiven der Ökologie, Posthuman, Animal und Plant Studies“

Auch in diesem Sommersemester veranstaltet das Netzwerk „Comicforschung am Rhein“ wieder eine montägliche Online-Ringvorlesung „Aktuelle Fragen der Comicforschung“ an (18:30-20:00 Uhr, vom 13. April bis zum 20. Juli 2026), mit Vortragenden aus Wissenschaft und Praxis. Diesmal steht diese unter dem spannenden Thema „Mehr als Menschen in Panels. Perspektiven der Ökologie, Posthuman, Animal und Plant Studies“.  Anmeldung unter: comicforschung-rhein (ät) uni-koeln.de, ein Link zur Veranstaltung wird per Mail zugeschickt.

Ankündigungstext:

„Die gemeinsam an den Universitäten Bonn, Bochum, Düsseldorf und Köln ausgerichtete interdisziplinäre Ringvorlesung zur Comicforschung wird vom Netzwerk Comicforschung am Rhein organisiert. Interdisziplinäre Beiträge aus der Forschung und Gespräche mit Künstler*innen widmen sich in diesem Sommer der Frage, wie Comics das für unsere Gegenwartsgesellschaften hochaktuelle Thema der Ökologie sowie Perspektiven der Posthuman, Animal und Plant Studies aufgreifen und künstlerisch gestalten.

So thematisieren etwa Comics zur Klimakrise in ökologischen und ökokritischen Perspektiven  die Folgen der Umweltzerstörung oder Ängste und Hoffnungen um Nukleartechnologie. In fiktionalen ebenso wie in dokumentarisch-faktualen Comicerzählungen begegnen wir apokalyptischen, aber auch optimistisch revolutionären Entwürfen. Vor dem Hintergrund einer möglicherweise nicht hinreichend diversifizierten Wahrnehmung der Gegenwart als Anthropozän, also als Zeitalter einer vom Menschen geformten Erde, gilt es den Blick auch auf noch mehr als nur menschliche Akteure zu richten: Auf die Darstellung von tierischen und pflanzlichen Existenzweisen und Subjektivitäten in den Animal und Plant Studies ebenso wie auf die Akteur-Medien-Netzwerke, in denen Menschen mit Werkzeugen von Zeichenstiften bis zu Kommunikationssatelliten, mit Infrastrukturen und Organisationen interagieren, wenn sie Comics entwerfen, produzieren, distribuieren oder lesend betrachten: auch sie gilt es als globale und lokale, zwischen Menschen und nicht-menschlichen Akteuren verteilte Konstellationen ernst zu nehmen.

Im inzwischen fünften Jahr lädt unsere Online-Ringvorlesung Teilnehmende dazu ein, Perspektiven aus verschiedenen Philologien und Kulturwissenschaften, aus der Kunstwissenschaft, Medienwissenschaft und Geschichtswissenschaft, der Philosophie und der Didaktik zu kombinieren und in Diskussionen und Workshops mit Künstler*innen aus der Comicszene und eigenen Essays zu erproben. “

Beiträge:

13.04.26    Stephan Packard / Frederik von Reumont / Joachim Trinkwitz: „Mehr als Menschen in Panels: Zur Einführung“

20.04.26    Frank Leinen: „Doch kein Ende der Welt? Le monde sans fin (Jancovici/Blain) und die Suche nach Antworten auf die Klimakatastrophe“

27.04.26    Nina Eckhoff-Heindl: „Summ Summ Summ. Was uns die Human-Animal-Studies über den Bienenkörper in Comics lehren können“

04.05.26    Tatjana Kasigkeit: „Natur und Kultur in Indigene Feminismen

11.05.26    Judith Kranz (Comickünstlerin): „SOMA – Comiczeichnen als Reflexion gesellschaftlicher Konstrukte in Zeiten der fortschreitenden Ausbeutung von Mensch und Natur“

18.05.26    Bettina Burger: „Making Kin Across the Universe: Menschlich-nichtmenschliche Beziehungen in Shuri: Wakanda Forever und anderen Marvel Comics“

01.06.26    Nicolas Gaspers: „Welcome to the Sixth Mass Extinction! Ökologie und Kritik bei Poison Ivy

08.06.26    Hanna Harms (Comickünstlerin): „Wald ohne Bäume – Darstellung von Auswirkungen menschlichen Handelns auf Wälder“

15.06.26    Frederik von Reumont: „Marvels Godzilla: Ein Lehrbuch zum Umgang mit Naturgewalten?“

22.06.26    Lukas R.A. Wilde: „KI-Figuren im Comic: Imaginationen, Autorisierungen und Interaktionen jenseits des Menschlichen“

29.06.26    Katharina Hülsmann: „Das Nukleare, Mensch & Natur in Katsumata Susumus Teufelsfisch

06.07.26    Frauke Berger (Comickünstlerin): Werkstattgespräch – Die Postapokalypse ist Grün

13.07.26    Christina Becher-Tiessen: „Pflanzen in Text und Bild: Comics Studies meets Cultural Plant Studies“

20.07.26    Susanne Brandt / Joachim Trinkwitz: Schlussdiskussion

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Ausstellung Vorbilder mit zwei Gesichtern: Superhelden aus dem DC- und Marvel-Universum

Termin:
28.03.2026 - 13.09.2026

Auf eine neue Sonderausstellung im Erika-Fuchs-Haus – Museum für Comic und Sprachkunst in Schwarzenbach an der Saale möchten wir hinweisen: „Vorbilder mit zwei Gesichtern: Superhelden aus dem DC- und Marvel-Universum“ ist vom 28. März bis 13. September 2026 zu sehen.

Superman, Spider-Man, Hulk, Batman, Wonder Woman und Iron Man kämpfen seit mehr als 60 Jahren gegen das Böse – zugleich aber auch gegen ihre eigenen inneren Dämonen. Die Ausstellung beleuchtet diese zwei Gesichter der (Anti-)Held:innen: übermenschliche Fähigkeiten auf der einen, menschliche Schwächen auf der anderen Seite. Zu sehen sind originale Bleistift- und Tuschezeichnungen, Aquarelle, Vintage-Comics sowie Actionfiguren aus der Sammlung des Kurators Michael Kompa.

Die Vernissage findet am Freitag, 27. März 2026, um 19 Uhr statt. Museumsleiterin Joanna Straczowski und Kurator Michael Kompa werden einführende Worte zur Ausstellung sprechen. Ein besonderer Anlass begleitet die Eröffnung: Am selben Tag wird der 125. Geburtstag des Disney-Künstlers Carl Barks gefeiert, dessen Donald-Duck-Comics durch Erika Fuchs ins Deutsche übertragen wurden. Eine Kuratorenführung mit Michael Kompa findet am 28. März 2026 von 15:00 bis 16:30 Uhr statt.

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Barbara Yelin wird Comic-Professorin an der Merz Akademie

Die Merz Akademie beruft die Comic-Künstlerin Barbara Yelin auf die Leibinger Professur für Comics und Comicforschung. Aus einer großen Zahl hervorragender Bewerbungen wurde Barbara Yelin als prima inter pares ausgewählt. Nach Abschluss einer renommierten internationalen Residency an der Villa Massimo wird Barbara Yelin die Professur im Juli 2026 an der Merz Akademie antreten.

Auf dem Online-Symposium „Zeigen, was zählt. Comics & Visibility“, das am 27. und 28. März 2026 stattfindet, wird Barbara Yelin über ihre Visionen für die Professursprechen: https://www.merz-akademie.de/veranstaltungen/visibility-comic-symposium/

Aus dem Pressetext:
„Barbara Yelin zählt zu den international renommiertesten Comic-Künstlerinnen und -Künstlern ihrer Generation. Bekannt wurde Barbara Yelin durch “Irmina”, “Emmie Arbel. Die Farbe der Erinnerung” und kürzlich “Die Giehse”, in denen sie eine künstlerische Erzählweise mit historischer Recherche und gesellschaftlicher Reflexion verbindet. Die Arbeiten von Barbara Yelin wurden vielfach ausgezeichnet und in zahlreichen internationalen Ausstellungen und Publikationen präsentiert. Neben der künstlerischen Praxis engagiert sich Barbara Yelin seit vielen Jahren auch stark in der Vermittlung und für die Vernetzung der Comics-Community.

Mit der Leibinger Professur stärkt die Merz Akademie ihre künstlerische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Comics in analogen, digitalen und hybriden Formen. Die Professur verbindet Praxis und Theorie und soll die Comicforschung sowie die künstlerische Comicproduktion im deutschsprachigen Raum nachhaltig fördern.

Besonders im Fokus steht dabei das Möglichkeitsspektrum von Comics als Dialogwerkzeug und forschungsorientiertes Instrument in multiperspektivischen fiktionalen, biografischen und dokumentarischen Narrationen – etwa in der Wissenschaftskommunikation, in Erinnerungskulturen und in postkolonialen Perspektiven. Mit ihrer internationalen Vernetzung, langjährigen hochschulpädagogischen Erfahrung sowie ausgewiesener Praxis in interdisziplinären Kooperationen erfüllt Barbara Yelin dieses Profil in besonderer Weise.

‚Wer zeichnet, schaut hin, schaut anders, sieht mehr. Wer schreibt, dehnt die Räume des Verständnisses. Und der Comic bringt beides zusammen. Und ich kann gar nicht genug davon schwärmen, welche Möglichkeiten der Raum dazwischen bietet und wie viele dieser Wege bisher noch gar nicht begangen sind. Die wichtigsten Menschen dieses neuen Studiengangs sind aber die zukünftigen Studierenden, die ihre Neugier, ihre Perspektiven, ihre Ideen und ihre Vielstimmigkeit mitbringen werden. Und ich freue mich, sie darin zu unterstützen, daraus einen Beruf zu machen.‘ (Barbara Yelin)“

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Ausstellung „Ich, das Tier“ im schauraum: comic + cartoon

Termin:
23.04.2026 - 01.11.2026

Ausstellung „Ich, das Tier.“ im schauraum: comic + cartoon

Gerne möchten wir auf die kommende Ausstellung „Ich, das Tier. Vom bösen Wolf bis Donald Duck – Tiere im Comic“ des schauraum: comic + cartoon aufmerksam machen. Diese wird vom 24. April bis zum 1. November 2026 im schauraum: comic + cartoon zu sehen sein.

Kurator der Ausstellung ist Dr. Alexander Braun.

Die Ausstellung wird am 23. April 2026 feierlich im Studio B der Stadt- und Landesbibliothek (direkt nebenan) eröffnet. Im Anschluss an die Eröffnungsreden und die Einführung durch Kurator Dr. Alexander Braun kann die Ausstellung im schauraum: comic + cartoon besucht werden. Außerdem wird der Comic-Zeichner Mark Buckingham (Fables) anwesend sein und seine Comics signieren.

Ankündigungstext:
„Das Medium Comic ist von Beginn an geprägt von anthropomorphen Tierfiguren, also Tieren, die sich wie Menschen verhalten. Man denke nur an die abenteuerlustige Mickey Mouse, Pechvogel Donald Duck oder den asozialen, gefräßigen Kater Garfield.

Diese Tradition lässt sich zurückverfolgen bis zu den Brüdern Grimm oder den Fabeln der Antike. Der Comic hat solchen Figuren jedoch ein langlebiges Dasein in Serie beschert und sie zu popkulturellen Superstars gemacht, die die Leben ihrer Leser und Leserinnen über Jahrzehnte hinweg begleiten. Ob Held oder Antiheld, sie reflektieren dabei stets alle Facetten der menschlichen Natur, gute wie böse. Hat der Wolf im Märchen Rotkäppchen nur einen punktuellen Auftritt, so wird aus ihm in DCs Bestseller-Comic Fables eine tragende, ambivalente Heldenfigur, der man neugierig bis hin zur Familienplanung folgt.
Auch Superheld Wolverine überbietet in seiner Vielschichtigkeit alle früheren Werwolf-Mythen. Kurz gesagt: Menschen als Tiere kennt die Menschheitsgeschichte seit tausenden Jahren. Der Comic des 20. Jahrhunderts ist wie ein finales Feuerwerk: die strahlende Vollendung der Gattung »Fabel«. Nie zuvor gab es so viele und so differenzierte Tierfiguren. Die Ausstellung zeigt Originalzeichnungen und seltene Archivalien vom 19. Jahrhundert bis heute. Sie gewährt spannende Einblicke in die Geschichte der Comics, von Slapstick bis Superhelden-Action.
Zur Ausstellung ist ein 280 Seiten starkes Katalogbuch erschienen.
Credit für das Visual: © 2025 Ramar/schauraum: comic + cartoon für das gezeichnete und collagierte Hommage-Motiv auf der Basis von Figuren von Marvel Comic, Disney Enterprises und Paw.Inc„.