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Vorträge zur Ausstellung „Rudolph Dirks“ in Heide

Termin:
18.02.2018 - 22.04.2018

Am 18. Februar 2018 eröffnet auf der Museumsinsel Lüttenheid die Ausstellung „Rudolph Dirks – Zwei Lausbuben und die Erfindung des modernen Comics“ (Ausstellungspost folgt).  Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet, welches auch einige Vorträge beinhaltet. Drei Einzelvorträgen werden dabei durch eine dreiteilige Vortragsreihe von Benedikt Brebeck zum Thema „Überblick und Entwicklungen des Comics vom frühen Zeitungsstrip bis zur Graphic Novel“ ergänzt.

Vortragsprogramm:

Dienstag, 27. Februar 2018, 19:00 Uhr
Benedikt Brebeck, „Bilder für Alle. Neue Sehgewohnheiten und die Erfindung des Comics“

Dienstag, 6. März 2018, 19:00 Uhr
Benedikt Brebeck, „Helden braucht die Welt. Die Verbreitung des Comic-Hefts und Popularität eines Mediums“

Donnerstag, 15. März 2018, 19:00 Uhr
Tim Eckhorst, „Wie die Dithmarscher den Comic erfanden“

Dienstag, 20. März 2018, 19:00 Uhr
Benedikt Brebeck, „Der Comic wird literarisch. Themenvielfalt und das Aufkommen der Graphic Novel“

Dienstag, 27. März 2018, 19:00 Uhr
Hans Thomas Carstensen, „Ein amerikanischer Traum – Andy Warhol Superstar“

Dienstag, 10. April 2018, 19:00 Uhr
Dirk Meier, „Menschen in Bewegung. Schleswig-Holstein als Ein- und Auswanderungsland von der Prähistorie bis in die Gegenwart“

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Symposium „Japan Pop goes global?“ in Köln

Termin:
19.01.2018 13:30-19:30

Das japanische Kulturinstitut Köln veranstaltet am kommenden Freitag ein Symposium, bei dem dem Themenbereich Manga großes Gewicht zukommt: „Japan Pop goes global? – Japanische Populärkultur und ihre vielschichtige Rezeption in Deutschland“. Bernd Dolle-Weinkauff, Jaqueline Berndt sowie Kristin Eckstein werden Vorträge zu Aspekten des Manga halten, im Anschluss wird Stephan Köhn eine Podiumsdiskussion moderieren.

Die Veranstaltung ist öffentlich und kann ohne Anmeldung und kostenfrei besucht werden.

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Veranstaltertext:
„Manga, Anime, Cosplay, Videogames, Spiele, Popmusik und Mode aus Japan haben längst Einzug in unseren Lebensalltag gehalten. War es vor noch gar nicht allzu langer Zeit vor allem die traditionelle Kultur des Landes, die hier bewundert und rezipiert wurde, so ist es in neuerer Zeit die Populär- und Subkultur, die unseren Alltag und unser Bild vom modernen Japan prägt.

Die verschiedenen Formen der Teilhabe – sei es passiv durch die Rezeption von z.B. Manga, Anime etc. oder (inter)aktiv durch die Teilnahme an Games, Cosplay usw. – bilden hier zweifelsohne den großen Reiz. Schon längst ist daher japanische Populärkultur nicht mehr gleichzusetzen mit Jugendkultur. Sie wird inzwischen alters-, geschlechts- und schichtübergreifend rezipiert – und dies aus den unterschiedlichsten Beweggründen.

Vieles aus dem Bereich Japan Pop erscheint auf den ersten Blick sehr „westlich“ und „unjapanisch“. Ein genauerer Blick auf die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte zeigt jedoch, wie sehr all diese Phänomene bis zu einem gewissen Grad immer noch in der japanischen Kultur verwurzelt sind und deren Ästhetik
widerspiegeln. Populärkultur ist Ergebnis und Motor eines fortwährenden Austauschs mit anderen Kulturen weltweit. Sie ist lokal und global zugleich.

Mit dem eintägigen Symposium sollen zentrale Aspekte bei der Genese, Produktion und Rezeption von japanischer Populärkultur in einer Zusammenschau herausgearbeitet werden. Neben einer allgemeinen Einführung in die Entwicklungsgeschichte
der Populärkultur in Japan stehen im ersten Themenblock des
Symposiums Prozesse und Mechanismen der Verbreitung von Manga- und Game-Kultur in Deutschland im Mittelpunkt. Der anschließende zweite Themenblock beleuchtet Aspekte der Rezeption von Populärkultur aus Fan- und Konsumentenperspektive und der Vermarktung von Manga auf Verlagsseite. Eine abschließende Diskussionsrunde will versuchen, ein Gesamtbild zu zeichnen und einzelne Aspekte.“

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Ausstellung „Birgit Weyhe: Gestern hier, heute dort“

Termin:
12.01.2018 Moitzbastei, Universitätsstraße 9, 04109 Leipzig

Eine Ausstellung zum Werk von Birgit Weyhe. Für ihr viertes Comic „Madgermanes“ über die ehemaligen DDR-Vertragsarbeiter aus Mosambik, erhielt Birigt Weyhe 2015 den Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung sowie 2016 den Max-und-Moritz-Preis für den „Besten deutschsprachigen Comic“.

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Comicoskop würdigt Dietrich Grünewald

Das Online-Journal Comicoskop widmet Dietrich Grünewald – Pionier der deutschen Comicforschung, Mitbegründer der ComFor und langjähriger erster Vorsitzender – einen Beitrag anlässlich seines 70. Geburtstags, den er im Dezember 2017 feiern durfte. Der Artikel von Klaus Albeck würdigt den Kunstdidaktiker als „Kämpfer für das Prinzip Bildgeschichte“ und zeichnet seine zahlreichen Verdienste um die deutsche Comcforschung nach.

Zu den (nach wie vor) einflussreichen Veröffentlichungen Grünewalds zählen u.a. Wie Kinder Comics lesen (Dipa-Verlag, 1984), Comics. Grundlagen der Medienkommunikation (Niemeyer, 2000) und Politische Karikatur: Zwischen Journalismus und Kunst (VDG, 2002). Zuletzt entdeckte er die verschollen geglaubte Bildgeschichte von Friedrich Schiller (Avanturen des neuen Telemachs) in US-Archiven wieder und wird sie wahrscheinlich noch in diesem Winter im Ch. A. Bachmann Verlag übersetzt und kommentiert veröffentlichen.

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Ausstellung „Gier nach neuen Bildern: Flugblatt, Bilderbogen, Comicstrip“

Die Ausstellung zur Geschichte populärer graphischer Nachrichtenmedien präsentiert drei Geschäftsmodelle der Flugblatt- und Bilderbogenproduktion, die sich vom 16. bis ins frühe 20. Jahrhundert kaum verändert haben. Aus heutiger Sicht ergeben sich erstaunliche Parallelen zum gegenwärtigen Boulevardjournalismus, zum momentanen medialen Bilderkampf der Ideologien und zum anspruchsvoll-unterhaltsamen Feuilleton.

Aus dem großen DHM-Sammlungsbestand an illustrierten Flugblättern, Bilderbogen, Titelkarikaturen und Comicstrips wird eine Auswahl von etwa 180 Originalen in der Ausstellung zu sehen sein, ergänzt durch komplette Bilderfolgen in Medienstationen. Zur Ausstellung erscheint ein reich bebilderter Katalog.

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Ausstellung „DDR-COMIC „MOSAIK“ Dig, Dag, Digedag“

Seit dem 7. Dezember 2017 widmet das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig den Digedags aus der DDR-Zeitschrift „Mosaik“ eine eigene Dauerausstellung.

Die Ausstellung umfasst rund 150 Zeichnungen, Entwürfe, Vorlagen und Modelle aus dem Archiv, das Hannes Hegen 2009 der Stiftung Haus der Geschichte übergab. Zahlreiche „Mosaik“-Geschichten laden außerdem zum Schmökern ein.

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Ausstellung „Die besten deutschen Comics“

Die Ausstellung zeigt die deutschsprachigen Comic-Künstler, die auf dem 31. Internationalen Comic-Salon Erlangen mit dem Max-und-Moritz-Preis 2016 ausgezeichnet wurden. Gezeigt werden Arbeiten von Barbara Yelin (Beste deutschsprachige Comic-Künstlerin), Birgit Weyhe (Bester deutschsprachiger Comic), Katharina Greve (Bester deutschsprachiger Comic-Strip), Wunderfitz, Mikiko Ponczeck (Publikumspreis) sowie Patrick Wirbeleit und Uwe Heidschötter (Bester Comic für Kinder).

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ComFor-Leseempfehlungen 2017

Die Redaktion der Gesellschaft für Comicforschung wünscht Ihren Leser_Innen  und Freund_Innen nachträglich noch einmal einen guten Jahresstart. Auch zu diesem Jahreswechsel möchten wir uns an den Listen aus Leseempfehlungen beteiligen, die man zum Jahreswechsel allerorts finden kann (hier geht es zu Leseempfehlungen der Vorjahre 2014-2016). Unter der Redaktion von Lukas R.A. Wilde haben wir unsere Mitglieder um ganz und gar subjektive Lektüretipps gebeten, die aus den vergangenen zwölf Monaten im Gedächtnis geblieben sind – aus welchen Gründen auch immer. Im Folgenden also einige Notizen zum Comicjahr 2017!

Juliane Blank

Literaturwissenschaftlerin (Germanistik), Universität des Saarlandes

D’Orsay-VariationenManuele Fior: D’Orsay-Variationen
Avant-Verlag

Auch wenn es sich um ein Auftragswerk des Musée d’Orsay handelt, erzählt der Comic nicht einfach die Geschichte des Museums. Stattdessen träumt sich Fior einen Streifzug durch die Kunstgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zusammen – und zwar ganz wörtlich. Die von den Besucher*innen und den Gemälden genervte Museumswärterin schläft während der Arbeit ein und sieht im Traum ‚ihre‘ Künstler, die sie so gut kennt: In Momentaufnahmen wird gezeigt, wie sich die impressionistischen Künstler*innen um Edgar Degas darüber streiten, ob Kunst in der Natur oder im Museum von den ‚Klassikern‘ gelernt wird. Was hier in Variationen durchgespielt wird, ist die Frage nach der Dynamik von Ablehnung und Verehrung, nach den Mechanismen der Zuschreibung von Kanon und Avantgarde. Die Anekdoten, die Fior erzählt, sind nicht immer belegt; aber der Band ist auch kein Lehrbuch der Kunstgeschichte. Er zeigt vielmehr, wieviel Bewegung in der Kunstgeschichte ist, die uns heute so fixiert und scheinbar unumstößlich entgegen tritt, zumal im Museum. Dabei sieht der Comic auch noch wunderschön aus. Fior demonstriert einmal mehr seine Spezialität, durch Variation des visuellen Stils zu erzählen. Die Überblendungen zwischen verschiedenen Bilderwelten lassen die Leser*innen abtauchen in den Traum von der Kunst, aber auch immer wieder in ihrer eigenen Welt aufwachen – vielleicht mit einem neuen Blick.
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Tillmann Courth

Comicjournalist und Blogger (COMIXENE, Comicoskop, tillmanncourth.de)

My Favorite Thing is MonstersEmil Ferris: My Favorite Thing is Monsters
Fantagraphics

Das ganze Jahr schon mache ich Propaganda für dieses US-amerikanische Werk, das aus dem Nichts kam. Mein Comic des Jahres 2017! Die Comicdebütantin Ferris legt einen 380-Seiten-Klotz vor, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat: ein höchst eigenwillig illustriertes Werk um ein Mädchen aus Chicago, das im Jahr 1968 mit ihrer sexuellen Identität ringt und ihre Umwelt wie einen düsteren Horror-Krimi wahrnimmt. Auf liniertem und gelochtem Schreibheftpapier (!) breitet Ferris mit feinem Buntstift ein Panoptikum der Zeit und ein Sittengemälde der Nachbarschaft aus. Protagonistin Karen fantasiert sich aus ihrem elenden Unterschichten-Alltag heraus, indem sie sich in Kunst flüchtet, Selbstermächtigung aus Horror-Trash gewinnt und als kecke Detektivin einem realen Mordfall nachgeht. Dabei kommen noch dunkle Geheimnisse zu Tage, die bis in ein deutsches Konzentrationslager zurückreichen. Das alles klingt wahnsinnig verblasen, therapeutisch und anspruchsvoll. Dank der Brille der Naivität, durch die Karen blickt, kann Ferris jedoch ihre Themen federleicht und mit viel trockenem Witz jonglieren. My Favorite Thing is Monsters bewältigt auf spielerische Weise, woran sich Dutzende Kunstcomicschaffende die Zähne ausgebissen haben: ein popkulturelles, genderbewusstes, zeitkritisches Familiendrama mit Humor! Für mich ist dieser Comic „the great American GRAPHIC novel“ (eine extensive Besprechung findet sich auf meinem Kulturblog).
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