Publikationen & Ressourcen

Neuerscheinung: „Comics and Playfulness“

Comics and Playfulness
Hg. von Kieron Brown und Jan-Noël Thon

De Gruyter
2026
246 Seiten
OPEN ACCESS
ISBN 9-783-1-1223018-3

Mit Beiträgen von u.A. Jan-Noël Thon, Giorgio Busi Rizzi, Lukas Etter und Christina Meyer,

Verlagsankündigung:

„This edited collection offers the first extended study of the manifold interconnections between comics and playfulness. While providing an open and adaptable point of departure for identifying and attributing playfulness across the production, aesthetics, and reception of comics and comics-like works, the book also acknowledges the diverse ways in which both playfulness and comics have been conceptualized and seeks to make productive the tensions within and between these different approaches. To this end, the volume includes contributions from a group of renowned international comics scholars and combines theoretical reflection on both comics and playfulness with detailed analyses of a wide range of case studies across various (analog and digital) comics and related formats, genres, practices, and cultural and historical contexts. Consequently, it marks an innovative contribution to an underexplored area within comics studies. Comics and Playfulness should therefore appeal to researchers and students of both comics studies and game studies, as well as anyone interested in the ever-increasing focus on ludic phenomena in media studies and the humanities more broadly.“

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Von „Oor Wullie“ bis „Doctor Who“ und „Heartstopper“: Anglophone Comics und Graphic Novels an der SUB Göttingen

Gastbeitrag von Dorothea Schuller, Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen)
ORCID: https://orcid.org/0000-0003-2988-7576
Kontakt: schuller@sub.uni-goettingen.de

Comics im Lesesaal der SUB Göttingen

[Foto: Comics im Lesesaal der SUB Göttingen]

Bevor die Rubrik „Bibliotheken & Archive“ auf der ComFor-Webseite Anfang 2026 mit dem Bericht vom DFG-Rundgespräch ‚wiederbelebt‘ wurde, war hier lange ein Beitrag von 2014 als letztes Update zu finden: Am 25. November 2014 wurde die Comic-Sammlung der Bibliothek des John-F.-Kennedy-Instituts in Berlin feierlich eröffnet, zwei Vorträge aus dem Programm (von Daniel Stein und der damaligen Bibliotheksleiterin Julia Mayer) wurden zum Nachlesen veröffentlicht.

Der Vortrag von Julia Mayer endete mit folgendem hoffnungsvollen Ausblick:

„Wie es weitergeht ist noch unklar. Gemeinsam mit der [Niedersächsischen] Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen werden wir [2015] einen Antrag für einen Fachinformationsdienst bei der DFG stellen, der auch die Bereitstellung von [nordamerikanischen] Comics beinhaltet. Wenn das scheitert, werden wir hoffentlich an anderen Stellen Sondermittel auftun, denn aus dem eigenen Etat können wir die Sammlung nur langsam weiter ausbauen. Eines ist aber auf jeden Fall sicher: Es wird weitergehen.“

Der Antrag war erfolgreich: Seit 2016 betreuen die SUB Göttingen und die Fachbibliothek Nordamerikastudien (UB der FU Berlin, ehemals JFKI-Bibliothek) gemeinsam den Fachinformationsdienst Anglo-American Culture (FID AAC). Die Sammlung nordamerikanischer Comics am Berliner Standort konnte somit wie geplant mit Hilfe von DFG-Drittmitteln weiter ausgebaut werden.

In der aktuellen 3. Förderphase hat auch die SUB Göttingen damit begonnen, eine Sammlung englischsprachiger Comics und Graphic Novels aufzubauen. Ergänzend zur Berliner Sammlung, die sich auf die USA und Kanada konzentriert, werden anglophone Werke v.a. aus Großbritannien, Irland, Australien und Neuseeland erworben, um so alle Länder aus dem Erwerbungsprofil des FID abzudecken. Auch Forschungsliteratur zu anglophonen Comics und Graphic Novels wird von der SUB Göttingen mit Unterstützung der DFG erworben.

Alle Comics können über die Fernleihe ausgeliehen werden und stehen so der Forschung als Primärquellen zur Verfügung. Vor Ort in Göttingen kann der Großteil der noch wachsenden Sammlung auch direkt am Regal (im Lesesaal der Zentralbibliothek) durchstöbert werden – eine vorherige Bestellung über den Katalog ist also nicht notwendig.

Die Sammlung enthält Klassiker von Alan Moore, Posy Simmonds, Bryan Talbot, Raymond Briggs und aktuelle Bestseller wie Alice Osemans Heartstopper-Reihe, aber auch Werke, die bisher kaum oder gar nicht an deutschen Bibliotheken vorhanden bzw. für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Dazu gehören z. B. Comics zur britischen Science-Fiction-Fernsehserie Doctor Who sowie Titel australischer und neuseeländischer Autor*innen wie Chris Gooch, Mandy Ord, Lee Lai, Ben Stenbeck oder Campbell Whyte.

Comics aus Australien

[Foto: Comics aus Australien]

Um ein möglichst breites Spektrum abzudecken, werden Werke unterschiedlicher Genres gesammelt, also z. B. auch Comic-Biographien, Comics zu historischen Ereignissen, Adaptionen von Literaturklassikern und Anthologien einschlägiger Magazine (z. B. 2000 AD).

Alle an der SUB Göttingen erworbenen englischsprachigen Comics werden mit der Regensburger Verbundklassifikation erschlossen (AP 89316 – AP 89999) und können über formale Kriterien aus dem Katalog herausgefiltert werden.

Zur Göttinger Sammlung gibt es außerdem als Ergänzung zum Bibliothekskatalog eine öffentliche Zotero-Bibliographie. Hier ist z. B. das Filtern nach Ländern möglich, und die bibliographischen Daten können leicht in die eigene Zotero-Bibliothek übernommen werden – ein Beitritt zur Gruppe ist dafür nicht notwendig.

Wir freuen uns auch über Erwerbungsvorschläge, die direkt in die Zotero-Bibliographie eingetragen werden können. Wer der Gruppe beitreten möchte, ist herzlich willkommen! Erwerbungsvorschläge können ansonsten auch über das Formular auf unserer FID-Webseite oder per E-Mail an uns gerichtet werden.

Im Vergleich zu anderen deutschen Comic-Sammlungen steht Göttingen noch ziemlich am Anfang. Umso mehr freuen wir uns, dass sich der neue Erwerbungsschwerpunkt schon ein wenig herumgesprochen hat und uns bereits einige Geschenkabgaben erreicht haben.

Ein besonderes Highlight sind einige Anthologien der einflussreichen schottischen Serien Oor Wullie und The Broons, die in Kürze bei uns verfügbar sein werden. Seit den 1930er Jahren erscheinen diese in Scots verfassten Comicstrips in der schottischen Zeitung The Sunday Post. Sowohl für kulturgeschichtliche wie sprachwissenschaftliche Fragestellungen stellen diese Comics interessantes Quellenmaterial dar. Sie wurden uns von Anne Günther (vormals Hoyer) überlassen, die sich in ihrer Dissertation The Scottishness of Oor Wullie mit diesen Comics auseinandergesetzt hat.

Oor Wullie & The Broons

[Foto: Oor Wullie & The Broons]

Der FID AAC bringt sich außerdem aktiv ins Netzwerk „Comics in Bibliotheken“ ein und steht mit anderen FID, die ebenfalls Comics sammeln, im Austausch. Auf der diesjährigen BiblioCon gab es ein vom Netzwerk koordiniertes Comics-Panel mit u. a. einem gemeinsamen Vortrag von FID AAC und FID Romanistik.

Im September 2026 werden wir zusammen mit unserer Berliner Partnerbibliothek einen weiteren Fortsetzungsantrag für den FID AAC bei der DFG einreichen. Ganz sicher ist die Zukunft also nicht, aber ich wiederhole an dieser Stelle gerne die zu Beginn zitierte optimistische Prognose: Es wird weitergehen!

Neuerscheinung: „Bin Mensch nicht auch ich?“

„Bin Mensch nicht auch ich?“
Erinnern – Erzählen – Erleben

Marion Goedelt, Inbal Leitner, Stephanie Lunkewitz,
Lisa Rock und Bianca Schaalburg,
hg. von Jens Aspelmeier, Jana Mikota und Daniel Stein

Ariella Verlag
2026
260 Seiten
€ 29,00
ISBN 978-3-945530-59-7

Verlagsankündigung:

„Modern inszeniert und grafisch erzählt, ist dies das passende Buch für junge Leser:innen, die sich für die Zeit des Nationalsozialismus und die Lebensgeschichten verfolgter Menschen interessieren. Für Lehrer:innen ist es Gesprächsöffner und Unterrichtshilfe zugleich – ein Anlass, die lokalen Begebenheiten und einzelne Schicksale im lokalen (hier am Beispiel des Siegerlands), wie im größeren historischen Kontext zu erkunden und die Möglichkeiten grafischer Formen der Erinnerungskultur kennenzulernen.

Fünf Illustratorinnen erzählen Lebensgeschichten aus der Stadt Siegen und dem Umland, die sich zur Zeit des Nationalsozialismus in Südwestfalen ereignen. Sie tauchen tief in die Vergangenheit ein und schildern die Erlebnisse und Erfahrungen der fünf Protagonist:innen. Hier treffen historische Aufarbeitung und gegenwärtige Erinnerung auf eine Weise aufeinander, die das Interesse vor allem junger Leser:innen an deutscher Geschichte wecken und für die generationsübergreifende Verantwortung für diese Geschichte sensibilisieren soll.

In Form von grafischen Kurzgeschichten im Stil einer Graphic Novel werden folgende historisch dokumentierte Biografien erzählt:

  • -Zina, die als junges Mädchen aus Weißrussland mit ihrer Familie nach Siegen deportiert und dort als Zwangsarbeiterin Schwerstarbeit leisten musste.
  • -Otto Päulgen aus Niederschelderhütte, ein Opfer des sogenannten „Euthanasieprogramms“
  • -Inge Frank, eine Jüdin aus Weidenau, die 1942 deportiert und anschließend ermordet wird
  • -Betty Hochmann, eine Jüdin, die gegen den Willen ihrer Eltern als Fünfzehnjährige ins damalige Palästina auswandert
  • -Die Siegener Synagoge und ihre Zerstörung

Fotos zum Making-of, der Recherche und des Storytelling Prozesses ergänzen die Geschichten und leiten beispielhaft an, auf eigene Erkundungen und Erstellungen von Graphic Novels im Sinne der lokalen Erinnerungsarbeit zu gehen. Besonders für Lehrer:innen und ihren Unterricht ist es ein anregendes Werk.

Historische Einordnungen helfen auch ‚Geschichts-Neulingen‘ die Hintergründe und Zusammenhänge zu verstehen und eine Variante zur traditionellen Erinnerungsarbeit zu bieten.

Die dritte Generation nach dem NS-Regime ist wieder sehr interessiert, die eigene Geschichte aufzudecken, und dieses Buch ist die Unterstützung zu dem aktuellen Interesse.“

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Neuerscheinung: Annemarie Klimkes „Super-Emotionen“

Super-Emotionen. Eine emotionstheoretische Betrachtung des Superheld✶innengenres im Comic

Annemarie Klimke

De Gruyter
ISBN 978-3-11-914316-5
Juni 2026
372 Seiten

Als Band 6 der Reihe Comicstudien ist soeben  Annemarie Klimkes Dissertationsschrift Super-Emotionen erschienen.

Buchbeschreibung:
„In Superheld*innencomics sind Emotionen, wie Wut, Angst oder Liebe allgegenwärtig. Sie charakterisieren die Figuren, sind fundamentaler Bestandteil ihrer Genese, ihrer Secret Identities sowie ihrer Superkräfte. Dabei artikulieren sie sich in einer für das Superheld*innengenre charakteristischen expressiven Formsprache.

Der vorliegende Band geht diesem bisher in der Forschung noch wenig beachteten emotionalen Potenzial nach und untersucht das US-amerikanische Superheld*innengenre im Comic erstmals aus einer emotionstheoretischen Perspektive. Anhand differenzierter Comicanalysen werden die verschiedenen Facetten von Emotionen beleuchtet, angefangen mit der Systematisierung emotionsanzeigender und emotionalisierender Zeichen bis hin zur Ergründung der emotionalen Semantik des Genres. Dabei wird beispielsweise diskutiert, welche emotionale Architektur die Traumata der Superheld*innen besitzen, inwiefern Emotionen vergeschlechtlicht oder rassifiziert werden und welche Emotionsdiskurse sich in emotionalen Superkräften verbergen.

Ziel der Studie ist es, die Grammatik der Emotionen in Superheld*innencomics offenzulegen und einen bis dato noch unausgeschöpften Zugang zum Genre aufzuzeigen.“

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Closure #12 erschienen!

Mit großer Freude präsentieren wir die zwölfte Ausgabe von CLOSURE Kieler Journal für Comicforschung.
Mit dem Thema »Queer Comics« widmen wir uns queerer Repräsentation in verschiedenen Comic-Kulturen – von queeren Figuren, Formen und Narrativen über intersektionale Identitäten bis hin zu den medienspezifischen Möglichkeiten des Comics, Geschlecht und Sexualität visuell darzustellen (mit Beiträgen von u.a. Marina Rauchenbacher und Janek Scholz).

Viel Spaß bei der Lektüre – hier geht’s zur Ausgabe:

https://www.closure.uni-kiel.de/closure12/ueber

Dank an Noelle Kröger aus Hamburg für das wunderbare Cover!

Zur Einführung:

„Die Bildsprache des Comics bietet einzigartige Möglichkeiten, Geschlecht und Sexualität visuell darzustellen. Farben, Formen und Stile können eingesetzt werden, um genderfluide oder non-binäre Figuren und ihr Erleben zu repräsentieren. Medienspezifische Leerstellen verweigern sich einer fixierten und normierten Determinierung. Bereits auf formaler Ebene können Comic-Künstler_innen die Sequenzierung von Panels, Zeichen und Erzählsträngen experimentell umstellen, um non-lineare Erzählstrukturen zu schaffen und so diverse Identitäten in queeren Erzählungen widerzuspiegeln.

Während wir beim Lesen von Comics die Lücken zwischen den Panels schließen, bleiben diese entscheidend sichtbar und präsent – eine Verweigerung der Kontinuität, die queere Comics aufgegriffen haben, um »queere Zeitlichkeiten« (Halberstam) außerhalb normativer Zeitvorstellungen zu suggerieren.

Comics fordern von Leser_innen, aktiv an der Interpretation teilzunehmen, da sie nicht nur die Handlung verfolgen, sondern auch die visuellen Informationen interpretieren müssen. Diese Interaktivität ermöglicht es queeren Geschichten, subversiver zu sein, indem sie visuelle Andeutungen oder symbolische Darstellungen nutzen, die nur durch aktive Auseinandersetzung mit dem Comic erfasst werden. »Die Phänomenologie ist schließlich voller queerer Momente, Momente der Desorientierung« (Ahmed). Ausgehend von dieser Einsicht stellt sich die Frage: Wie stört und verändert die Medienphänomenologie der Comics unsere Wahrnehmung und Interpretation von Identitäten und Beziehungen?

Während zuerst vor allem die Gay Community seit den 1950ern in Publikationen von unabhängigen Verlagen oder im Selbstverlag thematisiert wurde, erweiterte sich die Szene durch u. a. die Stonewall riots von 1969 (Hall 2012). Queere Themen fanden ihren Ausdruck in Underground Comix. Eine Szene mit alternativen Lebensentwürfen schuf sich einen Raum, in dem Geschlechterrollen und Sexualität befragt wurden. Künstler_innen wie Howard Cruse (1944-2019), Herausgeber der Anthologie Gay Comix, brachten explizit queere Geschichten in den Fokus und schufen Raum für LGBTQ+-Narrative, die in Mainstream-Comics noch ein Tabu waren.

Seit den 2000er Jahren haben Webcomics und unabhängige Verlage viel dazu beigetragen, eine noch breitere Vielfalt an queeren Identitäten, Geschlechterrollen und Geschichten in die Comic-Welt zu bringen. In diesen Geschichten geht es nicht nur darum, queere Figuren zu zeigen, sondern sie auch als vollwertige Charaktere zu etablieren, die im Mittelpunkt stehen und deren Identität nicht nur ein Nebenaspekt ist. Sichtbar sind Erzählungen über die queere Erfahrung früh im Bereich der Graphic Medicine, sowohl in aktivistischer und autobiografischer Form als auch zur gezielten gesundheitlichen Aufklärung (etwa Marbles von Ellen Forney 2012, Taking Turns von MK Czerwiec 2014 oder Pregnant Butch von A.K. Summers 2014).

Im Mainstream wurden queere Figuren seit Ende des 20. Jahrhunderts zunehmend sichtbar, oft allerdings nur als Nebenfiguren oder in metaphorischen Kontexten. Aber auch dieser Umgang verändert sich. Ein Beispiel hierfür sind die Young Avengers, deren Charaktere Wiccan, Hulkling und America Chavez seit ihrem Einzug in das Universum 2005 zu den ersten prominenten LGBTQ+-Figuren bei Marvel gehören. Diese Comics fordern sowohl gesellschaftliche Normen als auch Comic-Konventionen heraus, indem sie Queerness und Erzählungen ins Bild setzen. Ein Verständnis ihrer Wirkung erfordert die Untersuchung der Werke und der sie umgebenden Gemeinschaften.

CLOSURE #12 versammelt Beiträge, die queere Repräsentation in verschiedenen Comic-Kulturen erforschen und dabei Schnittpunkte mit queeren Figuren, Formen und Narrativen untersuchen.“

Neue Lianhuanhua-Übersetzungsprojekt von ChinaComx

Im Rahmen des aktuellen ERC Projekts zur chinesischen Comics-Kultur („ChinaComx: Comics Culture in the People’s Republic of China“) übersetzen die Heidelberger Kolleg*innen Lena Henningsen, Damian Mandzunowski und das ChinaComx Team chinesische Comics ins Englische (hauptsächlich) und auch in andere europäische Sprachen (derzeit eine Serie ins deutsche). Inzwischen ist man bei 14 Werken angekommen – und more to come!

Ankündigung:

New Lianhuanhua Translations by ChinaComx

In the last year, the ChinaComx project has added numerous new translations to our website. Ranging from book-length standalone stories to one-pagers found in magazines, all translations are available free and openly on the website https://chinacomx.github.io/translations/. 

Each translation comes with high-resolution scanned images, the transcribed text in original, and its translation next to each other. Each lianhuanhua is also introduced in an approachable but scholarly way by the translator(s).

We are happy to hear back from people who are using the translations in class or other ways — and tell us what stories you would like to read in translation next!

Here is a detailed overview of the translations as of March 2026 with direct links:

As of today, we have published fourteen ChinaComx translations of various types of lianhuanhua; these can be grouped into five thematic categories (but note that some stories may equally well fit in two categories or more):

  1. Works adapted from classics of Chinese literature:
    • The New Year’s Sacrifice 祝福 (1974) is a lianhuanhua adaptation of Lu Xun’s famous critique of tradition and feudalism: read the English translation here;
    • Geschichten über Lu Xun und Junge Leute 鲁迅和青年的故事 (1976) is a collection of three poignant short stories by Lu Xun: read the German translation here;
    • A Pair of Tweezers 一把镊子 (1981) is a one-paged lianhuanhua strip adaptation of an equally short story about Lu Xun: read the English translation here;
    • Nezha Wreaks Havoc in the East Sea 哪吒闹东海 (1985) is part three of a fifteen-part 1980s lianhuanhua adaptaion of the famous legend: read the English translation here;
  2. Tales of youth and socialist-patriotic ideals:
    • Lei Feng’s Youth Years 雷锋的少年时代 (1973) provides a biographicallook at the early years of the socialist icon Lei Feng:read the English translation here;
    • Niqiu Protects the Watermelons 泥鳅看瓜 (1974) is a wartimeadventure showcasing the bravery of children: read the Englishtranslation here;
    • By the Yang River 洋河边上 (1974) adapts a coming-of-age short story by Hao Ran about an elementary school pupil whose mundane actions are framed as meaningful acts of ideological practice: read the English translation here;
    • The Silent Fight 无声的战斗 (1976) is a story of espionage and counterespionage in the early-PRC told from the perspective of a young boy: read the English translation here;
    • Are You a Communist? 你是共产党员吗 (1981) is piece of allegoricalscar literature lianhuanhua that raises an existential inquiry into what it meant to be a CCP member in 1981: read the English translation here;
  3. Science popularization lianhuanhua:
    • Mermaid 人鱼 (1982) is an early-Reform Era lianhuanhua strip that both celebrates patriotic science and invites to venture beyond what is known: read the English translation here;
  4. Transcultural texts and storylines:
    • Norman Bethune 白求恩 (1973) and Doctor Bethune 白求恩大夫(1979) are two lianhuanhua adaptations of biographical tales about Norman Bethune: read the English translation here.
    • The Watch 表 (1980) is a beloved Soviet children’s story adapted into lianhuanhua for a Chinese audience: read the English translation here;
    • My Uncle Jules 我的叔叔于勒 (1980) is a lianhuanhua strip adapting a short story by Guy de Maupassant that probably every schoolchild in China was made to read in class: read the English translation here
  5. Contemporary lianhuanhua:
    • The Legend of Bing Conglin 冰聪林传奇 (2024) is an ongoingcontemporary lianhuanhua serialised on Xiaohongshu 小红书 by a young fan: read the English translation here.

Monitor 81: Neue Publikationen

Im Monitor werden in unregelmäßigen Abständen aktuelle Publikationen aus den letzten 6 Monaten vorgestellt, die für die Comicforschung relevant sein könnten. Die kurzen Ankündigungstexte dazu stammen von den jeweiligen Verlagsseiten. Haben Sie Anregungen oder Hinweise auf Neuerscheinungen, die übersehen worden sind und hier erwähnt werden sollten? Das Team freut sich über eine Mail an redaktion@comicgesellschaft.de.
→ Zu früheren Monitoren.

 


BuchcoverLynda Barry: A Critical Guide

Bloomsbury Comics Studies

Maaheen Ahmed
Bloomsbury Academic
Februar 2026
Verlagsseite

„A complete introduction to the comics and graphic narratives of Lynda Barry, this book maps the historical and biographical contexts, key texts, the critical themes and debates surrounding her publications and the lasting impact of her work on the comics medium. With a distinctive body of work that unfolded during key moments in comics history from the much touted and criticized ‚coming-of-age‘ of comics to the rise of underground and alternative comics and the establishment of graphic novels, Barry’s comics reflect the changing status of comics, while unpacking the very constituents of the medium and testing its limits.“

 

BuchcoverTeam Up: How Collaboration Powers Superhero Comics

Marie Sartain
UP of Mississippi
Februar 2026
Verlagsseite

„As superhero comics have become increasingly mainstream, so too has the attention given to the creators behind them. Yet, while it is widely known that the majority of superhero comics are produced through collaborative efforts, the ways these partnerships shape creation and reception of such works remain largely unexplored.
Team Up: How Collaboration Powers Superhero Comics addresses this gap as the first book to examine the crucial role collaboration plays in the making and the reception of superhero comics by Marvel and DC. It delves into what collaboration in superhero comics entails, how these partnerships function, and their far-reaching impact on the genre and industry, both past and present.
By exploring various forms of collaboration—from the dynamic interplay between writers, editors, and artists to the passing of projects between successive creative teams and the contributions of fans to the broader media landscape—Team Up reveals that collaboration is not just a part of the superhero comics process; it is the genre’s driving force.“

 

BuchcoverSinophone Comics: Histories, Identities, Medialities

Comics Studies

Adina Zemanek (Hg.)
De Gruyter
Februar 2026
Verlagsseite

„While comics published in twentieth-century China have enjoyed extensive coverage, this volume showcases recent works from other locations in Asia and beyond: Taiwan, Hong Kong, Singapore, Malaysia, Italy and the US. Thus, its Sinophone framing de-centers the hegemony of China in Chinese studies, and that of Japanese manga in comics studies. Non-mangaesque productions take center stage, and a chapter on comics-related cultural exchange with Japan covers reception of Taiwanese comics.
Chapter contributors explore key themes in Sinophone studies: identity-construction and (national or medium-specific) history-writing through positive or negative connections with China as a cultural and political center, contingent on local colonial legacies, nationalist projects and other cultural factors.
At the same time, this volume underscores transnational connections, central to comics throughout this medium’s history, and recent global trends shaping media and cultural production: state support and soft power, the neoliberal emphasis on creativity and self-branding, the rise of digital platforms. Taiwan constitutes a productive site for studying such issues, hence its centrality to this project.“

 

BuchcoverStrange Fruit and Bitter Roots: Black History in Contemporary Graphic Narrative

Daniel Stein
UP of Mississippi
Januar 2026
Verlagsseite

„Since the publication of The Middle Passage: White Ships/Black Cargo by Tom Feelings, more African American creators have used graphic narratives to explore key moments in colonial and US history. These graphic stories address the painful legacies of anti-Black violence and the long history of racial injustice, using the power of comics to both confront the past and offer visions for the future.
From the Middle Passage and slavery to the civil rights movement and today’s fight for Black Lives, these narratives reimagine history and challenge oppressive systems. Through creative artwork and storytelling, they give fresh perspectives on racial violence and racism in US visual culture, developing new visual languages and techniques to express these complex histories.
Strange Fruit and Bitter Roots connects scholarly research on Black history with some of the most impactful African American graphic novels. The book explores works such as King by Ho Che Anderson; The Middle Passage by Tom Feelings; Nat Turner by Kyle Baker; Black Panther by Ta-Nehisi Coates and Nnedi Okorafor; Bitter Root by David Walker, Chuck Brown, and Sanford Greene; Blue Hand Mojo by John Jennings; Wake: The Hidden History of Women-Led Slave Revolts by Rebecca Hall and Hugo Martínez; and many others, bringing a deeper understanding of how graphic narratives can challenge historical narratives and shape conversations about race and identity today.“

 

BuchcoverComics is…: Debating the Subject of Comics Studies

Palgrave Studies in Comics and Graphic Novels

Martin Lund
Palgrave Macmillan
Januar 2026
Verlagsseite

„Taking the contested and contestable meaning of “comics” as its starting point, Comics is… brings together ten comics scholars from different disciplines and with different approaches to what some of us call comics, to debate and discuss the foundations of Comics Studies in a provocative and thought-provoking way.
The book is built around a three-part structure: each contributor writes a sentence or brief statement, starting from the prompt “Comics is…”; a colleague replies to the statement with a reflection, critique, or application of the statement or the position it advances; and, finally, the author of the statement responds to the reply in a brief essay.
Through its dialogical format, the book is likely to spark new conversations in the field; the statement–response–reply format will illustrate that the ways we think as comics scholars are processual, and any reader will find things they agree and disagree with in its pages – and, more importantly, will find occasion to reevaluate their own thinking.
Furthermore, when taken together, the “Comics is…” statements along with the responses and replies provide a barometer of the state of Comics Studies at present, exemplifying current approaches within the field and some of the thinking behind why some of us do our work in certain ways, while others choose sometimes radically different ones.“

 

BuchcoverVisual Metaphor and Drawn Narratives: Embodied Cognition and Expression in Comics

Palgrave Studies in Comics and Graphic Novels

John Miers
Palgrave Macmillan
Januar 2026
Verlagsseite

„This book contributes to metaphor and comics scholarship by bringing together established theories of metaphor and of depiction and applying the result to the analysis of narrative drawing. Miers synthesizes two strands in recent comics scholarship: the analysis of comics as drawn texts, informed by art history and aesthetic philosophy, and the use of contemporary metaphor theory as a lens to examine how meaning is produced in comics. It aims to enrich and substantiate claims about the metaphorical characteristics of pictorial representations, and develop our understanding of how metaphor use is guided by stylistic features of drawing that are characteristic of the comics form.“

 

BuchcoverThe Materiality of Digital Comics

Palgrave Studies in Comics and Graphic Novels

Ian Hague
Palgrave Macmillan
Januar 2026
Verlagsseite

„The Materiality of Digital Comics asks how we can speak meaningfully about digital comics, and how we can do so in a way that remains meaningful as time passes and technology changes. In Part I, the book proposes a model for the study of digital comics that is founded on a material understanding of the form. Across three chapters, the book explores what digital comics are, in physical terms, and how we might structure our understanding of digital comics using six key terms: identifier, file type, software, firmware, hardware, and producers/readers. Each of these elements is explored individually before the relationships between them are discussed. The second part of the book develops this framework across three key areas: economics, histories and geographies. Chapter 5 explores the sales of digital comics and highlights a variety of costs and risks in digital comics that do not apply straightforwardly to print comics. Chapter 6 considers questions of histories as they pertain to digital comics, framing the discussion around four stages in the “life cycle” of a digital comic: creation, maintenance, movement and destruction. Chapter 7 addresses geographies through four topics: localities, nationalities, languages and law. Central to this chapter is the argument that digital comics are physically located things. The book concludes with a discussion of how the model presented here, and the concerns it raises, might be used actively for further scholarship, as well as an outline of other key areas that might be explored through a material analysis of digital comics in future.“

 

BuchcoverFantastic Adventures in the Comics: Rockets, Genies, and Bug-Eyed Monsters, 1940s-1980s

William Schoell
McFarland
Dezember 2025
Verlagsseite

„Science fiction and fantasy comics present colorful if disparate visions of the future, from post-apocalyptic nightmare scenarios and prophetic explorations of technical advances to startling stories of space colonization. This book analyzes the genre from the 1940s to the 1980s, examining works such as tales of virile adventurers and their space “babes” to more thought-provoking stories of the clash of alien cultures and frightening, ironic looks at the results of outer space travel.
This volume scrutinizes the output of publishers such as DC Comics (Strange Adventures and Tales of the Unexpected, etc.); EC comics (Weird Science and Weird Fantasies); Marvel Comics (various series with monsters and grotesque alien creatures); Charlton (numerous fantasy magazines); American Comics Group (Forbidden Worlds and Adventures into the Unknown); as well as comics from Dell, Gold Key, Avon, Fiction House, and many others. “

 

BuchcoverThe Code of the Superhero: Morality and Citizenship in the Comics

Ryan L. Johnson
McFarland
November 2025
Verlagsseite

„Since their inception, superheroes in comic books and other media have endeavored to guide the nation’s children and adults. But what have superheroes been teaching, and how has that curriculum changed from generation to generation? This examination of American superhero history investigates the transforming landscape of the so-called Superhero Code. It discusses the history of the costumed crusaders across more than eight decades, then dives into a case study of a comic-book hero and a transmedial adaptation. Over the course of 6 eras and 12 characters, the book explores the responses of each new generation of characters to contemporary political and social concerns as well as the superheroes’ timeless moral messages for readers young and old.“

 

BuchcoverRezeptionsprozesse zu erzählenden Comics: Eine rekonstruktive Studie in der Sekundarstufe I

Didaktik der deutschen Sprache und Literatur

Stefanie Granzow
Waxmann Verlag
Oktober 2025
Verlagsseite

„Comics vereinen visuelle, sprachliche und narrative Elemente, sodass die deutschdidaktischen Perspektiven auf den Gegenstand vielfältig sind. Welche konkreten Potenziale das multimodale Medium Comic für literarisches und ästhetisches Lernen birgt, wird von dieser Studie in den Blick gefasst. Es wird untersucht, wie Schüler:innen der Sekundarstufe I an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg zwei erzählende Comics lesen, besprechen und deuten. Aus videografisch aufgezeichneten Kleingruppendiskussionen werden unterschiedliche Rezeptionsmodi herausgearbeitet: vom detektivischen Detailblick bis zum intensiven Eintauchen in die Erzählung. Die fachdidaktische Reflexion und praxisnahe Impulse für den Literaturunterricht runden die Untersuchung ab. Die Ergebnisse zeigen, wie die Erzählkraft von Comics literarästhetische Lern- und Bildungsprozesse stimulieren kann – und welche Herausforderungen sie bereithalten.“

 

BuchcoverThe Look of the 1960s: Barbarella and Pulp Pop Comics

World Comics and Graphic Nonfiction

Jan Baetens, Hugo Frey
U of Texas P
Oktober 2025
Verlagsseite

„As a form of visual art, comic books rely on a distinct and eye-catching aesthetic. This is especially true of the iconic comics, graphic novels, and illustrations of the 1960s and 1970s. The Look of the 1960s explores the sources of inspiration that influenced the world of comics, beginning with the well-known French comics series Barbarella.
Noted comics scholars Jan Baetens and Hugo Frey analyze the impacts of the often-provocative images featured in the comics of the 1960s, which pushed back against French censorship in a politically tense time, and detail how women resisted their objectification in the comic book industry. Barbarella left its mark on the world and gained international attention, inspiring a movie adaptation and changing the look and content of other popular comics. The “Pulp Pop” movement remains relevant today, continuing to influence the art and political world. With new information about artists and an astute analysis of sociopolitical influence, The Look of the 1960s offers deep insights, making it a must read for comics fans all over the world.“

 

BuchcoverManga: A New History of Japanese Comics

Eike Exner
Yale UP
August 2025
Verlagsseite

„The immensely popular art form of manga, or Japanese comics, has made its mark across global pop culture, influencing film, visual art, video games, and more. This book is the first to tell the history of comics in Japan as a single, continuous story, focusing on manga as multipanel cartoons that show stories rather than narrate them. Eike Exner traces these cartoons’ gradual evolution from the 1890s until today, culminating in manga’s explosion in global popularity in the 2000s and the current shift from print periodicals to digital media and smartphone apps.
Over the course of this 130-year history, Exner answers questions about the origins of Japanese comics, the establishment of their distinctive visuals, and how they became such a fundamental part of the Japanese publishing industry, incorporating well-known examples such as Dragon Ball and Sailor Moon, as well as historical manga little known outside of Japan. The book pays special attention to manga’s structural development, examining the roles played not only by star creators but also by editors and major publishers such as Kōdansha that embraced comics as a way of selling magazines to different, often gendered, readerships. This engaging narrative presents extensive new research, making it an essential read for enthusiasts and experts alike.“

„Terrain de Je: Comic, Autobiografie und Autofiktion“ von Marie Schröer erschienen!

Terrain de Je: Comic, Autobiografie und AutofiktionTerrain de Je: Comic, Autobiografie und Autofiktion

Marie Schröer

Christian A. Bachmann Verlag
2025
318 Seiten
€ 39,90
ISBN 978-3-96234-097-1

Ankündigungstext:
„Roland Barthes nennt seinen autobiografischen Avatar ein ‚Je de Papier‘; der Comicautor Killoffer bezeichnet den Comic als ein ‚Terrain de Jeu‘. Wo beides zusammentrifft, entsteht ein ‚Terrain de Je‘: ein Raum, in dem Zeichnende mit Identitätskonzepten experimentieren und zugleich intime Selbstbilder inszenieren. Diese Studie verfolgt die Linien von der Autorepräsentation zur Autobiografie und Autofiktion, seziert das Konzept Graphic Novel und denkt den klassischen Bildungsroman neu. Vorgeschlagen wird als Pendant zum autobiografischen ein autofiktionaler Pakt, der die Autofiktion als Lesefigur fasst. Anhand von Close Readings – von Claire Bretécher über Justin Green bis Fabrice Neaud – zeigt sich, wie Comics autobiografische Verfahren aufnehmen, variieren und unterlaufen, ohne sich je vollständig in einem Genre fassen zu lassen.“

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Bericht Netzwerk „Comics in Bibliotheken“, DFG-Rundgespräch Februar 2025

Bericht Netzwerk "Comics in Bibliotheken", DFG-Rundgespräch Februar 2025Im Herbst 2023 trafen sich erstmals verschiedene Vertreter:innen wissenschaftlicher Comicsammlungen zwecks Austausch und Vernetzung zu einem virtuellen Gespräch. Anlass war die Anfrage von Kolleg:innen aus Bielefeld, die mit einer großen Schenkung von Comic-Dubletten aus dem Frankfurter Comic-Archiv vor einem Berg bibliothekarischer Probleme standen. Während der Anlass also akut war, stand die Idee, Comics sammelnde Einrichtungen an Universitäten an einen Tisch zu bringen, bereits schon länger im Raum. Konkret wurden diese Fragen, als Matthias Harbeck und Felix Giesa gemeinsam an einem Beitrag zu Ressourcen für das Handbuch Comicforschung gearbeitet haben. Bekannt sind zwar die Einrichtungen, die Ralf Palandt vor vielen Jahren auf der Webseite der ComFor vorgestellt hat und auch deren Nutzungsmodalitäten. Jedoch gibt es darüber hinaus auch eine Vielzahl, teils hochspezialisierter Einrichtungen, die oft nur in kleinen Arbeitskontexten bekannt sind. Deren Status, die Nutzungsmodalitäten und -möglichkeiten für den Beitrag zu erarbeiten, stellte sich immer wieder als Augenöffner heraus: „Das gibt es? Das haben wir? Warum hat man davon noch nie gehört?“ Das sahen auch alle anderen so und so fand die Idee eines ersten Austauschs breites Interesse.

Der Inhalt dieses ersten Termins war sehr disparat, was aufgrund der unterschiedlichen Situationen in den diversen Sammlungen auch nicht anders zu erwarten war. Jede Sammlung hat eben so ihre eigenen Baustellen. Die größten sind dabei für alle, nicht zwingend in dieser Reihenfolge: Erschließung, Platz, Personal. Der Austausch wurde rundum positiv bewertet und so wurden weitere Treffen und der Gang in die Öffentlichkeit beschlossen. Für den Bibliothekskongress BiblioCon im Sommer 2024 wurde vereinbart, ein Panel und eine öffentliche Arbeitssitzung zu beantragen. Erfreulicherweise wurden alle Vorschläge angenommen und so konnten wir Anfang Juni in Hamburg erstmals persönlich zusammenkommen. Inhaltlich wurden dabei zum einen die grundsätzlichen Probleme des Sammelns von Comics diachron und synchron vorgestellt sowie anhand der Sammlungen des Ibero-Amerikanischen Instituts in Berlin (IAI)sowie des Frankfurter Comic-Archivs konkretisiert . Auch hier war der Zulauf und -spruch außerordentlich positiv. Insbesondere bei den Vorträgen konnte man sich fühlen wie bei Einführungsseminaren in den 2000er Jahren – das Publikum saß auf den Gängen und stand an den Fenstern.

Bericht Netzwerk "Comics in Bibliotheken", DFG-Rundgespräch Februar 2025Positiv bestärkt durch diesen Erfolg, wurde beschlossen, die gemeinsame Arbeit weiter zu intensivieren. Konkret wurde ein DFG-Rundgespräch für das Frühjahr 2025 in Frankfurt beantragt – und erfreulicherweise auch genehmigt. Die Idee für das Rundgespräch. das am 20. Februar 2025 stattfinden konnte, bestand vor allem darin, neben den sammelnden Einrichtungen auch Vertreter:innen aus der Forschungscommunity einzuladen, um gemeinsam Bedarfe zu klären und Desiderate zu katalogisieren. Das Ergebnis möchten wir hier dokumentieren und damit auch zur weiteren Diskussion stellen:

  1. Sammelprofile/Profilabsprachen: Es wird die Idee eines Konsortiums mit verbindlicher Vernetzung und jährlichen Treffen diskutiert. Absprachen zu Sammler:innenbibliotheken und Nachlässen (wer ist wofür zuständig, etc.) sollen hier koordiniert werden und als Kontaktstelle nach außen wirken. Konkret will man sich nach dem Vorbild Kalliope darum bemühen, Bestandsdatensätze anzulegen und einen breiten Einstieg für alle Nutzenden zu erreichen. Perspektivisch soll der Kreis der Teilnehmenden zukünftig um die Museen wegen der Expertise zu Originalzeichnungen erweitert werden.
  2. Nachweis/Auffindbarkeit: Es wird der Wunsch/Auftrag formuliert, einen Atlas/eine Landkarte zu erstellen, wo sich Comicsammlungen überhaupt befinden. Dies soll systematisch national, europäisch und global in sukzessiven Schritten gedacht werden. Der Vorgang soll bottom up durchgeführt werden und grundständige Informationen zu allen Sammlungen enthalten. In Abstimmung mit der Gesellschaft für Comicforschung (ComFor) könnte das Mapping auf der Homepage der Gesellschaft verankert werden. Auch soll eine Verzahnung mit der Wikipedia überlegt werden. Zu beachten ist dabei die Pflege/Nachhaltigkeit solcher Kartierungen und Verzeichnungen.
    Es wird auch auf die Verlagsarchive hingewiesen, die zum Teil ihre Bestände einfach entsorgt hätten, weil weder sie noch die Archiv-/Bibliothekswelt hier an eine Konservierung gedacht hätten (Beispiel Bastei). Das zu bildende Konsortium (siehe 1.) müsste aber auch transparent machen, welche Einrichtungen überhaupt solche Bestände aufnehmen könnten/würden.
    Neben dem Wunsch einer größeren Sichtbarkeit von Comicbeständen, besteht weiterhin ein zentrales Interesse, wissenschaftliche Texte und Personen für den weiteren Forschungsdiskurs sichtbar zu machen. Ermöglicht würde dies, indem bereits Masterarbeiten, Hochschulschriften und deren Autorschaften in das bekannte und bestehende Forschendennetzwerk aufgenommen würden.
  3. Erschließung: Genreerschließung ist derzeit in der Gemeinsamen Normdatei gar nicht geregelt, das Desiderat aber bekannt. Da wenig Vorgaben gemacht werden können, aber der Wunsch da ist, die Bestände der Primärliteratur filterbar und sichtbar zu machen, wird der deutliche Wunsch zu Protokoll gegeben, dass das Pflichtfeld „Art des Inhalts“ konsequent mit „Comic“ zu belegen sei, auch sei es hilfreich, Notationen aus dem Bereich „Comics und Comicforschung“ der Regensburger Verbundklassifikation zu vergeben, da hier zumindest Region und Erscheinungsform klar filterbar seien. Es gibt aber auch alternative Wege, diese Informationen zu erschließen, wie das Beispiel des IAI (geografische Ländercodes und Klassifikationsangabe in der Bibliothekssoftware PICA) zeigt.
    Eine weitere Empfehlung der Formalerschließung wäre, alle beteiligten Personen als Normdaten zu erschließen. Dies ist derzeit nicht Pflicht und auch keine flächendeckende Praxis und erhöht auch den Erschließungsaufwand erheblich. Für einen potentiellen gemeinsamen Nachweis über ein zusammenspielbares Portal wäre am besten der GVI-Index abzugreifen. Der geäußerte Wunsch, Gebrauchsspuren zu verzeichnen, wird schwer flächendeckend umzusetzen sein, da solche nur auf der Exemplarebene verzeichnet werden können. Dies würde wohl nur bei geschlossenen Sammlungen gemacht werden, die Verzeichnung solcher Spuren stellte quasi Forschungsdaten dar. Üblich und halbwegs bewältigbar in der bibliothekarischen Erschließungspraxis sind wohl eher klassische Provenienzangaben und die Verzeichnung von Widmungen und Signierungen. Die tiefe Erschließung wird in der Runde auch als Teil der Forschendenleistung gesehen – nicht alles sei durch die Gedächtnisinstitutionen leistbar.
  4. Zugänglichkeit/Digitalisierung: Auch in dieser Arbeitsgruppe wird eine Kartierung für notwendig erachtet, auch von Lehrschwerpunkten (auch das Auflisten von Abschlussarbeiten wird als wünschenswert betrachtet). Für den Bereich Digitalisierung wurde über On-Demand-Konzepte nachgedacht – Anfragen nach Schwerpunkten (auch dafür ist die Kartierung notwendig). Um Probleme des Rechtemanagements zu umgehen, wird auf Lösungsmodelle wie den Digitalen Lesesaal verwiesen: Eine Rollenverteilung und Befristung im Fernzugriff oder ein offline-stand-alone-Rechner in der Bibliothek sind hier mögliche Mittel der Wahl. Hier seien auch noch mal die Konzepte der Onleihe in den Öffentlichen Bibliotheken auf Nachnutzbarkeit zu prüfen. Es wird in diesem Zusammenhang hervorgehoben, dass eine „normale“ Universitätsbibliothek keinen Archivierungsauftrag für ihren Bestand hat (Pflichtexemplare und Sondersammlungen, z. B. solche, die von den DFG-geförderten Fachinformationsdiensten aufgebaut werden, ausgenommen). In diesem Zusammenhang müsste für den Erhalt und Ausbau der Sammlung mit Forschungs- und Lehrnachfrage argumentiert werden.
    Insgesamt solle die Fancommunity besser eingebunden werden (und das Wissen über Ressourcen aus der Fancommunity – Fandatenbanken etc. – bei den Gedächtnisinstitutionen verbessert werden). Es müsse aber auch der Erhalt von Fandatenbanken z.B. durch Datenabzug gesichert werden.

Bericht Netzwerk "Comics in Bibliotheken", DFG-Rundgespräch Februar 2025Nicht adressiert wurden die ebenfalls genannten Probleme der mangelnden Stellflächen und der mangelnden finanziellen Ressourcen – sowohl für den Erwerb und Erhalt als auch für Personalkapazitäten in der Erschließung. Die grundsätzliche Frage, ob eine Abstimmung zwischen den Akteur:innen, der konzertierte Aufbau von Sammlungen und gemeinsame Bestrebungen der verbesserten Sichtbar- und Zugänglichkeit von Sammlungen überhaupt notwendig seien, wird dadurch beantwortet, dass fast alle Comicforschenden derzeit entweder selbst Sammlungen zu ihrem Forschungsgegenstand aufbauen müssen oder Forschungsreisen zu den weit besser sichtbaren internationalen Sammlungen in Frankreich, Belgien und den USA unternehmen müssen. Als Konsequenz daraus wird eine stark auf wenige Titel eingeschränkte Auseinandersetzung mit Comics sowie eine in Teilen unmögliche historische Comicforschung gesehen, die als klarer Standortnachteil für Comicforschung im deutschsprachigen Raum gewertet wurde.

Fazit / Arbeitsauftrag / Ausblick

  1. Es besteht der dringende Wunsch, in der Runde regelmäßig zum Austausch zusammenzukommen.
  2. Auf der BiblioCon 2025 gab es erneut ein Panel zu Comics in Bibliotheken, sodass zumindest das Netzwerk Comics in Bibliotheken bei dieser Gelegenheit wieder in Teilen zusammenkam und den Austausch pflegen konnte, für die BiblioCon 2026 wurden wieder Einreichungen für ein gemeinsames Panel koordiniert.
  3. Eine erweiterte Abstimmung mit Akteur:innen auf europäischer Ebene und auch darüber hinaus soll ebenfalls mittelfristig für zukünftige Treffen in den Blick genommen werden.
  4. Zur Bildung des über das Netzwerk hinausgehenden Konsortiums von Forschung und Infrastrukturen sollen Interessenbekundungen eingeholt werden, dieser Kreis wird in die künftige Kommunikation weiter eingebunden.
  5. Die Kartierung soll mittelfristig durch das Netzwerk Comics in Bibliotheken und die ComFor erfolgen. Hierfür steht die Bildung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe im Raum.
  6. Auf der Grundlage der Diskussionen wird ein Maßnahmenkatalog für die Verbesserung der infrastrukturellen Bereitstellung von Comics für die Forschung formuliert werden.

Als erstes konkretes Ergebnis dieser Diskussionen ist eine Wikipedia-Seite entstanden, auf der die Comic-Sammlungen in wissenschaftlichen Bibliotheken kartiert sind. Die BiblioCon-Aktivitäten 2025 in Bremen mit einem Schwerpunkt auf digitaler Infrastruktur und die jetzigen Einreichungen für die BiblioCon 2026 in Berlin belegen das konstante Interesse aus den Sammlungen, die Themenfelder in die bibliothekarische Öffentlichkeit zu tragen. Für die Kommunikation im Netzwerk wurden verschiedene Kanäle diskutiert, aber aufgrund der Ressourcenknappheit als nicht realistisch durchführbar verworfen. Dass wir nun die Möglichkeit haben, über die Webseite der ComFor zu senden, ist das logisches Ergebnis der bisherigen Diskussionen: Als sammelnde Einrichtungen sind wir nur so relevant, wie wir der Forschung zuarbeiten können – und dafür müssen wir im Austausch sein.

Die zukünftige Arbeit findet weiterhin in Form von virtuellen Treffen statt. Die bestehende Arbeitsgruppe freut sich immer über neue Teilnehmende und am Gegenstand Interessierte und lädt hiermit zur Mitarbeit über sammlungs-netzwerk@comicgesellschaft ein!

Beteiligte Rundgespräch:

Sammelnde Einrichtungen:

Arbeitsstelle für Graphische Literatur
Bonner Online Bibliographie
Comic-Archiv, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Deutsche Nationalbibliothek Frankfurt am Main
Ibero-Amerikanisches Institut – Preußischer Kulturbesitz
Literaturarchiv Marbach
Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (SUB Göttingen)
schauraum comic + cartoon Dortmund
Staatsbibliothek zu Berlin
Universitätsbibliothek Bielefeld
Universitätsbibliothek FU Berlin, Fachbibliothek Nordamerikastudien

Fachinformationsdienste:

Fachinformationsdienst Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft
Fachinformationsdienst Anglo-American-Culture
Fachinformationsdienst Asien/CrossAsia
Fachinformationsdienst für die Medien-, Kommunikations- und Filmwissenschaft

Forschungsinstitutionen:

AG Comicforschung in der Gesellschaft für Medienwissenschaften
Berliner Comic Kolloquium
Comicforschung am Rhein
Gesellschaft für Comicforschung

Redaktion Netzwerk (sammlungs-netzwerk@comicgesellschaft):

Dorothea Schuller, FID Anglo-American Culture, Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (schuller@sub.uni-goettingen.de)
Felix Giesa, Comic-Archiv, Institut für Jugendbuchforschung, Goethe-Universität Frankfurt am Main (giesa@em.uni-frankfurt.de)
Gabriele Pendorf, Fachreferentin UB Bielefeld (gabriele.pendorf@uni-bielefeld.de)
Leonore Sell, FID Anglo-American Culture, Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen (sell@sub.uni-goettingen.de)
Markus Trapp, FID Romanistik, SUB Hamburg (markus.trapp@sub.uni-hamburg.de)
Matthias Harbeck, FID Sozial- und Kulturantrhopologie (matthias.harbeck@ub.hu-berlin.de)
Sophia Gloe, schauraum comic + cartoon (sgloe@stadtdo.de)

„Handbuch Comicforschung“ erschienen!

Handbuch ComicforschungHandbuch Comicforschung

Christian A. Bachmann, Juliane Blank, Stephan Packard und Janina Wildfeuer (Hg.)

De Gruyter
2025
646 Seiten
ISBN 978-3-1106-2318-5

Ankündigungstext:
„In 37 Kapiteln präsentiert das Handbuch Comicforschung Überblicke und Zugänge zu den zentralen Konzepten, Traditionen, Methoden, aber auch Inhalten der wissenschaftlichen Arbeit über Comics, Graphic Novels, Manga und andere Formen sequenziellen graphischen Erzählens. Das junge, aber inzwischen dennoch etablierte transdisziplinäre Forschungsgebiet wird von renommierten Beiträger:innen erschlossen: in Kapiteln zur Comicforschung in verschiedenen akademischen Fächern, zu Traditionen der Kunstform in einer Vielzahl von Kulturen und Sprachen, zu methodischen Zugängen, besonderen Gegenständen und Perspektiven sowie zur Geschichte der Comics im wissenschaftlichen und im öffentlichen Diskurs werden Konzepte erklärt, Forschungsstände zusammengefasst und offene Fragen und Desiderata zur Diskussion gestellt.“

Mit Beiträgen in fünf breiten Sektionen zu Disziplinen, Ausgewählten Comictraditionen, Zugängen, Gegenständen und Perspektiven sowie Forschungs- und Vermittlungsgeschichte von u.a. Juliane Blank, Stephan Packard, Markus Engelns, Ulrike Preußer, Nina Eckhoff-Heindl, Lukas R.A. Wilde, Jörn Ahrens, Jochen Ecke, Brett Sterling, Marie Schröer, Jaqueline Bendt, Karen Struve, Renata Makarska, Marina Rauchenbacher, Katharina Serles, Johannes C.P. Babbe, Ole Frahm, Jan-Noël Thon, Daniel Stein, Barbara M. Eggert, Christine Gundermann, Dietrich Grünewald, Arno Meteling, Susanne Schwertfeger, Felix Giesa und Matthias Harbeck.

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