Vorträge & Tagungen

Vortrag „Die überzeichnete Brust im Medium Comic“ in Salzburg

Termin:
30.11.2018 11:00 Uhr

Am kommenden Freitag wird Véronique Sina (Universität zu Köln), 2. Vorsitzende der ComFor, an der Universität Salzburg einen Vortrag zum Thema „BAM, BOOBS, BANG – Die überzeichnete Brust im Medium Comic“ geben. Dieser eröffnet die öffentliche Ringvorlesung „Approaches in Popular Culture Studies“, eine Veranstaltungsreihe, die von Mitgliedern der Doctorate School PLUS „Popular Culture Studies“ der Universität Salzburg organisiert wird. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Veranstaltertext:
„In der Tradition der Karikatur verhaftet, bedient sich das populärkulturelle Medium Comic einer ganz bestimmten selbstbezüglichen, abstrakten Repräsentationsästhetik, welche als ‚überzeichnete Reduktion’ verstanden werden kann. Im Comic sind Zeichnungen und Überzeichnungen von Körpern daher programmatisch. Im Rahmen ihres Vortrags setzt sich die Referentin mit der überzeichneten Repräsentation der weiblichen Brust im Comic auseinander. Anhand ausgewählter Beispiele verdeutlicht sie, dass die (über-)zeichnete Brust ein zentrales Attribut weiblicher Figuren und ihrer ‚unvermeidbaren’ Comickörper darstellt.“

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Tagung „In Wirklichkeit Animation“ in St. Pölten

Termin:
26.11.2018 - 28.11.2018

Nicht nur die genuine Comicforschung, auch verwandte Bereiche bieten interessante Schlaglichter auf das Medium: Am 26. bis 28. November findet an der Fachhochschule St. Pölten die inzwischen 4. Konferenz zur deutschsprachigen Animationsforschung statt, deren Tagungsthema auch für die Comicforschung relevante Beiträge und Diskussionen verspricht: unter dem Titel „In Wirklichkeit… Animation“ werden Fragen des Dokumentarischen und der Referenzialität des gezeichneten Bildes aufgeworfen, die sich mitunter auf das ‚Nachbarmedium‘ Comic übertragen lassen könnten.

Veranstaltertext:

„Wirklichkeit und Animation erscheinen im ersten Moment als Gegensatz: auf der einen Seite das Reale, Nicht-Mediale, Tatsächliche und Ursprüngliche und auf der anderen Seite das Fiktive, In-Bewegung-Gesetzte, Verwandelte und künstlich Gemachte.

Doch gerade aus diesem vermeintlichen Kontrast ergibt sich ein produktives Spannungsfeld: So setzen auch ‚realistische‘ und dokumentarische Formen vielfach Animationen ein, etwa im animierten Dokumentarfilm, in der Wissensvermittlung, im Lehr- und Gebrauchsfilm oder in animierten Infografiken. Realfotografische und animierte Elemente verbinden sich nicht nur in Film und Fernsehen, sondern auch in Online-Umgebungen und Augmented-Reality-Formaten zu Hybriden. Hinsichtlich virtueller Wirklichkeiten stellt sich außerdem die Frage, wie hyperrealistische Animationen und Effekte in der Postproduktion zu bewerten sind und ob die ausgestellte Künstlichkeit sichtbarer Animation nicht authentischer wirkt.

Die zunehmende Präsenz animierter Bilder im Alltag und die erhöhte Relevanz von Animation als mediales Meta-Phänomen wirft zudem die Frage auf, was alles ‚in Wirklichkeit Animation‘ ist, ohne von vornherein als solche thematisiert zu werden: Wie gehen wir mit der intermedialen Verbindung von Animation und anderen Künsten wie Malerei, Tanz oder Theater, dem Gebrauch animierter Elemente in der Alltagskommunikation sozialer Medien oder dem ambivalenten Verhältnis von Animation zum Auditiven um? Parallel dazu entwickeln sich die Animation Studies zu einem wachsenden interdisziplinären Forschungsfeld, dessen Stellenwert sich nicht nur im künstlerischen und medien-wissenschaftlichen Bereich, sondern auch in der industriellen Anwendung zeigt.“

Weitere Informationen sowie ein ausführliches Programm finden sich auf der Webseite der AG Animation.

Workshop „Hamburgs Geschichte im Comic?“ in Hamburg

Termin:
06.12.2018 14:00-18:00

Am 6. Dezember 2018 findet ein Workshop zu „Hamburgs Geschichte im Comic? Perspektiven für eine Visual History Hamburgs“ an der Universität Hamburg statt.
Die Veranstaltung – organisiert von ComFor-Mitglied Sylvia Kesper-Biermann, Thorsten Logge und Sabine Bamberger-Stemmann – richtet sich an Historiker_innen, Comicforscher_innen wie -künstler_innen, Lehrende und Studierende gleichermaßen. Isabel Kreitz (Illustratorin) und Robert Brack (Autor) werden aus der Praxis über ihre Graphic Novel „Rote Fahne, schwarzer Markt. Bruno Hansen und die Revolution in Hamburg“ sprechen. Ein fortführender Workshop zum Thema „Comic und Geschichte“ im Frühjahr 2019 ist geplant.

Veranstaltungstext:

„Comics sind ein wichtiges Medium nicht nur der Jugendkultur. Sie werden in unterschiedlichen Genres und Variationen in weiten Teilen der Gesellschaft rezipiert und verhandeln grundsätzlich alle denkbaren sozialen, historischen oder politischen Themen. Auch geschichtliche Ereignisse werden immer wieder Gegenstand von Comics, wie etwa der Holocaust in Art Spiegelmans „Maus“ oder der Erste Weltkrieg in den Arbeiten Jacques Tardis. 2018 erscheint anlässlich des 100. Jahrestages der Revolution von 1918/19 die Graphic Novel „Rote Fahne, schwarzer Markt. Bruno Hansen und die Revolution in Hamburg“ von Isabel Kreitz (Illustratorin) und Ronald Brack (Autor), die sich mit den lokalen Ausprägungen des revolutionären Geschehens in Hamburg befasst. Grund genug also, sich einmal grundsätzlich mit dem Comic als Medium der Geschichtsdarstellung zu befassen und die Möglichkeiten und Grenzen zu diskutieren, Hamburgs Geschichte im Comic zu erzählen.“

Anmeldung: per E-Mail an thorsten.logge@uni-hamburg.de

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Rückblick: AG Comicforschung auf der GfM-Jahrestagung Siegen

Die Ankündigung für das AG Comicforschung-Programm auf der diesjährigen Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) an der Universität Siegen – Thema: „Industrie“ – fiel leider in die Sommerpause der ComFor-Redaktion. Daher wollen wir hier nun aus dokumentarischen Zwecken zumindest rückblickend kurz auf das spannende Panel (28. September 2018) und eine begleitende Podiumsdiskussion (29. September 2018) hinweisen.

Panel: „COMICS 4.0“

Um das revolutionäre Potenzial des ‚Digitalen’ für die Produktion, Rezeption sowie Distribution des Printmediums Comic zu verdeutlichen, führt Scott McCloud in seinem Buch Reinventing Comics (2000) das Konzept der „infinite canvas“, also der unendlichen Leinwand ein. Nicht länger an die formalen, ästhetischen oder materiellen Begrenzungen eines gedruckten Comics gebunden, stehen den Produzent_innen von Webcomics eine Vielzahl innovativer Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung, welche eine neue Ästhetik des Mediums hervorbringen: eine neue „Kunstform jenseits unserer Vorstellungskraft“ (ebd.: 241). Obwohl bis heute viele digitale Comics moderne Klassiker des Mediums hervorgebracht haben, ist die ‚formale Revolution‘ jedoch eher ausgeblieben. Im Gegenteil konnten viele Webcomic-Werke erst nach einer ‚Rückübersetzung‘ in Print breite feuilletonistische und kuratorische Aufmerksamkeit erfahren. Die ‚medialen Spezifika‘ des Digitalen scheinen hier gerade wieder eingebüßt. Das medienwissenschaftlich stetig anwachsende Interesse an den Digitalisierungsprozessen des Comics entwächst daher eher anderen Faktoren als formal-ästhetischen: Das Panel der AG Comicforschung nimmt diese insbesondere unter den Begriffen Partizipation, Distribution und Medienkonvergenz in den Blick – Aspekte, die eher durch industrielle und institutionelle Transformationen fundiert sind. Die Legitimationskämpfe um die produktive Marginalität des Comics – zwischen Massenmedium und Subkultur – machen schon immer einen wichtigen Teil seiner gesellschaftlichen und politischen Relevanz aus. Anders als etwa Filme bleiben Comics leicht(er) produzierbar und konnten seit der Jahrtausendwende – gerade auch durch ihre zunehmende Digitalisierung – zu einer weithin genutzten Form der Alltagskommentierung und -beobachtung avancieren. Unter dem Schlagwort „Comics 4.0“ möchte das Panel diesen Wandlungsprozessen, die durch die Digitalisierung des Comics ausgelöst wurden, nachgehen.

Lukas R.A. Wilde (Tübingen): „Von Remediation zum Intermedium: Formen, Formate und mediale Rahmungen digitaler Comics“

Tim Glaser (Braunschweig): „Comics, Communities & Crowdfunding. Plattformen und deren Einfluss auf die Rezeption und Distribution von Webcomics“

Peter Vignold (Bochum): „From A(yn) to Z(ack) – Objektivismus im zeitgenössischen Comicfilm“

Moderation: Véronique Sina (Köln)

Diskussionsrunde: „Comic-Industrie 4.0…? Märkte, Plattformen und Akteur_innen 2018“

Die Digitalisierung hat auch die deutsche Comic-Industrie nachhaltig transformiert – die tatsächlichen Auswirkungen aber sind nur schwer realistisch einzuschätzen. Insbesondere in der stark vernetzten Manga-Szene konnten sich Online-Communities wie Animexx als eigenständige Distributionskanäle etablieren, die auch professionell verlegten Künstler_innen als Alternative für narrative und ästhetische Experimente dienen. Andere Autor_innen nutzen digitale Plattformen wie Webtoon und Tapas zur zusätzlichen Verbreitung oder publizieren im Eigenverlag auf Messen und Festivals. Oft wird dies durch neue Finanzierungsmodelle wie Patreon gestützt, andere Werke erscheinen auf Englisch und adressieren damit gleich ein internationales Publikum. Dennoch können bislang kaum Kreativschaffende so ihren Lebensunterhalt bestreiten. Aber ist dies zwangsläufig das Ziel aller Künstler_innen? Oder bieten digitale Publikationstechnologien nur neue Wege in weiterhin zentrale Verlags- und Vertriebsstrukturen? Ist eine Differenzierung zwischen professionellen Werken und Fan-Produktionen wie dōjinshi heute noch sinnvoll? Die Diskussionsrunde der AG Comicforschung zum Thema „Comic-Industrie 4.0…? Märkte, Plattformen und Akteur_innen 2018“ beleuchtet diese Fragen mit Vertreter_innen großer Verlage, digitaler Interessensgemeinschaften und unabhängigen Künstler_innen.

Teilnehmer_innen:
Björn Hammel (Badham.de), Eva ‚Eve Jay‘ Junker (Comic Solidarity), Mim&Bob – Pushcart (Remembering Gale), Steffen Volkmer (Panini)

Moderation: Lukas R.A. Wilde (Tübingen)

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Tagung „Comic Art and/as Remembrance in German Culture and Beyond“ in Chicago

Termin:
01.11.2018 - 02.11.2018

Heute und morgen findet in Chicago, IL eine Konferenz zum Thema „Comic Art and/as Remembrance in German Culture and Beyond“ statt. Organisiert wird die zweitägige Veranstaltung von Susanne Rott (Germanic Studies);  Christian Klein (Max Kade Visiting Professor / Bergische Universität Wuppertal) wird die Konferenz eröffnen. Die Vorträge befassen sich mit deutschsprachigen Graphic Novels u.a. von Birgit Weyhe, Simon Schwartz und Otto Binder.

Kurzbeschreibung (englisch):

„Identity is unthinkable without remembrance. Memories alone make us who we are — as an individual as well as a collective. With regard to the interpretation of historical processes as well as with regard to one’s own self, remembrance therefore has a fundamental significance. But memories are always retrospective interpretations from a present-day point of view, which are usually mediated. While the importance of media products such as films, paintings or literary texts for the individual and collective memory in culture has already been widely studied, the analysis of comics and graphic novels in this context has so far rather been neglected. Against this background, the conference on Comic Art and/as Remembrance in German Culture and Beyond intends to focus on the meaning and the achievements of graphic narratives for the field of remembrance, examining questions on various dimensions. The conference examines aspects of content as well as the formal achievements of memories in comics and asks about the reception of such comics that must be seen as part of the cultures of remembrance.“

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BERLINER COMIC-KOLLOQUIUM IM WS 2018/19

Comic-Kolloquium

Auch im Wintersemster 2018/19 findet ab heute wieder das Berliner Comic-Kolloquium unter der Organisaton von Angela Guttner, Matthias Harbeck, Linda-Rabea Heyden und Marie Schröer statt. Auf der Kolloquiums-Homepage wurde nun auch das vorläufige Programm  veröffentlicht. Die Runde tagt für gewöhnlich immer Mittwochs (in dieser Woche zum Auftakt ausnahmsweise Donnerstags) um 18:00 c.t. in der Mohrenstraße 40/41, Raum 211 der Humboldt-Universität. Interessierte sind herzlich willkommen.

Vorläufige Programmplanung:
(für Updates bitte die Ankündigungen auf der Homepage beachten)

25. Oktober (Achtung: Donnerstagstermin!): SANDÓR TRIPPO
Inszenierung der ostdeutschen Vergangenheit in zeitgenössischen Geschichtscomics

31. Oktober: KATHARINA SERLES
Kunst in Comics

7. November: SEBASTIAN STROMBACH
Comic, Zeit, Architektur – wie ein Stadtcomic entsteht

21. November: LEONIE OTT
Bedrohliche Materialität. Zu einer Comic-Ästhetik im Gegenwartstheater

28. November: PRYSCILLA LAYNE
Race and Representation in the Work of Birgit Weyhe

5. Dezember: MARKUS STREB
Comic. Shoah. Gender. – Die Rolle von Geschlecht für Erzählungen der Shoah im Comic

12. Dezember: ALEXANDER DUNST
Art Spiegelman, die Literaturwissenschaft und die wundersame Verwandlung des Comics

19 Dezember: CHRISTIAN A. BACHMANN
Arabeske Zeichenweisen im 19. Jahrhundert: Töpffer – Schroedter – Oberländer.

14. Januar (Achtung, Montagstermin!): MERLE KOCH
Vom Schlaf erfundene Comics – die Darstellung von Traumerinnerungen

13. Februar: FLORIAN WEIGL
Between God and Me: Mapping The New Frontier in Preacher

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Vortrag „Comics der 68er“

Termin:
24.10.2018

Die Universität Hamburg veranstaltet im Wintersemester die Vortragsreihe „Bildung, Erziehung und Gesellschaft 1968 – Rückblick und Ausblick“. Im Rahmen dieser Reihe hält Bernd Dolle-Weinkauff (Frankfurt a. M.) am Mittwoch, den 24. Oktober 2018 einen Vortrag zum Thema „Protestkultur, Politpop und Satire: Die Comics der ’68er'“.

Kurzbeschreibung der Vortragsreihe:

„Die Veranstaltungsreihe verfolgt das Anliegen, 50 Jahre nach ‚1968‘ den mit dieser Chiffre verbundenen gesellschaftlichen Aufbruch und die daraus hervorgegangenen Veränderungen kritisch zu würdigen. Im Mittelpunkt steht der Zusammenhang von Bildung, Erziehung und Gesellschaft Ende der 1960er und zu Beginn der 1970er Jahre, denn für das westdeutsche ‚1968‘ war im internationalen Vergleich charakteristisch, dass pädagogischen Fragen eine besondere Bedeutung zukam.

Alle Vorträge konzentrieren sich auf Entwicklungen in der Bundesrepublik und richten teilweise einen besonderen Fokus auf Hamburg. Im Einzelnen geht es um Comics als Teil der Protestkultur der ‚68er‘, um die ‚sexuelle Revolution‘ und die Sexualerziehung, um Heimerziehung und das Sozialpädagogische Zusatzstudium in Hamburg sowie um die Bildungsbeteiligung von Mädchen. Dabei soll auch diskutiert werden, inwiefern die von ‚1968‘ ausgegangenen Impulse anregend für aktuelle Debatten sein können.“

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Abendvorträge/Workshop „Narrative zwischen Fakt und Fiktion – Der Holocaust im Comic“

Abendveranstaltung:

24. Oktober 2018, 19:00 Uhr, Bibliothek am Luisenbad, Badstr. 39; 13357
Berlin

Wie erzählen serielle Bilder den Holocaust? Jörn Wendland (Das Lager von Bild zu Bild. Narrative Bildserien von Häftlingen aus NS-Zwangslagern) und Ole Frahm (Genealogie des Holocaust Art Spiegelmans MAUS – A Survivor’s Tale) sprechen über Häftlingszeichnungen aus NS-Zwangslagern, Bilderserien von Überlebenden und die Figur des Golems in verschiedenen Comics.

Workshop mit Jörn Wendland, Ole Frahm und Markus Streb:

25. Oktober 29018 Friedrich Schlegel Graduiertenschule, Freie
Universität Berlin, Raum: JK 31/121; 10:00 – 15:30 Uhr

Während des eintägigen Workshops möchten wir Darstellungen des Holocaust in verschiedenen Formen des seriellen Erzählens in Bildern thematisieren. In Bezug auf eine transmediale Narratologie, die das Narrative als gattungs- und genreunabhängig und als performative, kulturelle Praxis fasst, lassen sich Comics mit den Methoden der Erzähltheorie untersuchen. Wie nähern sich Comics, Graphic Novels, Häftlingszeichnungen und Bildserien von Häftlingen dem Holocaust mit ihren spezifisch gestalterischen Mitteln? Wo liegt das erzählerische Potential der verschiedenen Formate? Welche comicspezifischen Strategien lassen sich erkennen, mit Darstellbarkeit, Erinnerung und Zeugenschaft umzugehen? Welche Unterschiede ergeben sich beispielsweise im Vergleich zwischen den Häftlingsarbeiten und den Werken von Überlebenden in Bezug auf ihr erzählerisches Potential? An der literaturtheoretischen Genre- und Gattungstheorie orientiert,
werden auch narrative Bildserien in verschiedene Kategorien eingeordnet, mit denen bestimmte Gestaltungs- und Rezeptionsbedingungen einhergehen.

Von einem interdisziplinären Blickpunkt (Literatur- und Geschichtswissenschaft) stellt sich die Frage, wie mit Faktizität in den verschiedenen Disziplinen umgegangen wird und welche Erwartungen die Rezeption der unterschiedlichen Kunstwerke steuern. Anhand eines kurzen Readers und einzelner Kunstwerke möchten wir Repräsentationen des Holocaust untersuchen und die Frage diskutieren, wie und in welchen seriellen Bildern die Vernichtung der Juden erinnert wird. Anhand der Arbeiten von Simon Wiesenthal, der aus alten Bildbänden des NS-Fotografen Heinrich Hoffmann 1947 eine Bildserie aus Karikaturen erschuf, lassen sich zum Beispiel Fragen nach Original und Kopie, Aneignung von Bildmaterial und deren künstlerische Transformation, das Schwanken zwischen Fiktion und Faktizität thematisieren. (Jörn Wendland)Einen weiteren Schwerpunkt wird die Figur des Golem darstellen. Golem-Figuren werden häufig als Projektionsfläche verwendet, auf denen der Holocaust reflektiert wird. Der Golem ist nicht nur eine Figur des Überlebenden, sondern auch eine Reflexionsfigur des Antisemitismus und seiner Projektionen, anders gesagt, der Golem als Figur einer anderen Faktizität (Ole Frahm).

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Berliner Comic-Kolloquium statt.

Da die Teilnehmer*innenzahl für den Workshop begrenzt ist, bitten wir für diesen um Anmeldung bis zum 14.10.2018 unter anna.beckmann@fu-berlin.de“

AG-Symposium „Comics | Games“ in Hannover

Termin:
05.11.2018 - 07.11.2018

Vom 5. bis 7. November 2018 findet die internationale Tagung „Comics | Games – Aesthetic, Ludic, and Narrative Strategies“ im Schloss Herrenhausen statt. Die von der Volkswagenstiftung geförderte Veranstaltung ist eine Kooperation der AG Comicforschung mit der AG Games der Gesellschaft für Medienwissenschaften (GfM) und versammelt 8 Panels mit insgesamt 24 Beiträgen – alle in englischer Sprache. Organisiert wird die Tagung von Andreas Rauscher, Daniel Stein und Jan-Noël Thon.

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Panel „Disregarded Gaps“ auf der 1. CSS-Tagung in Illinois

Termin:
09.08.2018 University of Illinois, Urbana und Champaign, Illinois, USA - 11.08.2018

Vom 9. bis 11. August 2018 findet unter dem Motto „MIND THE GAPS! The Futures of the Field“ die erste Jahrestagung der Comics Studies Society (CSS) statt. Dort wird es auch ein Panel der AG Comicforschung der GfM mit deutschen Comicforscher_innen geben: Das von ComFor-Mitglied Björn Hochschild organisierte Panel versammelt drei Beiträge zum Thema „Disregarded Gaps, Blanks, and Discontinuities in the Comics Reading Experience“.

Panel-Vorträge & Kurzbeschreibungen:

(1) „Towards a Phenomenology of Comics: Conceptualizing Discontinuities as Movement“ – Björn Hochschild (Berlin)

„Phenomenological conceptions of perception have developed into their own theoretical field when researching the aesthetic experience of films. Comic studies, however, have thus far shown little interest in phenomenology. Focusing on movement, my talk demonstrates how phenomenology can offer fruitful perspectives for studying the reading experience of comics.
Mostly seen as a still medium, comics are often defined by the contiguity of images, the juxtaposition of word and image, or discontinuities between panels and the gaps between them. Thus far, concepts of movement seem to focus either on the representation of movement – through gestural lines, body poses, etc. – or, more recently, on movement in eye tracking studies. I would like to propose a more general concept of movement for studying reader’s experiences by drawing on Maurice Merleau-Pontys “Phenomenology of Perception”. His work served as the foundation for film-phenomenology, starting with Vivian Sobchack’s “Address of the Eye”. However, in the light of the moving image, it was mostly read as a concept of perceiving movement. By arguing that Merleau-Pontys work is also a theory on movement in perception, I will propose ways to critically adapt his and Sobchack’s ideas for comic studies. My presentation will use an analysis of Chris Wares “Jordan Wellington Lint to show why and how gaps, ruptures and discontinuities in reading experiences can and should be understood though a phenomenological concept of movement.“

(2) „Musclemen, Toys, and Career Opportunities: Advertisements and the Reading Experience in 1970s Marvel Superhero Comics“ – Felix Brinker (Hannover)

„While the study of other paratextual elements (like editorials and letters pages) has enriched our understanding of comic books, the role of advertisements within the reading process has not yet received a similar degree of scholarly attention. Only marginally present in today’s comic books, advertisements were omnipresent during the 1970s, when a typical 36 pages-long issue might have included up to 16 pages of advertising content. Focusing on Marvel superhero titles released between 1971 and 1979, my paper considers the placement, form, and content of various types of ads and argues that their navigation constitutes an integral part of the reading experience. Due to its placement throughout the comic book, advertising from the period tended to interrupt the flow of narrative content, forcing readers to glance at, scan across, or flip over wanted and unwanted commercial messages. Many ads furthermore established a close affinity to the accompanying narrative by echoing the themes of superhero comics or including multi-modal arrangements of words and images. Accordingly, the paper suggests that these advertisements call up similar reading protocols as the comics narratives that accompany them, which are already defined by a contiguity and juxtaposition of different codes and signifying elements. Ultimately, the paper suggests that the strong presence of ads turned the 70s comic book into a multi-purpose medium that, aside from carrying narrative content and providing a forum for a public exchange between producers and consumers, also served as a mail-order catalogue for a variety of different (and often explicitly fan-oriented) products.“

(3) „Blanks as a materialization of forgetting in Emmanuel Guibert’s La Guerre d’Alan – Bettina Egger (Salzburg)

„Comics, and more particularly autobiographical writing in comics, have been widely discussed as a medium which materializes memory in a specific and multilayered way. My talk offers a fresh perspective and focuses on comics as a medium of forgetting, by considering the example of La Guerre d’Alan by the French comics artist Emmanuel Guibert. To do so, I will examine the role of the blanks to show how the comic negotiates the idea of forgetting – as opposed to remembering – on a graphic level. My talk focuses on the role of blanks within panels, rarely considered in existing comic studies work. I will examine such white, left-out spaces and framing techniques by connecting Aleida Assmann’s theories about cultural memory and forgetting to Hillary Chute’s discussion of embodiment in comics. By showing several examples from La Guerre d’Alan I want to analyse the idea of forgetting in Guibert’s comics. My talk will demonstrate how a metadiscourse is produced on the graphic level, which questions the life narrative given by the verbal track of the comic. In this way, La Guerre d’Alan appears as a comic which stages processes of remembering/forgetting through the interplay of the visible and the invisible and puts them up for discussion through the mutual questioning of the verbal and the visual.“

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