Vorträge & Tagungen

Workshop „Gendered Cultural Identities in Comics and Literature“

Termin:
24.01.2019 14:00-18:30

Im Rahmen des Graduiertenkollegs „Das Dokumentarische. Exzess und Entzug“ an der Universität Bochum findet am 24. Januar 2019 der Workshop (Self-)Documentation, (Self-)Performance and (Self-)Constitution of Gendered Cultural Identities in Comics and Literature statt.
Die Veranstaltung – organisiert von Esra Canpalat und der ComFor-Vorsitzenden Véronique Sina – verspricht u. a. einen Zeichenworkshop, sowie Impulse und Diskussionen von und mit der Comickünstlerin Sarah Lightman und Béatrice Hendrich, Juniorprofessorin am Orientalischen Seminar der Universität zu Köln.

Veranstaltungsankündigung:
„Assuming that visual and literary representations should always be looked at in context of their cultural and socio-political background, the interdisciplinary workshop aims at analysing (auto-)biographical comics of Jewish artists and literary works by Turkish writers. By focusing on different kind of identity policies that are being evoked in textual/visual media, the workshop will shed light on the question how (self-)documentation, (self-)performance and (self-)constitution of gendered cultural identities are being inscribed in (auto-)biographical comics and Turkish literature and culture. Bringing together the drawn line and the written word, an emphasis will be placed on the question how gendered cultural identities are being constructed, documented and negotiated within different media constellations. By doing so, the workshop will examine various conceptions of identity and their (de-)construction in comics and literary texts, paying specific attention to mechanisms of hegemonic exclusion(s) as well as manifestations of heteronormative structures and allocations in both media.“

Anmeldung: per E-Mail bis zum 21.12.2018

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Vortrag „Die überzeichnete Brust im Medium Comic“ in Salzburg

Termin:
30.11.2018 11:00 Uhr

Am kommenden Freitag wird Véronique Sina (Universität zu Köln), 2. Vorsitzende der ComFor, an der Universität Salzburg einen Vortrag zum Thema „BAM, BOOBS, BANG – Die überzeichnete Brust im Medium Comic“ geben. Dieser eröffnet die öffentliche Ringvorlesung „Approaches in Popular Culture Studies“, eine Veranstaltungsreihe, die von Mitgliedern der Doctorate School PLUS „Popular Culture Studies“ der Universität Salzburg organisiert wird. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Veranstaltertext:
„In der Tradition der Karikatur verhaftet, bedient sich das populärkulturelle Medium Comic einer ganz bestimmten selbstbezüglichen, abstrakten Repräsentationsästhetik, welche als ‚überzeichnete Reduktion’ verstanden werden kann. Im Comic sind Zeichnungen und Überzeichnungen von Körpern daher programmatisch. Im Rahmen ihres Vortrags setzt sich die Referentin mit der überzeichneten Repräsentation der weiblichen Brust im Comic auseinander. Anhand ausgewählter Beispiele verdeutlicht sie, dass die (über-)zeichnete Brust ein zentrales Attribut weiblicher Figuren und ihrer ‚unvermeidbaren’ Comickörper darstellt.“

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Tagung „In Wirklichkeit Animation“ in St. Pölten

Termin:
26.11.2018 - 28.11.2018

Nicht nur die genuine Comicforschung, auch verwandte Bereiche bieten interessante Schlaglichter auf das Medium: Am 26. bis 28. November findet an der Fachhochschule St. Pölten die inzwischen 4. Konferenz zur deutschsprachigen Animationsforschung statt, deren Tagungsthema auch für die Comicforschung relevante Beiträge und Diskussionen verspricht: unter dem Titel „In Wirklichkeit… Animation“ werden Fragen des Dokumentarischen und der Referenzialität des gezeichneten Bildes aufgeworfen, die sich mitunter auf das ‚Nachbarmedium‘ Comic übertragen lassen könnten.

Veranstaltertext:

„Wirklichkeit und Animation erscheinen im ersten Moment als Gegensatz: auf der einen Seite das Reale, Nicht-Mediale, Tatsächliche und Ursprüngliche und auf der anderen Seite das Fiktive, In-Bewegung-Gesetzte, Verwandelte und künstlich Gemachte.

Doch gerade aus diesem vermeintlichen Kontrast ergibt sich ein produktives Spannungsfeld: So setzen auch ‚realistische‘ und dokumentarische Formen vielfach Animationen ein, etwa im animierten Dokumentarfilm, in der Wissensvermittlung, im Lehr- und Gebrauchsfilm oder in animierten Infografiken. Realfotografische und animierte Elemente verbinden sich nicht nur in Film und Fernsehen, sondern auch in Online-Umgebungen und Augmented-Reality-Formaten zu Hybriden. Hinsichtlich virtueller Wirklichkeiten stellt sich außerdem die Frage, wie hyperrealistische Animationen und Effekte in der Postproduktion zu bewerten sind und ob die ausgestellte Künstlichkeit sichtbarer Animation nicht authentischer wirkt.

Die zunehmende Präsenz animierter Bilder im Alltag und die erhöhte Relevanz von Animation als mediales Meta-Phänomen wirft zudem die Frage auf, was alles ‚in Wirklichkeit Animation‘ ist, ohne von vornherein als solche thematisiert zu werden: Wie gehen wir mit der intermedialen Verbindung von Animation und anderen Künsten wie Malerei, Tanz oder Theater, dem Gebrauch animierter Elemente in der Alltagskommunikation sozialer Medien oder dem ambivalenten Verhältnis von Animation zum Auditiven um? Parallel dazu entwickeln sich die Animation Studies zu einem wachsenden interdisziplinären Forschungsfeld, dessen Stellenwert sich nicht nur im künstlerischen und medien-wissenschaftlichen Bereich, sondern auch in der industriellen Anwendung zeigt.“

Weitere Informationen sowie ein ausführliches Programm finden sich auf der Webseite der AG Animation.

Workshop „Hamburgs Geschichte im Comic?“ in Hamburg

Termin:
06.12.2018 14:00-18:00

Am 6. Dezember 2018 findet ein Workshop zu „Hamburgs Geschichte im Comic? Perspektiven für eine Visual History Hamburgs“ an der Universität Hamburg statt.
Die Veranstaltung – organisiert von ComFor-Mitglied Sylvia Kesper-Biermann, Thorsten Logge und Sabine Bamberger-Stemmann – richtet sich an Historiker_innen, Comicforscher_innen wie -künstler_innen, Lehrende und Studierende gleichermaßen. Isabel Kreitz (Illustratorin) und Robert Brack (Autor) werden aus der Praxis über ihre Graphic Novel „Rote Fahne, schwarzer Markt. Bruno Hansen und die Revolution in Hamburg“ sprechen. Ein fortführender Workshop zum Thema „Comic und Geschichte“ im Frühjahr 2019 ist geplant.

Veranstaltungstext:

„Comics sind ein wichtiges Medium nicht nur der Jugendkultur. Sie werden in unterschiedlichen Genres und Variationen in weiten Teilen der Gesellschaft rezipiert und verhandeln grundsätzlich alle denkbaren sozialen, historischen oder politischen Themen. Auch geschichtliche Ereignisse werden immer wieder Gegenstand von Comics, wie etwa der Holocaust in Art Spiegelmans „Maus“ oder der Erste Weltkrieg in den Arbeiten Jacques Tardis. 2018 erscheint anlässlich des 100. Jahrestages der Revolution von 1918/19 die Graphic Novel „Rote Fahne, schwarzer Markt. Bruno Hansen und die Revolution in Hamburg“ von Isabel Kreitz (Illustratorin) und Ronald Brack (Autor), die sich mit den lokalen Ausprägungen des revolutionären Geschehens in Hamburg befasst. Grund genug also, sich einmal grundsätzlich mit dem Comic als Medium der Geschichtsdarstellung zu befassen und die Möglichkeiten und Grenzen zu diskutieren, Hamburgs Geschichte im Comic zu erzählen.“

Anmeldung: per E-Mail an thorsten.logge@uni-hamburg.de

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Rückblick: AG Comicforschung auf der GfM-Jahrestagung Siegen

Die Ankündigung für das AG Comicforschung-Programm auf der diesjährigen Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft (GfM) an der Universität Siegen – Thema: „Industrie“ – fiel leider in die Sommerpause der ComFor-Redaktion. Daher wollen wir hier nun aus dokumentarischen Zwecken zumindest rückblickend kurz auf das spannende Panel (28. September 2018) und eine begleitende Podiumsdiskussion (29. September 2018) hinweisen.

Panel: „COMICS 4.0“

Um das revolutionäre Potenzial des ‚Digitalen’ für die Produktion, Rezeption sowie Distribution des Printmediums Comic zu verdeutlichen, führt Scott McCloud in seinem Buch Reinventing Comics (2000) das Konzept der „infinite canvas“, also der unendlichen Leinwand ein. Nicht länger an die formalen, ästhetischen oder materiellen Begrenzungen eines gedruckten Comics gebunden, stehen den Produzent_innen von Webcomics eine Vielzahl innovativer Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung, welche eine neue Ästhetik des Mediums hervorbringen: eine neue „Kunstform jenseits unserer Vorstellungskraft“ (ebd.: 241). Obwohl bis heute viele digitale Comics moderne Klassiker des Mediums hervorgebracht haben, ist die ‚formale Revolution‘ jedoch eher ausgeblieben. Im Gegenteil konnten viele Webcomic-Werke erst nach einer ‚Rückübersetzung‘ in Print breite feuilletonistische und kuratorische Aufmerksamkeit erfahren. Die ‚medialen Spezifika‘ des Digitalen scheinen hier gerade wieder eingebüßt. Das medienwissenschaftlich stetig anwachsende Interesse an den Digitalisierungsprozessen des Comics entwächst daher eher anderen Faktoren als formal-ästhetischen: Das Panel der AG Comicforschung nimmt diese insbesondere unter den Begriffen Partizipation, Distribution und Medienkonvergenz in den Blick – Aspekte, die eher durch industrielle und institutionelle Transformationen fundiert sind. Die Legitimationskämpfe um die produktive Marginalität des Comics – zwischen Massenmedium und Subkultur – machen schon immer einen wichtigen Teil seiner gesellschaftlichen und politischen Relevanz aus. Anders als etwa Filme bleiben Comics leicht(er) produzierbar und konnten seit der Jahrtausendwende – gerade auch durch ihre zunehmende Digitalisierung – zu einer weithin genutzten Form der Alltagskommentierung und -beobachtung avancieren. Unter dem Schlagwort „Comics 4.0“ möchte das Panel diesen Wandlungsprozessen, die durch die Digitalisierung des Comics ausgelöst wurden, nachgehen.

Lukas R.A. Wilde (Tübingen): „Von Remediation zum Intermedium: Formen, Formate und mediale Rahmungen digitaler Comics“

Tim Glaser (Braunschweig): „Comics, Communities & Crowdfunding. Plattformen und deren Einfluss auf die Rezeption und Distribution von Webcomics“

Peter Vignold (Bochum): „From A(yn) to Z(ack) – Objektivismus im zeitgenössischen Comicfilm“

Moderation: Véronique Sina (Köln)

Diskussionsrunde: „Comic-Industrie 4.0…? Märkte, Plattformen und Akteur_innen 2018“

Die Digitalisierung hat auch die deutsche Comic-Industrie nachhaltig transformiert – die tatsächlichen Auswirkungen aber sind nur schwer realistisch einzuschätzen. Insbesondere in der stark vernetzten Manga-Szene konnten sich Online-Communities wie Animexx als eigenständige Distributionskanäle etablieren, die auch professionell verlegten Künstler_innen als Alternative für narrative und ästhetische Experimente dienen. Andere Autor_innen nutzen digitale Plattformen wie Webtoon und Tapas zur zusätzlichen Verbreitung oder publizieren im Eigenverlag auf Messen und Festivals. Oft wird dies durch neue Finanzierungsmodelle wie Patreon gestützt, andere Werke erscheinen auf Englisch und adressieren damit gleich ein internationales Publikum. Dennoch können bislang kaum Kreativschaffende so ihren Lebensunterhalt bestreiten. Aber ist dies zwangsläufig das Ziel aller Künstler_innen? Oder bieten digitale Publikationstechnologien nur neue Wege in weiterhin zentrale Verlags- und Vertriebsstrukturen? Ist eine Differenzierung zwischen professionellen Werken und Fan-Produktionen wie dōjinshi heute noch sinnvoll? Die Diskussionsrunde der AG Comicforschung zum Thema „Comic-Industrie 4.0…? Märkte, Plattformen und Akteur_innen 2018“ beleuchtet diese Fragen mit Vertreter_innen großer Verlage, digitaler Interessensgemeinschaften und unabhängigen Künstler_innen.

Teilnehmer_innen:
Björn Hammel (Badham.de), Eva ‚Eve Jay‘ Junker (Comic Solidarity), Mim&Bob – Pushcart (Remembering Gale), Steffen Volkmer (Panini)

Moderation: Lukas R.A. Wilde (Tübingen)

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Tagung „Comic Art and/as Remembrance in German Culture and Beyond“ in Chicago

Termin:
01.11.2018 - 02.11.2018

Heute und morgen findet in Chicago, IL eine Konferenz zum Thema „Comic Art and/as Remembrance in German Culture and Beyond“ statt. Organisiert wird die zweitägige Veranstaltung von Susanne Rott (Germanic Studies);  Christian Klein (Max Kade Visiting Professor / Bergische Universität Wuppertal) wird die Konferenz eröffnen. Die Vorträge befassen sich mit deutschsprachigen Graphic Novels u.a. von Birgit Weyhe, Simon Schwartz und Otto Binder.

Kurzbeschreibung (englisch):

„Identity is unthinkable without remembrance. Memories alone make us who we are — as an individual as well as a collective. With regard to the interpretation of historical processes as well as with regard to one’s own self, remembrance therefore has a fundamental significance. But memories are always retrospective interpretations from a present-day point of view, which are usually mediated. While the importance of media products such as films, paintings or literary texts for the individual and collective memory in culture has already been widely studied, the analysis of comics and graphic novels in this context has so far rather been neglected. Against this background, the conference on Comic Art and/as Remembrance in German Culture and Beyond intends to focus on the meaning and the achievements of graphic narratives for the field of remembrance, examining questions on various dimensions. The conference examines aspects of content as well as the formal achievements of memories in comics and asks about the reception of such comics that must be seen as part of the cultures of remembrance.“

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BERLINER COMIC-KOLLOQUIUM IM WS 2018/19

Comic-Kolloquium

Auch im Wintersemster 2018/19 findet ab heute wieder das Berliner Comic-Kolloquium unter der Organisaton von Angela Guttner, Matthias Harbeck, Linda-Rabea Heyden und Marie Schröer statt. Auf der Kolloquiums-Homepage wurde nun auch das vorläufige Programm  veröffentlicht. Die Runde tagt für gewöhnlich immer Mittwochs (in dieser Woche zum Auftakt ausnahmsweise Donnerstags) um 18:00 c.t. in der Mohrenstraße 40/41, Raum 211 der Humboldt-Universität. Interessierte sind herzlich willkommen.

Vorläufige Programmplanung:
(für Updates bitte die Ankündigungen auf der Homepage beachten)

25. Oktober (Achtung: Donnerstagstermin!): SANDÓR TRIPPO
Inszenierung der ostdeutschen Vergangenheit in zeitgenössischen Geschichtscomics

31. Oktober: KATHARINA SERLES
Kunst in Comics

7. November: SEBASTIAN STROMBACH
Comic, Zeit, Architektur – wie ein Stadtcomic entsteht

21. November: LEONIE OTT
Bedrohliche Materialität. Zu einer Comic-Ästhetik im Gegenwartstheater

28. November: PRYSCILLA LAYNE
Race and Representation in the Work of Birgit Weyhe

5. Dezember: MARKUS STREB
Comic. Shoah. Gender. – Die Rolle von Geschlecht für Erzählungen der Shoah im Comic

12. Dezember: ALEXANDER DUNST
Art Spiegelman, die Literaturwissenschaft und die wundersame Verwandlung des Comics

19 Dezember: CHRISTIAN A. BACHMANN
Arabeske Zeichenweisen im 19. Jahrhundert: Töpffer – Schroedter – Oberländer.

14. Januar (Achtung, Montagstermin!): MERLE KOCH
Vom Schlaf erfundene Comics – die Darstellung von Traumerinnerungen

13. Februar: FLORIAN WEIGL
Between God and Me: Mapping The New Frontier in Preacher

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Vortrag „Comics der 68er“

Termin:
24.10.2018

Die Universität Hamburg veranstaltet im Wintersemester die Vortragsreihe „Bildung, Erziehung und Gesellschaft 1968 – Rückblick und Ausblick“. Im Rahmen dieser Reihe hält Bernd Dolle-Weinkauff (Frankfurt a. M.) am Mittwoch, den 24. Oktober 2018 einen Vortrag zum Thema „Protestkultur, Politpop und Satire: Die Comics der ’68er'“.

Kurzbeschreibung der Vortragsreihe:

„Die Veranstaltungsreihe verfolgt das Anliegen, 50 Jahre nach ‚1968‘ den mit dieser Chiffre verbundenen gesellschaftlichen Aufbruch und die daraus hervorgegangenen Veränderungen kritisch zu würdigen. Im Mittelpunkt steht der Zusammenhang von Bildung, Erziehung und Gesellschaft Ende der 1960er und zu Beginn der 1970er Jahre, denn für das westdeutsche ‚1968‘ war im internationalen Vergleich charakteristisch, dass pädagogischen Fragen eine besondere Bedeutung zukam.

Alle Vorträge konzentrieren sich auf Entwicklungen in der Bundesrepublik und richten teilweise einen besonderen Fokus auf Hamburg. Im Einzelnen geht es um Comics als Teil der Protestkultur der ‚68er‘, um die ‚sexuelle Revolution‘ und die Sexualerziehung, um Heimerziehung und das Sozialpädagogische Zusatzstudium in Hamburg sowie um die Bildungsbeteiligung von Mädchen. Dabei soll auch diskutiert werden, inwiefern die von ‚1968‘ ausgegangenen Impulse anregend für aktuelle Debatten sein können.“

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Abendvorträge/Workshop „Narrative zwischen Fakt und Fiktion – Der Holocaust im Comic“

Abendveranstaltung:

24. Oktober 2018, 19:00 Uhr, Bibliothek am Luisenbad, Badstr. 39; 13357
Berlin

Wie erzählen serielle Bilder den Holocaust? Jörn Wendland (Das Lager von Bild zu Bild. Narrative Bildserien von Häftlingen aus NS-Zwangslagern) und Ole Frahm (Genealogie des Holocaust Art Spiegelmans MAUS – A Survivor’s Tale) sprechen über Häftlingszeichnungen aus NS-Zwangslagern, Bilderserien von Überlebenden und die Figur des Golems in verschiedenen Comics.

Workshop mit Jörn Wendland, Ole Frahm und Markus Streb:

25. Oktober 29018 Friedrich Schlegel Graduiertenschule, Freie
Universität Berlin, Raum: JK 31/121; 10:00 – 15:30 Uhr

Während des eintägigen Workshops möchten wir Darstellungen des Holocaust in verschiedenen Formen des seriellen Erzählens in Bildern thematisieren. In Bezug auf eine transmediale Narratologie, die das Narrative als gattungs- und genreunabhängig und als performative, kulturelle Praxis fasst, lassen sich Comics mit den Methoden der Erzähltheorie untersuchen. Wie nähern sich Comics, Graphic Novels, Häftlingszeichnungen und Bildserien von Häftlingen dem Holocaust mit ihren spezifisch gestalterischen Mitteln? Wo liegt das erzählerische Potential der verschiedenen Formate? Welche comicspezifischen Strategien lassen sich erkennen, mit Darstellbarkeit, Erinnerung und Zeugenschaft umzugehen? Welche Unterschiede ergeben sich beispielsweise im Vergleich zwischen den Häftlingsarbeiten und den Werken von Überlebenden in Bezug auf ihr erzählerisches Potential? An der literaturtheoretischen Genre- und Gattungstheorie orientiert,
werden auch narrative Bildserien in verschiedene Kategorien eingeordnet, mit denen bestimmte Gestaltungs- und Rezeptionsbedingungen einhergehen.

Von einem interdisziplinären Blickpunkt (Literatur- und Geschichtswissenschaft) stellt sich die Frage, wie mit Faktizität in den verschiedenen Disziplinen umgegangen wird und welche Erwartungen die Rezeption der unterschiedlichen Kunstwerke steuern. Anhand eines kurzen Readers und einzelner Kunstwerke möchten wir Repräsentationen des Holocaust untersuchen und die Frage diskutieren, wie und in welchen seriellen Bildern die Vernichtung der Juden erinnert wird. Anhand der Arbeiten von Simon Wiesenthal, der aus alten Bildbänden des NS-Fotografen Heinrich Hoffmann 1947 eine Bildserie aus Karikaturen erschuf, lassen sich zum Beispiel Fragen nach Original und Kopie, Aneignung von Bildmaterial und deren künstlerische Transformation, das Schwanken zwischen Fiktion und Faktizität thematisieren. (Jörn Wendland)Einen weiteren Schwerpunkt wird die Figur des Golem darstellen. Golem-Figuren werden häufig als Projektionsfläche verwendet, auf denen der Holocaust reflektiert wird. Der Golem ist nicht nur eine Figur des Überlebenden, sondern auch eine Reflexionsfigur des Antisemitismus und seiner Projektionen, anders gesagt, der Golem als Figur einer anderen Faktizität (Ole Frahm).

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Berliner Comic-Kolloquium statt.

Da die Teilnehmer*innenzahl für den Workshop begrenzt ist, bitten wir für diesen um Anmeldung bis zum 14.10.2018 unter anna.beckmann@fu-berlin.de“

AG-Symposium „Comics | Games“ in Hannover

Termin:
05.11.2018 - 07.11.2018

Vom 5. bis 7. November 2018 findet die internationale Tagung „Comics | Games – Aesthetic, Ludic, and Narrative Strategies“ im Schloss Herrenhausen statt. Die von der Volkswagenstiftung geförderte Veranstaltung ist eine Kooperation der AG Comicforschung mit der AG Games der Gesellschaft für Medienwissenschaften (GfM) und versammelt 8 Panels mit insgesamt 24 Beiträgen – alle in englischer Sprache. Organisiert wird die Tagung von Andreas Rauscher, Daniel Stein und Jan-Noël Thon.

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