Comic-Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2021

Wie im vergangenen Wintersemester sammeln und archivieren wir alle comicrelevanten Lehrveranstaltungen im deutschsprachigen Raum. Wir freuen uns, dass auch in diesem – nun dritten – Online-Semester wieder zahlreiche comicrelavante Veranstaltungen zu vermelden sind.

Wir danken allen unseren Mitgliedern und Interessierten für Hinweise auf die folgenden Lehrveranstaltungen. Sie sind alphabetisch nach ihrem jeweiligen Ausrichtungsort angeordnet. Wir ergänzen sie laufend. Es lohnt sich also immer wieder vorbeizuschauen!

Wenn Sie noch einen Kurshinweis ergänzen möchten, schreiben Sie bitte eine E-Mail mit allen relevanten Daten an die Webredaktion: redaktion@comicgesellschaft.de. Wir wünschen ein erfolgreiches Sommersemester!

 

Universität/Hochschule Heinrich Heine Universität Düsseldorf
Name der/des Dozierenden Robin-M. Aust
Titel der Lehrveranstaltung Kafka intermedial
Art der Lehrveranstaltung Proseminar (online, Blockveranstaltung)
Fachliche Anbindung Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
Kursbeschreibung Die Texte Franz Kafkas sind seit seinem Tod im Jahre 1924 Teil des literarischen Kanons geworden und so auch längst zu Adaptationsklassikern avanciert; er und seine Werke sind gar »zu einem Markenartikel der deutschsprachigen Literatur und Kultur geworden«. Ihre Rezeption stellt ein internationales wie interkulturelles, aber auch ein intertextuelles wie intermediales Phänomen dar. So erschienen eine Vielzahl von Werken, die Kafkas Texte auf gänzlich unterschiedliche Art und Weise zitieren, rezipieren, interpretieren und transformieren.

Um diese Werke soll es auch in diesem Blockseminar gehen: Ziel ist es, sich einerseits mit den zugrundeliegenden Texten Kafkas (v.a. Die Verwandlung, Der Process, In der Strafkolonie) auseinanderzusetzen, andererseits ihre diversen Umsetzungen in textuellen Transformationen, aber auch Medien wie dem Film, dem Comic/Manga, dem Videospiel zu analysieren und die unterschiedlichen Interpretationen und zugrundeliegenden Transformationstechniken zu erarbeiten. Hierzu werden neben literaturtheoretischen auch den jeweiligen Zielmedien entsprechende Analyse- und Interpretationsmittel erarbeitet und angewendet.

 

Universität/Hochschule Heinrich Heine Universität Düsseldorf
Name der/des Dozierenden Robin-M. Aust
Titel der Lehrveranstaltung Goethes Werther und Werther-Rezeption literaturtheoretisch
Art der Lehrveranstaltung Methodenseminar (online)
Fachliche Anbindung Neuere Deutsche Literaturwissenschaft
Kursbeschreibung Auch wenn sein kurzes Leben am 24. Dezember 1772 bereits ein Ende gefunden haben mag – Werther ist auch nach seinem literarischen Tode aus der deutschen Literatur nicht wegzudenken.

Im Fokus dieses Seminars steht einerseits die Beschäftigung mit dem Primärtext, aber auch die Auseinandersetzung mit dem ‚Phänomen Werther‘ aus soziologischer Perspektive. Weiterhin soll die mediale und literarische Rezeption und Reinterpretation des Textes nachgezeichnet werden, angefangen bei zeitgenössischen Werken bis in die Gegenwarts- und Popliteratur, von ernsten Weiterführungen hin zu parodistischen Auseinandersetzungen.

Andererseits sollen in diesem Seminar – über grundlegende erzähltheoretische Beschreibungskategorien hinausgehend – unterschiedliche literaturwissenschaftliche Methoden und Theorien erlernt und angewendet werden, um auf das weitere Studium der Literaturwissenschaft vorzubereiten: Die Vielfältigkeit der von diesen Autor:innen verfassten Werther-Texte erlaubt es, unterschiedliche Analyse- und Interpretationsmethoden exemplarisch anzuwenden, angefangen bei psychoanalytischen, diskursanalytische, gendertheoretischen hin zu strukturanalytischen oder raumtheoretischen Herangehensweisen. Ein Fokus liegt dabei auf Zugriffen aus dem Bereich der Intertextualität und Intermedialität, bei der Analyse von Werther-Verfilmungen und -Comics.

 

Universität/Hochschule Universität Gießen
Name der/des Dozierenden Rolf Lohse
Titel der Lehrveranstaltung Der Louvre im Comic – ein besonderer Imaginationsort
Art der Lehrveranstaltung Seminar (in dig. Form)
Fachliche Anbindung Romanistik
Kursbeschreibung Der Louvre nutzt zu Werbezwecken, aber auch zur Prägung eines ganz besonderen Images u.a. eine Comicreihe, die namhafte Autoren versammelt und die mittlerweile weit über 20 Bände umfaßt. Das Seminar dient der Wahrnehmung dieser Reihe und der Diskussion der vielfältigen Intentionen, die an den Einzelbänden, aber auch an der Gesamtreihe ablesbar sind.

 

 

Universität/Hochschule Europa-Universität Flensburg
Name der/des Dozierenden Johannes C. P. Schmid
Titel der Lehrveranstaltung Protest and Civil Rights in Contemporary American Graphic Nonfiction
Art der Lehrveranstaltung Proseminar
Fachliche Anbindung Amerikanistik
Kursbeschreibung In recent decades, comics have undergone a remarkable transformation from a medium primarily associated with fiction to an important subcategory of life writing and documentary. This class will examine the representation of protest and civil rights in graphic narratives and also discuss comics as a form of political protest in and of itself.

Unlike purely linguistic writing, graphic narrative has the possibility to visualize witness accounts and experiences that would otherwise be left ‘in the dark’. However, in contrast to photographic representations, cartoonists produce images retrospectively (instead of taking them in the moment), embracing the subjective elements of drawing. The comics form allows for compelling storytelling, yet graphic narrative also involves complex ways to represent crises and trauma, and to problematize Truth and the separation of fact and fiction. This way, graphic narratives have emerged as a way to tell the stories of disenfranchised groups and to reexamine history.

Aside from the popular superhero franchises of the mainstream, alternative comics have embraced countercultural movements, starting with the underground comix in the 1970s. However, especially since Art Spiegelman’s Maus won the Pulitzer Prize in 1992, long-form graphic narrative, or “graphic novels” – a term many cartoonists reject – have received wider critical acclaim as well. In this class, we will learn to analyze graphic literature and discuss the representation of protest and civil rights in works. The reading will include but is not limited to Congressmen and Civil Rights Leader John Lewis’ (1940-2020) graphic memoir March(2013; co-written with Andrew Aydin and Nate Powell), Derf Backderf’s account of the protests against the Vietnam war in Kent State: Four Dead in Ohio (2020), as well as Joe Sacco’s Paying the Land (2020), a reportage about the Indigenous First Nations peoples in the Canadian Northwestern Territories.

 

Universität/Hochschule Universität Tübingen
Name der/des Dozierenden Lukas R.A. Wilde
Titel der Lehrveranstaltung Comics, Manga, Graphic Novels: Medienwissenschaftliche Theoriebildung zu populären Bilderzählungen
Art der Lehrveranstaltung Online-Seminar (Bachelor)
Fachliche Anbindung Medienwissenschaft
Kursbeschreibung Superheld*innencomics wie Watchmen (Moore/Gibbons), Fantasy-Epen wie Sandman (Gaiman et al.) und SciFi-Serien wie Saga (Vaughan/Staples), Manga wie Gute Nacht, Punpun (Asaona), graphische (Auto)Biographien wie MAUS (Spiegelman), Comic-Reportagen wie Palestine (Sacco), gezeichnete Reisetagebücher wie Pjöngjang (Delisle) und historische Fiktionen wie drüben! (Schwartz), Comic-Essays wie Der Ursprung der Welt (Strömquist), Webcomic-Strips wie Das Hochhaus (Greve) und nicht zuletzt Meta-Comics wie Understanding Comics (McCloud) konnten sich in den letzten 15 Jahren zu einem festen Gegenstand geisteswissenschaftlicher Forschung und Theoriebildung etablieren. Sie werden nicht nur mit Hinblick auf Phänomene der Populär- und Partizipationskultur analysiert; auch zahlreiche Schnittstellen zur Narratologie, Ästhetik, Didaktik und Kunst- wie Literaturgeschichte konnten sich rapide entwickeln. Area Studies wie Japanologie oder Amerikanistik steuerten viele kulturspezifische Perspektiven bei. Das Seminar „Medienwissenschaftliche Theoriebildung zu populären Bilderzählungen“ bietet Einblicke in medienwissenschaftliche Grundlagen der Comictheorie. Anhand eines Korpus von populären Texten aus unterschiedlichen Genre- und Kulturkontexten – oder auch frei gewählten Beispielen – üben Seminarteilnehmer*innen ein, theoretische Perspektiven auf Bilderzählungen zu wissenschaftlichen Argumenten auszubauen.