Weiterführende Links

Die Gesellschaft für Comicforschung sammelt hier Verweise auf nützliche Webressourcen zum Thema Comics und Comicforschung. Für die Inhalte der verlinkten Seiten sind wir nicht verantwortlich. Dieser Hinweis gilt auch für alle anderen auf unserer Webseite angebrachten Links.

Wie überall gilt auch hier: Sicher fehlt noch vieles interessantes und spannendes. Für Hinweise sind wir daher immer dankbar; Eigenwerbung ist ausdrücklich erwünscht.

Bibliographien

Bonner Online-Bibliographie zur Comicforschung
Die Bonner Online-Bibliographie zur Comicforschung ist eine bibliographische Datenbank, die die vorliegende wissenschaftliche Literatur zu Comics, Graphic Novels und Manga, hauptsächlich in deutscher und englischer Sprache, erschließen möchte.

Deutscher Comic-Guide
Der Comic-Guide dürfte die umfangreichtse Comic-Datenbank Deutschlands sein. Er verzeichnet auch zahlreiche Beiträge zur Comicforschung.

Comics Research
Gene Kannenbergs bereits traditionsreiche Sammlung von Monographien zur Comicforschung reicht von Fanarbeiten bis zu akademischen Publikationen. Zu jedem Eintrag werden neben den bibliographischen Informationen ein Inhaltsverzeichnis sowie meist Verweise auf Rezensionen geboten.

Comics Research Bibliography
Michael Rhodes und John Bulloughs Sammlung versteht sich als internationale Zusammenschau von Beiträgen zur Comicforschung verschiedensten Formats.

Forschungsinitiativen und -einrichtungen

AG Comicforschung der GfM
Ziel der Arbeitsgruppe der Gesellschzaft für Medienwissenschaften (GfM) ist es, den Bereich der Comicforschung zu vertreten und als medienwissenschaftlichen Analysegegenstand sichtbar zu machen. Gleichzeitig besteht ein zentrales Anliegen der AG in der interdisziplinären Förderung, Bündelung und Vernetzung comicbezogener Forschungsarbeit.

Arbeitsstelle für Graphische Literatur (ArGL)
Seit 1990 arbeiten in der Arbeitsstelle für Graphische Literatur an der Universität Hamburg Lehrende mit Studierenden, Doktorand_innen und promovierten Nachwuchswissenschaftler_innen zusammen.

Institut für Jugendbuchforschung
Das Institut für Jugendbuchforschung der Universität Frankfurt (Main) verfolgt seit vielen Jahren einen besonderen Schwerpunkt im Bereich der Comics und graphischen Literatur.

Reading Visuals
Das Forschungsprojekt an der Hochschule Luzern untersucht narrative Strukturen in Illustrationen und Bildgeschichten verschiedener Epochen und will damit einerseits einen Beitrag zur Illustrationsgeshcichte und zur Bildwissenschaft leisten, andererseits sollen daraus Erkenntnisse für die praktische Gestaltung von sequentiellen Bildgeschichten resultieren.

Nordic Network for Comics Research (NNCORE)
Das Nordic Network for Comics Research wird vom Dänischen Forschungsrat für zwei (bis 2013) gefördert und soll in den skandinavischen Ländern die Comicforschung stärker vernetzen und etablieren. In der Folge sollen internationale Tagungen und auch Promotionsstudiengänge ausgerichtet werden.

Publikationen

Comicoskop
Comicoskop ist ein non-kommerzielles, unabhängiges E-Fachmagazin für Comic-Kultur & Bildgeschichte. Es wurde vom ComFor-Gründungsmitglied Martin Frenzel ins Leben gerufen und bietet unter Anderem auch über die Comicoskop-Facebook-Gruppe tagesaktuelle Überblicke über comicrelevante Artikel in Zeitungen, Zeitschriften und Online-Magazinen.

Coconino World
Die in der Comichochburg Angoulême beheimatete Coconino World bietet auf einer opulent gestalteten Webseite eine reiche Vielfalt an Beiträgen zu „dessin et bande dessinee“. Die 1998 entstandene Initiative versteht sich als philanthropisches Projekt der beteiligten Zeichner_innen und Szenarist_innen.

The Comics Journal
Die Zeitschrift TCJ erscheint im Druck und betreibt darüber hinaus eine sehr aktive Webseite mit täglich aktuellen Blogeinträgen und weiterem reichen Material. Ihrem Selbstverständnis nach stellt die Zeitschrift dabei den künstlerischen Anspruch der Form ins Zentrum ihrer Aufmerksamkeit.

Image [&] Narrative
In der Online-Zeitschrift Image [&] Narrative werden Beiträge zur visuellen Narratologie veröffentlicht, die aus künstlerischen Bereichen wie der Malerei, der Fotografie, des Kinos, der Comics und anderen stammen.

ImageTexT. Interdisziplinary Comic Studies
Die Online-Zeitschrift befasst sich mit interdisziplinären Bereichen um Comics, illustrierter Lyrik und Prosa, sowie anderen Genres, in denen es um die Kombination von Bild und Text geht.

Journal of Graphic Novels & Comics
Das Journal of Graphic Novels & Comics hat den Anspruch, in einer internationalen und interdisziplinären Perspektive die weltweite Comic- und Graphic Novel-Kultur akademisch zu erschließen. Der Schwerpunkt der eben erschienen ersten Ausgabe, die für dieses Jahr (2010) kostenlos online verfügbar ist, liegt auf amerikanischen und britischen Comics.

Reddition: Zeitschrift für graphische Literatur
Seit 1984 erscheint mit der Reddition eine vielfältige und breite Zusammenstellung von Beiträgen zu Comics, Comicprodukton und Comicforschung.

Studies in Comics
Die Reihe wird vielfältige historische sowie aktuelle Aspekte von der Kunstform Comic betrachten. Die erste Ausgabe dieser Reihe ist bereits erschienen – sie ist kostenlos abrufbar.

Weitere Anlaufstellen für Comicforscher

Comics Research Blogs
Der Aggregator Comics research Blogs versammelt Nachrichten aus einer großen Zahl von Blogs, die sich mit Comicforschung beschäftigen, in vielen verschiedenen Sprachen.

Deutschprachige Comics beim Goethe-Institut
Die Webseite stellt deutschsprachige Comiczeichner_innen vor, bietet Einführungen zum Forschungsfeld, Unterrichtsmaterialien und eine kompakte Literaturliste mit einer Auswahl deutschsprachiger Comicproduktionen.

ICOM Interessensverband Comics e.V.
Der Interessenverband Comic, Cartoon, Illustration und Trickfilm e.V. ICOM wurde 1981 gegründet, um den über das gesamte Bundesgebiet verstreuten Zeichner_innn und Autor_innen ein Forum zum Austausch von Meinungen und Informationen zu geben und so deren berufliche Situation zu verbessern. Er versteht sich als ein Berufsfachverband für Comicschaffende.

Patrimonium Deutsche Comicforschung
Schwerpunkt dieser Webseite ist das ebenso von Eckart Sackmann herausgegebene Jahrbuch „Deutsche Comicforschung“. Beide Ressourcen widmen sich in ihren Beiträgen ausschließlich der Erforschung deutschsprachiger Comics.

Töpfferiana
Die französischsprachige Webseite trägt unter thematischen Aspekten eine Vielzahl graphischer Literatur aus der Zeit Rodolphe Töpffers und des 19. Jahrhunderts zusammen. Die sehr bildreichen Artikel werden von knappen Texten ergänzt.

Doku „Warren Ellis: Captured Ghosts“ veröffentlicht

Eine von der „Sequart Organization“ und „Respect Films“ produzierte Dokumentation über Warren Ellis in Spielfilmlänge ist seit Kurzem auf YouTube verfügbar. Hinter dem Titel „Captured Ghosts“ verbirgt sich das bisher längste Interview mit dem Comic-Künstler, welches unter der Regie von Patrick Meaney zu einem Film mit zahlreichen Gastauftritten anderer Comic-Künstler_innen, Schauspieler_innen und Expert_innen wurde.

Kurzbeschreibung:

„Warren Ellis sees the future. He is a comic book writer and cyberpunk philosopher living on the edge of tomorrow. He speaks to a cult audience of artists, journalists, scientists and fans who hail him as INTERNET JESUS.

Discover Warren’s story in this feature length documentary featuring interviews with Warren himself, as well as Helen Mirren, Joss Whedon, Patton Oswalt, Stoya, Claudio Sanchez, Grant Morrison, Darick Robertson and many more.“ (Quelle: YouTube)

Zur Ankündigung auf der Sequart-Webseite

Deutschlandfunk Nova-Beitrag: „Geschlechterklischees in Comics“

Neben dem umfangreichen Vortragsprogramm der ComFor (hier geht es zur Video-Dokumentation) gab es auf dem 18. internationalen Comic-Salon in Erlangen natürlich unzählige weitere Veranstaltungen. Die independent artist-Initiative Comic Solidarity präsentierte im Zelt von Halle C im Schlosspark etwa ein umfangreiches Programm aus Workshops, Vorträgen und Diskussionsrunden. Die Veranstaltung mit dem größten Publikumszulauf war hier ohne Zweifel der Workshop „Was darf ich im Comic noch geil finden? Ein Leitfaden für alle Leidtragenden des Feminismus“ der Künstlerin Lisa Frühbeis, die im Anschluss auch mit Katja Klengel und Lara Keilbart eine von Marie Schröer moderierte Podiumsdiskussion zum Thema „Strip*tease: Künstlerinnen in der Comic-Szene“ bestritt. Auch die Presse nahm davon breite Notiz (etwa im Tagesspiegel). Deutschlandfunk Nova veröffentlichte nun unter dem Titel „Hintern, Brüste, gebrochener Rücken: Geschlechterklischees in Comics“ einen Artikel mit Audio-Podcast, der sich ausführlicher mit diesen Impulsen auseinandersetzt.

Weiter zum Deutschlandfunk Nova-Beitrag

CLOSURE #4.5 ERSCHIENEN

Zum Thema »Formen der Selbstreflexivität im Medium Comic« präsentieren in der aktuellen Spezialausgabe CLOSURE #4.5 die Gastherausgeberinnen Nina Heindl und Véronique Sina ausgewählte Beiträge des dritten Workshops der AG Comicforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaften (GfM), der im März 2017 in Köln stattfand.

Die Ausgabe ist ein wichtiger Beitrag zur comictheoretischen Debatte im deutschsprachigen Raum. In seinem Aufsatz Die Gespenster der Comics führt Ohle Frahm seine These von der strukturellen Parodie der Zeichen in Comics weiter und geht auf die Diskussion ein, die seit erscheinen seines Buches Die Sprache des Comics (2010) lebhaft geführt wurde. Er antwortet auf Stephan Packards Beitrag Sagen und Sehen jenseits von Schrift und Bild im ComFor-Tagungsband Comics an der Grenze (2016). Stephan Packard wiederum geht in seinerkleinen Typologie der Selbstreferenz und Reflexivität sowie ihrer Verwechslung im Comic unter anderem auf Ole Frahms Theorie ein und ordnet grundsätzliche Fragen der Terminologie. Die weiteren Artikel zu Selbstreflexion in einzelnen Comics illustrieren die Vielseitigkeit des Phänomens in zeitgenössischen Werken. So gelingt der Publikation eine anregende Verbindung von Theorie und analytischer Praxis. Ein besonderes Schmankerl ist die Cover-Illustration von Chris Ware, deren Komplexität Nina Heindl und Véronique Sina in ihrer lehrreichen Einführung aufschlüsseln.

Gastherausgeberinnen:
Nina Heindl, Véronique Sina

Inhalt:

Nina Heindl, Véronique Sina
Formen der Selbstreflexivität im Medium Comic
Zur Einführung

Ole Frahm:
Die Gespenster der Comics

Stephan Packard:
›37-mal die Welt gerettet‹
Eine kleine Typologie der Selbstreferenz und Reflexivität sowie ihrer Verwechslung im Comic, auch anhand Chris Ware und Tom King

Astrid Acker:
The Frame is not the limit
Selbstreflexivität im Medium Comic

Sebastian Bartosch:
Die Farbe der Reflexivität im Comic

Anna Beckmann:
»Glaub mir nicht, ich bin ein Comic«
Selbstreflexivität im Comic als Markierung narrativer Unzuverlässigkeit

Sebastian R. Richter:
Richard McGuires Here als implizite Selbstreflexion von Zeit

Tim Glaser:
oh no – this comic is literally me
Webcomics im Zeitalter ihrer memetischen Rezeption

Katharina Serles:
BILDER SEHEN ERZÄHLEN
Kunstbetrachtung im Comic

Björn Hochschild:
Selbstreflexionen und Reflexionen des Selbst in Der ARABER von morgen

Lisa Kottas, Martin Schwarzenbacher:
Ist Selbstreflexivität im Comic eine Matter of Culture?
Eine Ethnographie zur afrozentrischen Selbstreflexivität in der Graphic Novel The Hole: Consumer Culture Vol. 1

Aktuelle Veröffentlichungen internationaler Comic-Journals

Im Frühjahr diesen Jahres sind einige neue Ausgaben internationaler akademischer Comic-Journale erschienen. Obwohl diese allesamt nicht kostenfrei online zugänglich sind, bieten die Webseiten immerhin eine Übersicht über den Inhalt und die Gelegenheit die einzelnen Ausgaben (oder gleich ein regelmäßiges Abonnement des jeweiligen Magazins) zu beziehen. Jede Ausgabe vereint eine Vielzahl an Beiträgen zu den unterschiedlichsten Themen und Texten. Ein Blick in die verlinkten Inhaltsverzeichnisse lohnt sich also!

The Journal of Graphic Novels and Comics 9.1 (2018)

Die erste Ausgabe des Journal of Graphic Novels and Comics im Jahr 2018 wurde von David Huxley und Joan Ormrod herausgegeben und umfasst u.a. Artikel über Chris Ware, Superheldencomics und Alison Bechdel.

„The articles in this issue deal with a wide range of material, from some of the most overtly complex work to the apparently simple. The first two articles reflect what the images in the comic and their construction can tell about comics form. . . . The next three articles are connected through the superhero genre. Each examines an aspect of either gender or history. . . . [One article is on Alison Bechdel’s Are You My Mother?.] . . . Continuing the medieval theme we feature David A. Hall’s book review of Medievalist Comics and the American Century, by Chris Bishop and we finish with Mick Howard II’s review of Tarol Hunt’s digital comic, Goblins: Life through their Eyes.“ (Auszug aus the Editorial von David Huxley und Joan Ormrod)

International Journal of Comic Art (IJOCA) 19.2 (Herbst/Winter 2017)

Die aktuelle Ausgabe des unabhängigen International Journal of Comic Art wurde von John A. Lent herausgegeben und versammelt stolze 24 Artikel zu einer Vielzahl von Themen und Ansätzen. Von Wonder Woman zu Comics in Saudi Arabien, China, der Mongolei, Brasilien, Argentinien, Bangladesh, der Türkei u.v.m. findet sich hier ein wahrlich internationales Spektrum an Comic-Kunst und Autor_innen.

The Journal of Comics and Culture #2 (Herbst 2017)

Die zweite Ausgabe des noch jungen Journal of Comics and Culture wurde von Carol Tilley und Paul Levitz herausgegeben und beschäftigt sich vor allem mit dem Einfluss von (amerikanischen) Comics auf die amerikanische Kultur.

„Volume 2 focuses specifically on the informative theme of Comics in the Margins, featuring articles such as “Autobiography, Documentary, and History in Comics: The Four Immigrants Manga and Citizen 13660” by Lan Dong; and “‘Equally Terrorized’: Rhetorical Irony, Rorty, and In the Shadow of No Towers” by Daniel Lawson. There are several book reviews in volume 2, including Captain Marvel and the Art of Nostalgia by Brian Cremins, and Superman: The Persistence of an American Icon by Ian Gordon. Also included in this volume are short communications revolving around recent monographs, and a review of the 2017 ‚Queers & Comics‘ Conference by Frank Bramlett.“ (Auszug aus der Kurzbeschreibung)

(Video)bericht Rice University: Comics als Tool für Ingenieure

Ende Februar 2018 veröffentlichte die Rice Universität in Houston, Texas, einen Bericht über ein Pilotprojekt mit dem Comiczeichner Paul Karasik. Studierende von Ingenieurs-Studiengängen konnten hierin Einblicke in die Grundlagen der Comic-Ausdrucksmittel erhalten, um neue Wege zur Projektkommunikation zu erproben. Karasik ist nicht nur bekannt für seine zeichnerische Umsetzung von David Mazzucchellis City of Glass: The Graphic Novel-Adaption, sondern dachte gemeinsam mit Mark Newgarden in der Fantagraphics-Publikation How to Read Nancy: The Elements of Comics in Three Easy Panels (2017) bereits 276 Seiten lang über einzigen Nancy-Strip von Ernie Bushmiller (August 1959) nach. Der Rice University-Kurs „What can cartoonists teach engineers?“ wurde nun als interdisziplinäre Kollaboration des Departments of Visual and Dramatic Arts (VADA) und des Departments of Bioengineering ausgerichtet. Der Bericht auf der Homepage enthält eine ansprechende Video-Kurzdokumentation.

Zur Veranstalterseite

Neues digitales Comic-Journal: „PanelxPanel“

Bereits im Juli 2017 feierte PanelxPanel Premiere, ein neues digitales Comic-Magazin, das unter https://gumroad.com/panelxpanel zu finden ist. Herausgeber ist Hassan (Hass) Otsmane Elhaou, den viele von seinem wöchentlichem Comicanalyse-Videokanal auf Youtube, Strip Panel Naked kennen (Bericht). PanelxPanel erscheint monatlich als ansprechend gelayoutetes, werbefreies Pdf-Magazin (90-110 Seiten pro Ausgabe), in welchem der Herausgeber seine Kenntnisse der US-amerikanischen Comic-Industrie unter Beweis stellt, hinter die Kulissen bekannter Serien blickt, weniger bekannte Akteure und zahlreiche Geheimtipps vorstellt und dabei auch unzählige andere Künstler, Journalisten, Comichändler und Fans in unterschiedlichsten Rubriken zu Wort kommen lässt. Das Versprechen des Herausgebers lautet:
„An in-depth look at the medium we love: comics.“

So beleuchtet die aktuelle Februar-Ausgabe etwa in einem 50seitigen Special die Anthologie-Serie Twisted Romance (von Alex de Campi, Katie Skelly, Alejandra Gutiérrez, Carla Speed McNeil, and Trungles, IMAGE). Die regulären Beiträge umfassen Jahresrückblick-Essays auf das Comic-Jahr 2017,  ein Comic Showcase zu Johnathon Rose-Lyons und Stephen Morrows Super Human,  ein Gespräch mit Ed Piskor über das „continuity building“ in X-Men: Grand Design, eine Interview-Runde mit Greg Rucka sowie eine Gastkolumne der Bibliothekarin Emma Lawson über das Ende von Neil Gaimans Sandman.

Jede Ausgabe kostet 2,50$ und wird über Gum Road durch digitale Subskriptionen vertrieben.

Weiter zu PanelxPanel

Kalender aller Comic- und Manga-Messen/-Conventions 2018

In der Vergangenheit hatte die ComFor-Redaktion an dieser Stelle auch häufig auf Comic- und Manga-Messen bzw. -Conventions aufmerksam gemacht, die über die Forschung im engeren Sinne hinausgehen. Da deren Zahl aber rapide zugenommen hat und zudem auch die Neuigkeiten zu Vorträgen, Tagungen, Publikationen und Ausstellungen ständig ansteigen, haben wir zunehmend darauf verzichtet um uns hier auf die Comicforschung im engeren Sinne zu konzentrieren.

Auf Messen und Conventions wird nun zwar bereits auf einschlägigen Portalen wie www.graphic-novel.info oder comic.de hingewiesen, bislang jedoch nicht in übersichtlicher kalendarischer Form (wie bis Sommer 2016 noch auf Dreimalalles).  Um diese Lücke zu schließen, hat die Webcomic- und Nachwuchskünstler-Initiative Comic Solidarity nun bereits im zweiten Jahr einen öffentlichen Veranstaltungskalender erstellt, in dem alle größeren Comic- und Manga-Messen/-Conventions in den deutschsprachigen Ländern (und auch einige im Ausland) übersichtlich aufgelistet sind. Verantwortlich zeichneten Lisa Rau, Jonas ‚JARoo‘ Röhrig und Lukas Wilde.

Zur Comic Solidarity (dann weiter auf „Kalender“ in der Navigationsleiste oben)

Comicoskop würdigt Dietrich Grünewald

Das Online-Journal Comicoskop widmet Dietrich Grünewald – Pionier der deutschen Comicforschung, Mitbegründer der ComFor und langjähriger erster Vorsitzender – einen Beitrag anlässlich seines 70. Geburtstags, den er im Dezember 2017 feiern durfte. Der Artikel von Klaus Albeck würdigt den Kunstdidaktiker als „Kämpfer für das Prinzip Bildgeschichte“ und zeichnet seine zahlreichen Verdienste um die deutsche Comcforschung nach.

Zu den (nach wie vor) einflussreichen Veröffentlichungen Grünewalds zählen u.a. Wie Kinder Comics lesen (Dipa-Verlag, 1984), Comics. Grundlagen der Medienkommunikation (Niemeyer, 2000) und Politische Karikatur: Zwischen Journalismus und Kunst (VDG, 2002). Zuletzt entdeckte er die verschollen geglaubte Bildgeschichte von Friedrich Schiller (Avanturen des neuen Telemachs) in US-Archiven wieder und wird sie wahrscheinlich noch in diesem Winter im Ch. A. Bachmann Verlag übersetzt und kommentiert veröffentlichen.

Zum Artikel

CLOSURE #4 ERSCHIENEN

Soeben wurde die 4. Ausgabe von CLOSURE – Kieler e-Journal für Comicforschung veröffentlicht. Die Ausgabe versammelt ausgewählte Beträge der 1. Kieler Comic Konferenz 2016 zum Thema „Anfänge und Neuanfänge“, ergänzt durch Rezensionen und Einträge in der Rubrik ‚ComicKontext‘.

Herausgeber_innentext:
„Schon Aristoteles wusste in seiner Poetik, dass jede Geschichte ein Ende, einen Anfang und – nicht zu vergessen – auch etwas dazwischen brauche. Dieses ›Dazwischen‹ ist seit jeher Gegenstand philologischer wie narratologischer Forschung gewesen, und auch das Ende ist ein beliebtes Ziel akademischen Wissensdrangs: Sei es Stefan Krafts Habilitationsschrift zum Happy End in der Komödie (2011), Willem Stranks Dissertation zum Twist Ending im Film (2016) oder der Poetik und Hermeneutik Tagungsband Das Ende. Figuren einer Denkform (1999) – die Frage danach, wie alles endet, scheint Kulturwissenschaftler_innen verschiedener Disziplinen zu faszinieren.

Anfängen hingegen wohnt im akademischen Umfeld nur selten ein Zauber, sondern vielmehr etwas Selbstverständliches und Beiläufiges inne, sodass ihnen grundsätzlich weitaus weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dabei sind Anfänge im Comic allgegenwärtig – und das gleich auf mehreren Ebenen. Jede Form seriellen Erzählens ist davon geprägt, regelmäßig neue Anfänge ebenso wie vorläufige Abschlüsse zu inszenieren: Die Geschichte (histoire) von Batman ist zwar einerseits eine fortwährende, die Erzählung (discours) aber muss zugleich mit jedem Heft aufs Neue beginnen. Die Besonderheit langlebiger Serien erfordert zudem ein Arrangement zwischen der Erwartungserfüllung treuer Leser_innen und der Erschließung einer neuen Leserschaft: So ließ das amerikanische Verlagshaus DC vor wenigen Jahren 52 seiner Serien (nicht zum ersten Mal) neu beginnen, um den Neueinstieg zu erleichtern. Und nicht zuletzt hat gerade die fiktionale Biografie von Superheld_innen mit der origin story einen ganz besonderen Status, denn es gehört zu einem der klassischen Formate der Comicgeschichte, diese immer wieder neu zu erzählen.

Doch nicht nur im Kontext der seriellen Kunst der Superheldengeschichten werden die Elemente des ›Anfangs‹ oder ›Neuanfangs‹ zum prägenden Aspekt; auch vor einem historischen Hintergrund ist es gerade die Frage nach dem ›Anfang‹ des Comics überhaupt, der Genese einzelner Typen und schließlich der landes- oder kulturspezifischen Entwicklung von Formen, mit denen sich die Comicwissenschaft immer wieder auseinandersetzen muss. Es sind also sowohl narratologische wie auch historische Fragestellungen – und innerhalb dieses breiten Spektrums haben die Autor_innen der vorliegenden Ausgabe sich verortet.“

Zu Ausgabe #4 von CLOSURE

Herausgeber_innen:
Cord-Christian Casper, Chris Ullrich Cochanski, Yanine Esquivel, Kerstin Howaldt, Julia Ingold, Gerrit Lungershausen, Susanne Schwertfeger, Simone Vrckovski & Rosa Wohlers

Schwerpunkt: »Anfänge und Neuanfänge im Comic«

  • Paul Malone, Werbecomics at the Beginning of German Comics: Emmerich Huber and Josef Mauder
  • Camilla Murgia, Speech Balloons, Bubbles and Captions: The Rise of Narrative in 18th-Century British Comics
  • Pascal Lefèvre, An Empirical Study of the Publication Format and Beginnings in the Belgian Francophone Weeklies, Spirou and Tintin, in the 1950s
  • Lukas R.A. Wilde, »Backwards and batshit-fucking-bonkers«: Das innovative Kommunikationsgefüge non-narrativer Webcomic
  • David Turgay, #1, S. 1: Die stetige Wiederkehr des Neuanfangs in Reboots
  • Annina Klappert, Anders anfangen: Das Ergodische in Building Stories von Chris Ware

ComicKontext

  • Tim Eckhorst (Pure Fruit), Rosa Wohlers, ›Zeichner-Kollektiv und Comic-Magazin‹: Interview mit Tim Eckhorst vom Comic-Magazin Pure Fruit
  • Jul Gordon und Sascha Hommer (Kontaktcenter), Kontaktcenter Nr. 10: Comiclesung am 21. Februar 2017 im B-Movie – Hamburg St. Pauli

Zu Ausgabe #4 von CLOSURE

Neues Online-Journal: Sequentials

Seit Ende Juli 2017 gibt es ein neues englischsprachiges E-Journal: Sequentials. Das Journal ist ein Projekt der Trace Innovation Initiative des Fachbereichs Englisch an der University of Florida veröffentlicht und ist open-access und peer-reviewed. Damit ist es neben ImageText bereits das zweite Online-Journal aus der Comicforschungs-Schmiede der University of Florida. Dieses Journal sticht aber vor allem durch seine experimentelle Form hervor, denn alle Beiträge sind – nach dem Vorbild von Scott McCloud’s Understanding Comics – in Comic-Form gestaltet.

Die erste Ausgabe von Sequentials erschien zum Thema „Postmodernism: Visualizing a Movement“ und beinhaltet acht Beiträge von internationalen Comicforschern wie Michael Chaney (Dartmouth College) oder Nicolas Labarre (University Bordeaux Montaigne). Die nächste Ausgabe soll sich mit den vielfältigen Bedeutungsdimensionen des Begriffs „queer“ befassen („‚Queer‘ as Noun, Adjective, and/or Verb“) und Beiträge können noch bis zum 1. Dezember 2017 eingereicht werden.

Auszug aus dem „Call for Comics“:

„For Sequentials’ second special Call For Comics, we seek visual interpretations of the complexity of queer existence, discourse, and theoretical concepts. We are particularly interested in submissions that comment on the relationship between various deployments of the term “queer” and concepts of visibility, visuality, and art-as-activism. Submissions must be illustrated in comics form and can visualize, for instance, a particular interpretation of a given theorist’s concept(s), a unique contribution to the field of queer theory, or the possible connection between comics and queer theory.“

Zum Journal