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Monitor 33: Neue Publikationen 2017

Im Monitor werden in unregelmäßigen Abständen aktuelle Publikationen aus den letzten 6 Monaten vorgestellt, die für die Comicforschung relevant sein könnten. Die kurzen Ankündigungstexte dazu stammen von den jeweiligen Verlagsseiten. Haben Sie Anregungen oder Hinweise auf Neuerscheinungen, die übersehen worden sind und hier erwähnt werden sollten? Das Team freut sich über eine Mail an redaktion@comicgesellschaft.de. -> Zu früheren Monitoren.

The Lent Comic Art Classification System

The Lent Comic Art Classification System

John A. Lent und Mike Rhode (Hrsg.)
Lulu
146 Seiten
ISBN 978-1-3658-2274-2 (Paperback)
~€ 21,00
März 2016

Verlagsseite
A worldwide classification system of comic art, including comic books, comic strips, animation, caricature, political & editorial cartoons, and gag cartoons based on John A. Lent’s pioneering bibliographic work. Created in honor of Lent’s 80th birthday.

Das Marvel Cinematic Universe

Das Marvel Cinematic Universe:
Anatomie einer Hyperserie

Peter Vingold
Schüren
176 Seiten
ISBN 978-3-89472-970-7 (Paperback)
~€ 19,90
April 2017

Verlagsseite
Das Marvel Cinematic Universe, das über Kinofilme hinaus auch TV- und Webserien hervorgebracht hat, führt den Begriff der linear organisierten Serie an die Grenzen seiner Beschreibungsfähigkeit. Der Autor stellt diesem das Konzept der multilinearen Hyperserie entgegen, mit dessen Hilfe sich die serialisierten Narrationen des MCU hierarchisch strukturieren und ihre Relationen zueinander bestimmen lassen. Auf der Grundlage von theoretischen Überlegungen zu Ästhetik und Ökonomie der Serie im Kino und der Betrachtung einiger Fallbeispiele aus Film und Fernsehen zeichnet der Autor anhand des X-Men-Filmfranchises den Übergang von einer linearen Serie zu einer multilinearen Hyperserie nach, und wendet das hier entstehende Modell in einer anschließenden Analyse auf das Marvel Cinematic Universe an, in dem unterschiedliche, interseriell kohärente Binnenserien an einer den einzelnen Film übersteigenden Narration mitschrieben. In einer ausführlichen Auseinandersetzung mit den im MCU zur Anwendung kommenden Serialitätsstrukturen, aber auch unter ständiger Berücksichtigung der die Filme und Serien begleitenden Produktionsdiskurse, verdeutlicht der Autor Zusammenhänge zwischen Ästhetik und Ökonomie eines visuell neu formatierten, seriellen Blockbusterkinos vor der Hintergrund einer Kultur der Medienkonvergenz.

Krieg im Comic?

Krieg im Comic?
Grafisches Erzählen zu Militarismus und Gewalt

Gerhard Mauch und André Märtens (Hrsg.)
Books on Demand
92 Seiten
ISBN 374-313650-3 (Paperback)
~€ 6,00
April 2017

Ansichtsseite
Dieser Sammelband enthält Rezensionen von Comic-Bänden bzw. Berichte über grafische Literatur, die Krieg, Militär und Gewalt thematisiert. Im Zentrum der Anthologie stehen die Fragen, wie in ‚Graphic Novels# grafisches Erzählen funktioniert, wie der zeichnerische und der gesellschaftliche Kontext aussehen und wie die Rezeption verläuft. Dabei werden historische und aktuelle Entwicklungen in der Literatur betrachtet. Vor allem geht es um die Unterschiede in der zeichnerischen Umsetzung und der erzählerischen Herangehensweise an die verschiedenen Themen. So wird etwa untersucht, in welchem Verhältnis grafische Reportagen und dokumentarische Bildgeschichten, die im Stil eines Abenteuers gestaltet sind, stehen oder wie Gewalt in japanischen Comics (Mangas) dargestellt wird. Die gesammelten Texte bzw. die darin besprochenen Comics spannen einen Bogen von Europa über Amerika nach Asien und behandeln Stoffe aus verschiedenen historischen Phasen und auch aus Fantasiewelten. Die Aufsätze behandeln Krisen und Kriege wie Afghanistan, den Ersten und Zweiten Weltkrieg, Kriege der USA, Israel/Palästina und die Revolution in Nicaragua. Gerhard Mauchs Politcomic Die Störenfriede wird in Auszügen vorgestellt. Kommentierte Literatur- und Linklisten schließen diesen Sammelband ab.

Watchmen

The Narratology of Comic Art

Kai Mikkonen
Routledge
312 Seiten
ISBN 978-1-1382-2155-0 (Hardcover)
~£ 105,00
Mai 2017

Verlagsseite
By placing comics in a lively dialogue with contemporary narrative theory, The Narratology of Comic Art builds a systematic theory of narrative comics, going beyond the typical focus on the Anglophone tradition. This involves not just the exploration of those properties in comics that can be meaningfully investigated with existing narrative theory, but an interpretive study of the potential in narratological concepts and analytical procedures that has hitherto been overlooked. This research monograph is, then, not an application of narratology in the medium and art of comics, but a revision of narratological concepts and approaches through the study of narrative comics. Thus, while narratology is brought to bear on comics, equally comics are brought to bear on narratology.

Manga in Theory and Practice

Manga in Theory and Practice:
The Craft of Creating Manga

Hirohiko Araki
VIZ Media
280 Seiten
ISBN 978-1-4215-9407-1 (Hardcover)
~$ 13,00
Juni 2017

Verlagsseite
Learn how to create manga from Hirohiko Araki creator of Jojo s Bizarre Adventure anda master of the medium! Hirohiko Araki is the author of one of the longest-running and most beloved manga of all time, the epic fan favorite JoJo s Bizarre Adventure. According to him, manga is the ultimate synthesis of all forms of art, and in this book he reveals the secrets behind how to make the magic happen using concrete examples from his own work. Read all about his golden ratio of beauty for drawing, the investigative reports he draws up for each of the characters he creates, his methodology for storytelling inspired by the great Ernest Hemingway, and many more aspects of manga creation in this how-to guide penned by an industry legend

A Theory of Narrative Drawing

A Theory of Narrative Drawing

Simon Grennan
Palgrave MacMillan
277 Seiten
ISBN 978-1-137-52165-1 (Hardcover)
~$ 109,00
Juni 2017

Verlagsseite
This book offers an original new conception of visual story telling, proposing that drawing, depictive drawing and narrative drawing are produced in an encompassing dialogic system of embodied social behavior. It refigures the existing descriptions of visual story-telling that pause with theorizations of perception and the articulation of form. The book identifies and examines key issues in the field, including: the relationships between vision, visualization and imagination; the theoretical remediation of linguistic and narratological concepts; the systematization of discourse; the production of the subject; idea and institution; and the significance of resources of the body in depiction, representation and narrative. It then tests this new conception in practice: two original visual demonstrations clarify the particular dialectic relationships between subjects and media, in an examination of drawing style and genre, social consensus and self-conscious constraint. The book’s originality derives from its clear articulation of a wide range of sources in proposing a conception of narrative drawing, and the extrapolation of this new conception in two new visual demonstrations.

Ausstellung „Glaube – Liebe – Hoffnung“ – Karikaturen zum Reformationsjubiläum

Über 80 Cartoonlobbyisten aus ganz Deutschland sind aufgerufen, ihre Beiträge zu Religion, Politik und Gesellschaft von heute (passend) zum Motto einzureichen. Die satirischen Arbeiten greifen dabei auch viele Themen auf, die bereits zu Luthers Zeiten von Relevanz waren und nach wie vor aktuell sind. Das Projekt wird in drei Teilen unter den Titeln „Glaube“, „Liebe“ und „Hoffnung“ vom Mai bis Oktober nacheinander gezeigt.

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CSS-Comic-Konferenzliste

Über die US-amerikanische Comic Studies Society (CSS) durften wir bereits häufiger in diesem Jahr berichten. Nach dem Veröffentlichungsbeginn des CSS-Newsletters im Januar, der großen Mitgliedschaftsausrufung im Februar sowie dem Publikationsbeginn von INKS – The Journal of the CSS im April wies Matthew J. Smith nun gerade auf eine unschätzbare Serviceleistung hin.
Ab sofort findet sich auf der CSS-Webseite unter http://www.comicssociety.org/resources eine ständig aktualisierte, chronologische Liste aller Tagungen zum Thema Comic. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind bereits 22 Konferenzen für 2017 eingetragen. Der Schwerpunkt liegt derzeit noch auf US-amerikanischen Veranstaltungen, doch wies Smith über die COMIXSCHOLARS-Mailungliste auf die Möglichkeit hin, Veranstaltungen hinzuzufügen: „If you are sponsoring an upcoming conference not already listed on the site, […] send [the details] to me […] and we’ll add it to the list.“ Kontaktdaten finden sich im Impressum der CSS.

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Ausstellung „Wonder Woman“

Seit 1941 ist Wonder Woman die beliebteste weibliche Superheldin aller Zeiten. Das CCH zeigt die Entstehungsgeschichte der berühmten Amazone, ihr Leben, ihre Gegnerinnen, ihre Freunde, die von ihr inspirierten „Supergirls“ und ihre zentrale Rolle als dritte Säule im DC-Universum neben Superman und Batman. Mit Comics, Statuen, Memorabilia, Original-Art und vielem mehr wird das Leben dieser Heldin nachgezeichnet.

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Vortrag im Museum Starnberg: „Kaleidoskopischer Seelenspiegel“

Termin:
29.06.2017 19 Uhr

Dietrich Grünewald, ehemaliger Vorsitzender der ComFor, wird am 29. Juni 2017 im Museum Starnberger See einen Bildervortrag zum Thema der komischen Figur in der Bildergeschichte halten: „Kaleidoskopischer Seelenspiegel: Hanswurst, Kasper, Donald Duck & Co, Ein Reigen komischer Figuren“

Besucheranmeldungen und weitere Informationen bitte ausschließlich über das Museum:
www.museum-starnberger-see.de
Eintritt 10€, ermäßigt 8 €

Zum Hintergrund des Vortrags erläutert Dietrich Grünewald:
„1737 sucht die Prinzipalin Friederike Caroline Neuber gemeinsam mit dem Leipziger Gelehrten Johann Christoph Gottsched den Hanswurst von der Bühne zu verbannen. Es ist ihnen nicht wirklich gelungen – in Rollenvariationen wie Harlekin, Clown oder Kasper in der Zirkusarena, auf der Theater- und Puppenbühne, vielgestaltet im gezeichneten Bildwitz und der Bildgeschichte hat sich die lustige, die komische Figur bis heute behauptet. Lessing, Gottscheds Kontrahent in Sachen Komödie, hat sich für den Hanswurst ausgesprochen und während Theodor Adorno gegen Micky Maus als herausragende Exponentin der Kulturindustrie wettert und gar ein apokalyptisches Potential ausmacht, lobt Walter Benjamin ihre progressiven Kräfte und spricht ihr eine Art heilsamer Ventilfunktion zu. Joachim Ringelnatz lobt den Humor als den „Knopf, der verhindert, dass einem der Kragen platzt“ – und genau diese Funktion hat die komische Figur, der Hanswurst, der Kasper, die Riege der komischen Comicfiguren, immer wieder übernommen. Mal derb und laut kritisch-satirisch, mal leiser und schmunzelnd, mal inhaltlich bedeutsam, mal schlicht unterhaltend witzig, mal lacht das Publikum mit der Figur, mal über sie. Ihre Komik zeigt sich schon im Erscheinungsbild, das übertreibend von der Norm abweicht, in der komisch wirkenden Pose, der Sprache, im Tun. Erwachsene bringt sie zum Lachen wie Kinder; und in der Rolle des komischen Kindes kann sie als weiser Narr oder freche Göre agieren, uns im Lachen aus dem belasteten Alltag helfen zum Luftholen, neue Kraft geben oder uns zum kritischen Nachdenken anstiften. Einzeln tritt sie auf oder als komisch kontrastives Paar, im Comic zeigt sie sich in unzähligen Masken, auch in witziger Tiergestalt, die nichts vom kritisch-verweisenden Potential der alten Fabel verloren hat. In einem bunten Reigen vielfältiger Beispiele, historischer wie aktueller Art, soll in diesem Vortrag der komischen Figur und ihrem Wirkungspotential unterhaltsam nachgespürt werden.“

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Ausstellung „Die Europa-Caricade – 60 Jahre Europa in der Karikatur“

Die Europa-Caricade will im Europajahr 2017 Lust und Laune auf Europa wiederbeleben. Unausgewogen und frech, kritisch, ironisch und satirisch, aber immer mit Witz und Humor begleiten Karikaturisten aus vielen EU-Ländern den steinigen Weg zum vereinten Europa. Von 1957 bis heute werden Höhen und Tiefen des europäischen Einigungsprozesses mit spitzer Feder aufgespießt.

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